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Beta-Carotin

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Positiv für die Gesundheit, aber nicht im Übermaß

Beta-Carotin wird eine Reihe positiver Wirkungen auf die Gesundheit zugeschrieben. Dennoch besteht keine Notwendigkeit für die erhöhte Aufnahme in Form von Kapseln oder Getränken.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Beta-Carotin bringt Farbe ins Gemüse

Beta-Carotin oder auch Provitamin A ist in der Natur weit verbreitet und gibt Obst- und Gemüsesorten ihre charakteristische gelb-rötliche Farbe. Es ist aber auch in tierischen Lebensmitteln wie Milch, Fleisch und Fetten enthalten. Im Körper wird Beta-Carotin in Vitamin A umgewandelt, das im Stoffwechsel eine wichtige Rolle spielt, z.B. beim Sehvorgang und bei der Reproduktion. Beta-Carotin wird eine Reihe positiver Wirkungen auf die Gesundheit zugeschrieben: Radikalfänger in der Zelle, Schutz vor Krebserkrankungen und Arterienverkalkung.

Achtung Raucher

Raucher sollten mit der Einnahme hoher Mengen Beta-Carotin aber vorsichtig sein: Bei ihnen kann das Lungenkrebsrisiko erhöht sein, wenn eine bestimmte Dosierung an Beta-Carotin, auch aus so genannten „ACE-Säften“, überschritten wird. Beta-Carotin im natürlichen Zellverbund - also in Obst und Gemüse - ist dagegen nicht mit Nebenwirkungen verbunden. Im Gegenteil: eine Ernährung, die reich an Obst und Gemüse ist, liefert neben Vitaminen und Mineralstoffen viele sekundäre Pflanzenstoffe.

Heilwirkung von Beta-Carotin

Mensch und Tier speichern Carotinoide im Fettgewebe. Carotinoide besitzen eine Funktion als Radikalfänger (sie löschen Singulett-Sauerstoff aus) und können so die Zellmembran schützen. Sie hemmen die LDL-Oxidation und verhindern so Gefäßveränderungen, die zu Arterienverkalkung führen können.

Im Folgenden werden die Ergebnisse einiger neuerer Studien aufgeführt.

Bauchspeicheldrüse
Wie in einer klinischen Studie festgestellt wurde, verringert β-Carotin bei Patienten, die durch eine spezielle endoskopische Untersuchungsmethode (ERCP = endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographie) oft an einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) erkranken, den Schweregrad der Erkrankung. Das Auftreten der Krankheit konnte jedoch durch die Einnahme von β-Carotin nicht vermieden werden.

Immunsystem
Wie im Tierexperiment an Mäusen nachgewiesen werden konnte, hat die orale Einnahme von β-Carotin einen anti-allergenen Effekt.

Infektionen
Bei 652 älteren Menschen wurden die Konzentrationen von Carotinoiden im Blut gemessen. Dabei traten Infektionen der Atemwege bei Personen mit hohen Konzentrationen an β-Carotin im Blut seltener auf als bei Personen mit niedrigen β-Carotin- Konzentrationen.

In einer weiteren Studie wurde festgestellt, dass auch bei Kindern mit akuten Infektionen die Konzentration an Carotinoiden geringer ist als bei gesunden Kindern. Auch konnte eine Beziehung von CRP, einem Entzündungsmarker, und β-Carotin -Konzentrationen im Serum festgestellt werden: Bei niedrigem CRP-Spiegel war der β-Carotinspiegel erhöht, und umgekehrt.

Krebserkrankung
Carotinoide können im Reagenzglas die Umwandlung normaler Zellen in Krebszellen verhindern. Möglicherweise spielt dabei die Tatsache eine Rolle, dass Carotinoide die Produktion von Connexinen ankurbeln. Das sind Proteine, die die Kommunikation zwischen den Zellen ermöglichen: dies ist wichtig für Signalaustausch. Krebszellen kommunizieren kaum miteinander. Die Kommunikation zwischen den Zellen ist jedoch wichtig für die Wachstumskontrolle und um die Bildung von Krebszellen zu verhindern.

- Brustkrebs
In einer Studie mit französisch-kanadischen Frauen vor den Wechseljahren, die keine Hormonersatztherapie erhielten und β-Carotin durch Gemüse zu sich nahmen, reduzierte sich das Brustkrebsrisiko um 43 %.

- Darmkrebs
In einer klinischen Studie an Patienten mit Darmkrebs wurde untersucht, wie sich β-Carotin (25 mg pro Tag) auf das Risiko eines Rückfalls auswirkt. Bei den Patienten, die weder rauchten noch Alkohol tranken, war das Risiko eines Rückfalls um 44 % vermindert. Bei den Patienten, die rauchten oder Alkohol tranken, stieg das Rückfallrisiko dagegen an. Bei den Patienten, die rauchten und täglich mehr als ein alkoholisches Getränk zu sich nahmen, verdoppelte sich das Rückfallrisiko sogar.

In einem Experiment wurden Ratten mit geringen oder mit sehr hohen Dosen β-Carotin gefüttert. Anschließend wurde bei ihnen chemisch Darmkrebs ausgelöst. Bei Ratten, die geringe Dosen β-Carotin aufnahmen, wurden im Darm weniger Vorkrebsstadien (präneoplastische Läsionen) festgestellt als bei der Kontrollgruppe. Bei den Ratten mit den hohen Dosen an β-Carotin zeigte sich, dass β-Carotin das Auftreten dieser Veränderungen verstärkte. Der schützende Effekt von β-Carotin hängt offenbar von der korrekten Einnahmedosis ab.

Lungenkrebs
Nach den Ergebnissen von zwei Interventionsstudien erhöht β-Carotin die Gefahr von Lungenkrebs in den Risikogruppen. Es wurde über mehrere Jahre β-Carotin in hohen Dosen (20-30 mg) verabreicht. Die Statistik deckte auf, dass Asbestarbeiter und langjährige starke Raucher dadurch ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko haben. Für Nichtraucher und ehemalige Raucher wurde kein erhöhtes Lungenkrebsrisiko bei hohen β-Carotin-Dosierungen nachgewiesen.

Prostatakrebs
Wie eine groß angelegte Beobachtungsstudie an über 22.000 Ärzten zeigte, führte die Einnahme von β-Carotin zu einem geringeren Auftreten von Prostatakrebs als bei denjenigen, die kein β-Carotin einnahmen. Eine neuere Untersuchung der Food and Drug Administration (FDA) stellt den Zusammenhang aber wieder in Frage: Mit dem Carotinoid Lycopen wurde das Risiko nicht vermindert.

Leber
In einem Tierexperiment wurden Ratten mehrere Wochen mit Alkohol gefüttert. Im Anschluss wurde aus deren Leberzellen eine Zellkultur angelegt. Eine Zugabe von β-Carotin verbesserte die Lebensfähigkeit dieser Zellen.

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Maßgebliche Bewertungskommissionen: Kommission E, ESCOP, HMPC, WHO.

  • Nachtblindheit
  • Vitamin-A-Mangel

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

  • Abwehrschwäche
  • Arteriosklerose, Vorbeugung
  • Krebserkrankungen, vorbeugend (gilt nicht für starke Raucher!)
  • Makuladegeneration

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

Die Hinweise aus traditioneller Anwendung oder Laborversuchen sind zu wenig überzeugend und gehen über einen experimentellen Status nicht hinaus. Es gibt bisher keine korrekten oder positiven klinischen Studien.

Praktische Anwendung: Produkte & Tagesbedarf

In Deutschland besteht keine Notwendigkeit für den Zusatz von β-Carotin, da die Vitamin-A-Versorgung mehr als ausreichend ist.

Aus Sicherheitsgründen sollte nicht mehr als 2 mg β-Carotin/Tag aufgenommen werden. Nahrungsergänzungsmittel (z.B. in Form von Kapseln), die zu einer Aufnahme von 10 bis 20 mg/Tag und mehr führen können, sollten vermieden werden. Dies gilt auch für so genannte „ACE“-Getränke, die zum Teil 36 mg zugesetztes β-Carotin je Liter enthalten.

Völlig unbedenklich ist dagegen die Aufnahme von β-Carotin aus Obst und Gemüse. Experten sprechen sich ausdrücklich dafür aus, viel Obst und Gemüse zu verzehren, um den täglichen Vitaminbedarf zu decken. Auch die Aufnahme kleiner, als Lebensmittelzusatzstoff verwendeter β-Carotin -Mengen (unter 1-2 mg/Tag) stellen keine Gesundheitsgefährdung dar.

In manchen Gemüsesorten sind zwar auch größere Mengen β-Carotin enthalten, diese sind aber eher gesundheitsfördernd. Dies kann daran liegen, dass Wechselwirkungen mit anderen Substanzen im Zellverbund von Gemüse wesentlich die gesundheitliche Wirkung von Gemüse und daraus hergestellten Produkten bestimmen.

Wirkstoffe

β-Carotin und die anderen Carotine (α- und γ-(gamma-)Carotin) gehören zu der Gruppe der Carotinoide (Polyenfarbstoffe), welche wiederum zur Gruppe der Terpene gehören. Die Carotinoide sind gelbe und rote Farbstoffe, die im Pflanzen- und Tierreich weit verbreitet sind. Carotine sind ungesättigte Kohlenwasserstoffverbindungen mit 9 konjugierten trans-Doppelbindungen und 4 Methylverzweigungen. β-Carotin enthält an den beiden Enden jeweils einen β-Iononring. Da β-Carotin im tierischen Organismus enzymatisch in 2 Moleküle Vitamin A (Retinol) gespalten wird, bezeichnet man es auch als Provitamin A.