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Gelée Royale

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Gelée Royale: der königliche Futtersaft der Bienen

Gelée Royale ist vitamin- und mineralienreich und wirkt antioxidativ und antibiotisch. Bisher gibt es nur wenige klinische Studien dazu.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Königliche Ernährung

Bei Bienen entscheidet die Ernährung darüber, ob sie ihr Leben als Arbeiterin oder Königin beginnen. Gelee Royale heißt der Stoff, der Königinnen macht. So eilt dem Bienenprodukt ein mystischer Ruf voraus. Neben Nährstoffen ist es vitamin- und mineralienreich, antioxidativ und antibiotisch. Fast 200 Komponenten wurden darin gefunden, darunter auch hormonwirksame Verbindungen. Gelee Royale soll stärkend wirken, Alterung vorbeugen, Entzündungen beruhigen und den Stoffwechsel harmonisieren. Bisher gibt es aber nur wenige klinische Studien zum Thema. Denn: Gelee Royale ist zwar ein begehrter Stoff, doch die Bienen geizen damit: Gelee Royale wird von den Ammenbienen produziert, wenn eine Königin fehlt. Darum sind die Produkte zur innerlichen oder äußerlichen Anwendung auch nicht billig.

Wogegen hilft Gelée Royale?

Als Nährstoff- und Vitaminlieferanten brauchen wir den weißlich-gelben Futtersaft der Bienen heute mit Sicherheit nicht. Sommer wie Winter sind wir mit allem, was der Körper braucht, bestens versorgt. Auch die antioxidativen Verbindungen darin, Phenole und Flavonoide, sind in vielen anderen Produkten enthalten. Was also macht das knappe Gelee Royal so wertvoll? Die Antwort liegt in den einzigartigen Verbindungen im Gelee. Bei 200 Verbindungen, ist die Forschung noch gut beschäftigt. Erste Stoffe wurden bereits beschrieben, wie die 10-Hydroxy-2-Decensäure mit ihrer antibiotischen, immunmodulatorischen, anti-tumor und nervenschützenden Eigenschaft. Auch antiallergische und antidiabetische Wirkungen sind im Gespräch.

Aber der Rohstoff ist begrenzt, Gelee Royale wird dem Einzelfall vorbehalten sein. Die einzige Chance liegt darin, die Komponenten zu isolieren und zu charakterisieren. Dann kann man entscheiden, ob daraus ein wirksames Medikament werden kann. Bis dahin ist Gelee Royale zu einem Teil auch Glaubenssache.

Heilwirkung von Gelée Royale

Beim gesunden Menschen erhöht Gelée Royale die Widerstandskraft gegen körperliche und geistige Belastungen.


Gelée Royale beeinflusst günstig den Cholesterolgehalt und den der Gesamtlipide im Serum, wie auch die fibrinolytische Aktivität des Blutserums der an fortgeschrittener Arteriosklerose leidenden Patienten.


Im Tierversuch konnte durch die Einnahme von Gelée Royale die Lebenserwartung der Versuchstiere erhöht werden. Wie ein weiterer Tierversuch zeigte, beschleunigt Gelée Royale die Heilung von Hautverletzungen.


Die Fettsäure 10-Hydroxy-2-Decensäure, die ausschließlich in Gelée Royale gefunden wird, zeigt eine Antikrebswirkung. Außerdem kann sie die Kollagen-Produktion stimulieren, was sich positiv auf das Bindegewebe auswirkt. Auch weist sie eine antibakterielle Wirkung auf.
Ebenfalls antimikrobiell wirken mehrere in Gelée Royale vorkommende Peptide und Proteine. Die Jelleine I-III zeigten in biologischen Test antimikrobielle Aktivität gegen Hefe, Gram-positive und Gram-negative Bakterien. Das Protein Royalisin zeigte im biologischen Test eine starke antibakterielle Aktivität gegen Gram-positive Bakterien.
Wie man durch Experimente mit kultivierten Leberzellen feststellte, fördert das Protein RJP-1 (vom engl.: royal jelly protein-1) deren Regeneration. In einem Tierversuch scheint dieses Protein auch die Erschöpfung nach physischer Anstrengung zu verringern.
Bei einigen Peptiden, die im Magen durch die Verdauung eines Gelée Royale-Proteins entstehen, konnte im Tierversuch nachgewiesen werden, dass sie die ACE-Aktivität hemmen und somit eine blutdrucksenkende Wirkung ausüben.
Im Tierversuch bewirkte das Protein MRJP3 (vom engl.: major royal jelly protein 3) die Unterdrückung allergischer Reaktionen. Dieses Protein hat entzündungshemmende Eigenschaften und kann somit die Lebensqualität bei Patienten, die an Autoimmunkrankheiten, wie die rheumatoide Arthritis leiden, verbessern.

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Maßgebliche Bewertungskommissionen: Kommission E, ESCOP, HMPC, WHO.

Für diese Anwendungsgebiete liegen eindeutige klinische Studien vor, um von einer Wirksamkeit auszugehen. Die Wirksamkeit wurde von mindestens einer der maßgeblichen Bewertungskommissionen (Kommission E/ESCOP/HMPC/WHO) verbindlich festgestellt.

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

  • Anti-Aging
  • Asthenie (Kraftlosigkeit), Abmagerung und Magerkeitszustände, Anlagebedingte Körperschwächen, Seneszenz (vorzeitiges Altern)
  • Fettwerte, erhöhte
  • Fruchtbarkeit: reduzierte Spermienbeweglichkeit
  • Wechseljahrsbeschwerden

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

  • Autoimmunerkrankungen
  • Allergien, immunmodulierend
  • Blutarmut
  • Demenz: nervenschützend
  • Dermatologie: Verschiedene Hauterkrankungen, Xerodermie (Austrocknen der Haut), Bindgewebsschwäche
  • Entzündungen: entzündungshemmend
  • Geschlechts- und Harnapparat: Impotenz und sexuelle Asthenie (Kraftlosigkeit), Frigidität, Funktionelle Mensesstörungen
  • Herz und Kreislauf: arterieller Bluthochdruck, Atheriosklerose (Arterienverkalkung)
  • Infektionen: antibiotisch (äußerliche Anwendung)
  • metabolisches Syndrom: Besserung der Zuckerwerte
  • Neuropsychischer Bereich: Neurasthenie (ein nervöser Schwächezustand) und leichte Depressionszustände, Angstzustände
  • Verdauungsorgane: Anorexie (Appetitmangel), Darmentzündungen, Leber-Gallen-Sensibilitäten
  • Wunden: Förderung der Wundheilung

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Da die Resorption über die Zunge erfolgt, soll Gelée Royale sublingual (unter der Zunge) eingenommen werden. Dadurch wird die Zersetzung der Wirkstoffe durch die Verdauungssäfte vermieden. Nach Y. Donadieu wird eine mittlere Dosis von 500 Milligramm für Erwachsene empfohlen.

Es gibt drei veschiedene Darreichungsformen:

  • Gelée Royale in der natürlichen reinen Form, gewöhnlich in Flacons oder kleinen Gefäßen. Diese Form ist zu bevorzugen, soweit die Beachtung der Kühlkette gewährleistet ist.
  • Gelée Royale vermischt mit Honig. Da diese Mischung nur eine kleine Menge Gelée Royale enthält, muss man etwa 15 g einnehmen und unter der Zunge zergehen lassen, was sicherlich keine leichte Angelegenheit ist.
  • Lyophilisierte Form in Flacons oder Ampullen oder als Kapseln. Da dieser Form der Wasseranteil fehlt, der bei frischem Gelée Royale etwa 2/3 ausmacht, entspricht etwa 1/3 der Menge des lyophiliserten Gelée Royale dem frischen Gelée Royale.

    Wirkstoffe

    • 60 – 70 % Wasser
    • 9 – 18 % Proteine, Peptide und Aminosäuren
    • 4 – 8 % Fette (Lipide), darunter 10-Hydroxy-3-Decensäure
    • 11 – 23 % Zucker (Fructose, Glucose, Saccharose)
    • Vitamine (B-Gruppe, C, E, Biotin, Folsäure, Pantothensäure)
    • Mineralstoffe
    • Acetylcholin
    • Biopterin, ein Wachstumsfaktor der Insekten
    • Neopterin

    Gelée Royale löst sich teilweise in Wasser und hat einen pH-Wert von 4.

    Ein Protein, das in einigen Untersuchungen positive Wirkungen zeigte, ist besonders anfällig gegenüber falschen Lagerungsbedingungen. Die spezifische Zersetzung dieses Proteins korreliert mit der Braunfärbung von Gelée Royale.