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Granatapfel

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Granatapfel: Symbol für Leben und Fruchtbarkeit

Der Granatapfel ist bekannt als exotische Frucht und als Zutat in Fruchtsäften und Mixgetränken. Weniger bekannt sind seine vielfältigen gesundheitsfördernden Eigenschaften.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Die symbolträchtige Frucht

Bei der Zubereitung von Cocktails sticht die Zutat „Grenadine“ oft ins Auge. Dass dieser Sirup aus dem Granatapfel (Punica granatum) gewonnen wird, ahnen die wenigsten. Ursprünglich kommt der Granatapfel aus Zentralasien und wird heute in warmen Gefilden als Obst und Arzneipflanze angebaut. Aufgrund der lebhaft roten Kerne ist der Granatapfel Symbol für Leben und Fruchtbarkeit. Dem roten Fruchtfleisch wird nachgesagt, vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und degenerativen Alterserkrankungen schützen zu können. Aufgrund des überdurchschnittlich hohen Antioxidantiengehalts ist diese Wirkung des Granatapfels durchaus möglich. Neben dem herkömmlichen Granatapfel-Saft sind auch Kapseln mit dem Extrakt zum Einnehmen erhältlich.

Wogegen hilft Granatapfel?

Der Saft des Granatapfels hat viele positive Wirkungen

Der Granatapfelsaft enthält mehr Antioxidantien (Polyphenole und Gerbstoffe) als durchschnittlicher Rotwein. Aus diesem Grund wird der Granatapfel (-saft/-extrakt) zur Prävention von Herz-Kreislauf-Gefäß-Erkrankungen (wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Arteriosklerose u. a.) und von Alterserkrankungen beworben.

Erste Untersuchungen bestätigen diese Effekte, insbesondere die Daten zu den antioxidativen Eigenschaften überzeugen. Es ist durchaus plausibel, dass der Granatapfel die Gefäße schützt und degenerativen Alterserkrankungen vorbeugt. Auch zur Anti-Krebs-Wirkung liegen erste Daten vor. Der Saft aus dem Granatapfel scheint die Krebsentstehung zu hemmen, sowie das Vorschreiten von Prostatakrebs bei 83 % der Probanden zu verlangsamen.

Die Studienergebnisse mit Granatapfel-Produkten sind vielversprechend. Für gesicherte Aussagen gibt es zu wenig Studien, die zudem auch zu klein sind. Der Saft kann sicherlich zu einer gesunden Ernährung beitragen (½ bis ein Glas täglich). Sinnvollerweise sollte man Produkte wählen, die mit schonenden Verfahren behandelt wurden (z. B. Saft oder Gefriergetrocknetes).

Heilwirkung von Granatapfel

Anti-arteriosklerotische Wirkung

In Tierversuchen konnte eine anti-arteriosklerotische Wirkung für einen Fruchtschalenextrakt festgestellt werden. Außerdem wird ihm auch eine schützende Wirkung auf das gesamte kardiovaskuläre System nachgesagt. Studien lieferten bereits Hinweise, dass dies auch für die Anwendung am Menschen gilt. Eine Langzeitstudie am Menschen (mit ca. 10 Personen pro Gruppe) zeigt, dass der Saft des Granatapfels eventuell gegen das Fortschreiten von Arteriosklerose wirkt und sogar eine Reduktion der Verengung an der Halsschlagader bewirken könnte (in diesem Versuch bis zu 30 %).

Oxidativer Stress ist ein wesentlicher Faktor bei der Entstehung von Arteriosklerose (insbesondere die Oxidation von LDL). Die oxidativen Eigenschaften des Bluts sanken in mehreren Studien deutlich gegenüber der Kontrollgruppe ohne Granatapfelsaft. Der maximale Effekt wurde nach einem Jahr der Anwendung von Granatapfelsaft beobachtet. Eine weitere Ausdehnung der Behandlung auf 3 Jahre konnte den erreichten Zustand vollständig erhalten, hatte aber nur geringe zusätzliche Effekte.

Diabetes

Diabetes hat auf den Körper vielseitige Auswirkungen. Unter anderem ist es mit einem erhöhten oxidativen Stress und vermehrter Entwicklung von Arteriosklerose und Durchblutungsstörungen verbunden. Eine Studie an 10 Patienten mit einer milden Form von Diabetes (nicht insulinabhängig) für drei Monate reduzierte die Merkmale für einen oxidativen Stress und erhöhte die Kapazität des Körpers, auf diesen Stress neutralisierend zu reagieren. Auf der anderen Seite hatte der Konsum des Saftes (50 ml, Gesamtgehalt an Zucker 10 %) keine negative Wirkung auf den Zuckerspiegel im Blut.

Degenerative Erkrankungen

Für eine präventive Wirkung gegen degenerative Alterserkrankungen wie Alzheimer, Augen-, Gelenks-, und Gefäßerkrankungen, Makuladegeneration, Katarakt und anderem gibt es daher durchaus positive Argumente. Antioxidative Lebensmittel haben vermutlich auch positive Effekte bei Lebererkrankungen und der Prävention von Krebs (siehe unten).

Bluthochdruck

Der Granatapfelsaft gilt als blutdrucksenkend. Dies wurde auch in experimentellen Studien untersucht. Die erreichten Werte waren allerdings niedrig und lagen bei täglichem Konsum zwischen 5-10 % (systolischer Blutdruck).

Cholesterin

Eine cholesterinsenkende Wirkung von Granatapfelsaft wurde immer wieder untersucht. Die Werte waren auch bei längeren Studien sehr gering. Allerdings kann der Saft des Granatapfels die Oxidation von LDL-Cholesterin zu gefäßschädigenden Verbindungen verringern.

Granatapfel und Krebs

Der Granatapfel wirkt möglicherweise auch gegen Krebs. Diese Aussage stützt sich auf die antioxidativen und antientzündlichen Eigenschaften des Granatapfels sowie die Wirkung auf die Hormonproduktion (Östrogen). Einige Tierversuche, Laborversuche und eine klinische Studie mit Granatapfelsaft bestätigen die Vermutung.

In einer Studie an Männern mit Prostatakrebs reagierten jedoch nicht alle Patienten auf das Präparat. Nur in 4 von 46 Fällen sank der Spiegel von Krebsantigen PSA im Blut um 50 % während der Studienzeit. In der Regel war aber ein verlangsamtes Vorschreiten der Erkrankung zu verzeichnen – im Vergleich zu der Zeit vor Beginn der Behandlung.

Es ist anzunehmen, dass die Wirkung am ehesten durch eine Verlangsamung des Krebswachstums zu beschreiben ist (zytostatisch). Diese Wirkung kommt eventuell durch die antioxidativen und antientzündlichen Eigenschaften des Saftes zustande. Ob die verzeichnete Wirkung tatsächlich Folgen für das Überleben der Patienten hat, ist aber noch nicht bekannt.

Der Wissensstand ist derzeit für ernsthafte Therapiehoffnungen leider noch zu gering. Für die Prävention von Krebserkrankungen ist jedoch der Saft mit seinem hohen Gehalt an Polyphenolen, Gerbstoffen und anderen Antioxidantien viel versprechend.

Antibiotische Eigenschaft

Für zahlreiche Inhaltsstoffe (Tannine, Ellagitannine and Phenolsäuren) wurden antimikrobielle Eigenschaften gegen Bakterien, Pilze, Amöben (Entamoeba histolytica) und den Malariaerreger Plasmodium falciparum beschrieben. Eine Studie mit 60 Teilnehmern erreichte mit einem alkoholischen Trockenextrakt aus Granatapfel eine Reduktion der Zahl an lebensfähigen Bakterien im Zahnbelag um 84 %.

Traditionelle Anwendungen der Rinde

Die Wirkung gegen Würmer war schon im Altertum bekannt. Abkochungen der Wurzelrinde (gelegentlich mit Stammrinde, Blättern oder jungen Früchten) dienten bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts als Mittel gegen Bandwürmer. Laborversuche haben diese Wirkung bestätigt: Die Extrakte oder isolierten Inhaltsstoffe, insbesondere die enthaltenden Alkaloide (beispielsweise Pelletierin), lähmen und/oder töten parasitische Würmer. Bei uns ist die Anwendung des Granatapfels bei diesen Indikationen nicht gebräuchlich.

Zu beachten gilt außerdem: Die Alkaloide der Granatapfelrinde können im Darm aufgenommen werden und in hohen Konzentrationen zu unerwünschten Nebenwirkungen im Nervensystem führen.

Die Wirkung der Rinde gegen Durchfall beruht auf dem hohen Gerbstoffgehalt.

Der Granatapfel wird in den jeweiligen Ursprungsländern auch zur äußerlichen Behandlung von Hämorrhoiden, als Gurgelmittel bei Halsschmerzen und zur Behandlung von Zahnfleischproblemen angewendet.

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Maßgebliche Bewertungskommissionen: Kommission E, ESCOP, HMPC, WHO.

Für diese Anwendungsgebiete liegen eindeutige klinische Studien vor, um von einer Wirksamkeit auszugehen. Die Wirksamkeit wurde von mindestens einer der maßgeblichen Bewertungskommissionen (Kommission E/ESCOP/HMPC/WHO) verbindlich festgestellt.

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

  • Anti-Aging, Vorbeugung von Alterserkrankungen
  • Arteriosklerose-Prävention, Behandlung
  • Altersherz, Unterstützung
  • Diabetes-Begleiterkrankungen
  • Leberschutz
  • Plaque und Mundhygiene

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

  • Alzheimer, Demenz, Vorbeugung
  • Augenerkrankungen, Vorbeugung (Grauer Star, Makuladegeneration)
  • Durchfall, Magenprobleme
  • Herzkreislauferkrankungen, vorbeugend
  • Krebsprävention

Granatapfelrinde

  • Abtreibungsmittel (früher)
  • Gastritis („verdorbener Magen“)
  • Durchfall
  • Darmparasiten
  • Halsschmerzen (Gurgelmittel)
  • Hämorrhoiden (äußerlich)
  • Wunden: heilend und entzündungshemmend (Blätter und Rinde)
  • Zahnfleischprobleme

Granatapfelfruchtschalen

  • Durchfall (getrocknete Fruchtschalen oder Fruchtfleisch)
  • Darmparasiten, Würmer
  • Magenprobleme: „verdorbener Magen“ (getrockneten Fruchtschalen oder das Fruchtfleisch)
  • Zahnfleischentzündung

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Granatapfel-Saftprodukte gibt es als Kapseln zum Einnehmen, Granatapfelextrakte sind außerdem in Hautpflegeartikeln enthalten. Dabei wird eine schützende (antioxidative) sowie entzündungshemmende Eigenschaft beworben.

Dosierung

Granatapfelrindenfluidextrakt:

Mittlere Dosis: gegen Bandwürmer werden 20 g des Extrakts (EB 6) eingesetzt.

Granatapfelsaft

Die klinische Studie über Granatapfelsaft bei Prostatakrebs setzte 180-240 ml des Fruchtsaftes (mit einem Gehalt von 280–570 mg/l Polyphenolen) ein. Wegen der besseren Bioverfügbarkeit soll der Saft außerhalb der Mahlzeiten getrunken werden. Den gleichzeitigen Konsum von Milch sollte man vermeiden.

Aufbewahrung

Dank der derben Schale lässt sich der Granatapfel bis zu einem halben Jahr gekühlt lagern.

Wirkstoffe

Wichtige Inhaltsstoffe
  • Flavonoide: Anthocyane, Proanthocyanidine
  • Flavonole: Quercetin
  • Flavanole: Catechine und Epicatechine
  • Tannine: Gallo- bzw. Ellagitannine (bis zu 28 %, hauptsächlich Punicalin und Punicalagin)
  • Mineralien

Fruchtschalen:

Wurzeln, Rinde, Blätter und junge Früchte:

  • Alkaloide: Piperidinalkaloide wie Pelletierin (= Isopelletierin) und N-Methylisopelletierin, Homotropanalkaloid (Pseudopelletierin)