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Frauenmantel

© C. Heyer/PhytoDoc

Frauenmantel für Frauenleiden und hilfreich bei Durchfall

Bei Frauenleiden wie Menstruationsschmerzen und Unterleibserkrankungen gibt es eine lange Anwendungstradition, Studienbelege gibt es aber bisher keine. 

Von: PhytoDoc-Redaktion

Beliebt nicht nur bei Frauenleiden

Der Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) ist eine beliebte Frauen-Heilpflanze, die traditionell bei Frauenleiden wie Menstruationsschmerzen, Wechseljahresbeschwerden oder Unterleibserkrankungen eingesetzt wird. Die Heilpflanze aus der Familie der Rosengewächse wird außerdem gerne bei der Behandlung leichter Durchfallerkrankungen angewendet, für diese Wirksamkeit gibt es auch Studienbelege. Weiterhin soll er auch bei Beschwerden im Mund- und Rachenraum helfen sowie wundheilungsfördernde und blutungsstillende Wirkungen bei Verletzungen haben. Verantwortlich hierfür sind die gerbstoffhaltigen Wirkstoffe des Frauenmantels. Übrigens: Der Name "Frauenmantel" entspringt dem Aussehen der Blätter, die an einen gefältelten Mantel erinnern, nicht wie man ebenfalls vermuten könnte dem umfangreichen Anwendungsgebiet bei Frauenleiden

Wogegen hilft Frauenmantel?

Nach Angaben der Kommission E ist die Verwendung des Frauenmantels nur bei leichten unspezifischen Durchfallerkrankungen sinnvoll. In der Volksheilkunde wird die Pflanze auch bei Halsschmerzen, Menstruationsstörungen und klimakterischen Beschwerden eingesetzt. Dafür liegen jedoch bisher noch keine ausreichenden Belege vor.

Heilwirkung von Frauenmantel

Wie viele andere gerbstoffhaltigen Produkte der Rosengewächse enthält der Frauenmantel sehr stark zusammenziehende (adstringierende) Substanzen und ist deshalb zur Behandlung von leichtem Durchfall und Halsschmerzen geeignet. Sofern die Inhaltsstoffe im Darm aufgenommen werden (was nicht geprüft ist), könnte er auch als venentonisierendes Mittel bei Gefäßleiden von gewissem Nutzen sein.

Bei Frauenleiden wie Menstruationsschmerzen, Beschwerden im Klimakterium und Unterleibserkrankungen gibt es eine lange Anwendungstradition. Auch der Alpenfrauenmantel (Alchemilla alpina) wurde bei Menstruationsstörungen sowie als harntreibendes und krampflösendes Mittel eingesetzt, der Ackerfrauenmantel (Aphanes arvensis L.) hingegen vorwiegend zum Auflösen von Nierensteinen. Für diese Indikationen fehlen jedoch wissenschaftliche Belege.

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Maßgebliche Bewertungskommissionen: Kommission E, ESCOP, HMPC, WHO.

  • leichte Durchfallerkrankungen

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

  • Halsschmerzen, Entzündungen im Mund- und Rachenraum
  • Wunden, adstringierend (zusammenziehend) und blutungsstillend

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

  • Bindegewebsschwäche: venentonisierendes Mittel bei Gefäßleiden (nicht gesichert)
  • Menstruationsstörungen, Dysmenorrhoe, Unterleibserkrankungen (traditionell, nicht gesichert)

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Das getrocknete Kraut und seine Extrakte sind Bestandteil von Kombinationspräparaten, Salben, Dragees, Tabletten, Tropfen, Mundwässern und Lutschpastillen.

Innerliche Anwendung als Tee: bei Durchfall 5–10 g getrocknetes Kraut pro Tag in Einzeldosen von 2-4 g. Einzeldosis mit je 150 ml heißem Wasser übergießen und nach 10 min abseihen. Wenn nicht anders verordnet, bis zu 3 Tassen täglich frisch bereiteter Teeaufguss warm zwischen den Mahlzeiten trinken.

Äußerliche Anwendung: bei Wunden: 8 Teelöffel (ca. 8 g getrocknete Droge) als heißen Aufguss zubereiten. Umschlag mit dem Sud tränken und auflegen oder den Sud zum Gurgeln verwenden.

Wirkstoffe

  • Ellagitannine (6–8%), darunter Agrimoniin, Laevigatin F und Pedunculagin
  • Flavonoide (z.B. ein Quercetinglucuronid).