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Steckbrief von Isländisch Moos

Eine symbiotische Lebensgemeinschaft

Isländisch Moos (Cetraria islandica) zählt weder zu den Blütenpflanzen noch – wie der Name vermuten lassen könnte – zu den Moosen. Es handelt sich um eine Flechte, eine symbiotische Lebensgemeinschaft aus Alge und Pilz. Das bedeutet, sowohl Alge als auch Pilz haben einen Nutzen von der Partnerschaft.

Aussehen und Herkunft

Isländisch Moos wächst auf dem Erdboden oder auf Felsen und wird bis zu 10 cm hoch. Es bildet feine, geweihförmig verzweigte Gewebslappen von olivbrauner Farbe. Unterseits sind sie grau gefärbt. In nordischen Ländern war Isländisch Moos ein Hausmittel gegen Lungenkrankheiten und Entkräftung. Aus dem Mehl der Flechte wurde früher eine Art Brot hergestellt.

Flechten sind über die ganze Welt verbreitet. Von der Gattung Cetraria werden zwei Arten pharmakologisch genutzt: C. islandica und C. ericetorum. Damit entfernt verwandt sind die Bartflechten (z. B. Usnea barbata), die ebenfalls Verwendung finden. Das Naturvolk der Khoisan in Südafrika sammelt die auf Felsen wachsenden Parmelia–Arten zu Heilzwecken.

Isländisch Moos kann nicht angebaut werden und wird daher am Wildstandort gesammelt. Verwendet wird der ganze Flechtenkörper (Lichen islandicus = Cetrariae lichen). Das Material stammt meist aus arktischen Regionen und kalten Gebieten der Nordhemisphäre; Hauptlieferländer sind die skandinavischen Länder, osteuropäische Länder, aber auch Kanada.

Gewinnung

Nach dem Sammeln werden die Flechten an der Luft getrocknet. Zur Aufbereitung des Materials für Tee werden die getrockneten Thallusstücke nochmals angefeuchtet, geschnitten und wieder getrocknet.

Artenschutz

Isländisch Moos ist in Deutschland sehr selten geworden und zählt nach der Bundesartenschutzverordnung und dem Washingtoner Artenschutzabkommen zu den gesetzlich geschützten Arten; es darf daher hier nicht gesammelt werden.

Quellen/Weitere Informationen

Quellen