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Hopfen

© C. Heyer/PhytoDoc

Beruhigt einschlafen mit Hopfen

Die beruhigende und schlaffördernde Wirkung des Hopfens ist schon seit Jahrhunderten bekannt.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Hopfen und Malz, Gott erhalt’s!

Nicht nur für Anhänger der Bierkultur ist Hopfen (Humulus lupulus L.) ein Segen. Bei Nervosität, Angst und Schlafstörungen konnte die Pflanze ihre beruhigende Wirkung schon jahrhundertelang unter Beweis stellen. Die Verdauung wiederum kann durch Hopfen nicht beruhigt, sondern angekurbelt werden. Das liegt am hohen Gehalt von Bitterstoffen. Die Inhaltsstoffe Humulon und Lupulon sollen neben ihren schlaffördernden Eigenschaften außerdem antibakteriell wirken und werden daher im Brauwesen als Konservierungsmittel genutzt. Traditionell wird Hopfen daher auch zur Behandlung von Wunden eingesetzt, wissenschaftliche Studien zur Wirksamkeit fehlen aber bisher. In der Apotheke werden die weiblichen Hopfenzapfen geschnitten oder als Pulver zur Teezubereitung verkauft, am wirksamsten sind jedoch pharmakologische Trockenextrakte in Tablettenform.

Wogegen hilft Hopfen?

Hopfen als Beruhigungsmittel hat eine lange Anwendungstradition. Auf Grund dieser allgemein anerkannten Eigenschaft hat die Kommission E die Wirkung der Heilpflanze Hopfen bei Befindlichkeitsstörungen wie Unruhe, Angstzustände und Schlafstörungen voll anerkannt. Sie ist bisher jedoch nur im Tierversuch nachgewiesen. Klinische Studien am Menschen mit reinen Hopfenprodukten gibt es bisher nicht. In Kombination mit Baldrian nahm die Einschlafzeit in einer kleinen Studie mit je 10 Patienten pro Gruppe von 45 auf 12 Minuten ab. Diese Kombination wirkte deutlich besser als die Baldriangruppe mit 23 Minuten.

Eine Kombination aus verschiedenen anderen beruhigenden Heilpflanzen (Baldrian, Melisse, Passionsblume, Lavendel u.a.) ist sinnvoll, da so bei Beachtung der richtigen Menge - meist ohne eine Zunahme an Nebenwirkungen - häufig eine bessere Wirkung erzielt werden kann.

Die anregende Wirkung auf die Verdauung durch Hopfen ist ebenfalls nicht bewiesen, gilt aber durch den hohen Gehalt an Bitterstoffen als sehr wahrscheinlich.

Substanzen aus dem Hopfen werden derzeit intensiv untersucht. Weitere Eigenschaften der Heilpflanze Hopfen sind bisher in Laborversuchen beschrieben worden: antioxidative und entgiftende Wirkung, Anticancerogene-Wirkung und Hemmung der Krebsentstehung, entzündungshemmende Wirkung und eine antibiotische Wirkung. In Experimenten vermindern Substanzen aus dem Hopfen die Entstehung von Genschäden, verstärken die Wirkung von Antibiotika und Chemotherapeutika. Ohne weitere Versuche können diese Ergebnisse der Heilpflanze Hopfen aber nicht direkt auf den Menschen übertragen werden.

Heilwirkung von Hopfen

Laut Volksmedizin besitzt Hopfen antibakterielle, krampflösende, appetitfördernde und hormonartige Eigenschaften. Die therapeutischen Anwendungsschwerpunkte liegen heutzutage auf den schlafanstoßenden und beruhigenden Effekten.

Die beruhigende Aktivität beruht anscheinend auf 2-Methyl-3-buten-2-ol. Dieser Stoff ist im Hopfen zunächst gar nicht vorhanden und entsteht bei der Lagerung oder erst im Körper aus den Inhaltsstoffen Humulon und Lupulon. Hopfen ist nicht nur schlaffördernd, sondern soll auch bei Beschwerden beim Wasserlassen (Miktionsbeschwerden) krampflösend und beruhigend wirken.

Die genannten Verbindungen Humulon und Lupulon wirken in Laborversuchen antibakteriell. Der Hopfen eignet sich daher auch als Konservierungsmittel. Diese Wirkung ist seit langem bekannt und wird in der Brauerei genutzt. Die keimhemmende Eigenschaft des Hopfens kann aber auch zur Behandlung von Wunden eingesetzt werden.

Neuerdings wurde im Hopfen auch eine östrogenartige Substanz nachgewiesen. In Laborversuchen zeigte sich, dass dies die stärkste östrogenartige Wirksamkeit ist, die man aus dem Pflanzenreich kennt (sie ist jedoch viel geringer als die des natürlichen Östrogens). Dieser Befund erklärt die traditionelle Nutzung des Hopfens bei Wechseljahrbeschwerden und die Zyklusanomalien von Hopfenpflückerinnen. Eine Östrogenwirkung könnte auch für die Entstehung einer weiblichen Brustform bei Männern mit erhöhtem Bierkonsum mitverantwortlich sein.

Seit langer Zeit wird er als traditionelles bitteres Tonikum verwendet. Die Bitterstoffe regen den Appetit und die Magensaftsekretion an.

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Maßgebliche Bewertungskommissionen: Kommission E, ESCOP, HMPC, WHO.

  • Befindlichkeitsstörungen wie Unruhe und Angstzustände, Schlafstörungen

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

  • Appetitlosigkeit, Anregung der Verdauungssaftsekretion
  • Magenbeschwerden, insbesondere nervöse Gastropathien, nervöser Durchfall
  • neurovegetative Störungen(vegetative Dystonie), nervöse Spannungskopfschmerzen und nervöse Verdauungsstörungen, nervöse Übererregbarkeit, (starke) Nervosität, Managersyndrom, körperliche und nervliche Überlastung, Neurasthenie
  • Reizblase, nächtliches Einnässen
  • Wechseljahrsbeschwerden

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Dauererektion (Priapismus) und sexuelle Übererregbarkeit (Anaphrodisiacum)
  • Entkräftung, Tonikum
  • Krebs, Hemmung (experimentell)
  • Nervenschmerzen (Neuralgien), Migräne, Mentruationsschmerzen

Äußerliche Anwendung

  • Geschwüre, Dermatitis, Ulcus cruris, schlecht heilende Wunden: antibakteriell

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Hopfenzapfen sind als geschnittenes Material, zerstoßenes Pulver für Abkochung oder Teeaufguss sowie als Trockenextrakt in Form von Tabletten verfügbar. Als beste Form gilt ein pharmakologischer Trockenextrakt.

Der Teeaufguss schmeckt bitter, weswegen man meist Mischungen mit Passionsblumenkraut, Melissenblättern und Lavendelblüten einsetzt, die ihrerseits die beruhigende Wirkung verstärken.

Hopfen wird gerne auch als Badezusatz oder in der Aromatherapie verwendet.

Dosierung

Hopfenzapfen oder Hopfenblüten

Tee:

0,5 g getrocknete Hopfenzapfen in 150ml siedendem Wasser aufgießen. Ein bis mehrfach täglich von diesem Tee trinken. Zur Anregung der Verdauung am Besten vor dem Essen, zur Förderung des Schlafs vor dem Zu-Bett-Gehen

Tinktur:

1- 2 ml der Tinktur (1:5) ein bis mehrfach täglich einnehmen.

Wirkstoffe

Hopfen - Bitterstoffe (5% bis 20% je nach Sorte): prenylierte Derivate von 1-Acylphloroglucinol mit Lupulon und Humulon als Hauptwirkstoffen

Phenole (2–4%): Flavonoide: Glycoside des Quercetins und Kämpferols, Chalkone; ferner Rutin, Quercetin, außerdem Procyanidin, Prodelphinidin und andere Gerbstoffe

ätherisches Öl (1%): Caryophyllen, Humulen und ß-Myrcen als Hauptterpene

Bei der Lagerung bildet sich ein C5-Alkohol, 2-Methyl-3-buten-2-ol, ein Stoff mit beruhigenden Eigenschaften.

Für den charakteristischen Geruch ist das Myrcen und Linalool verantwortlich.