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Griffonia: Nebenwirkungen

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Während der Studien wurden verschiedene Nebenwirkungen notiert: Schwindel, Übelkeit, Blähungen, Durchfall, Magenschmerzen, Muskelschmerzen, Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Schwindel. Durch langsame Hochdosierung sollen sich die Nebenwirkungen vermeiden lassen.

Durch zu schnelle zu hohe Dosierung stellen sich mitunter paradoxe Reaktionen wie Unruhe, Aufgeregtheit und Wachheit ein. Diese Beschwerden klingen durch eine Korrektur der Dosierung ab.

Personen mit Magersucht, geringem Gewicht und Appetit sollten 5-HTP nicht einnehmen. Bei Patienten mit Geschwüren im Magendarm-Bereich und Blutanomalien ist Vorsicht geboten. Der Stoff könnte Blutbildveränderungen verursachen.

5-HTP führt mitunter zu Benommenheit. Vorsicht im Straßenverkehr!

Es fehlen genauere statistische Daten zur Giftigkeit an einem größeren Personenkollektiv. Nicht eingenommen werden sollte 5-HTP zur Sicherheit nicht von Personen mit schweren Erkrankungen von Entgiftungsorganen Leber und Niere, Schwangeren, Stillenden, Personen mit Autoimmunkrankheiten, Allergien.

Eosinophilie-Myalgie Syndrom
5-HTP ist mit der natürlichen Aminosäure Tryptophan eng verwandt.

Mit der Einnahme eines bestimmten Tryptophan-Produkts wurde in der Vergangenheit das so genannte Eosinophilie-Myalgie Syndrom (EMS) in Verbindung gebracht. EMS äußert sich mit Blutbildveränderungen, starken Muskelschmerzen, schweren Hautveränderungen, Krämpfen, Fieber und Schäden an Herz und Lunge. Als Ursache vermutete man eine Verunreinigung in den Präparaten. Dies führte zu einer Marktrücknahme Tryptophan-haltiger Schlafmittel im Dezember 1989 und ein Verbot durch die FDA.

Wegen der biochemischen Verwandtschaft zu Tryptophan wurde 5-HTP deswegen ebenfalls untersucht. Analysen haben gezeigt, dass die Verunreinigung auch in 5-HTP enthalten ist, aber in geringerem Maße (3-15%) und zwar sowohl in synthetischen als auch natürlichen Quellen (Griffonia).

Zehn EMS-Fälle in Zusammenhang mit 5-HTP sind bis 1998 bekannt, daher wurde auch dieses Produkt vom Markt genommen. Da der Zusammenhang jedoch nicht schlüssig bewiesen werden konnte, ist der Stoff wieder verkäuflich. Von 1999 bis 2006 wurden keine weiteren Fälle bekannt. Auch in den vorhandenen Studien trat das Krankheitsbild nicht auf.

Vorsichtige Stimmen argumentieren, dass statistische Untersuchungen an einem größeren Patientenkollektiv fehlen. Es wäre möglich, dass die Serotoninvorstufen 5-HTP und Tryptophan nur bei Menschen mit bestimmten seltenen genetischen Veranlagungen EMS auslöst.

Nahrungsergänzungsprodukt oder Medikament?
5-HTP ist ein Nahrungsergänzungsprodukt und kein Arzneimittel. Man begründet dies, dass 5-HTP ein Stoff sei, der auch im Körper natürlicherweise vorkommt. Zu beachten gilt, dass Botenstoffe an den “falschen Stellen” oder in erhöhten Mengen ebenfalls schädliche Wirkungen haben können.

Das meiste über den Darm aufgenommene 5-HTP wird bereits in der Leber in Serotonin umgesetzt. Von dort gelangt es in Blut, Herz und Lunge. Ein großer Teil des Serotonins wird in der Lunge abgebaut. Serotonin kann wegen der Blut-Hirnschranke nicht ins Gehirn aufgenommen werden, nur ein kleiner Teil 5-HTP, der noch nicht umgesetzt wurde.

Serotonin im Körper
Der Körper hat bei künstlicher Zufuhr von 5-HTP nicht viele Möglichkeiten zur Regulation der Serotoninmenge. Bei oraler Aufnahme entsteht bereits im Darm eine große Menge an Serotonin. Da dieser Botenstoff auch hier Signalfunktion hat, kommt es zu Nebenwirkungen: Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Diese Nebenwirkungen sind gut dokumentiert und die häufigsten von der WHO für 5-HTP registrierten.

Ein zu hoher Serotoninlevel im Blut über lange Zeiträume kann das Herz und andere Gewebeschädigen (Bindegewebswucherungen, Vernarbungen). Diese Nebenwirkung ist aus Tierversuchen bekannt.

Neue Präparate
Um diese möglichen Gefahren zu verhindern, setzt man häufig eine Substanz zu, die das vorzeitige Umwandeln von 5-HTP in Serotonin verhindert: PDI (Aromatische-L-Aminosäure-Decarboxylase-Inhibitor). Damit gelangt der Stoff in hoher Konzentration in das Gehirn.

Serotonin-Überschuss im Gehirn
Hat das 5-HTP das Gehirn erreicht, wird es in Serotonin umgesetzt. Zu viel Serotonin im Gehirn führt zu dem so genannten Serotonin-Syndrom. Dieses Syndrom kann prinzipiell bei allen Medikamenten, die in die Serotoninwirkung eingreifen, eintreten, weswegen diese Arzneimittel unter ärztlicher Kontrolle verschrieben werden.

Bei Auftauchen folgender Symptome sollten sie das Produkt absetzen:

  • paradoxe Unruhe- oder Angstzustände
  • grippeähnlichen Symptome
  • Zittern und gesteigerte Reflexe bis zu Krämpfen
  • Herzklopfen, Herzbeschwerden
  • Übelkeit, Durchfall, Erbrechen
  • Schwitzen
  • Schnelle Atmung
  • Störung des Bewusstseins, Halluzinationen

Wechselwirkungen

5-HTP sollte nicht zusammen mit anderen Medikamenten, die in den Serotonin-Stoffwechsel eingreifen (MAO-Hemmer, selektive Sereotonin-Wiederaufnahme-Hemmer), eingenommen werden, denn dann besteht die Gefahr eines Serotonin-Überschusses (Serotonin-Syndrom).

Der Stoff kann die Wirkung von Antidepressiva und Beruhigungsmitteln unkontrolliert verstärken. Nicht zusammen mit Johanniskraut-Produkten einnehmen. Auch einige Schmerzmittel (Tramadol, und Schmerzmittel aus der Familie der Triptane) sollen nicht zusammen mit 5-HTP konsumiert werden.

Vitamin-B6 fördert die Umwandlung von 5-HTP zu Serotonin und verstärkt die Wirkung.

Serotonin ist auch in der Blutgerinnung involviert. Der Stoff 5-HTP sollte daher zur Sicherheit nicht mit Medikamenten kombiniert werden, die die Blutgerinnung erniedrigen (Beispiel Aspirin).