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Chondroitinsulfat

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Chondroitinsulfat: Knorpel versorgt Knorpel

Wie sieht die aktuelle Studienlage zur Wirkungsweise aus?

Von: PhytoDoc-Redaktion

Wogegen hilft Chondroitinsulfat?

Chondroitinsulfat: das letzte Wort ist noch nicht gesprochen

Verschiedene Studien konnten eine positive Tendenz bei Knorpelerkrankungen feststellen, dennoch sind die Effekte klein und klinisch kaum relevant. Glucosamin wirkt schwach, Chondroitinsulfat war noch etwas schwächer. Auch die Kombination beider Stoffe (Chondoritinsulfat plus Glucosamin) erbrachte keinen Vorteil.

Die größte bisher verfügbare Studie welche mehrere Untersuchungen mit insgesamt ca. 4000 Patienten vergleichend auswertet, kommt zu dem Schluss, dass Chondoritinsulfat keine Wirkung hat. Bemängelt wird, dass viele ältere Studien – die positiv ausfielen – nicht korrekt durchgeführt wurden. Desweiteren dürfte sowohl die Herkunft des Chondroitinsulfats, als auch die Aufarbeitung erheblichen Einfluss auf die Wirkung haben. Da so viele Dinge ungeklärt sind, wird in den offiziellen Therapieleitlinen Chondroitinsulfat nicht als Maßnahme empfohlen. Einige Abteilungen, vor allem im Bereich Sportmedizin, sprechen sich dennoch für die Einnahme aus. Nach Erfahrungen im ärztlichen Alltag gebe es bei einem Teil der Patienten positive Wirkungen, wenn das Präparat lange genug eingenommen wird.

Außerdem dürften die Schmerzen deutlich langsamer auf die Therapie ansprechen als der Knorpelverlust selbst. Genau dies wird verschleiert, wenn man nur die Beschwerden aufzeichnet. Auch die Röntgenuntersuchungen des Gelenks lassen den Zustand des Knorpels nicht genau beurteilen. Die wesentlich modernere Magnetresonanztomographie liefert ein besseres Bild. Nach einer neueren Studie mit dieser Methode ist der Knopelverlust nach 6 Monaten Therapie verlangsamt und nach einem Jahr sei ein Gewinn an Korpelmasse messbar. Die Bewertung von Chondoritinsulfat für die Therapie muss wohl unter diesen Aspekten neu bestimmt werden.

Heilwirkung von Chondroitinsulfat

Alternativen gesucht
Für Osteoarthritis gibt es bisher wenig gute Langzeitstrategien, die darüber hinaus auch nur eine begrenzte Wirkung haben. Die konventionelle Therapie bei Osteoarthritis besteht in der Gabe von verschiedenen Entzündungshemmern (NSAR: Nicht-Steroidale-Anti-Rheumatika) mit problematischem Nebenwirkungsprofil. NSAR werden von den meisten Patienten (etwa 80%) nach etwa einem Jahr abgesetzt, entweder, weil die Behandlung keinen Effekt mehr zeigt, oder weil die Nebenwirkungen das tolerierbare Maß überschreiten.
Alternative Verfahren sind mehr als wünschenswert. Man hat daher beträchtliche Hoffnungen in eine Verbesserung der Knorpelernährung durch Nahrungsergänzungsstoffe gesetzt. Dazu verwendet man verschiedene Bausteine, aus denen Knorpel oder Schmierflüssigkeit aufgebaut sind: Hyaluronsäure, Chondroitinsulfat und Glucosamin.

Knorpelernährung verbessern
Die Bruchstücke des Chondroitinsulfat finden ihren Weg in die Gelenke. Einer der ersten auftretenden Effekte ist eine Änderung der Schmierfähigkeit („Viskosität“) der Gelenkflüssigkeit. Gelenkstrukturen werden durch diese Substanz ernährt. Abbauende Prozesse werden verlangsamt, so dass der Masseverlust insgesamt langsamer wird.

Dennoch ist zu bedenken, dass der Knorpel nicht durchblutet ist. Die Zellen im Knorpel -sie machen nur 1-5% der Knorpelmasse aus - werden daher nur durch die Stoffe versorgt, die langsam durch den Knorpel diffundieren. Die logische Folgerung daraus ist, dass der Knorpelstoffwechsel sehr träge ist. Größere Schäden kann der Knorpel nicht regenerieren! Folglich müsste man den Schäden durch eine gute Knorpelversorgung vorbeugen und nicht erst dann tätig werden, wenn der Schaden bereits eingetreten ist.

Neben der Knorpelernährung hat Chondroitin noch einen weiteren Effekt, den man anfangs gar nicht vermutet hätte: Er reduziert den entzündlichen Stoffwechsel im Gelenk, indem es bestimmte Botenstoffe vermindert. Davon profitieren nicht nur der Knorpel, sondern auch die Gelenkhaut und der dem Knorpel anschließende Knochen.

Sind die Effekte in der Praxis ausreichend?
Die Frage, die sich aber stellt ist, ob diese Effekte in der Realität groß genug sind, um die Beschwerden wirksam und schnell zu bekämpfen. Die Antwort ist nein. Große und schnelle Änderungen darf man nicht erwarten.
Zwar ließen die Studien anfänglich vermuten, dass Chondroitinsulfat das Fortschreiten von Gelenkerkrankungen verlangsamt, die Rede war auch von vermindertem Schmerz, Zunahme der Gehzeit, sinkendem Verbrauch von Schmerzmitteln und besserer Gelenkbeweglichkeit. Einige Studien fanden sogar einen langsamen Aufbau der Knorpelsubstanz. Zwei große Analysen, die die vorhandenen Studien kritisch aufarbeiten und bewerten, kommen jedoch zu dem Schluss, dass die Wirkstärke in der Praxis eher gering ist und bestenfalls eine leicht positive Tendenz auftritt.

Entzündliche Erkrankungen: Schuppenflechte
Zufällig fand man, dass Chondroitinsulfat bei Osteoarthritispatienten eine Schuppenflechte an den Händen dramatisch verbesserte. Auch die Haut enthält Chondroitinsulfat und der Bedarf daran ist bei Personen mit Schuppenflechte besonders hoch.

Desweiteren hegt man Hoffnungen, dass Chondroitinsulfat bei entzündlichen Darmkrankheiten positiv wirken könnte. Dies zeigte zumindest ein Tierversuch an Ratten. Genauere Studien am Menschen bleiben aber abzuwarten.

Blasenentzündung
Die Blasenwand ist innerlich teppichartig mit Zuckerketten ausgekleidet. Sie schützen die Schleimhaut vor Angriffen und Reizungen verschiedenster Art. Eine Verletzung der Schutzschicht äußert sich mit typischen Reizsymptomen einer Blasenentzündung: Harndrang, häufiges Wasserlassen und Schmerzen. Hyaluron und Chondroitinsulfat konnten hier eine eindeutige Besserung bewirken. Sie wurden als Lösung über einen Katheter in die Blase gespritzt. Harnwegsinfekte zum Beispiel gingen daraufhin um 77% zurück. Auch bei strahlenbedingter Entzündung, überaktiver Blase und interstitieller Zystitis war das Verfahren anderen Therapien überlegen. Die vorläufigen Ergebnisse waren sehr ermutigend, dennoch fehlen noch kontrollierte Studien.

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Maßgebliche Bewertungskommissionen: Kommission E, ESCOP, HMPC, WHO.

Für diese Anwendungsgebiete liegen eindeutige klinische Studien vor, um von einer Wirksamkeit auszugehen. Die Wirksamkeit wurde von mindestens einer der maßgeblichen Bewertungskommissionen (Kommission E/ESCOP/HMPC/WHO) verbindlich festgestellt.

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

  • Arthrose, Gelenkverschleiß
  • Arthritis, entzündliche Gelenkerkrankung

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

  • Blasenleiden (überaktive Blase, Blasenentzündung, chronische Harnwegsinfekte)
  • entzündliche Darmerkrankungen, Morbus Crohn
  • Schuppenflechte

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Dosierung

200 bis 400 mg Chondroitinsulfat zwei bis drei Mal täglich

Wirkstoffe

Chondroitinsulfat: sulfatierte oder unsulfatierte Zuckereinheiten (D-Glucuronsäure und N-Acetylgalactosamin).

Chondroitinsulfat A (Chondroitin-4-sulfat), Chondroitinsulfat C (Chondroitin-6-sulfat) und Chondroitinsulfat B (Dermatansulfat = β-Heparin) sind in unterschiedlichen Mengenverhältnissen enthalten.