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Gelatine und Gelatinehydrolysat

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Der medizinische Nutzen von Gelatine

Gelatine ist den meisten zumindest aus Gummibärchen bekannt. Es gibt Hinweise darauf, dass Gelatine auch im medizinischen Bereich beispielsweise bei Arthrose hilfreich ist.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Gelatine spielt in der kalorienbewussten Ernährung eine große Rolle

Gelatine ist ein interessanter Zusatzstoff: Sie besteht aus reinem Eiweiß, frei von Fett und Cholesterin und kann praktisch vollständig verdaut werden. Allerdings fehlen wichtige Aminosäuren, so dass Gelatine andere Eiweißquellen nicht ersetzen kann. Der hohe Fettgehalt in zahlreichen Produkten kann durch Gelatine zum Teil reduziert werden ohne den Geschmack negativ zu beeinflussen. Darum boomt der Gelatinezusatz in vielen modernen Light-Produkten. Als tierisches Produkt ist Gelatine für eine vegetarische Ernährung nicht geeignet. Aber Gelatine hat fast keine allergischen Eigenschaften und dient der Ummantelung von Arzneimitteln. Auch als Nahrungsergänzungsmittel hat Gelatine einiges zu bieten: Es gibt Hinweise darauf, dass Gelatine bei Arthrose und Osteoporose vorbeugend und heilend (kurativ) wirken könnte. Gelatine enthält wichtig Bindegewebsbausteine, die Knorpel und Knochen unter Umständen fehlen. Probleme gab es wegen der Sicherheit. Während der BSE-Krise wurde Sie häufig kritisiert. Die EU-Kommission reagierte darauf: Seit dem Jahr 1999 gelten europaweit verschärfte Regelungen für Herstellung, Verkauf und Reinheit von Speise- und Pharmagelatine. Hinsichtlich ihrer Sicherheit, wurde Gelatine zu einem der bestuntersuchtesten Lebensmittel. Die Europäische Kommission für Gesundheit und Verbraucherschutz und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben Gelatine aufgrund zahlreicher internationaler Forschungsergebnisse jetzt als sicher eingestuft.

Heilwirkung von Gelatine und Gelatinehydrolysat

Im Vergleich zu anderen Einweißen wie etwa Fleisch enthält Gelatine die Aminosäuren Glycin und Prolin in etwa 10 bis 20fach höherer Konzentration. Diese beiden Aminosäuren sind wichtige Bestandteile des Bindegewebes. Daher setzt man Gelatine zur Behandlung und Vorbeugung von Erkrankungen des Bewegungsapparates ein.


Im Tierversuch wurde mit radioaktiv markiertem Gelatinehydrolysat nachgewiesen, dass die Bestandteile im Darm absorbiert und im Knorpel angereichert werden.

In experimentellen Untersuchungen zeigte sich, dass Gelatine und Gelatinehydrolysat die Kollagen-Synthese von Knorpelzellen fördern und zu einer vermehrten Bildung von Bestandteilen der Knorpel, Sehnen und Gelenke führen.

Bei einer 3 Jahre dauernden Osteoporose-Studie wurde festgestellt, dass eine
Gelatine-Therapie effizienter ist als eine Therapie mit Calcium. Außerdem konnte
gezeigt werden, dass die Einnahme von Gelatine die Zahl der Knochenbrüche um ein Mehrfaches verringert.

In einer weiteren Studie wurden Arthrose-Patienten mit Gelatine bzw. Gelatinehydrolysat behandelt. Bei den Patienten wurde eine deutliche und
statistisch belegbare Besserung verschiedener Prüfparameter festgestellt.

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Maßgebliche Bewertungskommissionen: Kommission E, ESCOP, HMPC, WHO.

Für diese Anwendungsgebiete liegen eindeutige klinische Studien vor, um von einer Wirksamkeit auszugehen. Die Wirksamkeit wurde von mindestens einer der maßgeblichen Bewertungskommissionen (Kommission E/ESCOP/HMPC/WHO) verbindlich festgestellt.

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

  • Arthrose (Gelenkverschleiß), Gelenkschmerzen, Vorbeugung gegen Schäden am Bewegungsapparat
  • Bindegewebsschwäche

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

  • Haar- und Nagelwachstum
  • Osteoporose

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

• Als Gel eingenommen, schmilzt Gelatine vollständig im Mund, geschmacksneutral
• trinkfertiges Gelatinehydrolysat in Ampullen

Zur optimalen Versorgung wird die Einnahme von 10 g Gelatine pro Tag empfohlen.

Dosierung

Im verschlossenen Behälter unter normalen Lagerbedingungen ist Gelatine mindestens 5 Jahre haltbar. Kleine Feuchtigkeitsschwankungen bewirken kleine Schwankungen des Bloom-Werts.
Bei zu trockener Lagerung wird die Gelatine spröde, bei zu feuchter quillt sie an, wird klebrig, und ist anfällig gegenüber Mikroorganismen.

Wirkstoffe

Gelatine enthält 84-90% Eiweiß, 1-2% Mineralsalze und Wasser.

Der Eiweißanteil besteht aus einem Gemisch an Proteinen (mit einem geringen Gehalt der Aminosäuren Methionin Tyrosin, ohne Cystein und Tryptophan und einem hohen Anteil an Glycin und Prolin, sowie modifizierten Aminosäuren).

Gelatinehydrolysat enthält Bruchstücke der oben beschriebenen Gelatine.