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Isländisch Moos

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Hausmittel aus dem Norden: Isländisch Moos

In nordischen Ländern galt Isländisch Moos als Hausmittel gegen Lungenkrankheiten und Entkräftung. Heute wird es vor allem bei Hustenreiz, Heiserkeit und Schleimhauterkrankungen eingesetzt.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Bei Isländisch Moos (Cetraria islandica) handelt es sich um eine Flechte, die am Erdboden oder an Felsen wächst. Die zu pharmakologischen Zwecken verarbeiteten Pflanzen stammen überwiegend aus osteuropäischen und skandinavischen Ländern. Isländisch Moos wird bei Schleimhauterkrankungen, Husten, Infekten im Hals-Rachenbereich, aber auch zur Appetitanregung empfohlen. Die Inhaltsstoffe des Isländisch Moos, darunter wasserlösliche Schleimstoffe und Flechtensäuren, wirken reizmildernd bei Husten und Reizhusten, immunstimulierend bei Infekten sowie schleimhauteinhüllend und adstringierend. Die traditionellen Anwendungsgebiete des Isländisch Moos sind neben den erwähnten Erkrankungen der oberen Atemwege auch Leiden im Bauchbereich. Zu letzteren zählen unter anderem Durchfall, Blähungen, Magenschleimhautentzündungen und Gallenblasenentzündungen. Häufig kommen Lutschpastillen zur Anwendung, zudem werden aber auch Tabletten oder Extrakte angeboten.

Wogegen hilft Isländisch Moos?

Isländisch Moos hat eine lange Anwendungstradition und ist seit dem 17. Jahrhundert unter Namen wie Lungenmoos oder Fiebermoos bekannt. Die Kommission E erkennt die Anwendung bei Husten, Schleimhauterkrankungen und Appetitmangel an. Versuche deuten zudem auf eine immunmodulierende Wirkung hin (d. h. eine anregende sowie dämpfende Wirkung). Auch eine Anwendung bei Krebs wird geprüft.

Es werden vorwiegend Zubereitungen in Form von Lutschpastillen hergestellt, da sich Isländisch Moos aufgrund seines hohen Schleimstoffanteils sehr gut als Schleimhautschutz in Mund und Rachen eignet.

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Für diese Anwendungsgebiete liegen eindeutige klinische Studien vor, um von einer Wirksamkeit auszugehen. Die Wirksamkeit wurde von mindestens einer der maßgeblichen Bewertungskommissionen (Kommission E/ESCOP/HMPC/WHO) verbindlich festgestellt.

  • Appetitmangel: bitteres Tonikum
  • Reizhusten: hustenreizstillend, auswurffördernd (auch für Kinder geeignet)
  • Schleimhauterkrankungen von Mund- und Rachenraum

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

Es liegen zahlreiche Hinweise aus einer langen Anwendungstradition in der Volksmedizin und in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde vor, die eine Wirksamkeit annehmen lassen. Dennoch sind bisher nicht alle Kriterien erfüllt, die für eine volle Beweiskraft notwendig sind. Falls es klinische Studien gibt, haben die Ergebnisse nicht zweifelsfrei überzeugt.

  • Bronchitis, chronische, Keuchhusten
  • Erschöpfung, Tonikum
  • Gallenleiden
  • Infekte der oberen Atemwege, Katarrhe
  • Magendarmentzündung, Gastritis

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

Die Hinweise aus traditioneller Anwendung oder Laborversuchen sind zu wenig überzeugend und gehen über einen experimentellen Status nicht hinaus. Es gibt bisher keine korrekten oder positiven klinischen Studien.

  • Blähungen
  • Durchfall
  • Übelkeit und Brechreiz (Schwangerschaftserbrechen und bei Migräne)
  • Wunden, schwer heilend: immunstimulierend und entzündungshemmend

Heilwirkung von Isländisch Moos

Die wichtigsten Inhaltsstoffe von Isländisch Moos sind die Schleimstoffe, welche eine reizmildernde, schleimhauteinhüllende und abdichtende (adstringierende) Eigenschaft haben. Sie kommen bei Reizhusten zur Linderung des Hustenreizes zum Einsatz. Die Inhaltsstoffe von Isländisch Moos können zudem zur Verflüssigung von zähem Bronchialschleim beitragen und so den Auswurf fördern. Isländisch Moos wirkt sehr sanft und ist daher auch für Kinder, Sänger, alte und geschwächte Menschen geeignet.

Im Magen können die Schleime die Säure binden und so die Magenschleimhaut schützen.

Die bitteren Flechtensäuren fördern die Produktion der Verdaungssäfte und regen Appetit und Darmbewegung an. So kann Isländisch Moos auch bei Verdauungsbeschwerden und Appetitmangel eingesetzt werden.

Laborversuche zeigen außerdem eine schwache antibakterielle Wirkung der Flechtensäuren. Besonders wirksam ist ein Extrakt gegen den Tuberkuloseerreger Mycobacterium tuberculosis. Zusammen mit der immunstimulierenden Eigenschaft der Zuckerverbindung ist Isländisch Moos ein sinnvolles Mittel bei Infekten der oberen Atemwege und Erkrankungen des Mund- und Rachenraums.

Neuere Laborversuche mit den Zuckerverbindungen aus Isländisch Moos zeigen, dass Inhaltsstoffe der Flechte eventuell auch bei der Bekämpfung von Krebs eingesetzt werden könnten. Bisher liegen aber nur wenige Daten vor.

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Isländisch Moos wird meist in Form von Lutschpastillen und Tee angeboten.

Wichtig für die immunstimulierende und reizmildernde Wirkung ist, dass der Auszug durch Lutschen oder Spülen mit Rachenraum und Mandeln in Verbindung treten kann. Isländisch Moos wird häufig in Kombination mit anderen Heilpflanzen (z. B. Lindenblüten, Primelblüten, Thymian) in Hustenmitteln angeboten (vorwiegend Tabletten und Lutschpastillen).

Dosierung

Dosierung bei Husten und Magendarmkatarrh
Ein Aufguss aus 4–6 g Isländisch Moos (pro Tag) wird empfohlen; 1 Teelöffel pro Tasse, 10-30 min. ziehen lassen und eventuell mit Honig süßen.
  • zur Reizlinderung warmes Wasser,
  • zur Förderung des Auswurfs heißes Wasser zum Aufbrühen verwenden.


Dosierung bei Appetitmangel

Um die bitter schmeckenden Verbindungen aus den Flechten zu lösen, werden am Besten Kaltwasserauszüge mit 1-2 g Isländisch Moos eingesetzt. 3-5 h ziehen lassen. Den Auszug vor dem Trinken gegebenenfalls leicht erwärmen. Etwa eine halbe Stunde vor dem Essen langsam trinken.

Wirkstoffe

Polymere Zucker: etwa 50 % wasserlösliche Schleimstoffe (Lichenin, Isolichenin).

Flechtensäuren:

  • bittere Flechtensäuren (so genannte Depsidone) mit Fumaroprotocetrarsäure und Cetrarsäure
  • aliphatische Flechtensäuren, wie Protolichesterinsäure
  • Lichensäure und Usninsäure (Usnea-Arten)