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Steckbrief von Isoflavonen

Isoflavone: Naturstoffe mit Signalwirkung

Isoflavone werden von Pflanzen aus der Familie der Schmetterlingsblütler (Leguminosen) gebildet. Ihre Funktionen sind sehr vielfältig und reichen von Verteidigung bis zur Symbioseregulation. So dürften Isoflavone für die Bodenbakterien und die Knöllchenbildung ein wichtiges Signal sein. Durch diese Zusammenarbeit sind Leguminosen in der Lage, lebenswichtigen Stickstoff aus der Luft zu binden und die Bodenfruchtbarkeit zu erhöhen.

Besonders reiche Quellen für Isoflavone sind die Bohnen der Sojapflanze und das Kraut des Klees. Wesentlich geringere Konzentrationen finden sich in Sojasprossen.

Was sind Isoflavone?

Isoflavone, eine Untergruppe der Flavonoide, gehören zur Gruppe der hormonaktiven Substanzen, die im Körper wie Östrogene wirken. Daher werden sie auch als Phytoöstrogene bezeichnet. Sie sind aber chemisch gesehen eine ganz andere Stoffgruppe, also keine Steroid-Hormone, sondern Polyphenole. Die entscheidende räumliche Struktur haben sie aber gemeinsam. Ganz zufällig ist diese Ähnlichkeit nicht, so können Phytoöstrogene zu Störungen der Fruchtbarkeit von Weidetieren führen. So schützen sich die Leguminosen ganz nebenbei vor Überweidung.

Altbekannt in Asien: isoflavonreiche Kost

Isoflavonreiche Lebensmittel werden seit langer Zeit in Asien verzehrt. Sie sind Teil der traditionellen Ernährung. Offensichtlich sind die Produkte durchaus gesund: Wie aus internationalen Krebsstatistiken hervorgeht, treten hormonabhängige Krebserkrankungen wie Brust- und Prostatakrebs in asiatischen Ländern, in denen Soja mit Isoflavon-Bestandteilen Teil einer traditionellen Ernährung ist, weitaus seltener auf als in westlichen Industrieländern. Auch leiden Frauen dort kaum unter Wechseljahres-Beschwerden, was neben anderen Faktoren auch auf den Isoflavongehalt der Nahrung zurückgehen könnte. Allerdings wird auch sehr viel darüber diskutiert, ob isolierte Isoflavone direkt mit den „natürlichen“ Sojaprodukten gleichgesetzt werden können. An einer Antwort wird lebhaft geforscht.

Die fünf häufigsten Isoflavone sind unterschiedlich aktiv

Alle Studien weisen darauf hin, dass die fünf häufigsten Isoflavone Daidzein, Genistein, Glycitein, Biochanin A, Formononetin nicht identisch wirken. Besonders das Genistein (vor allem in Soja) scheint eine sehr aktive Form zu sein. Außerdem: nicht alle Frauen reagieren gleich. So wird durch die Darmflora von etwa 30 % der Probandinnen aus dem Daidzein das Equol hergestellt, eine Variante der höchsten Aktivität. Man vermutet also, dass das Ansprechen auf die Therapie mit Soja-Isoflavonen eine durchaus individuelle Sache ist. Da heißt es: ausprobieren.

Beim Rotklee spielt dieser Unterschied übrigens kaum eine Rolle, hier ist Daidzein nur eine Nebenverbindung.

Gewinnung

Nach der Trocknung von Rotklee können die Isoflavone mit Ethanol- oder Methanol-Wassermischungen extrahiert werden. Bei Soja isoliert man sie aus dem Mehl der Bohnen. Nach der Gefriertrocknung erhält man ein Pulver mit hohem Isoflavon-Gehalt.

Daneben gibt es isoflavonreiche Nahrungsmittel aus Soja.

Quellen/Weitere Informationen

Quellen