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Pflanzenprofil von Hopfen

Uralte Kulturpflanze

Hopfen ist eine alte Kulturpflanze und wird seit mehr als 1.000 Jahren angepflanzt. Vom Hopfen sind zahlreiche Rassen bekannt, die sich qualitativ sehr stark in ihren Inhaltsstoffen unterscheiden. Etwa 99% der Hopfenernte findet Verwendung in der Brauerei. Die Inhaltsstoffe des Hopfens Humulon und Lupulon sind dabei für das Bier natürliche Konservierungs- und Bitterstoffe. Das ätherische Öl verleiht dem Bier den aromatischen Geruch.

Ein traditioneller Glaube liegt darin, dass Hopfen den Geschlechtstrieb hemmt. Vermutlich wurde deshalb in den Klöstern dem Bier früher Hopfen zugesetzt. Diese Wirkung ist in Anbetracht der schlafanstoßenden, beruhigenden Wirkungen durchaus möglich. Die Hopfenzapfen wurden auch zur Beruhigung von Säuglingen in Kissen eingenäht.

Aussehen und Herkunft

Der Hopfen (Humulus lupulus) gehört wie der Hanf (Cannabis) zu der Familie der Hanfgewächse (Cannabaceae). Die mehrjährige Kletterpflanze bildet jedes Jahr 6 bis 10 m lange nicht verholzende Triebe. Überwintern kann nur das unterirdische Sproßachsensystem (Rhizom). Die Blätter des Hopfens sind mehrfach gelappt sowie gezahnt. Sie sind ebenso wie die Triebe sehr rau, was das Haften am Untergrund erleichtert. Die männlichen und weiblichen Blüten wachsen auf getrennten Pflanzen. Beim Hopfen werden die unbefruchteten zapfenförmigen, weiblichen Blütenstände verwendet - die „Hopfenzapfen“ (Lupuli strobulus). Sie bestehen aus mehreren kleinen Blüten, die von großen überlappenden Tragblättern verhüllt werden. Zahlreiche orangegelbe Drüsen in den Blüten der Heilpflanze Hopfen geben ein harzartiges Sekret ab. Durch Absieben erhält man die Drüsenhaare (Lupuli glandula), die ebenfalls zur Heilung verwendet werden. Vom Hopfen werden nur die weiblichen Pflanzen kultiviert.

Gewinnung

Hopfen wird auf der Nordhalbkugel von August bis September geerntet. Die Zapfen werden von der Pflanze gepflückt und frisch geerntet mit warmer Luft bei Temperaturen zwischen 30 und 60 °C bis zu einem Wassergehalt von 10 bis 11% getrocknet. Zur Verbesserung der Haltbarkeit wird das Material zusätzlich geschwefelt oder zu Pellets gepresst. Trotzdem erleidet der Hopfen bei Lagerung Qualitätsverluste. Daher verwendet man häufig anstelle von getrocknetem Hopfen Extrakte.

Zur Herstellung des Trockenextrakts wird das getrocknete Material zu einem Pulver zermahlen und mit Alkohol oder überkritischem CO2 extrahiert.

Quellen/Weitere Informationen

Quellen