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Pflanzenprofil von Ginkgo

Ein beinahe unverwundbarer Baum

Vorfahren des Ginkgos waren bereits im Mesozoikum (vor ca. 250–100 Mio. Jahren) auf der ganzen Erde verbreitet. Eine Ginkgo-Art hat im ostasiatischen Raum überlebt. In China kultivierte man den Ginkgo-Baum hauptsächlich in Klöstern, Tempel- oder Palastgärten. Von dort verbreitete er sich nach Japan und Korea und wurde Anfang des 18. Jahrhunderts in Europa eingeführt. Der Ginkgo - Baum ist außerordentlich resistent gegen Insekten, Pilze, Viren, Bakterien, Chemikalien (Ozon, Schwefeldioxid), Feuer und radioaktive Strahlung. Es wird berichtet, dass 4 Ginkgo-Bäume den Atombombenabwurf in Hiroshima 1945 überlebten.

Für medizinische Zwecke werden die frischen oder getrockneten Blätter verwendet, in Asien auch die Samen. Daher wird Ginkgo in Plantagen angebaut (China, Japan, Nord- und Südkorea, Frankreich und Amerika).

Aussehen und Herkunft

Botanisch gesehen ordnet man den Ginkgo ebenso wie die Nadelbäume den “gabel- und nadelblättrigen Nacktsamern“ (= Coniferophytina) zu. Bei dieser ursprünglichen Form von Samenpflanzen sind die Samenanlagen nicht in schützendes Fruchtblattgewebe eingeschlossen. Ginkgo ist ein zweihäusiger Baum (d.h. männliche und weibliche Pflanzen kommen auf zwei verschiedenen Bäumen vor). Er wird etwa 30 – 40m hoch und wächst zunächst schmal kegelförmig, später mit ausladender Krone. Die Rinde ist grob gefurcht bis netzfömig gerissen. Die fächerförmigen, meist gelappten Blätter haben parallele, gabelig verzweigte Nerven und färben sich zum Blattabfall leuchtend goldgelb.

Die unauffälligen Blüten werden bei männlichen und weiblichen Bäumen erst nach 20-30 Jahren ausgebildet. Die kugeligen weiblichen Samen färben sich goldgelb und erreichen 2,5 – 3cm im Durchmesser.

Warum weibliche Früchte müffeln

Die fleischige gelbe Außenschicht der weiblichen Samen riecht unangenehm nach Buttersäure; der innen liegende Samenkern (Ginnan) ist jedoch essbar und gilt in China als Delikatesse. Wenn die Früchte auf den Boden fallen und dabei zerplatzen, wird der Buttersäuregeruch frei, der auch beschrieben wird, als würde es nach Erbrochenem riechen. Da die Bäume erst 20 Jahre alt werden müssen, bis man weiß, ob sich ein Männlein oder Weiblein hinter der Borke versteckt, kann die erste Blüte dann zum bösen bzw. stinkigem Erwachen führen. So liest man in diversen Zeitungen auch immer wieder mal, dass Stadtverwaltungen ganze Alleen gefält haben oder es zu einem Nachbarschaftsstreit kommt, weil die einen die "Stinker" weg haben wollen, andere Anwohner die schönen Bäume aber dennoch ins Herz geschlossen haben.

Mehr dazu: In Essen stinken Ginkgos zum Himmel

Gewinnung

Die grünen Ginkgo-Blätter werden im Spätsommer geerntet, mit Warmluft getrocknet und zu Ballen gepresst. Das Material wird gemahlen und mit einem Wasser-Lösungsmittelgemisch (Aceton) extrahiert. Danach erfolgt ein Konzentrations-Schritt und - zur Entfernung von fettlöslichen Bestandteilen wie das Ginkgotoxin und die Ginkgosäuren - ein mehrstufiges Extraktionsverfahren. Schließlich wird der Extrakt zur Trockne konzentriert. Dieses Material wird gemahlen, gesiebt und zu Tabletten verarbeitet.

Bei den reifen Samen wird die äußere fleischige, unangenehm riechende Schicht entfernt, die Kerne werden gewaschen, kurz gedämpft und getrocknet.

Daneben gibt es zahlreiche andere Zubereitungen. Man sollte jedoch darauf achten, dass die Extrakte standardisiert wurden. Eingestellt wird auf 22-27% Flavonoidglykoside (Flavonole und Biflavone) und 5-7% Terpenlactone mit 2,8-3,4 % Ginkgolide A, B, C und 2,6-3,2% Bilobalid. Der Gehalt an Ginkgolsäuren, die stark hautreizend wirken und zu Magenunverträglichkeiten führen können, sollte unter 5 ppm liegen.

Quellen/Weitere Informationen

Quellen