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Hefe

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Hefe gegen Durchfallerkrankungen

Hefe hilft bei Durchfallerkrankungen und anderen Darmbeschwerden.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Unter Hefe (Saccharomyces cerevisiae/ S. boulardii, Torula utilis) versteht man Pilzorganismen, die auf Kohlenhydrate spezialisiert sind. Im Alltag finden sie reichlichen Einsatz, hauptsächlich zum Brauen und Backen oder als Geschmacksträger. Doch auch zur Behandlung verschiedener Beschwerden wird Hefe eingesetzt. Sie trägt zu einem gesunden und starken Darm-Milieu bei, weshalb sie häufig bei Durchfallerkrankungen und zur Darmsymbiose-Lenkung empfohlen wird. Dabei wirkt die Hefe offenbar vielseitig im Darm: Sie ist in der Lage bakterielle Toxine zu binden, gleichzeitig reduziert sie das Anheften von Krankheitserreger an der Darmwand und fördert deren Ausscheidung. Hefe-Präparate können sowohl prophylaktisch, beispielsweise als Schutz vor Reisedurchfall, als auch akut eingenommen werden. Dazu stehen Präparate in Form von Tabletten zur Verfügung, alternativ kann man auf Trockenextrakte ausweichen.

Wogegen hilft Hefe?

Zahlreiche Studien haben die Wirkung von Hefe auf die Gesundheit bisher untersucht.

Die Einnahme von Hefe (insbesondere „lebender“ Präparate mit S. boulardii) konnte die Zahl der Durchfallerkrankungen, die nach einer antibiotischen Therapie auftraten, um den Faktor 2-3 reduzieren. Bis dato scheint diese Behandlung eine der besten Therapien gegen diese Erkrankung zu sein.

Auch Durchfälle durch Magen-Darm-Infektionen bei Kindern und Erwachsenen können durch Hefepräparate etwas gesenkt werden. Vorläufige Untersuchungen zeigen auch positive Effekte durch Hefe begleitend zur Standardtherapie bei entzündlichen Darmerkrankungen.

Eine Wirkung auf Haar und Haut wird wegen des Gehalts an B-Vitaminen propagiert. Hefe kann aber bestenfalls einen Beitrag zur Vitaminversorgung leisten. Zur Behebung eines akuten Vitamin B-Mangels müssten erhebliche Mengen eingenommen werden.

Die Behandlung mit Hefe hat großes Potential, aber derzeit gibt es zu der tatsächlichen Wirkstärke im Menschen zu wenige Daten. Das Risiko der Behandlung ist gering. Nur Personen mit lebensbedrohlichen Erkrankungen, unterdrücktem Immunsystem und Kathetern sollten auf Hefe verzichten.

Heilwirkung von Hefe

Vielfalt im Darm

Wie viele verschiedene Organismen im menschlichen Darm leben, lässt sich schwer sagen, da sich die meisten Arten im Labor nicht kultivieren lassen. In jeder neuen Untersuchung wird die Artenvielfalt immer wieder nach oben korrigiert. Zählungen lassen vermuten, dass pro Gramm Darminhalt etwa 300 000 000 000 (3 x 1011) Mikroorganismen-Zellen leben. Sie stammen aus verschiedenen Verwandtschaftsgruppen (nach aktuellen Schätzungen 300-400 verschiedenen). Erstaunlicher Weise hat jeder Mensch seine eigene Artenkombination.

Der Körper investiert enorme Energie in das Immunsystem im Darm. Untersuchungen zeigen, dass für die Ausbildung einer gesunden Immunität die Stimulierung durch Keime der Darmflora entscheidend mitverantwortlich ist.

Die Mischung macht's

Die meisten Organismen im Darm sind harmlos. Es gibt jedoch zahlreiche Bakterien, Pilze und Viren, die ab und zu die Oberhand gewinnen und dann den Darm über Toxine oder Stoffwechselprodukte schädigen. Viele stören die Barriere der Darmwand oder/und reizen das Immunsystem.

Für die Verdauung ist also eine gesunde Darmflora notwendig. Es sind bereits viele Organismen bekannt, die in der Lage sind, ein gesundes Milieu zu erzeugen, wodurch auch das Wachstum von Krankheitserregern gebremst wird.

Warum Hefe?

Hefen sind normalerweise im Darm in der Unterzahl. Nur 0,1% der Organismen dort zählen zu den Hefen. Allerdings haben Hefen eine Reihe von besonderen Eigenschaften, die sie für die Symbioselenkung auszeichnen: Die Magensäure ist ein natürlicher Schutz des Körpers vor den über die Nahrung zugeführten Mikroorganismen. Hefen sind hier erstaunlich stabil und überleben kurzzeitige Säureschwankungen in relativ großer Zahl. Selbst Gefriertrocknung überstehen Hefen. Sie kann als trockenes Pulver für einige Zeit gelagert werden. Für einige Anwendungen reichen außerdem auch die toten Zellen.

Zahlreiche Effekte

Über die Wirkungsweise der Hefe im Darm hat man durch Labor- und Tierversuche zahlreiche Hinweise erhalten.

Hefe ist offensichtlich in der Lage, bakterielle Toxine zu binden oder durch Enzyme zu zerstören.

Außerdem scheint die Hefe das Anheften von Krankheitserregern an die Darmwand zu vermindern: Viele Bakterien werden an die Hefezellwand gebunden. Das verhindert ihre Vermehrung und fördert ihre Ausscheidung.

Daneben haben Hefen einen Einfluss auf die Immunantwort des Menschen auf bakterielle Reize. Die Schleimhaut gab nach der Behandlung mit Hefe eine größere Menge an Antikörpern ab. Auch entzündungslindernde Eigenschaften sind von Hefe bekannt und untersucht.

Daneben steigerte sich bei Einnahme von Hefe die Menge an zuckerspaltenden Enzymen im Darm um etwa 80 %. Dies dürfte eine schwache Verdauung und den Appetit anregen.

Hefe stimuliert außerdem Erneuerungsprozesse der Dünndarm-Schleimhautzellen.

Hefezellwände sind für den Menschen unverdaulich. Sie sind Substrat für das Wachstum bestimmter Bakterien und gelten daher als prebiotisches Lebensmittel.

Verlauf

In der Regel werden die Hefe - Präparate vorbeugend eingenommen – also vor dem Entgleisen des Gleichgewichts. Nach drei Tagen stellt sich die maximale Hefe-Konzentration im Darm ein. Wird das Präparat abgesetzt, wird die Hefe jedoch innerhalb von 2-5 Tagen wieder ausgeschieden. Das veränderte Darmmilieu (gemessen an einer Butyrat-Produktion) war bis 9 Tage nach Ende der Behandlung nachweisbar.

Hefe und Durchfall

Die Einnahme von Hefepräparaten kann in vielen Fällen den Durchfall noch verhindern. Der besondere Vorteil der Therapie: Hefe ist als Pilz gegen antibakterielle Antibiotika resistent und ist daher für diese Indikation bestens geeignet.

Auch allgemein gegen wiederkehrende Durchfälle wird Hefe erfolgreich eingesetzt.

Reisedurchfall wird meist durch Enterotoxin-produzierende Escherichia coli, Shigella and Salmonella-Arten hervorgerufen. Eine präventive Gabe der Hefe Saccharomyces boulardii war moderat effektiv und senkte die Rate der Durchfälle von 40 auf 34 %.

Durchfälle bei Kindern sind eine häufige Erscheinung. Studien mit einem Hefepräparat konnten die Krankenhausaufenthalte, die Dauer der Aufenthalte und die Rückfälle etwas reduzieren.

Entzündliche Erkrankungen

Erste Studien zeigen auch eine positive Wirkung von Hefepräparaten bei entzündlichen Erkrankungen im Magen-Darmbereich. Es gibt bereits kleinere klinische Pilotstudien, größere klinische Untersuchungen fehlen noch.

Wenn Infekte mit Antibiotika behandelt werden, sterben nicht nur die Erreger, sondern auch alle anderen empfindlichen Bakterien. Dadurch wird die normale und gesunde bakterielle Besiedlung empfindlich gestört. Dann machen sich unerwünschte Keime wie das Bakterium Clostridium difficile breit. Dies kann zu Durchfällen nach einer antibiotischen Therapie führen.

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Maßgebliche Bewertungskommissionen: Kommission E, ESCOP, HMPC, WHO.

  • Akne und Furunkulose
  • Aufbau der Darmflora nach Antibiotikabehandlung
  • Vorbeugung und Behandlung von Durchfall

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

  • Infektionen des Magen-Darm-Trakts durch Viren, Bakterien, Amöben- und Geißeltierchen
  • Verdauungsschwäche von Kohlehydraten
  • Vitamin B-Mangel

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

  • Hauterkrankungen, Juckreiz, Ekzeme
  • entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn und Colitis ulcerosa)
  • Verstopfung, Regulation der Verdauung

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Verarbeitet werden meist Hefen, die gärunfähig sind oder durch hohe Temperatur gärungsinaktiv gemacht wurden. Die Überlebensfähigkeit der Zellen in verschiedenen Präparaten unterscheidet sich oft erheblich. Man sollte daher auf besondere pharmakologische Zubereitungen (Ummantelung, Schutzstoffe, Gefriertrocknung, Presslinge) achten.

Die Tabletten sind mit ausreichend Flüssigkeit (nicht heiß) einzunehmen. Nicht mit Alkohol einnehmen.

Faex medicinalis (Medizinische Hefe) DAB 6: entbitterte, untergärige Bierhefe, frische oder getrocknete (bis zu einer Temperatur von 40°C) und dann gepulverte Zellen. Je nach Herstellung lebensfähige oder tote Zellen.

Hefe-Dickextrakt DAB 7: ist ein dunkelbrauner, dickflüssiger, durch Selbstverdauung gewonnener Extrakt von würzigem Geschmack; er enthält keine lebensfähigen Zellen.

Hefe-Trockenextrakt DAB 7: hellbraunes Pulver mit charakteristischem Geruch. Aus entbitterter Bierhefe oder Presshefe (Bäckerhefe) durch Selbstverdauung gewonnener und mit gärunfähiger Trockenhefe versetzter Extrakt. Er wird zur Trockenhefe eingedampft und enthält keine lebenden Zellen.

Gefriergetrocknete Hefe: Kultivierte Hefe (Saccharomyces boulardii) schonend gefriergetrocknet. Enthält lebensfähige Zellen.

Kräuterhefe: Candida utilis wird auf zuckerhaltigen Naturprodukten wie Rübendicksaft, zusätzlich mit vergorenen Auszügen aus Kräutern und Gemüse kultiviert (z. B: Brennnesseln, Löwenzahn, Melisse, Salbei, Artischocken, Karotten, Schwarzen Johannisbeeren, Holunderbeeren, Weizenkeimen). Die Hefezellen lässt man zerplatzen und nutzt dann die flüssige Lösung. Es sind keine lebensfähigen Zellen enthalten.

Dosierung

Gefriergetrocknete Hefepräparate sollten kühl und trocken gelagert werden. Hefen überleben in diesem Zustand nicht beliebig lang und es ist daher auf das Verfallsdatum zu achten.

Dosierung

Gefriergetrocknete Hefepräparate sollten kühl und trocken gelagert werden. Hefen überleben in diesem Zustand nicht beliebig lang und es ist auf daher auf das Verfallsdatum zu achten.

Bierhefe

Pro Tag kann eine Dosis von 1- 6 g getrockneter Hefe eingenommen werden.

Die Einnahme sollte noch einige Tage nach Beendigung des Durchfalls fortgesetzt werden.

Bei Vitamin B-Mangel empfiehlt man Mengen von 10-20 g Hefe täglich.

Gefriergetrocknete Zubereitungen aus Saccharomyces cerevisiae mit einer Zahl von 1,8 x 1010 lebensfähigen Zellen pro Gramm Pulver:

Vorbeugung von Reisedurchfall: 250-500 mg

Akne: 750 mg

Bierhefe

Pro Tag kann eine Dosis von 1- 6 g getrockneter Hefe eingenommen werden.

Die Einnahme sollte noch einige Tage nach Beendigung des Durchfalls fortgesetzt werden.

Bei Vitamin B-Mangel empfiehlt man Mengen von 10-20 g Hefe täglich.

Gefriergetrocknete Zubereitungen aus Saccharomyces cerevisiae Hansen CBS 5926 mit einer Zahl von 1,8 x 1010 lebensfähigen Zellen pro Gramm Pulver

Vorbeugung von Reisedurchfall: 250-500 mg

Akne: 750 mg

Wirkstoffe

  • Zucker (36%): Kohlenhydrate, Zucker, Ballaststoffe (Glucane, Mannane, Glykogen, Chitin)
  • Stickstoffhaltige Verbindungen (50%): Zellproteine, Enzyme, Aminosäuren
  • Vitamine (vor allem der B-Gruppe): Folsäure, Nicotinsäureamid, Pantothensäure, Pyridoxin, Riboflavin, Thiamin
  • Ubichinon: Coenzym Q6
  • Lipide (2-3%): Sterole (Ergosterol und Zymosterol), Phospholipide
  • Mineralstoffe: Natrium, Calcium, Kalium, Magnesium, Phosphor
  • Spurenelemente: Chrom , Eisen, Mangan, Zink, Kupfer, Kobalt