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Eisenhut

© C. Heyer/PhytoDoc

Blauer Eisenhut - Achtung giftig!

Blauer Eisenhut (Aconitum napellus) wird bei Schmerzen, Fieber, Neuralgien und Entzündungen eingesetzt.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Der Blaue Eisenhut (Aconitum napellus) ist in Bergregionen Mittel- und Westeuropas beheimatet. Stark verankert ist er darüber hinaus in der indischen und chinesischen Kulturmedizin. Laut dieser wird der Blaue Eisenhut zur äußerlichen Anwendungen bei Schmerzen, insbesondere Rückenschmerzen, Fieber, Neuralgien und Entzündungen eingesetzt. Nur die Wirksamkeit im Behandlungsbereich der neuralgischen Beschwerden ist durch die Kommission E bestätigt. Bei Nervenschmerzen im Gesicht sowie fieberhaften und entzündlichen Erkrankungen, akuten Herzproblemen und Angstzuständen kommt eine sehr geringe Dosis des Inhaltsstoffes Aconitin zum Einsatz. Doch Vorsicht: der Blaue Eisenhut gehört zu den giftigsten einheimischen Blütenpflanzen; eine Überdosierung ist zu vermeiden, weshalb die Kommission E eine Anwendung des Blauen Eisenhuts auch nicht mehr empfiehlt. Konzentrierte Präparate sind verschreibungspflichtig, homöopatische Präparate (Tropfen, Globuli, Schmerzöl) sind weiterhin frei verkäuflich. Eisenhut wird heute überwiegend in der Homöopathie eingesetzt.

Wogegen hilft Eisenhut?

Die Wirksamkeit bei den meisten Anwendungsgebieten ist wissenschaftlich nicht belegt, ausgenommen bei neuralgischen Beschwerden. Nach Angaben der Kommission E gelten Präparate mit Eisenhut als schwer dosierbar. Wegen der geringen therapeutischen Breite können Vergiftungserscheinungen bereits im therapeutischen Dosisbereich auftreten. Dazu zählen: Parästhesie, Erbrechen, Schwindel, Muskelkrämpfe, Hypothermie, langsamer Herzschlag, Herzrhythmusstörungen und zentrale Atemlähmung. Die Anwendung ist laut Kommission E daher nicht mehr zu vertreten.

Das BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) hat kürzlich die Verschreibungspflicht ausgeweitet. Nunmehr werden ausdrücklich alle Aconitum-Arten sowie alle Pflanzenteile einschließlich Aconitum-Alkaloiden sowie deren Derivate verschreibungspflichtig. Die Ausnahmen bleiben Salben und stark verdünnte homöopathische Zubereitungen.

In der Homöopathie wird der Eisenhut zunehmend angewendet

Die Kommission D (ein Expertengremium für die homöopathische Therapie am BfArM) berichtet für den Eisenhut folgende Hauptanwendungsgebiete: fieberhafte Entzündungen, entzündliche Verletzungen, Atemwegsinfekte und Grippeerkrankungen, Herzschwäche mit plötzlich einsetzenden, oft heftigen Schmerzen und Angstzuständen, schmerzhafte Krampfzustände (Koliken) sowie plötzlich auftretende Nervenschmerzen wie Migräne.

Heilwirkung von Eisenhut

Die traditionelle indische und chinesische Medizin kennt den Eisenhut als Heilpflanze und setzt ihn äußerlich zur Behandlung von Schmerzen, Neuralgien, Entzündungen sowie bei Fieber ein. In der westlichen Medizin wird das Hauptalkaloid Aconitin in reiner Form (Menge 0,1 mg) bei Nervenschmerzen im Gesicht (Gesichtsneuralgien) verwendet. Da der Blaue Eisenhut sehr giftig ist, sollte er nur mit großer Vorsicht unter ärztlicher Kontrolle eingesetzt werden.

Stark verdünnte Tinkturen werden häufig in Fertigarzneimitteln und in der Homöopathie verwendet. Zu den Indikationen gehören hochakute entzündliche Erkrankungen, schmerzhafte Nervenerkrankungen sowie hochakute Herzprobleme mit Angstzuständen. Häufig findet man Eisenhut auch in Mitteln gegen grippale Infekte - vor allem für die erste fieberhafte Phase bei akuten Erkältungszuständen zur Fiebersenkung und zur Förderung des Schwitzens. Daneben verwendet man ihn mit anderen Pflanzen in Hustensirup.

Zur äußerlichen Behandlung von Rheuma und Neuralgien können auch höhere Konzentrationen eingesetzt werden. Bei lokaler Anwendung auf der Haut lösen die Alkaloide zunächst ein Kribbeln und Brennen aus, danach entsteht ein Taubheitsgefühl mit anschließender Schmerzlinderung.

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Maßgebliche Bewertungskommissionen: Kommission E, ESCOP, HMPC, WHO.

  • Neuralgien (Nervenschmerzen)

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

  • hoch entzündliche Zustände, Rheuma
  • schmerzhafte Nervenkrankheiten

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

  • Erkältung, Grippe, Förderung des Schwitzens
  • Fieber, senkend
  • Husten, lindernd
  • Rheuma
  • Schmerzen und Schmerzzustände

höhere Mengen

- Krebstherapie, Immunstimulierend

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Die Tinktur aus Eisenhut ist verschreibungspflichtig bis zu einer Verdünnung von D 3.

Die Einzelhöchstdosis von Aconitin beträgt 0,0002 g, Tageshöchstdosis von Aconitin ist 0,0005 g.

Dosierung

Bei akuten Zuständen wird folgende Dosierung empfohlen:
  • innerlich: häufige Anwendung von homöopathischen Zubereitungen (HAB1) alle halbe bis ganze Stunde je 5 Tropfen oder 1 Tablette oder 10 Streukügelchen
  • äußerlich: 1 Messerspitze auf der Haut 1 bis 2 mal täglich verreiben.

Bei chronischen Verlaufsformen:

  • innerlich: 3 mal täglich 5 Tropfen oder 1 Tablette oder 10 Streukügelchen einnehmen
  • äußerlich: 1 Messerspitze zur Verreibung verwenden; Salben 1 bis 2 mal täglich auftragen.

Bitte beachten Sie die Angaben der Hersteller.

Wegen der bereits bei niedriger Dosierung vorhandenen Risiken ist die Anwendung - ausgenommen sind stark verdünnte homöopathische Zubereitungen - nach den Empfehlungen der Kommission E nicht mehr vertretbar.

Wirkstoffe

Alkaloide: Diterpenalkaloide in Konzentrationen von 0,5 bis 1,5 % des Trockengewichts. Das Hauptalkaloid ist Aconitin.