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Galgant

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Förderung der Magensekretion mit Galgant

Er wird wegen seiner krampflösenden und entzündungshemmenden Eigenschaften bei der Behandlung von Verdauungsbeschwerden und Appetitlosigkeit erfolgreich eingesetzt.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Wogegen hilft Galgant?

In der chinesischen und indonesischen Küche ist der Galgant ein beliebtes Gewürz. Sein Aroma erinnert an Ingwer und die scharfe - zitronige Note geben den Gerichten erst den charakteristischen Geschmack. Im Essen ist die Heilpflanze gut plaziert, regt sie doch die Verdauung an. Galgant hat auch als traditionelle Arzneipflanze eine lange Anwendungstradition in China, Indien und Europa. Die klassischen und anerkannten Anwendungsgebiete der Galgantwurzel sind die Behandlung von Verdauungsstörungen, Magenschmerzen, Übelkeit und Appetitmangel.

Die Galgantwurzel hat eine antioxidative, antibakterielle und antimykotische Eigenschaft. Wegen einer deutlichen krampflösenden und entzündungshemmenden Wirkung könnte sie gegen Schmerzen insbesondere Gelenkschmerzen helfen. Die Wirkungen sind jedoch nur mit Laborversuchen untermauert.

Heilwirkung von Galgant

Die Kommission E* beschreibt folgende Wirkungen für die Galgantwurzel:

  • krampflösend (spasmolytisch)
  • Hemmung der Prostaglandinsynthese (antiphlogistisch)
  • gegen Bakterien (antibakteriell)

Im Folgenden werden einige wissenschaftliche Untersuchungen vorgestellt, die am Tier oder im Reagenzglas durchgeführt wurden:

Entzündungen
Die Galgantwurzel wirkt entzündungshemmend. Der Grund: Bestimmte in der Wurzel enthaltene Stoffe (Diarylheptanoide und Phenylalkylketone) hemmen die Bildung von Prostaglandinen. Prostaglandine üben im Körper vielfältige Funktionen aus und sind auch bei der Entstehung von Fieber, Schmerzen und Entzündungen beteiligt.
Wie in Laborversuchen festgestellt wurde, hemmen die Diarylheptanoide und das Flavonoid Galangin auch einen weiteren Entzündungsmechanismus, der durch überhöhte Produktion von NO (Stickstoffmonoxid) ausgelöst wird.

Fettstoffwechsel
Der Fettstoffwechsel steuert das Gleichgewicht zwischen Fettaufbau und –abbau. Bei Störung dieses Gleichgewichts erhöhen sich die Fettwerte im Serum, was zu verschiedenen Erkrankungen wie Arterienverkalkung (Arteriosklerose), Bluthochdruck und Diabetes führen kann.
Ein Enzym der Bauchspeicheldrüse, die Pankreaslipase, ist beim Fettabbau beteiligt und spielt bei der Fettverteilung eine wichtige Rolle. Wie eine Koreanische Forschergruppe feststellte, hemmt der wässrige Extrakt aus dem Wurzelstock des Echten Galganten im Reagenzglas dieses Enzym. Die Wissenschaftler isolierten zwei chemische Verbindungen, die das Enzym im Reagenzglas besonders stark hemmten: 3-Methylethergalangin und HPH**.
Die Forscher erhöhten bei Mäusen die Fettwerte im Serum, indem sie ihnen die Substanz Triton WR-1339 spritzten, oder die Mäuse entweder mit Maiskeimöl oder Cholesterin fütterten. Der wässrige Extrakt senkte den Triglyceridspiegel und den Cholesterinspiegel bei den Mäusen, die mit Triton WR-1339 behandelt wurden. Bei den mit Maiskeimöl gefütterten Mäusen senkte sich der Triglycerid-Gehalt, der Cholesteringehalt wurde nicht beeinflusst. Bei den mit Cholesterin gefütterten Mäusen blieb der wässrige Extrakt wirkungslos. Sowohl 3-Methylethergalangin als auch HPH wirkten bei den unterschiedlich behandelten Mäusen gleich. Nach Ansicht der Autoren hemmen diese beiden Substanzen das Enzym Pankreaslipase.
Eine andere Forschergruppe wies nach, dass ein Extrakt aus der Galgantwurzel das Enzym Fettsäuresynthase hemmt. Dieses Enzym ist für die Bildung der Fettsäuren zuständig. Hierbei sind besonders die im Extrakt enthaltenen Stoffe Quercetin und Kämpferol (beides Flavonoide) wirksam.

Prostata
Im Reagenzglas hemmt ein Extrakt aus dem Wurzelstock das Enzym 5a-Reduktase, das aus der Rattenprostata isoliert wurde. Dieses Enzym wandelt das Hormon Testosteron in ein aktives Stoffwechselprodukt, Dihydrotestosteron, um. Medikamente, welche dieses Enzym hemmen, werden gegen gutartige Prostatavergrößerung eingesetzt. Die Substanzen im Galgantwurzel-Extrakt, die dieses Enzym hemmen, wurden identifiziert. Es handelt sich um vier Diarylheptanoide.

Erbrechen
Der Echte Galgant enthält Inhaltsstoffe, die gegen Erbrechen wirken. Diese hemmten das durch Kupfersulfat ausgelöste Erbrechen bei jungen Küken.

Krebs
Der Inhaltsstoff Galangin wirkt antioxidativ und kann dadurch freie Radikale abfangen. Da er genetisches Material vor Schäden schützen kann (Anti-Genotoxizität), wird er in einem Übersichtsartikel als mögliches Mittel zur Vorbeugung von Krebs diskutiert.

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Für diese Anwendungsgebiete liegen eindeutige klinische Studien vor, um von einer Wirksamkeit auszugehen. Die Wirksamkeit wurde von mindestens einer der maßgeblichen Bewertungskommissionen (Kommission E/ESCOP/HMPC/WHO) verbindlich festgestellt.

  • Appetitlosigkeit
  • Verdauungsbeschwerden (Dyspeptische Beschwerden)

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

Es liegen zahlreiche Hinweise aus einer langen Anwendungstradition in der Volksmedizin und in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde vor, die eine Wirksamkeit annehmen lassen. Dennoch sind bisher nicht alle Kriterien erfüllt, die für eine volle Beweiskraft notwendig sind. Falls es klinische Studien gibt, haben die Ergebnisse nicht zweifelsfrei überzeugt.

  • Entzündungen
  • Gallenkoliken, leichte
  • Magenschmerzen, Übelkeit und Schluckauf
  • Oberbauchschmerzen, krampfartige, Roemheldsyndrom

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

Die Hinweise aus traditioneller Anwendung oder Laborversuchen sind zu wenig überzeugend und gehen über einen experimentellen Status nicht hinaus. Es gibt bisher keine korrekten oder positiven klinischen Studien.

  • Fettwerte, erhöhte
  • Grauer Star, Vorbeugung
  • Erbrechen
  • Krebs, Vorbeugung

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Monopräparate gibt es als Tabletten und Kapseln im Handel, die bis zu 400 mg „pflanzliche Droge“ enthalten. Der Echte Galgant bzw. sein ätherisches Öl ist auch Bestandteil einiger Fertigarzneimittel, die als Magen- oder Stärkungsmittel eingesetzt werden (z.B. Schwedenkräuter-Mischungen).
Als Tagesdosis werden 2 – 4 g „pflanzliche Droge“ empfohlen.
Aus dem getrockneten Wurzelstock kann auch Tee zubereitet werden. Dazu übergießt man 0,5 – 1 g mit kochendem Wasser und läßt den Tee 5 – 10 min. lang ziehen. Es wird empfohlen, jeweils ½ Stunde vor den Mahlzeiten eine Tasse Tee zu trinken.

Dosierung

Die Galgantwurzel sollte kühl und lichtgeschützt gelagert werden. Wegen des ätherischen Öls sollte die Aufbewahrung nicht in Kunststoffbehältern erfolgen.

Wirkstoffe

  • 0,5 – 1 % ätherisches Öl
  • Diaryheptanoide (früher als Galangol bezeichnet): HMP***, HPH**, 3,5-Dihydroxy-1,7-diphenylheptan und andere
  • Phenylalkylketone (oder Gingerole)
  • Flavonoide: Quercetin, Kämpferolglykoside, Galangin, 3-Methylethergalangin
  • Bestandteile des ätherischen Öls:
    Monoterpene (Pinen, Cineol, Linalool),
    Zimtsäuremethylester,
    Eugenol