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Pflanzenprofil von Gemeinem Beifuß

Zäher und häufiger Zeitgenosse

Ob Schuttplatz oder Bahndamm, Hecken, Wegränder und lockere Gebüsche, der Beifuß wächst dort, wo Platz ist. Dabei weiß er aber durchaus feuchten, gut gedüngten Boden zu schätzen. Damit hat die Pflanze die gemäßigten Klimaregionen von Europa und Asien als Unkraut erobert. Auch in Nordamerika wurde die Pflanze mittlerweile eingebürgert.

Aussehen und Herkunft

Die Blüten sind unauffällig

Unscheinbar sieht er aus, der Gemeine Beifuß (Artemisia vulgaris) aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Wie andere verwandte Vertreter aus der Gattung Artemisia trägt die etwa 1 m hohe Pflanze stark zerteilte Blätter. Ihre Oberseite erscheint dunkelgrün, die Unterseite aufgrund von Behaarung grau-weißlich. Während die verwandte Sonnenblume mit einer einzigen großen Blüte beeindruckt, setzt der Beifuß auf viele kleine unscheinbare Blüten mit kaum sichtbaren gräulichen, gelblichen oder rotbraunen Blütenkronen. Was zählt, ist die Masse und die Pflanze bildet unzählige Blütenrispen in mehreren Stockwerken aus. Da die Blüten von Insekten nicht besucht werden, nutzt die Pflanze den Wind zur Bestäubung und produziert dementsprechend große Mengen an Pollen. Beifuß-Pollen-Allergiker klagen dann im August bis September über Heuschnupfen-Beschwerden. Auch für die Verbreitung der kleine Samen nutzt der Beifuß den Wind. Die Mutterpflanze bleibt dem Standort jedoch treu. Nur das Kraut stirbt alljährlich ab, jedoch überwintert die Wurzel.

Beliebt zum Würzen von Enten- und Gänsebraten

Man nutzt die aromatisch bitter schmeckenden getrockneten Blätter oder oberirdischen Teile (Artemisiae herba), seltener auch die Wurzeln. Als Gemüse wäre der Beifuß zu bitter, als Gewürz hat er Tradition. So wurde er häufig alten Würzmischungen beigemengt. Selbst fette Gerichte, wie Gänse-, Enten- und Schweinebraten macht er schmackhafter und vor allem bekömmlich. Abgesehen davon interessiert man sich für die ätherischen Öle der Heilpflanze zur Produktion von Duftstoffen und Parfums (Nordafrika, Südeuropa).

Beifuß kommt aus gutem Hause

Die Gattung Artemisia hat zahlreiche Mitglieder (etwa 500), viele davon zeichnen sich durch besondere Eigenschaften aus, wie etwa einen besonderen Geschmack: Der Estragon (Artemisia dracunculus L.) oder der Wermut (A. absinthium) sind als Küchengewürz beliebt. Berühmt geworden ist der Einjährige Beifuß (A. annua) und das daraus isolierte Artemisinin als Malariamittel. Wermut hat als Absinth eine eher traurige Vergangenheit. Wenig bekannt ist heutzutage die Anwendung von A. herba-alba als Wurmmittel, A. arborescens als entzündungshemmendes Mittel oder A. biennis als Antiseptikum. Im Prinzip wird die Gattung Artemisia auf der ganzen Welt in der Heilkunde genutzt.

Gewinnung

Das Kraut der Heilpflanze wird kurz vor der Blüte geerntet und getrocknet. Nach der Blüte schmecken die Blätter deutlich bitterer. Für homöopathische Mittel (Artemisia vulgaris HAB1) wird die Wurzel geerntet, wenn sie gerade den höchsten Nährstoffgehalt hat (anfangs des Winters).

Quellen/Weitere Informationen

Quellen