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Welche Nebenwirkungen hat Johanniskraut?

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Bei hellhäutigen Personen kann Johanniskraut durch erhöhte Empfindlichkeit der Haut gegenüber Sonnenlicht (Photosensibilisierung) als unerwünschte Nebenwirkung sonnenbrandähnliche Reaktionen der Hautpartien bewirken. Besonders gefährdet ist Haut, die starker Bestrahlung durch Sonne oder Solarium ausgesetzt ist. Das Kraut darf daher nicht bei bekannter Lichtüberempfindlichkeit der Haut angewendet werden.

Als weitere unerwünschte Begleiterscheinungen können allergische Ausschläge (Exantheme), Verdauungsbeschwerden, Müdigkeit oder Unruhe auftreten. Bei bekannter Allergie gegen einen seiner Bestandteile darf Johanniskraut aufgrund der Gefahr von Nebenwirkungen nicht angewendet werden.

Gegenanzeigen sind gleichzeitige Anwendungen mit Arzneimitteln, die mit Johanniskraut Wechselwirkungen eingehen: z.B Immunsuppressiva, Antikoagulanzien und andere (siehe nächster Abschnitt).Kinder unter 12 Jahren, Schwangere und Stillende sollten Johanniskraut nur nach Rücksprache mit dem Arzt einnehmen.

Wechselwirkungen

Aufgrund zahlreicher Wechselwirkungen mit Arzneimitteln sollte die Einnahme von Johanniskraut-Extrakt grundsätzlich mit dem Arzt besprochen werden. Andernfalls kann es nicht nur zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen, sondern auch die Wirksamkeit der gleichzeitig eingenommenen Medikamente kann verstärkt oder abgeschwächt werden.

Erläuterung zu Wechselwirkung mit Arzneimitteln:

Johanniskraut-Extrakt aktiviert Systeme im Körper, deren Aufgabe es ist, den Organismus vor den mit der Nahrung aufgenommenen Giften zu schützen. Hierzu gehören die Gifte und Arzneimittel abbauenden Enzymsysteme in Leber und Darm (Cytochrom P450-Isoenzyme) und die P-Glykoproteine (Arzneimitteltransporter). Unter Einnahme von Johanniskraut in der üblichen therapeutischen Dosierung wird beim Menschen verstärkt P450-Isoenzym und P-Glykoprotein in Darm und Leber gebildet. Johanniskraut kann bei gleichzeitiger Einnahme von Arzneimitteln gegen Depressionen die Konzentration des Botenstoffs Serotonin im Gehirn auf lebensbedrohliche Konzentrationen erhöhen.

Vor kurzem veröffentlichte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) eine Bekanntmachung zur „Abwehr von Gefahren durch Arzneimittel, Stufe II, hier: Johanniskraut (Hypericum)-haltige Humanarzneimittel zur innerlichen Anwendung“. Produktinformationen von Arzneimitteln, bei denen „mehr aus Hypericium perforatum gewonnene Substanzen pro Tag in den Körper gelangen als es einer Menge von 0,2 g Droge oder Drogenäquivalent entspricht“ müssen geändert werden. Dies gilt auch für homöopathische Präparate, bei denen die Endkonzentrationen einer Verdünnung von D1 oder mehr entsprechen. Diese Veränderungen bzw. Ergänzungen umfassen Warnhinweise aufgrund der Wechselwirkungen mit zahlreichen lebenswichtigen Arzneimitteln.

Johanniskraut senkt durch Wechselwirkung die Konzentrationen der folgenden Arzneimittel im Blut und schwächt somit deren Wirksamkeit ab:

  • Arzneimittel zur Unterdrückung von Abstoßungsreaktionen gegenüber transplantierten Organen (Immunsupressiva): Ciclosporin, Tacrolimus zur innerlichen Anwendung, Sirolimus
  • Arzneimittel zur Behandlung von HIV-Infektionen oder AIDS: Protease-Inhibitoren wie Indinavir, Non-Nucleosid-Reverse-Transcriptase-Inhibitoren wie Nevirapin
  • Mittel zur Behandlung von Krebs (Zytostatika) wie Imatinib, Irinotecan, Ausnahme sind monoklonale Antikörper
  • Arzneimittel zur Hemmung der Blutgerinnung (Antikoagulanzien): Phenprocoumon, Warfarin
  • Herzmittel: Theophyllin, Digoxin, Verapamil
  • Lipidsenker: Simvastatin
  • Schlafmittel: Midazolam
  • Verhütungsmittel (Hormonelle Kontrazeptiva wie die Pille)
  • Trizyklische Antidepressiva wie Amitriptylin und Nortriptylin

Mit folgenden Antidepressiva vom SRI- bzw. SSRI-Typ wird durch Wechselwirkung mit Johanniskraut die Serotoninkonzentration im Zentralnervensystem erhöht, was unter Umständen zu einem lebensbedrohlichen Serotoninsyndrom, führt:

  • Paroxetin
  • Sertralin
  • Trazodon

Weiterhin kann bei gleichzeitiger Behandlung mit anderen Arzneimitteln, welche die Lichtempfindlichkeit erhöhen, eine Verstärkung der Giftwirkung durch Licht auftreten.