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Ginkgo

Die Blätter des Ginkgobaumes besitzen großen Wiedererkennungswert.

Die Kraft des Ginkgo-Baumes

Der Ginkgobaum wird in Ostasien aufgrund seiner ästhetischen Erscheinung verehrt. In Europa machte Ginkgo als robuster Straßenbaum und vor allem wegen seiner Heilkraft Karriere: Er hilft bei Gedächtnisverlust, Alzheimer, Konzentrationsschwierigkeiten und Schwindel.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Ginkgo kompakt: Die wichtigsten Fakten

Bei was hilft Ginkgo?

Ginkgo: viel versprechende Heilpflanze

Nach der Kommission E hilft Ginko bei folgenden Erkrankungen:

  • hirnorganisch bedingte Leistungsstörungen im Rahmen eines therapeutischen Gesamtkonzepts bei primär degenerativer Demenz (hierzu gehört auch Alzheimer)
  • Verbesserung der schmerzfreien Gehstrecke bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit im Stadium II
  • Schwindel und Tinnitus

Verantwortlich dafür sind die mannigfachen Wirkungen an und in den Gefäßen, wie z. B.

  • Verbesserung der Fließeigenschaften des Blutes
  • Förderung der Durchblutung und damit auch mehr Sauerstoff für die Zellen, das gilt auch für die Kapillargefäße im Gehirn
  • Schutz von Nervenzellen

Außerdem wurde eine verbesserte Leistungsfähigkeit am Bildschirmarbeitsplatz bei gesunden Probanden durch Ginkgo-Präparate festgestellt. Weiterhin wurde die Belastungsfähigkeit in Stresssituationen gestärkt. Hier wird derzeit lebhaft geforscht. 

Da bei Einnahme von Ginkgo kaum Nebenwirkungen auftreten und Zellen geschützt werden, kann – immer nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt - vor allem älteren Menschen zur Einnahme von Ginkgo geraten werden. Eine noch genauere Untersuchung der Therapieeffekte ist wünschenswert, auch, um ganz neue Indikationen und vielleicht noch überzeugendere als die bisherigen zu finden.

Alle Anwendungen im Überblick, sortiert nach Wirksamkeit

Hinweis: die möglichen Anwendungsgebiete (Indikationen) sind drei verschiedenen Kategorien zugeordnet, je nach Studienlage.

Eine ausführliche Definition erhalten Sie, wenn Sie mit der Maus über die jeweiligen Blätter fahren.

Gesicherte Wirksamkeit
  • Alzheimer, Demenz
  • Arteriosklerose, arterielle Verschlusskrankheiten: Schmerzlinderung (bei physikalisch-therapeutischen Rehabilitationsmaßnahmen, Verlängerung der schmerzfreien Gehstrecke)
  • Durchblutungsstörungen
  • alterbedingte Gedächtnis- und Konzentrationsbeschwerden, Vergesslichkeit
  • Schwindel, durchblutungsbedingter
  • Tinnitus (Ohrgeräusche), Verbesserung der Beschwerden
Wirksamkeit laut Erfahrungsheilkunde
  • Anti-Aging
  • altersbedingter Leistungsabfall
  • Herzbeschwerden, funktionelle, Verbesserung der Durchblutung
  • Leistungsfähigkeit, Wiederherstellung der geistigen und körperlichen (Samen, TCM)
  • Lernen unter Stress
  • Schlaganfall: Verminderung der Schäden, Vorbeugung von Nerven- und Gehirnschäden
  • Seh- bzw. Hörstörungen, "müde" Augen (Bildschirmarbeit)
  • Stress: Verbesserung der Belastungsfähigkeit
  • Thrombose: Verbesserung der Fließeigenschaften des Blutes, verminderte Gerinnungsneigung
Bisher keine Beweise zur Wirksamkeit, aber Potenzial
  • Alkoholmissbrauch (Samen, TCM)
  • Angst, Depression
  • Entzündungen der Schleimhaut, eitrige (Samen, TCM)
  • Grauer Star
  • Kreislauf, Unterstützung (Blätter, TCM)
  • Lungenfunktion, Unterstützung (Blätter, TCM)
  • Mastodynie, Brustspannen
  • sexuelle Energie, Unterstützung der Spermienproduktion (Samen, TCM)
  • Venenentzündung, geschwollene Beine, Venenthrombose
  • Wunden (Wundauflage, Blätter, TCM)

Heilwirkung von Ginkgo

Der Arzt und Botaniker Dr. Willmar Schwabe analysierte in seiner Karlsruher Firma die Inhaltsstoffe in den Blättern des Ginkgobaumes. Daraus entwickelte er 1965 ein Produkt, das die Wirkstoffe in konzentrierter Form enthielt (dieser Spezialextrakt erhielt den Namen EGb-761). Seit seiner Entwicklung wurde dieser Auszug Gegenstand zahlreicher Untersuchungen. Sehr viele klinische Studien wurden mit dieser speziellen Ginkgoblätterzubereitung durchgeführt, so dass die gewonnenen Erkenntnisse nur in Verbindung mit diesem Spezialauszug gesehen werden dürfen.

Die meisten Wirkungen von Ginkgo beruhen auf einem Schutz des Gewebes vor verschiedenen Stressoren und einer Verbesserung dessen Versorgung.

Schutz von Nervenzellen (Neuroprotektion)

Unter bestimmten Umständen setzt im Gehirn ein Absterben von Nervenzellen ein. Ginkgo kann vor diesen Schädigungen schützen:

Beispielsweise bei:

  • Alzheimer (arteriosklerotische Plaques; Neurotransmittermangel)
  • Sauerstoffmangel in Folge von Durchblutungsstörungen
  • oxidativem Stress
  • zu hohen Stickstoffmonoxid-Werten
  • Hirnödem (z.B. nach einem Unfall)

Im Folgenden schauen wir uns bestimmte Erkrankungen bzw. Stoffwechselprozesse an und wie Ginkgo dabei die Gesundheit unterstützen kann.

Wie hilft Ginkgo gegen Alzheimer?

Bei Alzheimer lassen sich unter dem Mikroskop zwei Veränderungen feststellen: Es bilden sich in den Nervenzellen Faserbündel (neurofibrilläre Bündel) und dazwischen lagern sich Proteinfragmente (β-Amyloid) zu unlöslichen Klumpen (senile Plaques) zusammen. Man konnte eine Entzündungsreaktion und eine verstärkte Produktion von NO in den Zellen finden, welche diese senilen Plaques umgeben. Das führt zum Absterben der Nervenzellen. Auch im Laborversuch mit Nervenzellen und im Tierversuch wurde gezeigt, dass bei künstlicher Produktion des Amyloid-β-Peptids der oxidative Stress anstieg. Die Gabe von Ginkgo oder der gereinigten Flavonoidfraktion verminderte den Zelltod von Nervenzellen. Bei sehr hohen Extraktkonzentrationen (100 µg/mL) hemmten sowohl die Extrakte als auch isolierte Inhaltsstoffe (Bilobalid, Ginkgolid) die Zusammenlagerung von β-Amyloid.

Acetylcholin ist ein essentieller Transmitter in Nervenbahnen und im Gehirn, der Emotionen und kognitives Verhalten sowie das Gedächtnis/Lernen steuert. Bei der Reizweiterleitung wird es gespalten und wieder in die Zellen aufgenommen. Bei Alzheimer Patienten ist im Gehirn weniger Acetylcholin vorhanden, die Zahl der Rezeptoren ist sehr niedrig und die Spaltprodukte werden nur sehr langsam aufgenommen. Daher sind Gedächtnis und kognitive Wahrnehmung beeinträchtigt.

Ginkgo konnte die Aufnahme von Cholin beschleunigen, vermehrte die Anzahl der Rezeptoren und regte die Produktion des Botenstoffs Acetylcholin an. Auch eine Hemmung der Acetylcholin-Esterase wird diskutiert. Dadurch wird die Reizweiterleitung deutlich verbessert.

Angst/Depression

Sie ist ein häufiger Begleiter bei Patienten mit Alzheimer-Symptomatik. Ginkgo-Auszüge können sie lindern, indem sie auf den sog. Serotonin-Rezeptor (5-HT1A-Rezeptor) wirken. Dieser Rezeptor spielt eine besondere Rolle bei der Behandlung zentralnervöser Erkrankungen, denn 80% der Antidepressiva entfalten hier ihre Wirkung.

In einer klinischen Studie (randomisiert, doppelblind, Placebo-kontrolliert) mit 66 Personen im Alter von 50-65 Jahren ohne Anzeichen einer Demenzerkrankung, wurden 34 Personen mit einer täglichen Dosis von 240 mg Egb761 über 4 Wochen behandelt. In den Kategorien emotionales Wohlbefinden, Müdigkeit, Missmut, depressive Stimmungslagen und Befindlichkeit wurde eine statistisch deutliche Besserung erfahren. Für eine gesicherte Aussage sind jedoch weitere Untersuchungen nötig.

Wie wirkt Ginkgo gegen Vergesslichkeit und auf das Gedächtnis?

Der Ginkgo-Spezialextrakt EGb-761 steigerte die Lerngeschwindigkeit und das Gedächtnis insbesondere von alten Mäusen. Bei einem Lernexperiment unter Stress mit Ratten verbesserte sich die kognitive Leistungsfähigkeit und gleichzeitige sank der Spiegel an Stresshormonen. Auch beim Menschen lassen sich Effekte auf das Lernen nachweisen: 52 Studenten wurden entweder akut (mit einer einmaligen Gabe von 120 mg) oder chronisch (mit 120 mg/Tag für 6 Wochen) mit Ginkgo behandelt. Nur im Kurzeittest wurden die Aufmerksamkeit und das Gedächtnis positiv beeinflusst. Das Arbeitsgedächtnis, die Flexibilität, die Planungsfähigkeit und die Stimmung waren nicht verändert worden. Die Effekte auf Aufmerksamkeit und das Gedächtnis konnte man allerdings nach 6 Wochen nicht mehr nachweisen. Daher muss man von Gewöhnungseffekten ausgehen.

Wie wirkt Ginkgo gegen Demenz bzw. eingeschränkte Hirnfunktion?

Unter Demenz versteht man eine unspezifische, altersbedingte Abnahme der geistigen Funktionen: Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme, reduzierte Aufmerksamkeit, Energielosigkeit, Verwirrung, Müdigkeit, verminderte Geschicklichkeit, Ängstlichkeit, Tinnitus, Kopfschmerzen und Schwindel sind typische Symptome.

Zwei Metastudien an Demenzkranken zeigten, dass eine Verbesserung vor allem bei Patienten mit milden bis sehr milden Symptomen festgestellt wurde. Schwerere Fälle von Demenz konnten jedoch stabilisiert werden oder zumindest die Verschlechterung verlangsamt werden. Von der Behandlung profitierten besonders die kognitive Wahrnehmung, das Sozialverhalten und die Aufmerksamkeit.

Hilft Ginkgo bei Tinnitus (Ohrgeräuschen)?

Diese störenden Ohrgeräusche sind entweder permanent vorhanden, oder äußern sich anfallsweise als Rauschen, Sausen oder Klingen. Ursache kann eine Durchblutungsstörung sein.
Eine Vergleichsstudie mit 72 Patienten zeigte, dass Ginkgo bei 37 Patienten das Hörvermögen stärkte und den Tinnitus reduzierte. Er war besser als das Vergleichspräparat Pentoxifylline. Allerdings ist es noch zu früh, eine definitive Aussage über die Wirkung von Gingko bei Tinnitus zu machen: Nicht alle Studien stellten einen positiven Effekt auf die Tinnituslautstärke fest.

Ginkgo bei Schwindel: Welche Studien gibt es?

25 % der über 60-Jährigen und 50 % der über 80-Jährigen leiden sowohl unter Schwindel, Drehen oder Schwanken des Gesichtsfelds, Benommenheit, Druck- oder Leeregefühle im Kopf als auch Übelkeit und Koordinationsstörungen. Als medizinische Ursachen kommen neben Durchblutungsstörungen zahlreiche anderen Ursachen in Betracht (z.B. Störungen der Halswirbelsäule, Entzündungen, Tumore, Verkalkungen mit Reizung der Sinneshärchen). In einer Studie an 70 Patienten über 3 Monate wurden in 47 % der Fälle die Dauer, die Schwere und die Anzahl der Schwindelanfälle gebessert. Mit einem Scheinpräparat wurde nur bei 18 % eine Besserung erzielt. Die Ursache der Schwindelanfälle war nicht näher spezifiziert worden. So sind für eine verlässliche Aussage weitere Untersuchungen notwendig.

Verbesserung der Fließeigenschaften des Blutes

Extrakte aus Ginkgo steigern aufgrund ihrer antioxidativen Eigenschaften die Flexibilität von Membranen bei Blutzellen (Erythrozyten, Leukozyten). Dadurch verbessern sich die Fließeigenschaften des Blutes und es kommt zu einer deutlichen Stimulation der Durchblutung, vor allem im Bereich der Kapillaren. Dabei nimmt die Versorgung mit Sauerstoff zu. So konnte bei Ratten gezeigt werden, dass die Durchblutung vieler (nicht aller) Gehirnregionen um 50-100% anstieg.
Eine Arterienverengung in den Beinen führt zu einer schlechten Versorgung des Gewebes - der Bereich fängt an zu kribbeln und fühlt sich kalt an. Nach längeren Gehstrecken treten Schmerzen auf und der Patient muss stehen bleiben (sog. Schaufensterkrankheit).
In einer Studie mit 20 Patienten, die unter arteriellen Verschlusskrankheiten mit zeitweilig einsetzendem Hinken (Claudicatio intermittens) litten, wurde der Sauerstoffgehalt unter der Haut gemessen (Placebo-kontrolliert, verblindet, 320 mg EGb 761 pro Tag, für 4 Wochen). Die Bereiche mit mangelnder Durchblutung verringerten sich mit Ginkgo um 38 %, während dies nur 5 % in der Kontrollgruppe waren. Die Ergebnisse sind ermutigend, doch müssen diese Aussagen in weiteren Studien überprüft werden.

Oxidativen Stress vorbeugen

Oxidativer Stress ist ein zentrales Problem im Gehirnstoffwechsel, da er die Membranen der Nervenzellen schädigt. Er findet statt, wenn mehr Sauerstoffradikale als Antioxidantien vorhanden sind. Oxidantien oder Sauerstoffradikale (sog. reaktive Sauerstoffspezies) entstehen ständig im normalen Stoffwechsel, werden aber in bestimmten Situationen vermehrt gebildet (beim Rauchen, falscher Ernährung, Vitaminmangel, Infektionen, Gehirnverletzungen, arteriellen Verschlusskrankheiten, Alzheimer oder Parkinson). An kultivierten Nervenzellen konnte gezeigt werden, dass Bilobalid oder der Ginkgo-Auszug EGb-761 die durch oxidativen Stress gesteigerte Todesrate verminderte. Sehr wirksam gegen oxidativen Stress zeigten sich auch die Flavonoide Kämpferol und Quercetin sowie die anderen enthaltenen Polyphenole. Der größte Effekt wurde erzielt, wenn eine Behandlung vor der experimentellen Auslösung von oxidativem Stress erfolgte, also eine vorbeugende Gabe. Aber auch eine nachträgliche Verabreichung zeigte noch Wirkung.

Ginkgo und die Wirkung auf den Stickstoffmonoxid-Regelkreis

Stickstoffmonoxid (NO) ist ein Botenstoff, der in ganz verschiedene Regelkreise eingreift. So wird NO beim Lernen benötigt oder zur Regulation der glatten Muskulatur (z.B. Magen, Darm, Penis). Es wirkt außerdem senkend auf den Blutdruck, da es die Blutgefäße erweitert. NO kann auch schädigende Wirkungen haben. Wird der Körper durch Mikroorganismen angegriffen, kommt es zu einer sehr starken NO-Ausschüttung. Das führt dazu, dass die mikrobiellen Zellen geschädigt werden. Aber auch die Wirtszellen und die entsprechenden Gewebe tragen bleibenden Schaden davon.

NO wird außerdem produziert, wenn Nerven des Gehirns oder des peripheren Nervensystems verletzt oder zerstört werden oder wenn ein Schlaganfall Sauerstoffmangel im Gehirn verursacht hat. Bei diesen krankhaften Veränderungen aktivieren geschädigte oder absterbende Neurone die Immunzellen des Gehirns. In der folgenden Immunantwort werden große Mengen an zellschädigenden Radikalen freigesetzt (darunter das Superoxidanion-Radikal und Peroxynitrit). Es entstehen außerdem hundertfach überhöhte NO-Konzentrationen und es überwiegt der schädigende Charakter des Gases. Dabei werden weitere Nervenzellen zum `regulierten Zelltod` gebracht, was schwerwiegende Ausfälle zur Folge hat (Schlaganfall bedingter Ausfall von Gehirnregionen, Hirntod).

Die gereinigte Ginkgo-Komponente Bilobalid (25 bis 100 µM) konnte auch diese Folgen vermindern.

Hinschädigungen durch einen gestörten NO-Metabolismus scheinen auch eine Folge von Alkoholvergiftungen zu sein. Die traditionelle chinesische Medizin setzt dagegen Ginkgo-Samen ein.

Sauerstoffmangel

Sauerstoffmangel führt ebenfalls zu vermehrtem oxidativem Stress (Bildung von Radikalen und Oxidation von Lipiden). An Ratten, bei denen künstlich Sauerstoffmangel im Gehirn erzeugt wurde - dies würde Gefäßverschlusskrankheiten im Gehirn oder Gehirnblutungen entsprechen - war die Überlebenszeit mit Ginkgo-Extrakt um ein 6-faches höher als bei der Kontrollgruppe. Auch die Nährstoffkonzentration im Gehirn (Glukose) und die Energiebilanz nach dem Eingriff waren in den behandelten Gehirnen besser.

Hirnödeme

Darunter versteht man Wassereinlagerungen in Folge von Gehirnschädigungen (wie Sauerstoffmangel, Tumore, Entzündungen, Vergiftungen, Gefäßveränderungen). Durch den steigenden Druck werden die Adern zusammengepresst. Damit kann das Gehirn nicht mehr angemessen versorgt werden. Hirnödeme und Retinaödeme konnten durch Ginkgo-Extrakte erfolgreich behandelt werden: Experimentell mit Chemikalien ausgelöste Hirnödeme konnten im Tierversuch im Vorfeld verhindert werden. Die Schäden waren geringer und die Wiederherstellung beschleunigt.

Ginkgo schützt auch andere Organe

Ginkgo schützt nicht nur Gehirnzellen sondern wirkt auch positiv auf Zellen anderer Organe, z. B. bei Herzinfarkten. Auch eine 4-wöchige Behandlung von diabetesbedingter Nierenschädigung an 60 Patienten war erfolgreich. Ebenso konnte der Gewebsschaden bei Verbrennungen vermindert werden.

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Es gibt zahlreiche Zubereitungen von Ginkgopräparaten. Eine der gängigsten ist der Trockenextrakt, welcher zu Tabletten oder Tropfen verarbeitet wird. Außerdem sind homöopathische Präparate (Globuli) verfügbar. Darüber hinaus werden verschiedene Hautpflege-Artikel wie Seifen, Shampoos und imprägnierte Stützstümpfe mit Ginkgozusätzen angeboten.

Kauftipp: Wo am besten Gingko-Präparate kaufen?

Um eine ausreichende Wirksamkeit und gute Qualität zu gewährleisten, sollten Sie Medikamente mit standardisierten Extrakten in der Apotheke kaufen. Diese Fertigarzneimittel enthalten mind. 25 % Ginkgo-Flavonglykoside und mind. 6 % Terpenlactone (Ginkgolide). Billige, unterdosierte Nahrungsergänzungsmittel oder Medikamente zweifelhafter Herkunft sind nicht sinnvoll und können sogar den Höchstwert von 5 ppm der toxischen Ginkgolsäure überschreiten und so zu Nebenwirkungen führen. 

Sind die Tabletten vegan?

Häufig enthalten die Tabletten Laktose, sind also nicht für Veganer geeignet. Am besten, Sie fragen direkt beim Apotheker nach veganen Alternativen.

Ganz allgemein wird je nach Erkrankung folgende Dosierung empfohlen. Die exakte Dosierung meist in Form von Tabletten sollte aber immer in Rücksprache mit dem Arzt und nie ohne vorhergehende diagnostische Abklärung erfolgen.

  • bei dementiellen Syndromen: 120 bis 240 Milligramm Spezialextrakt EGb-761 in 2 oder 3 Einzeldosen, Behandlungsdauer je nach Schwere des Symptome. Bei chronischen Erkrankungen mindestens 8 Wochen;
  • bei Verschlusserkrankungen: 120 bis 160 Milligramm Spezialextrakt EGb-761 in 2 oder 3 Einzeldosen, mindestens 6 Wochen einnehmen;
  • Bei Schwindel und Tinnitus: 120 bis 160 Milligramm Spezialextrakt EGb-761 in 2 oder 3 Einzeldosen. Bei Tinnitusbeschwerden mind. 12 Wochen einnehmen, wenn nach 6 Monaten keine Besserung eingetreten ist, ist kein Erfolg mehr zu erwarten;

Eine Einnahmedauer länger als 6-8 Wochen zeigte keinen zusätzlichen therapeutischen Nutzen. Nach einer Zeit von 3 Monaten ist vom Arzt zu prüfen, ob eine weitere Einnahme zu befürworten ist.

Hausmittel: Ginkgo-Tee?

Man könnte Ginkgoblätter auch als Tee zubereiten und hier kursieren im Internet auch allerlei Teerezepte zur Unterstützung der Gesundheit. Davon raten wir aber ab, weil die enthaltenen Ginkgolsäuren magenreizend sind und zu Übelkeit und Erbrechen führen können. Außerdem müssten für eine stärkere Wirkung mindestens 20 Tassen Tee am Tag getrunken werden

Wirkstoffe

  • Terpenlactone (bes. Diterpenlactone, Ginkgolide)
  • Sesquiterpenlactone (bes. Bilobalid)
  • Flavonoide (Mono-, Di-, Triglycoside und Acylglycoside des Quercetins, Kämpferols und Isorhamnetins)
  • Biflavone (Amentoflavon, Bilobetin, Ginkgetin)
  • Proanthocyanidine
  • Ginkgotoxin (4´-Omethylpyridoxin)
  • Phenolkarbonsäuren (Shikimi-, Protocatechu-, Vanillin-, Hydroxybenzoesäure)
  • Alkyl- und Alkenylphenole (Ginkgolsäuren)