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Welche Nebenwirkungen hat Hafer?

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) warnte in einem Artikel aus dem Jahr 2000 davor, Hafer bei bestimmten Erkrankungen gegen Getreideeiweiss (Zöliakie und Sprue) zu verzehren. Denn Zöliakie- und Sprue-Patienten sind auf eine glutenfreie Ernährung angewiesen und müssen daher glutenhaltiges Getreide meiden. Das in vielen Getreidearten vorkommende Eiweiss Gluten (ein sogenanntes Kleberprotein) kann durch eine Reaktion mit dem Abwehrsystem zu schweren Veränderungen der Dünndarmschleimhaut führen, wodurch die Funktion des Dünndarms gestört wird. Weizen enthält zwar größere Mengen des schädlichen Prolamins (einem Bestandteil des Glutens) als Hafer, dennoch empfiehlt die DGE, bei den genannten Erkrankungen auch Hafer zu meiden. Zu dieser Zeit gab es noch keine Langzeitstudien, welche die Unschädlichkeit von Hafer für Zöliakie- und Spruepatienten eindeutig belegten.
Inzwischen wurde in Finnland eine Studie an erwachsenen Zöliakie-Patienten über 5 Jahre durchgeführt, bei der durch den mäßigen Verzehr von Hafer keine Schäden an der Schleimhaut des Zwölffingerdarms festgestellt wurden. Auch die Konzentrationen bestimmter Antikörper wurde nicht beeinflusst. Allerdings befanden andere Fachleute diese Studie als nicht allzu aussagekräftig. 2004 wurden Ergebnisse einer klinischen Studie an Kindern, die an Zöliakie litten, veröffentlicht. Diese hatten über ein Jahr entweder eine glutenfreie Diät oder eine glutenfreie Diät mit täglich 25 – 50 g Hafer erhalten. Hierbei wurde festgestellt, dass kleine Mengen Hafer in der glutenfreien Diät weder die Heilung der Dünndarmschleimhaut noch die Regulation des Abwehrsystems verhindert. Doch zur genauen Bestätigung der Unschädlichkeit von Hafer sind weitere langfristige Studien notwendig.