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Damiana

Die Damiana hat kleine gelbe Blüten.

Damiana: Ritual- und Heilpflanze aus Mexiko

In der modernen Phytotherapie steht die stärkende & entspannende Wirkung im Vordergrund. Vielleicht kann die Pflanze mehr. Im Ursprungsland Mexiko gilt Damiana auch als Heilmittel gegen sexuelle Unlust und soll die Libido steigern.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Damiana kompakt: Die wichtigsten Fakten

Der Strauch Damiana (Damiana diffusa) ist in den tropischen Gebieten Mittel- und Südamerikas beheimatet. 

Traditionell wird die Damiana bei Infektionskrankheiten der Atmungs- und Verdauungsorgane eingesetzt, aber auch bei Erkrankungen der weiblichen und männlichen Geschlechtsorgane. In der Phytotherapie und der Homöopathie werden die Inhaltsstoffe der Pflanze als Stärkungsmittel genutzt, um gegen körperliche und geistige Schwächephasen entgegenzuwirken. 

Behandelt werden mit Damiana u. a. Erschöpfungszustände, Stress und Übermüdung. Dabei wirkt Damiana stärkend, stimmungsaufhellend, angstlösend und entspannend. Eine stimulierende und aphrodisierende Wirkung wurde der Damiana in der Kultur der Mayas nachgesagt; in Tierversuchen konnten Anzeichen dafür inzwischen auch belegt werden. Zur Herstellung von pharmazeutischen Produkten dienen die Blätter der Damiana. Die Darreichungsform reicht von Tabletten über Tees, hin zum Extrakt oder Tinktur.

Wie gut hilft Damiana?

Damiana wird seit langer Zeit zur Behandlung von Infektionskrankheiten sowie als sexuelles Stimulans verwendet. In der modernen Phytotherapie steht die stärkende, stimmungsaufhellende sowie entspannende Wirkung im Vordergrund. In der Homöopathie ist Damiana bei körperlichen und geistigen Erschöpfungszuständen, Überarbeitung, nachlassender Leistungsfähigkeit und Stress sowie bei sexueller Schwäche und Regelstörungen gebräuchlich. 

Es liegen einige Tier- und Laborversuche zu Damiana vor, genauere Studien am Menschen fehlen noch. Aus diesem Grund gibt es auch nur wenig Informationen über Nebenwirkungen von Damiana.

Alle Anwendungen im Überblick, sortiert nach Wirksamkeit

Hinweis: die möglichen Anwendungsgebiete (Indikationen) sind drei verschiedenen Kategorien zugeordnet, je nach Studienlage.

Eine ausführliche Definition erhalten Sie, wenn Sie mit der Maus über die jeweiligen Blätter fahren.

Gesicherte Wirksamkeit
  • keine
Wirksamkeit laut Erfahrungsheilkunde
  • Aphrodisiakum (traditionell): Impotenz, sexuelle Lustlosigkeit, sexuelle Schwäche, erotische Stimulation, einer Verstärkung erotischer Gefühle und der Hautsensibilität
  • depressive Verstimmung, Niedergeschlagenheit, Stimmungsschwankungen (traditionell)
  • Nervosität, Stress, nervöse Beschwerden
  • Schwäche, Müdigkeit, Leistungsschwäche, körperliche und geistige Erschöpfungszustände, Überarbeitung, nachlassende Leistungsfähigkeit
  • Schlafstörungen
Bisher keine Beweise zur Wirksamkeit, aber Potenzial
  • AsthmaHusten, Krampfhusten (traditionell)
  • Erkältungen, Infektionskrankheiten (traditionell)
  • Erkrankungen der Blutgefäße (traditionell)
  • Förderung der Entwässerung (Diuretikum, traditionell)
  • Konzentrationsschwäche
  • Menstruationsschmerzen, Regelstörungen, Bauchschmerzen, Verspannungen
  • Verspannungen

Heilwirkung von Damiana

Damiana gilt in der modernen Phytotherapie als Stärkungsmittel aller Arten von Schwäche (körperliche und geistige Erschöpfungszustände, Stress, Übermüdung, Überarbeitung, sexuelle Schwäche). Es liegen nur traditionelle Erfahrungswerte vor.

Entspannend, angstlösend, stimmungsaufhellend

Im Tierversuch ist ein angstlösender Effekt gezeigt worden, allerdings nicht im wässrigen Auszug. Nur Präparate, die mit dem Lösungsmittel Methanol hergestellt worden waren, zeigten diese Eigenschaft. Auch beim Menschen soll eine leichte Euphorie – wie nach dem Konsum von Marihuana – auftreten. Man setzt Damiana zur Förderung der Entspannung bei schmerzhaften Menstruationsstörungen sowie Prostataproblemen ein, des Weiteren bei Verspannungen, Nervosität und Schlaflosigkeit. Studien liegen nicht vor.

Das ätherische Öl aus der Pflanze wird in der Aromatherapie zur Stimmungsaufhellung genutzt.

Aphrodisiakum

Damiana wirkt nach der Überlieferung stimulierend und aphrodisierend und wird zur Vorbeugung und Behandlung von sexuellen Störungen, Libidoverlust und Impotenz eingesetzt. In der Kultur der Mayas galt Damiana als Aphrodisiakum. Die Pflanze stimuliert vermutlich erotische Gefühle, Euphorie sowie die Sensibilität der Haut. Eventuell wird außerdem die Durchblutung im Unterleib verstärkt. Daten hierzu fehlen aber.

Auch die Homöopathie nutzt die aphrodisierende Wirkung und setzt Damiana gegen Frigidität ein. Für eine traditionelle Anwendung von Damianawurzel als Aphrodisiakum fehlen wissenschaftliche Belege am Menschen. Im Tierversuch jedoch stimulierte Damiana die sexuelle Aktivität von männlichen Ratten und verkürzt das Intervall bis zur nächsten Ejakulation. Auch sexuell träge/impotente Ratten aktivierte der Flüssigextrakt. Daneben entspannte ein Extrakt aus Damiana die Schwellkörpermuskulatur bei Meerschweinchen, so dass eine Erektion gefördert wird.

Infektionskrankheiten

In Mexiko werden mehrere Arten der Gattung Turnera gegen entzündliche Krankheiten oder Erkrankungen der Blutgefäße verwendet. Auch behandelt man mit Damiana Erkältungen, Infektionskrankheiten der Atmungs- und Verdauungsorgane. Damiana ist ein traditionelles Mittel gegen Erkrankungen der weiblichen und männlichen Geschlechtsorgane inklusive Nieren- und Blasenkatarrhe.

Der Inhaltsstoff Arbutin ist als diuretische und die Harnwege desinfizierende Substanz vor allem aus Ericaceen-Pflanzen bekannt; allerdings ist die Konzentrationen dieses Stoffes in Damiana für eine therapeutische Wirkung eventuell zu gering.

Die verwandte Pflanze Turnera ulmifolia ist nicht nur antibiotisch wirksam, sie kann auch die Aktivität einiger chemischer Antibiotika verstärken. Dies ist insbesondere dann von Interesse, wenn die Keime gegen das chemische Mittel bereits sehr unempfindlich geworden sind.

Verdauung

Damiana soll bei Appetitlosigkeit helfen, die Verdauungsorgane stärken und Bauchschmerzen lindern. In der Tat wirkt Damiana auch auf die glatte Muskulatur der inneren Organe entspannend. Außerdem dürfte auch eine antibakterielle Wirkung die Ausheilung von Magen-Darmbeschwerden unterstützen. In einem Laborversuch hat man eine hemmende Wirkung auf Bakterien festgestellt, die Magen-Darmbeschwerden verursachen.

Versuche gibt es nur für Turnera ulmifolia. Hier hatte eine Zubereitung im Tierversuch eine entzündungshemmende Wirkung im Magen-Darmtrakt. Auch die Bildung von Magengeschwüren wurde im Tierversuch gehemmt. Dazu waren allerdings erhebliche Mengen an Trockenextrakt notwendig. Die Wirkung wird auf die antioxidativ wirkenden Komponenten zurückgeführt.

Vermutlich hat ein wässriger Auszug aus dem Kraut auch eine blutzuckersenkende Wirkung. Dazu liegen jedoch nur Versuche an Mäusen und Kaninchen vor. Für alkoholische Extrakte konnte diese Aktivität nicht bestätigt werden.

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

In der Apotheke gibt es Damiana als standardisiertes, pflanzliches Arzneimittel. Bei homöopathischen Komplexmitteln wird Damiana häufig mit anderen, ähnlich wirkenden Stoffen gemischt. Zum Einsatz kommen alkoholische Extrakte, ätherische Öle, Tinkturen und Tees. In den Heimatländern aromatisiert man auch Likör mit den Blättern oder raucht die Blätter direkt.

Vom alkoholischen Trockenextrakt zur Tablette

Bei der Zubereitung der konzentrierten Inhaltsstoffe mischt man die zerkleinerten Damiana-Blätter mit hoch konzentriertem Alkohol. Auf diese Weise lassen sich die Wirkstoffe extrahieren. Nachdem das Lösungsmittel verdunstet ist, bleiben die trockenen Bestandteile („Trockenextrakt“). Sie werden mit Hilfs- und Trägerstoffen zu Tabletten verarbeitet.

Dosierung

Je eine Filmtablette mit Damiana wird unzerkaut, 3 x täglich mit einem Glas Wasser geschluckt. Die Wirkung entfaltet sich erst, wenn die Präparate über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Nach etwa 2 Wochen wäre eine erste Wirkung zu erwarten. Empfehlenswert ist die Anwendung für mindestens 4 Wochen bis zu einer Maximalzeit von 8 Wochen. Die Präparate sind nur für Erwachsene getestet und sollten nicht von Jugendlichen unter 18 Jahren eingenommen werden.

Hausmittel: Damiana als Tee

In Mexiko trinkt man einen Aufguss aus Damianablättern wie gewöhnlichen schwarzen Tee.

Für den Tee: 2–4 g getrocknete Pflanze mit heißem Wasser (ca.150 ml) aufbrühen und 5–10 Minuten ziehen lassen, abseihen. Davon über einen längeren Zeitraum dreimal täglich trinken.

Was wirkt besser: Tee oder Tablette?

Da die Tabletten konzentrierten und standardisierten Damiana-Trockenextrakt enthalten und ferner mit dem Lösungsmittel Alkohol unter kontrollierten Bedingungen hergestellt werden, darf man von einer verlässlicheren Wirkung ausgehen.

Wirkstoffe

  • cyanogenes Glykosid: Tetraphyllin B
  • Hydrochinonglycosid: 0,7% Arbutin
  • ätherisches Öl: Monoterpene und Sesquiterpene enthält (darunter α-Pinen, β-Pinen, Calamen, α-Copaen, δ-Cadinen, Thymol und möglicherweise auch 1,8-Cineol und p-Cymen).
  • Flavonoide: Gonzalitosin I
  • Phytosterol: β-Sitosterol
  • sonstiges: Gummen, Gerb- und Bitterstoffe, Phytosterole und Harze, phenolische Verbindungen 

Weitere Informationen über Aussehen, Herkunft und Gewinnung finden Sie im Damiana Steckbrief.