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Birke

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Birke zur Durchspültherapie

Egal ob Gicht, Rheuma oder Harnwegserkrankungen - eine Durchspültherapie mit Birke ist in jedem dieser Fälle hilfreich!

Von: PhytoDoc-Redaktion

Der Baum der Jugend und der Freude

Wenn die Natur nach einem langen Winterschlaf wieder auflebt, ist es die Birke (Betula pendula), die mit ihren zart-grünen Blättern und ihrer leuchtenden, weißlich-grauen Rinde die ersten Frühlingsgrüße sendet. Die medizinische Wirkung der Birke ist ebenso belebend und erfrischend. So hat der Laubbaum eine blutreinigende Wirkung und wird daher bei der Behandlung von Gicht und Rheuma unterstützend eingesetzt. Er wird nicht umsonst als Baum der Jugend bezeichnet.

Da die Birkenblätter durch die in ihnen enthaltenen Flavonoide eine entwässernde Wirkung aufweisen, verwendet man sie vor allem bei der Behandlung von entzündlichen und bakteriellen Harnwegserkrankungen sowie bei Nierengrieß. Präparate aus der Birke sind in den vielfältigsten Formen erhältlich: So gibt es getrocknete Blätter zur Teezubereitung und auch fertige Teemischungen in Kombination mit anderen Heilpflanzen. Auch Birkenteer und Rindenextrakte werden gegen Hauterkrankungen vertrieben.

Wogegen hilft Birke?

Allgemein anerkannt ist die Verwendung von Birkentee zur Durchspültherapie zur Förderung der Harnbildung bei bakteriellen und entzündlichen Erkrankungen der Harnwege. Die vermehrte Harnbildung stimuliert insgesamt die Ausscheidung von Bakterien und Abfallstoffen, weswegen die Volksmedizin Birkentee zur „Blutreinigung“ bei Gicht und Rheuma einsetzt. Laborversuche zeigen aber nur eine geringe entzündungshemmende Wirkung.

Die Verwendung von Birkenwasser zur Körperpflege und als Haarwuchsmittel hat ausschließlich traditionelle Gründe. Aktinische Keratose (Verhornungsstörung der Haut durch starke UV Belastung, die zu Krebs führen kann) und Schuppenflechte wurden durch ein Präparat in einer Studie mit einem Extrakt aus dem Kork der Birke positiv beeinflusst.

Mit dem Teer der Birke behandelte man Hautkrankheiten und Parasiten. Wegen der reizenden Wirkung und möglicher Mutagenität (Erbgutschädigung) ist hiervon eher abzuraten.

Heilwirkung von Birke

Harntreibend, entwässernd

Die harntreibende Wirkung von Birkenblättern wird auf die Flavonoide zurückgeführt und wurde in Tierversuchen bestätigt. Beim Menschen wurde nur bei der Hälfte der Probanden eine vermehrte Harnproduktion festgestellt. Diskutiert wird außerdem eine vermehrte Ausscheidung von harnsauren Salzen (Gicht!), was aber nicht gesichert ist.

Durchspültherapie

Bei Harnleiter- und Blasenentzündung soll viel getrunken werden, um die Erreger schneller auszuscheiden. Wegen ihrer entwässernden Wirkung ist hier der Zusatz von Birkenblättern sinnvoll. Cranberry und Bärentraube, die das natürliche Antibiotikum Arbutin als Wirkstoff enthalten, wirken gegen diese Infektionen jedoch deutlich stärker.

Die erhöhte Urinausscheidung verhindert außerdem die Bildung von Nieren- und Blasensteinen. Die Durchspültherapie wird außerdem bei Gicht und Rheuma und zur Blutreinigung eingesetzt.

Hautleiden

Durch trockene Destillation der Rinde erhält man eine ölige Substanz auch als Birkenteeröl, Birkenöl, Birkenrindenteer, Birkenrindenteeröl oder Birkenteer bezeichnet. Er wird äußerlich aufgetragen bei Hautkrankheiten wie Hautjucken, Akne und Ekzemen sowie Schuppenflechte und anderen Hautleiden (trockenen Flechten und Dermatosen). Birkenteer soll außerdem die Öffnung von Abszessen beschleunigen. Allerdings ist dieses Produkt reizend und sollte wie alle Teerpräparate nur sparsam genutzt werden. Nicht bei überempfindlicher Haut oder an empfindlichen Stellen anwenden!

Früher wurden mit damit Haut-Parasiten wie Krätze vertrieben. Bei Tieren behandelte man Räude und Würmer damit.

Auch der Sud der abgekochten Birkenknospen fand Anwendung bei Ekzemen.

Birkenblättertee hilft traditionellen Berichten nach bei Haarausfall und Schuppenbildung. Der Saft der Birke wird auch heute noch bei Pflege von Haut und Haaren eingesetzt. Er soll den Haarwuchs fördern.

Ebenso nutzte man eine Abkochung der Rinde oder Birkenkorkextrakt bei Hautkrankheiten und Hautausschlägen. Der Überlieferung nach soll Rindenextrakt auch gegen Fußschweiß und Abszesse geeignet sein. Laborversuche haben verschiedenste Eigenschaften von Rindenextrakten belegt: antimikrobielle (antivirale, antibakterielle, antimykotische), entzündungshemmende und zellteilungshemmende Aktivitäten. Zu diesen Anwendungsgebieten liegen jedoch keine Studien am Menschen vor.

Birkenkorkextrakt fördert nach klinischen Studien das Abklingen einer aktinischen Keratose (Verhornungsstörung der Haut durch häufige und/oder starke UV Belastung). Er wird auch gegen Schuppenflechte eingesetzt.

Entzündungshemmende Wirkung

Im Tierversuch wurde mit dem Extrakt aus den Blättern eine fiebersenkende Wirkung beobachtet. Birkensaft wirkte auch leicht entzündungshemmend.

Birkenteer wird bei Rheuma eingesetzt. Auch diese Wirkung ist nicht wissenschaftlich belegt.

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Für diese Anwendungsgebiete liegen eindeutige klinische Studien vor, um von einer Wirksamkeit auszugehen. Die Wirksamkeit wurde von mindestens einer der maßgeblichen Bewertungskommissionen (Kommission E/ESCOP/HMPC/WHO) verbindlich festgestellt.

  • Harnwege: Durchspülungstherapie bei bakteriellen und entzündlichen Erkrankungen der Harnwege (Tee, Frischpflanzensäfte)
  • Nierengrieß (Tee, Frischpflanzensäfte)
  • rheumatische Beschwerden, unterstützende Behandlung (Tee, Frischpflanzensäfte)

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

Es liegen zahlreiche Hinweise aus einer langen Anwendungstradition in der Volksmedizin und in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde vor, die eine Wirksamkeit annehmen lassen. Dennoch sind bisher nicht alle Kriterien erfüllt, die für eine volle Beweiskraft notwendig sind. Falls es klinische Studien gibt, haben die Ergebnisse nicht zweifelsfrei überzeugt.

  • aktinische Keratose (Vorstufe von weißem Hautkrebs; Rindenextrakt)
  • Ödeme: Entwässerung (nicht bei Nierenschäden und Herzleiden; Blätter)
  • Psoriasis (Rindenextrakt)

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

Die Hinweise aus traditioneller Anwendung oder Laborversuchen sind zu wenig überzeugend und gehen über einen experimentellen Status nicht hinaus. Es gibt bisher keine korrekten oder positiven klinischen Studien.

  • Blasensteine, Vorbeugung (Blätter)
  • Fußschweiß (tradtitionell, Blätter)
  • Hautleiden: Hautjucken, Akne und Ekzeme, trockene Flechten, Dermatosen, Hautausschläge, Haarschuppen, Abszesse (Teer)
  • Haarausfall, Förderung von Haarwuchs (tradtitionell, Blätter)
  • Gicht und zur Blutreinigung (Blätter)

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Vertrieben werden verschiedenste Birkenprodukte: getrocknete Blätter, Trockenextrakte, Birkensaft, Frischpflanzenpresssaft und der Birkenteer.

Dosierung

Durchspültherapie
Tee: 2–3 g getrocknete Blätter, mit kochendem Wasser übergießen und 10-15 Minuten ziehen lassen, mehrmals täglich trinken (insgesamt 6-10 g); Tinkturen und Extrakte in entsprechender Dosierung.

Die Tagesdosis sollte 150-200 mg Gesamtflavonoide enthalten.

Birkensaft: 10 ml pro Tag

Begleitend dazu sollten mindestens 2 l Flüssigkeit pro Tag getrunken werden.

Hautkrankheiten:
Birkenkorkextrakt (4-5% Trockenextrakt): 2 x täglich dünn auftragen.

Wirkstoffe

  • Flavan-Verbindungen (Rinde, Blätter): Gerbstoffe, insbesondere Proanthocyanidine;
  • Flavon-Verbindungen (Blätter): 2 bis 3% Flavonoide, vorzugsweise Flavonolglykoside
  • Terpene: Triterpene (Rinde): Betulin, Lupeol, Betulinsäure, Betulinaldehyd, monocyclische Sesquiterpenen; Triterpen-Saponine (Blätter):
  • Phytosterin (Rinde): β-Sitosterin
  • Säuren (Rinde): Phenolcarbonsäuren, u. a. Benzoe-, Salicyl- und Vanillinsäure, langkettige Fettsäuren wie Behen-, Phellon-, Phellogensäure; Saft: Zitronen- und Äpfelsäure und andere
  • phenolische Verbindungen (im Birkenrindenteer): Phenole wie Guajakol, Kresol, Brenzcatechin , Pyrogallol, Phenol, 5-Propyl- und 5-Methylpyrogalloldimethylether
  • Zucker (Birkensaft): Saccharose, Glucose, Fructose und Arabinose
  • Ätherisches Öl, Harze (Rinde)

Die medizinische Wirkung von Birkenblättern wird vorwiegend den Flavonoidglykosiden (2–3% des Trockengewichts) und den Saponinen zugeschrieben.