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Ingwer

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Ingwer für's Immunsystem und den Magen

Ingwer ist eine geschätzte Heilpflanze bei Verdauungsproblemen und Übelkeit (postoperative Übelkeit, Chemotherapie, See- und Reisekrankheit).

Von: PhytoDoc-Redaktion

Ingwer (Zingiber officinale) ist seit jeher weit mehr als nur ein Gewürz. Altbewährt und nachweislich wirksam ist Ingwer bei der Behandlung von Magen-Darm-Beschwerden, einschließlich der Vorbeugung von Reiseübelkeit. Ingwer regt nicht nur die Gallenproduktion an, sondern fördert die Speichel- und Magensaftsekretion und steigert die Darmbewegung. Auch die antibiotische und immunstimulierende Wirkung des Ingwers ist wissenschaftlich belegt. Ingwer kann aber auch bei Rheuma und Muskelschmerzen hilfreich sein. Zur Gewinnung von medizinischen Präparaten wird ausschließlich der Wurzelstock (Rhizom) des Ingwers genutzt. Dieser ist besonders reich an verschiedenen Wirkstoffen. Ingwerpräparate werden in Form von Tabletten, Kapseln und Tinkturen angeboten. Für Kinder unter 6 Jahren wird Ingwer nicht empfohlen.

Wogegen hilft Ingwer?

Kontrollierte klinische Studien haben erwiesen, dass Ingwer ein wirksames Mittel gegen Übelkeit ist (postoperative Übelkeit, Chemotherapie, See- und Reisekrankheit). Ob sich Ingwer auch zur Behandlung der Schwangerschaftsübelkeit eignet, ist nicht abschließend geklärt.

Ingwer wird derzeit lebhaft wissenschaftlich untersucht und man fand zahlreiche nützliche Wirkungen in Extrakten der Pflanze: sie stärken die Abwehr vor Krankheiten durch ihre antibiotische und immunstimulierende Wirkung. Ingwer fördert die Sekretion der Verdauungssäfte und die Darmbewegung. Nach Angaben der WHO kann Ingwer auch gegen entzündliche Erkrankungen wie Magengeschwüre und rheumatische Beschwerden zum Einsatz kommen. Zu seiner antioxidativen, antientzündlichen und anti-arteriosklerotischen Wirkung liegen zahlreiche Labor- und Tierversuche vor. Ingwer soll vor Krebs schützen und den Blutzucker senken.

Heilwirkung von Ingwer

Die deutsche Expertengruppe zur Wirksamkeit und Sicherheit von Arzneipflanzen (Kommission E) bewertete Ingwer positiv auf Grund seiner Wirkungen gegen Magen-Darm-Beschwerden und der Verhinderung von Reisekrankheiten. In ihrer Monographie beschreibt sie folgende Wirkungen des Ingwers:

  • Ingwer verhindert Übelkeit und Erbrechen
  • Ingwer steigert die Kontraktionskraft des Herzmuskels
  • Ingwer fördert die Speichel- und Magensaftsekretion
  • Ingwer treibt die Galle an
  • Ingwer steigert die Darmbewegung und -anspannung

Im Folgenden werden einige wissenschaftliche Studien mit Ingwer vorgestellt.

Magenschmerzen und Übelkeit

Magenschmerzen

Die Magenschleimhaut vieler Menschen ist mit dem Bakterium Helicobacter pylori besiedelt. Es kann Magenkrebs, Verdauungsbeschwerden und Magengeschwüre auslösen. Eine amerikanische Forschergruppe testete im Reagenzglas die Wirkung eines Ingwerextrakts gegen dieses Bakterium. Dabei stellten die Forscher fest, dass der Extrakt aus dem Ingwer-Wurzelstock das Wachstum dieses Bakteriums hemmt.

Übelkeit und Erbrechen

Seit Jahrhunderten schätzen die Fischer in der Karibik die vorbeugende Wirkung des Ingwers gegen Seekrankheit. Inzwischen wurde die Wirkung gegen Brechreiz in Tierversuchen und vielen klinischen Studien wissenschaftlich bestätigt.

Antioxidative Wirkung (Schutz der Körperzellen vor der Oxidation mit freien Radikalen)

Bei Ratten verhinderte die Fütterung von Ingwerextrakt die Fettoxidation (Lipidperoxidation, eine Reaktion, bei der gewebeschädigende Substanzen und Radikale entstehen). Weiterhin erhöhte sich der Glutathion-Gehalt. Diese Substanz schützt Enzyme und andere Substanzen vor Oxidation und ist an Entgiftungsprozessen beteiligt. Bei Ratten, die mit chemischen Substanzen (Pestiziden) gefüttert wurden, verringerte sich der oxidative Stress stark, wenn sie zusätzlich Ingwer erhielten.

In einem anderen Tierexperiment wurden Mäuse einer Strahlenbelastung ausgesetzt. Bei den Mäusen, die vor der Bestrahlung Ingwerextrakt erhielten, waren die Folgen der Bestrahlung geringer als bei den Mäusen, die keinen Ingwer erhalten hatten. Strahlenkrankheiten und Sterblichkeit waren deutlich geringer. Auch hier verringerte sich die Lipidperoxidation und der Gehalt von Glutathion in der Leber stieg nach der Strahlenbelastung wieder an. Erklärung: Ingwer enthält bestimmte Inhaltsstoffe, die freie Radikale abfangen können.

Arteriosklerose

- Bei genetisch veränderten Labormäusen konnte durch die orale Einnahme von Ingwer-Extrakt die Entwicklung von Arteriosklerose (Arterienverkalkung) verzögert werden. Die Konzentrationen von Plasma- und LDL-Cholesterin wurden gesenkt und die Empfindlichkeit von LDL gegenüber Oxidation (ein wichtiger Schritt bei der Entwicklung der Arteriosklerose) nahm ab.
- Um in einem Tierexperiment eine Arteriosklerose auszulösen, wurden Kaninchen 75 Tage mit Cholesterin gefüttert. Eine anschließende Fütterung mit Ingwer konnte Gefäßveränderungen teilweise verhindern.

Krebs

Bei Ratten, die mit einem Krebs auslösenden Stoff (einem Karzinogen) behandelt wurden, unterdrückte die Gabe von Ingwer die Entstehung von Dickdarmkrebs.

Schwangerschaft

Bezüglich der Anwendung von Ingwer gibt es widersprüchliche Angaben in der Literatur: Die Kommission E rät davon ab, Ingwer gegen Schwangerschaftserbrechen anzuwenden. Dennoch gibt es klinische Studien, in denen Ingwer erfolgreich gegen Übelkeit während der Schwangerschaft eingesetzt wurde. Da der Wirkmechanismus noch nicht erforscht ist, sollte man Ingwer während der Schwangerschaft nur mit Vorsicht genießen. Gelegentlich wird sogar gewarnt, dass Ingwer Wehen auslösen könne.

Übergewicht
Neuerdings wird Ingwer als Schlankheitsmittel angepriesen, da er angeblich die Blutgefäße erweitern, die Körpertemperatur erhöhen und den Stoffwechsel steigern soll.
Japanische Forscher fütterten Mäuse über 8 Wochen mit einer fettreichen Diät. Eine Gruppe der Mäuse erhielt zusätzlich wässrigen Ingwerextrakt. Diese Gruppe nahm weniger zu als die „Kontrollmäuse“. Die Wissenschaftler vermuten, dass Inhaltstoffe von Ingwer die Fettaufnahme durch den Darm hemmen.

Schmerz und Entzündung
Im Reagenzglas wurde gezeigt: Inhaltsstoffe des Ingwers hemmen Reaktionen, die Entzündungen auslösen können.

Leber
Im Reagenzglas konnten Inhaltsstoffe des Ingwers Leberzellen schützen, die durch Chemikalien geschädigt waren.

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Für diese Anwendungsgebiete liegen eindeutige klinische Studien vor, um von einer Wirksamkeit auszugehen. Die Wirksamkeit wurde von mindestens einer der maßgeblichen Bewertungskommissionen (Kommission E/ESCOP/HMPC/WHO) verbindlich festgestellt.

  • Verdauungsbeschwerden (Dyspeptische Beschwerden)
  • Vorbeugung vor Reisekrankheit

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

Es liegen zahlreiche Hinweise aus einer langen Anwendungstradition in der Volksmedizin und in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde vor, die eine Wirksamkeit annehmen lassen. Dennoch sind bisher nicht alle Kriterien erfüllt, die für eine volle Beweiskraft notwendig sind. Falls es klinische Studien gibt, haben die Ergebnisse nicht zweifelsfrei überzeugt.

  • Appetitlosigkeit, Anregung der Verdauungssäfte
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Verdauungsschwäche mit Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall
  • Schwangerschaftsübelkeit (fraglich)

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

Die Hinweise aus traditioneller Anwendung oder Laborversuchen sind zu wenig überzeugend und gehen über einen experimentellen Status nicht hinaus. Es gibt bisher keine korrekten oder positiven klinischen Studien.

  • Anti-Aging
  • Arteriosklerose
  • Cholesterinämie, cholesterinsenkend
  • Entzündungen und Schmerzen (Rheuma, Muskelschmerzen, Migräne)
  • Kolikschmerzen
  • Magenbeschwerden, Helicobacter Infektion
  • Rheuma und Muskelschmerzen
  • Übergewicht, Reduktion der Gewichtszunahme
  • Schutz von Chemikalien, Krebsentstehung und Vorbeugung der Alterung (antioxidativ)

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Als Tagesdosis werden 2 – 4 g getrocknetes Rhizom (Wurzelstock) empfohlen. Ingwer ist in Form von Kapseln und Tinkturen erhältlich.
Aus Ingwer kann man auch einen Tee herstellen. Dazu gibt man einen Teelöffel frische Ingwerwurzel auf ein bis zwei Tassen Wasser und lässt den Sud 10 bis 20 Minuten kochen.

Wirkstoffe

  • 0,6 – 3 % ätherisches Öl

Hauptbestandteile: a-Zingiberen, b-Bisabolen, Sesquiphellandren, ar-Curcumen und weitere Sesquiterpenkohlenwasserstoffe und Zingiberol (was vermutlich für den Geruch des ätherischen Öls verantwortlich ist)

Nebenbestandteile: Monoterpene (Camphen, Cineol, Limonen, Myrcen, Phellandren, a-Pinen, b-Pinen, Citral, a-Terpineol (Die beiden letzten Substanzen sind ebenfalls charakteristisch für den Geruch).

  • Nicht-flüchtige Scharfstoffe (Gingerole)

Hauptkomponente: [6]-Gingerol

Bei Lagerung gehen die Gingerole in Shoagole über. [6]-Shoagol hat einen schärferen Geschmack als [6]-Gingerol. Mit der Lagerungszeit nimmt der scharfe Geschmack von Ingwer zu. Bei ungünstigen Lagerbedingungen entstehen Zingeron und Aldehyde, welche die Geruchsqualität beeinträchtigen. Ein hoher Gehalt an Zingeron weist auf minderwertige Ware hin.