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Steckbrief von Chlorella

Chlorella – die grüne Revolution

Wer ein Aquarium besitzt, hat vielleicht schon Bekanntschaft mit Chlorella gemacht: Die Alge vermehrt sich – wie viele andere Mikroalgen auch – bei hohem Phosphat- und Stickstoffgehalt prächtig und trübt das Wasser. Auch in Seen löst eine Überdüngung durch Abwasserbelastung häufig diese „Algenblüte“ aus. Dabei hat Chlorella noch einen weiteren Überlebenstrick: Sie nutzt Nährstoffe wie Glukose aus dem Abwasser. In diesem Fall kann die Mikroalge sogar auf das Licht im trüben Wasser verzichten. Die Alge ist eben für diverse Verhältnisse perfekt ausgestattet.

Aussehen und Herkunft

Aus einem Nachteil wird ein Vorteil, wenn man es zu nutzen weiß…

Diese Tatsache lässt sich durchaus gewinnbringend einsetzen. Findige Köpfe planen Herstellung von Biomasse oder Abwasserreinigung mit Chlorella. In der Tat gibt es die Möglichkeit, die Fette der Alge – im Optimum 18-39 % der Trockenmasse – als Biodiesel aufzuarbeiten. Darüber hinaus steht die Biogasproduktion in Diskussion. Gedüngt werden kann Chlorella mit Abfällen der Nahrungsmittelherstellung. Das Material könnte darüber hinaus zu Futterzwecken in der Tierzucht oder als Dünger in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Allerdings muss man dann sicherstellen, dass keine Giftstoffe und Schwermetalle in den Kreislauf gelangen. Bei einer wachsenden Weltbevölkerung werden wir vermutlich irgendwann auf die urtümliche Alge als Nahrungsmittel zurückgreifen.

Vorläufer der Pflanzen

Chlorella ist eine mikroskopisch kleine, einzellige Alge aus dem Unterreich der Grünalgen (Chlorophyta, Fam. Chlorellaceae). Sie gehört zu den einfachsten einzelligen Organismen, aus denen sich die höheren Pflanzen entwickelt haben. Sie besteht aus einem Kern, Chloroplasten, Mitochondrien und einer Zellwand. Die Form ist kugelig und hat einen Durchmesser von 2-10 µm (0,002-0,01 mm). Bei der Zellteilung entstehen in der Mutterzelle 8 Tochterzellen, die nach Auflösung der Zellwand freigesetzt werden. Ansonsten hat die Zelle wenig morphologische Merkmale. Das hat dazu geführt, dass man in neuerer Zeit die Verwandtschaft dieser kleinen Kugelalge neu ordnen musste.

Verwendete Teile

Chlorella ist leicht zu kultivieren und hat eine sehr hohe Vermehrungsrate. Getrocknet besteht sie etwa zu 50 % aus Protein, 20 % Polysaccharid, 9 % Fett (davon sind 89 % ungesättigte Fettsäuren) und 3 % Chlorophyll. Daneben enthält die Mikroalge Vitamine und Mineralstoffe. Klinisch eingesetzt werden unterschiedliche Extrakte aus Chlorella (fett- oder wasserlösliche Bestandteile). Die Alge kann verwendet werden, um Nahrungsergänzungsmittel wie Carotinoide herzustellen.

Herkunft

Chlorella wird speziell für die Herstellung von „functional Food“ in Aquakulturen überall auf der Welt kultiviert. Die geschätzte Jahresproduktion liegt bei 2000 t/Jahr. Besonders beliebt ist die Alge in Ländern, in denen seit langer Zeit Algen auf dem Speisezettel stehen, wie Korea, Japan und Taiwan.

Verwechslungen und andere Arten

Chlorella ist sehr arm an Merkmalen, daher gab es im Laufe der Zeit einige Irrtümer. Unter der Bezeichnung Chlorella pyrenoidosa wurden verschiedene Algen, teils von der Gattung Chlorella, teils andere Algen (der Gattung Scenedesmus) geführt. Bei der Alge Chlorella protothecoides werden einige Stämme Chlorella vulgaris zugerechnet, andere als eigene Art geführt.

Neben Chlorella verwendet wurden in Studien Chlorella zofingiensis, Chlorella stigmatophora, Chlorella pyrenoidosa und Chlorella regularis. Letztere kann vermehrt die Aminosäure Arginin speichern, sofern sie unter speziellen Bedingungen kultiviert wird. Chlorella zofingiensis und Chlorella protothecoides sind besonders reich an dem Carotinoid Astaxanthin.

Gewinnung

Die Alge Chlorella wird in Frischwasserbecken im Freien, oder – in gemäßigten Klimazonen – in geschlossenen Röhrensystemen unter optimierten Bedingungen kultiviert.

Geerntet wird durch Zentrifugation. Zur Trocknung stehen verschiedene Verfahren zur Auswahl: Sonnentrocknung, Sprühtrocknung heiß und Kalttrocknung unter Schutzgas. Das Pulver wird zu Tabletten gepresst. Chlorella vulgaris-Trockenmasse enthält etwa 66 % pflanzliches Eiweiß, 15 % Kohlenhydrate und 11 % Fett.

Alternativ wird die Alge extrahiert: Beim Heißwasserextrakt erhitzt man kurz und trennt durch Zentrifugation die unlöslichen Bestandteile ab. Der Überstand wird gefriergetrocknet. Dieser Extrakt enthält nur mehr 8 % Eiweiß, 20 % Kohlenhydrate und auch weniger Fett (0,5 %), dafür höhere Mengen an Nukleinsäuren (DNA und RNA). Auch die unlöslichen Ballaststoffe (Zellwände) sind nicht enthalten.

Achtung: Je nach Kulturbedingungen schwanken die Inhaltsstoffe erheblich, außerdem ist eine Belastung mit Schwermetallen und anderen Giften möglich. Man sollte auf gute Qualität achten, wie etwa eine Qualitätsgarantie des Herstellers.

Quellen/Weitere Informationen

Quellen