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Pflanzenprofil der Heidelbeere

Genuss für fleißige Leute

Wer schon einmal Heidelbeeren gesammelt hat, weiß, dass es viel Arbeit ist, von diesen winzigen schwarzblauen Früchten einen ganzen Topf zu füllen. Aber es lohnt sich, gibt es nicht nur viele schmackhafte Rezepte, die blau-violette Frucht enthält außerdem viele gesunde Inhaltsstoffe. Wer davon nascht, den verrät eine blaue Zunge.

Aussehen und Herkunft

Die Heidelbeere (Vaccinium myrtillus) ist ein bis zu 80 cm hoher Kleinstrauch mit kriechender Sprossachse und grünen, kantigen Stängeln. Durch die Ausläufer kann eine einzelne Pflanze die beeindruckende Fläche von mehr als 1.000 qm bedecken. Die kleinen, eiförmigen Blätter tragen am Rand feine Zähne und sind im Herbst lebhaft rot gefärbt. Sie werden später bei der Heidelbeere abgeworfen, die Preiselbeere dagegen behält die Blätter auch im Winter. Glockige weißliche Blüten zeigen ganz deutlich die Zugehörigkeit zur Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae). Im Spätsommer reifen die Beeren, dabei bilden die Blütenreste einen Krater, so dass die Heidelbeere nicht ganz kugelig ist.

Spezialist der schattigen Ecken

Die Heidelbeere ist typisch für kühle gemäßigte Klimaregionen der Nordhalbkugel (verbreitet in Europa, Asien, Nordamerika). Sie liebt saure, nährstoffarme Böden und kommt auch im lichten Unterholz noch zurecht. Heidelbeeren werden häufig vom Wildstandort gesammelt. Es gibt aber neuere Sorten mit größeren Beeren, die sich für Plantagenanbau eignen. Kultiviert werden sie in den USA und Kanada, sowie in Chile, Argentinien, Neuseeland und Australien. In Europa sind die Hauptanbaugebiete der Heidelbeere in Deutschland, Polen, den Niederlanden, Frankreich und Spanien.

Große Beeren für große Märkte

Die Kulturheidelbeere hat aber die blauen Inhaltsstoffe nur in der Schale, während bei der europäischen Form die gesamte Frucht gefärbt ist. Auch vom Aroma kann die gezüchtete Heidelbeere nicht mithalten, dafür hat sie weniger Säure und die Beeren sind größer.

In der Heilkunde verwendet werden meist die getrockneten, reifen Heidelbeeren (Myrtilli fructus), früher auch die Blätter (Myrtilli folium).

Ähnlichkeit zu anderen Beeren

Die Rauschbeere (V. uliginosum) hat ähnliche Inhaltsstoffe und wird auch traditionell wie Heidelbeere eingesetzt. Preiselbeere (V. vitis-idaea) enthält viel Gerbstoffe, Proanthocyanidine und Arbutin. Preiselbeerblätter sind ähnlich wie die der Bärentraube ein traditionelles diuretisches Mittel gegen Harnwegsinfekte.

Interessanterweise kann sich die Heidelbeere mit der verwandten Preiselbeere kreuzen, was allerdings nur selten vorkommt.

Gewinnung

Heidelbeeren reifen von Juli bis August. Nach der Ernte erfolgt eine Lufttrocknung im Schatten oder unter künstlicher Wärmezufuhr. Heidelbeeren werden auch entsaftet. Saft wird durch Gefriertrocknung konzentriert und haltbar gemacht. Wegen der schwankenden Qualitäten ist das Produkt idealerweise auf den Anthocyaningehalt standardisiert.

Mitunter werden die Früchte mit Ethanol oder Methanol extrahiert und die Anthocyanoside daraus isoliert. Der Extrakt wird unter dem Namen Heidelbeeranthocyane, VMA gehandelt.

Quellen/Weitere Informationen

Quellen