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Botanischer Steckbrief von Hagebutte

Heckenrose: Vitamine und Umzäunung

Gegen wilde Tiere und Angreifer friedeten die Menschen früher ihr Gelände vorzugsweise mit stachelig-abweisenden Büschen ein. Der alte Begriff für ein so umzäuntes Gelände ist „Hag“. Die Hagebutte und Hagedorn (Weißdorn) tragen immer noch den Namensvorsatz. Der lateinische Name Rosa canina wird mit „Hundsrose“ übersetzt. Das bedeutete im damaligen Sprachgebrauch so viel wie „hundsgemein“ und überall zu finden. Die Hagebutten waren also für jedermann verfügbar, daher kein Wunder, dass sie auch zu gesundheitlichen Zwecken eingesetzt wurde. Sie finden auch den Weg in die Küche. Es lassen sich schmackhafte Marmeladen oder Fruchtweine damit zubereiten.

Aussehen und Herkunft

Die Hundsrose ist ein 2 bis 3 m hoch werdender Busch. Die Äste können aber wegen des schwachen Holzes kaum stehen, sie hängen über. Genau genommen handelt es sich um einen Spreitzklimmer“. Der Busch kann also an anderem Buschwerk oder Bäumen hochranken. Dabei haken sich die stachelbewehrten, langen Äste bei anderen Gewächsen ein. Über die Jahre entstehen dicht verzweigt und undurchdringliche Hindernisse, so wie es im Märchen „Dornröschen“ beschrieben ist. Die Pflanze ist sehr ausdauernd und soll bis zu 300 Jahre alt werden. Wenn man der Rose keinen Einhalt gebietet, bewurzeln sich die herabhängenden Äste und die Heckenrose nimmt sich mehr und mehr Raum.

Die Blätter sind unpaarig gefiedert mit fünf bis sieben Blättern. Blätter und Blüten von Rosa canina sind sehr formenreich und es sind viele Sippen beschrieben. Mitunter bilden sich auch mit Wildrosen Bastarde, so dass die Zuordnung nicht immer eindeutig ist. Im Mai bis Juni zeigt der Busch meist in üppiger Fülle die fünfzähligen Rosenblüten. Die wilde Rose ist nie gefüllt, bildet jedoch eine Vielzahl von Staubgefäßen. Die Insektengäste suchen Nektar vergeblich, die Heckenrose bietet den Besuchern aber nur Pollen an, den dafür reichlich. Das Farbspektrum reicht von weiß bis dunkel rosa. Die lebhaft roten, elliptischen Früchte zieren den Busch oft den ganzen Winter.

Heimat

Die Hundsrose ist in Europa bis Asien zu Hause. In Nordamerika wurde die Heilpflanze eingebürgert.

Pharmakologisch verwendete Teile

Rosenfrüchte

Hagebutten bestehen aus einem dünnen Fruchtmantel, der zahlreiche Nussfrüchte schützend umgibt. Sammelnussfrucht nennt der Botaniker diese Besonderheit. Die Nüsschen sind sehr hart, gelblich beige und mehrkantig. Aktuell ist die Verwendung des roten Fruchtfleisches ohne Nüsschen und Haare (= Hagebuttenschalen, Rosae pseudofructus). Früher nutzte man auch die getrockneten Samen (= Hagebuttenkerne/-samen, Rosae fructus). Während Hagebuttenschalenpulver rot gefärbt ist, lässt sich das Samenmehl der gelblichen Farbe erkennen.

Rosenöle

Für das Samenöl nutzt man meist nicht R. canina sondern R. moschata. Beliebt ist es bei Falten und zur Behandlung von Narben. Begehrt auch das duftende ätherische Öl aus Rosenblüten, es wird aus Essigrose und der Damaszener-Rose (R. damascena) hergestellt. Es soll eine beruhigende und stimmungsaufhellende Wirkung entfalten (Aromatherapie).

Rosenblüten

Die Rosenblüten in Teemischungen werden aber meist von der Essigrose (R. gallica) und der gefüllten Kreuzung R. × centifolia genommen. Man nutzt sie auch zur Behandlung von geringfügigen Entzündungen auf der Haut, Mund- und Rachenschleimhaut.

Gewinnung

Die Hagebuttenfrüchte werden geerntet, wenn sie rot werden. Das ist sehr spät im Jahr, etwa Oktober oder November. Sie sollten aber keinen Frost abbekommen, denn dabei verringert sich der Gehalt an Vitamin C, vielen Flavonoiden sowie Antioxidantien.

Wer sich die Zeit nimmt, kann die Heckenrosenfrüchte selbst von den stacheligen Zweigen ernten. Die Zubereitung ist allerdings aufwändig, müssen doch die harten Kerne aus den halbierten Früchten geschabt werden. Die Fruchthälften trocknet man sehr schonend bei 40°C. Die hart gewordenen Hagebuttenschalen können anschließend zu Pulver vermahlen werden.

Quellen/Weitere Informationen

Quellen