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Engelwurz

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Engelwurz - ein Segen für die Verdauung

Als gesichert gilt, dass Engelwurz den Fluss der Verdauungssäfte fördert. Sie wird daher bei Appetitmangel, Magenkrämpfen und Blähungen erfolgreich eingesetzt.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Charakteristisch für die Engelwurz (Angelica archangelica, auch Angelikawurzel genannt) sind ihre doldenförmigen und halbkugeligen Blütenstände. Die Engelwurz fördert die Bildung der Verdauungssäfte und wird daher bei Verdauungsbeschwerden, Blähungen, Magenkrämpfen, Appetitlosigkeit und Malabsorption eingesetzt. Für die pharmazeutische Herstellung sind ausschließlich die Wurzeln der Engelwurz von Bedeutung. Die Tradition verwendet auch Kraut und Samen als schweiß- und harntreibendes Mittel, doch befürwortet die Kommission E diese Verwendung der Engelwurz nicht. Darüber hinaus wird die äußerlichen Anwendungen des ätherischen Öls bei Neuralgien oder rheumatischen Beschwerden wegen der Risiken abgelehnt. Die üblichen, akzeptierten Darreichungsformen sind Tees, Tinkturen oder Flüssigextrakte.

Wogegen hilft Engelwurz?

Bisher ist nur die Wurzel der Echten Engelwurz wissenschaftlich untersucht. Da der Nutzen der anderen Pflanzenteile nicht belegt ist, rät die Kommission E von einer Anwendung der Produkte aus Kraut und Samen wegen möglicher Risiken ab. Die Wurzeldroge der Echten Engelwurz ist für Appetitmangel, Verdauungsstörungen, leichte Krämpfe im Magen-Darmtrakt, Völligkeitsgefühl und Flatulenz zugelassen.

Heilwirkung von Engelwurz

Als gesichert gilt, dass die Pflanze den Fluss der Verdauungssäfte fördert. Wahrscheinlich verfügt sie auch über eine krampflösende und gallenflussfördernde Wirkung. Die Engelwurz wird daher bei Appetitmangel, Magenkrämpfen und Blähungen gegeben.

Nicht belegt ist dagegen die äußerliche Verwendung des Öls als Hautreizmittel bei Neuralgien, rheumatischen Beschwerden und als Zusatz zu Gurgelwässern.

Getrocknete Wurzeln und Wurzelextrakte sind kommerziell wichtig, da sie in alkoholischen Getränken (Likeuren z.B. Bénédictine und Gin) und in der Lebensmitteltechnologie eingesetzt werden. Das Öl der Früchte und der Wurzel findet außerdem als Duftstoff in der Kosmetik verwendung.

Traditionelle Chinesische Medizin

Auch die Traditionelle Chinesische Medizin kennt die Engelwurz (Angelica polymorpha var. sinensis/A.taiwaniana und A. dahurica). Neben Ginseng wird sie als wichtiges Stärkungsmittel angesehen. Man verwendet Engelwurz bei zahlreichen Beschwerden, wie beispielsweise bei bestimmten Formen von Blutarmut, Darmträgheit, unregelmäßiger Monatsblutung und Schmerzen. Die europäische Angelikawurzel (Angelica archangelica) enthält zum Teil andere Wirkstoffe als die chinesische (Angelica sinensis) und daher andere Wirkungen. Eine genauere Beschreibung findet sich in der WHO Monographie zu A. sinsensis.

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Maßgebliche Bewertungskommissionen: Kommission E, ESCOP, HMPC, WHO.

  • Appetitlosigkeit
  • Verdauungsbeschwerden (Dyspepsie)
  • Magen-Darm-Beschwerden: leichte Krämpfe, Völlegefühl, Blähungen

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

  • Bauchschmerzen, krampflösend
  • Bauchspeicheldrüseninsuffizienz, Magensaftsekretion steigernd
  • Gallenblasenerkrankungen, Gallefluss-fördernd

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

  • Depression
  • Entwässerung: Harn- und schweißtreibend (Samen)
  • Nervenschmerzen, Neuralgien (ätherisches Öl)
  • Rheuma, Gelenkschmerzen, Fibromyalgie (ätherisches Öl)
  • Schlaflosigkeit
  • Übelkeit (ätherisches Öl)

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Die Wurzelextrakte sind Bestandteil verschiedener Handelspräparate (allein oder in Kombination) gegen Verdauungsbeschwerden.

innerliche Annwendung:

  • Aufguss:
    • 1,5 g getrocknete Wurzel mit 150 ml siedendem Wasser übergießen und den Sud dreimal täglich vor dem Essen trinken oder
    • 2-5 g getrocknete Blätter, dreimal täglich vor dem Essen einnehmen
  • Tinktur (1:5):
    • die Tinktur aus den Blättern wird dreimal am Tag aufgetragen (2-5 ml)
    • bei der Wurzeltinktur werden 1,5 g pro Tag empfohlen
  • Flüssigextrakt (1:1):
    • vom Extrakt aus den Blättern dreimal täglich 2 bis 5 ml einnehmen
    • vom Extrakt aus der Wurzel: 1,5 bis 3 g/Tag
  • Ätherisches Öl:
    • vom Öl der Wurzel oder Blätter: 10–20 Tropfen am Tag verwenden

äußerliche Anwendung:

  • Badezusatz: 150 g Wurzel etwa 30 Minuten kochen und dem Vollbad zusetzen

Wirkstoffe

Wichtige Inhaltsstoffe:
  • Furanocumarine: Xanthotoxin, Imperatorin, Angelicin, Archangelin
  • Cumarine: Umbelliferon, Osthol, Osthenol und andere
  • ätherische Öl (Wurzel und Früchte): α-Phellandren, β-Phellandren, α-Pinen

Osthol ist der Hauptinhaltsstoff in Wurzeln, Imperatorin der wichtigste Stoff in Früchten.