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Beinwell

© PhytoDoc/C. Heyer

Beinwell: Hilft bei Sportverletzungen

Als Heilpflanze wird Beinwell seit altersher genutzt. Heute ist bewiesen: Beinwell beschleunigt die Heilung bei stumpfen Verletzungen, reduziert die Schwellung und lindert den Schmerz.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Wirksamkeit mittlerweile nachgewiesen

Beinwell (Symphytum officinale) wurde seit alters her zur Behandlung von Knochenbrüchen und stumpfen Verletzungen eingesetzt. Für die Behandlung von Sportverletzungen mit Prellungen oder Schwellungen ist die Wirksamkeit des Beinwells gut belegt. Die Inhaltsstoffe des Beinwells wirken nicht nur schmerzhemmend und reizmildernd, sondern auch wundheilungsfördernd und entzündungshemmend. Für die Arzneimittelherstellung werden sowohl oberirdische Teile der Pflanze als auch deren Wurzeln verarbeitet. Verschiedene Darreichungsformen sind möglich: Meist wird Beinwell als Salbe oder Ös zum Einreiben vertrieben, verfügbar sind auch die getrockneten Wurzeln. Achten Sie auf Pyrrolizidinalkaloid-freies Material. Vor einer innerlichen Einnahme und Anwendung auf offenen Wunden wird wegen der Nebenwirkungen gewarnt.

Wogegen hilft Beinwell?

Als Heilpflanze wird Beinwell seit altersher genutzt. Die wenigen verfügbaren Studien weisen darauf hin, dass die überlieferte Wirkung zutreffend ist: Man konnte zeigen, dass Beinwell die Heilung bei stumpfen Verletzungen beschleunigt, die Schwellung reduziert und den Schmerz lindert.

Beinwell enthält Pyrrolizidinalkaloide (PA). Im Tier und Laborversuch sind PA krebserregend und erbgutverändernd. Da diese Alkaloide bei geschlossenen Verletzungen nur beschränkt in den Blutkreislauf aufgenommen werden, ist jedoch eine Gefährdung kaum anzunehmen.

Es gibt auch schon PA-arme Pflanzen und Verfahren zur Entfernung der PAs, so dass viele Produkte nicht mehr den Anwendungsbeschränkungen unterliegen. Es empfiehlt sich daher, nur standardisierte Fertigarzneimittel zu nehmen, deren PA-Gehalt ausgewiesen ist.

Heilwirkung von Beinwell

Seit alters her gilt Beinwell als entzündungshemmend, abschwellend, wundheilungsfördernd, wundreinigend, reizmildernd und schmerzhemmend. Auf Grund der Inhaltsstoffe, insbesondere Allantoin, sind diese Eigenschaften sehr wahrscheinlich.

Früher verwendete man Beinwell auch innerlich als Gemüse oder Tee gegen Lungenleiden und Magen-Darm-Beschwerden sowie bei offenen Wunden. Heute wird von diesen Anwendungen abgeraten, da die enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide innerlich zu Mutationen und Tumoren führen können.

Eigenschaften der Inhaltsstoffe
Allantoin ist ein Speicherstoff in der Wurzel des Beinwells. Es beschleunigt die Regeneration, die Wundheilung und beruhigt das Entzündungsgeschehen. Cholin ist ein Bestandteil von Zellmembranen und Teil eines Nervensignalstoffs. Es verbessert die Durchblutung und lindert Schwellungen.

Beinwell ist durch die enthaltene Rosmarinsäure und die Gerbstoffe (antiviral und antibakteriell) auch antibiotisch aktiv, was bei geschlossenen Wunden jedoch meist nicht relevant ist. Daneben besitzt Rosmarinsäure eine entzündungshemmende Wirkung.

Studien
Nach Studien kann ein Produkt mit Beinwell tatsächlich Schwellungen mindern und das Verschwinden von Blutergüssen beschleunigen. Bei Verstauchungen ist Beinwell ähnlich wirksam wie Diclofenac. Der Druckschmerz geht mit Beinwellwurzel um 81% zurück (zum Vergleich: mit dem konventionell üblichen Diclofenac um 75%). Auch der Schmerz in Ruhe verbesserte sich um 92 Prozent (Diclofenac um 85%). Eine andere Studie fand auch einen positiven Effekt bei Rückenschmerzen.

Insgesamt wären aber noch mehr und unabhängige Studien wünschenswert.

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Maßgebliche Bewertungskommissionen: Kommission E, ESCOP, HMPC, WHO.

  • Prellungen
  • Verstauchungen
  • Zerrungen

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

  • Arthritis
  • Bluterguss
  • Muskel- und Bänderschmerzen
  • Rückenschmerzen

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

  • Hautkrankheiten
  • Abschürfungen, Wunden
  • offene Beine bei Venenthrombosen

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Erhältlich sind das getrocknete (oder pulverisierte) Material, alkoholisch-wässrige Extrakte, der Presssaft aus frischen Pflanzen und verschiedene Gele. Salben enthalten zwischen fünf und 20% getrocknetes Kraut oder Wurzeln oder 30-35% Fluidextrakt.

Dosierung

Es sollte darauf geachtet werde, dass die Tagesdosis der Pyrrolizidinalkaloide unter 100 μg liegt. Mittlwerweile gibt es auch Pyrrolizidinalkaloid-freie Pflanzen und Produkte. Es ist anzuraten, nur standardisierte Fertigarzneimittel einzusetzen, deren PA-Gehalt bekannt ist.

Die Umschläge mit Beinwellprodukten werden zwischen 2 und 10 Stunden (die ganze Nacht) aufgelegt. Bei kurzer Anwendung kann man die Behandlung 2x am Tag durchführen. Bei empfindlicher Haut ist es sinnvoll, auch eine längere Pause zwischen den Behandlungen einzuhalten.

Wirkstoffe

  • Purinderivat: Allantoin
  • organische Säuren: Rosmarinsäure
  • Gerbstoffe
  • komplexe Zuckerverbindungen: Schleim-Polysaccharide
  • Pyrrolizidinalkaloide: Symphytin, Lasiocarpin und andere
  • quartärer Aminoalkohol: Cholin