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Kaffeestrauch

© wikipedia/ Foto FCRebelo

Kaffee: Viel besser als sein Ruf

Kaffee als Getränk und Kaffeekohle als Heilpflanze haben viele positive Eigenschaften.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Kaffee macht nicht nur müde Menschen munter

Kaffee (Coffea arabica) wird heutzutage vor allem in Afrika und Südamerika angebaut und ist auf der ganzen Welt ein beliebter Wachmacher. In Maßen getrunken wirkt sich das Getränk positiv auf unseren Körper aus. Kaffee ist verdauungsfördernd, schützt Leber und Bauchspeicheldrüse und kann vermutlich das Risiko für Parkinson und Alzheimer reduzieren. Neben dem Hauptwirkstoff Koffein enthält eine Kaffeebohne unter anderem Theophyllin, das sich auf die Leistungsfähigkeit des Herzens und auf die Bronchien positiv auswirkt. Des Weiteren haben die Inhaltsstoffe Kaffeesäure, Flavonoide und Gerbstoffe eine antioxidative Wirkung und schützen unsere Körperzellen vor schädlichen Einflüssen. In der Phytotherapie wird Kaffeekohle in Tablettenform oder in Kombinationspräparaten als Mittel gegen Durchfall oder bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut verwendet.

Wogegen hilft Kaffeestrauch?

In der Medizin wurde bisher nur die Kaffeekohle verwendet

Man nutzte die adstringierenden und absorbierenden Eigenschaften. Darüber hinaus galt der Hang zum Kaffeetrinken als ungesunde Gewohnheit, heute hat man die Meinung darüber revidiert.

Freispruch für Kaffee?

Früher nahm man an, Kaffee würde Herz-Kreislauferkrankungen, Krebs und Osteoporose fördern. Heute hat man gelernt, weit mehr als nur die Kaffeegewohnheiten zu erfassen: So rauchen starke Kaffeetrinker häufiger und haben auch sonst weniger gesunde Ernährungsgewohnheiten.

Eine Neubewertung des Kaffees zeigt zunehmend auch positive Aspekte: Kaffee regt Geist, Körper und Stoffwechsel an. Das hilft vermutlich gegen Depressionen und erhält die Aufmerksamkeit, wenn man bei der Arbeit müde wird. Darüber hinaus war man sehr erstaunt über die schützenden Eigenschaften des braunen Getränks auf Nerven, Bauchspeicheldrüse und Leber. Nach langwierigen Untersuchungen kann man außerdem entwarnen: Kaffee fördert weder Krebs noch Herz-Kreislauferkrankungen. Im Gegenteil: er schützt offenbar Herz und Gefäße und bremst bestimmte Krebsarten. Vermutlich eignet er sich auch bei der Vorbeugung von Steinleiden. Geforscht wird auch an ganz neuen Produkten wie dem Grünen Kaffeeextrakt. Er hilft vielleicht beim Abnehmen. So wird aus dem Wellnessprodukt Kaffee vielleicht ein vielversprechendes Phytotherapeutikum.

Unsicherheit bleibt

Tatsache: die meisten Studien zu den Effekten von Kaffee sind nur Beobachtungsstudien. So kann man die festgestellten Wirkungen nicht eindeutig dem Kaffeekonsum zuordnen, schließlich könnten die anderen Faktoren im Lebensstil von Kaffeetrinkern den Ausschlag geben. Die sicherste Möglichkeit, einen echten Zusammenhang festzustellen, wäre eine klinische Studie mit definierten Mengen Kaffee und einer Vergleichsgruppe ohne den aktivierenden Stoff. So bleiben leider viele der Aussagen immer noch mit dem Adverb „vielleicht“ verbunden.

Probleme mit Kaffee sollte man auch nicht verschweigen: Er erzeugt eine milde Sucht und stört bei vielen Menschen den Schlaf. So ist eine kontrollierte Anwendung zu empfehlen: 1-3 Tassen pro Tag sind genug. Filterkaffee ist schonender als Brühkaffee. Wer Schlafprobleme hat, sollte den Kaffee nur in der ersten Tageshälfte genießen!

Heilwirkung von Kaffeestrauch

Pharmakologie: Polyphenole als Antioxidantien

Reaktive Sauerstoffradikale (ROS) sind bei der Entstehung vieler Krankheiten wie Herzkreislauferkrankungen, Diabetes, Krebs, Entzündungen und Altern beteiligt. Polyphenole sind hoch wirksame Antioxidantien, die ROS abfangen können. Die im Kaffee enthaltenen Polyphenole (Kaffeesäure, Kaffeesäureester, Chlorogensäure (5,5 bis 7,6%), Flavonoide, Proanthocyane, Gerbstoffe) wirken ebenfalls als Antioxidantien und sind an vielen der nachfolgend beschriebenen pharmakologischen Effekte beteiligt.

Pharmakologie: Koffein, der An- und Aufreger

Koffein hat eine höchst interessante Eigenschaft: es blockiert den körpereigenen Stoff Adenosin. Während Adenosin zu einer allgemeinen Sedierung führt, ist Koffein aktivierend: es erregt das sympathische Nervensystem, steigert auch die Kontraktionskraft des Herzens und den Stoffwechsel in Leber-/Fettgewebe. Koffein fördert die Harnbildung und aktiviert Magen und Darmtrakt. Zudem stimuliert es die Freisetzung aktivierend wirkender Nervenbotenstoffe, den Katecholaminen. Aufmerksamkeit und Konzentration erhöht sich. Körper und Psyche werden aktiviert und in Handlungsbereitschaft versetzt.

Mit Kaffeeduft in den Tag

Kaffee ist tatsächlich der Muntermacher, für den man ihn hält. Er hilft nicht nur Schlafmützen in den Tag, auch wer beim Autofahren öfter eine Kaffeepause macht, ist anschließend wieder besser bei der Sache. Ebenso erleichtert Kaffee Schichtarbeitern das Wachbleiben. Dabei ist es effektiver öfter eine kleine Menge Kaffee zu trinken, als einmal eine große. So leistet Kaffee auch einen Beitrag zur Sicherheit.

Darüber hinaus ist Kaffee auch ein Kick für wache Menschen und steigert ihre Aufmerksamkeit, Aktivität, Kreativität und Handlungsbereitschaft noch über den aktuellen Stand hinaus. Bei normalen Dosen empfindet man dies als angenehm und energetisierend, wer zu viel davon trinkt wird nervös und unruhig.

Kaffee macht lustig?

Psychologische Studien berichten von einer positiven Stimmungslage nach dem Kaffeegenuss. Erstaunlicherweise werden dann positive Begriffe im Gehirn schneller verarbeitet als neutrale oder negative.

Vermutlich lindert Kaffee auch Depressionen, so eine Studien von US-Forschern: Zumindest bei Frauen gibt es unter den Koffein-Konsumentinnen weniger Depressive. Anscheinend gibt es aber eine Obergrenze: während moderater Kaffeegebrauch mit einer geringeren Selbstmordrate verbunden ist, steigt sie über 8 Tassen pro Tag wieder an, so eine Finnische Studie.

Herzkreislauf: es geht rund

Koffein und Theophyllin steigern die Leistung des Herzens, die Kontraktionskraft des Herzmuskels steigt. In sehr hohen Mengen genossen beschleunigt es den Herzschlag, empfindliche Personen empfinden dann ein Herzklopfen.

Nach aktuellen Studien erhöht Kaffee nicht das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen bei gewohnheitsmäßigen Kaffeetrinkern. Auf lange Sicht könnten sogar positive Effekte auf die Gefäßgesundheit zum Tragen kommen. So gibt es Studien, die feststellen, dass Kaffeetrinker womöglich seltener einen Herzinfarkt bekommen (2 Tassen). Auch für einen Schlaganfallschutz gibt es Belege (1-3 Tassen Kaffee).

Nach den Daten einer griechischen und finnischen Studie steigt aber bei starkem Konsum (mehr als 600ml Kaffee pro Tag) das Risiko erheblich an. Dasselbe gilt für Myokardinfarkt (>1 Liter Kaffee).

Gut zu wissen:

  • Trinken Sie regelmäßig 1-3 Tassen Kaffee, schadet das Ihrem Herzen nicht, es könnte sogar nützlich sein.
  • Aber übertreiben Sie nicht mit der Menge, drei Tassen sind genug.
  • Wenn Sie kein Kaffeetrinker sind und dazu herzkrank: Gelegentliches Kaffeetrinken ist gefährlich: das Myokardrisiko steigt direkt nach dem Genuss um Faktor 4 an.
  • Wenn Sie regelmäßig Kaffee trinken: Das Risiko an einem Herzinfarkt zu versterben, erhöht sich durch den Kaffee nicht.

Die Autoren weisen aber darauf hin, dass es je nach Studienart zu verschiedenen Fehlern in der Abschätzung kommen kann, so dass sich der Zusammenhang und Effektgröße nicht sicher feststellen lässt.

Blutdruck: Mal ja, mal nein

Kaffeetrinken hebt den Blutdruck, bei Personen, die nie Kaffe trinken. Eine Dosis Koffein (250 mg, etwa 2 Tassen) lässt den Blutdruck um 10mm Hg klettern, allerdings kommt es schnell zu einer Gewöhnung. Nach vier Tagen ist Schluss mit dem Effekt. Daher besteht auch für Personen mit höherem Blutdruck - die an den täglichen Konsum von Koffein gewöhnt sind - kein erhöhtes Risiko, außer bei schwerstem Bluthochdruck. Im Gegensatz dazu war Cola deutlich riskanter! Auch reines Koffein wirkte stärker auf den Blutdruck – hier sind auch keine wervollen Begleitstoffe enthalten.

Dennoch sollte man bedenken, dieses Thema ist immer noch nicht gänzlich geklärt: So bemerken Kritiker, dass die erste Tasse des Tages den Blutdruck erheblich erhöhe, alle weiteren kaum einen Effekt hätten. Dementsprechend gibt eine Blutdruckmessung während des Tages keine sehr genauen Daten. So dauern die Diskussionen an.

Etwas anders liegen die Verhältnisse mit Extrakt aus grünen Kaffee. Er enthält Chlorogensäure, die über das Stoffwechselprodukt Ferulasäure zu einer vermehrten Produktion von NO führt, worüber die Gefäße erweitert werden. Auch ein direkter Versuch mit Menschen verlief positiv (140 mg Grüner Kaffeeextrakt). Darüber hinaus verbesserte sich die Durchblutung nach experimenteller Unterbrechung des Blutflusses. Kaffee könnte also durchaus auch positiv auf Kreislaufprobleme wirken.

So lautet das vorläufige Fazit:

Für den Personenkreis der „Nicht-Trinker“ mit unkontrolliertem Bluthochdruck und Herzerkrankung gilt akut-hohe Kaffeemengen zu meiden, insbesondere in Stresssituationen.

  • Dekoffeinierter Kaffee enthält immer noch ein wenig Koffein. Das reicht aus, um bei Nicht-Trinkern den Blutdruck zu erhöhen.
  • Für Kaffeetrinker mit hohem Blutdruck gilt: Meiden Sie Koffein ohne Begleitstoffe (koffeinhaltige Limonaden und Tabletten). Moderaten Kaffeegenuss müssen Sie nicht aufgeben.
  • Regelmäßige Kaffeetrinker können durch Abstinenz den Blutdruck die folgenden Tage etwas senken.
  • Kaffeeextrakt war experimentell leicht blutdrucksenkend, für eine sichere Anwendung liegen zu wenige Daten vor.

Rhythmusstörungen

Obwohl die Studienaussagen in diesem Punkt nicht immer einhellig sind, scheint Kaffee den Herzrhythmus wenig zu stören. Das gilt für gesunde Probanden genauso wie für Personen mit Herzerkrankungen.

Blutfette und Cholesterin

Ob Kaffeegenuss das Cholesterin erhöht, hängt von der Zubereitung ab: das Cholesterin von Probanden war niedriger, wenn der Kaffee über einen Papierfilter gelaufen war (im Vergleich zu Brühkaffee, den man absetzen ließ).

Daher:

  • Filterkaffee ist schonender als gekochter Kaffee. Die Sorte „Arabica“ erhöht Cholesterin mehr als die Sorte „Robusta“.

Auch wenn Kaffee den Risikofaktor „Homocystein“ im Blut steigen lässt, gibt es keine Anhaltspunkte, dass bei Kaffeetrinkern die Gefäßgesundheit durch Filterkaffee vermehrt beeinträchtigt wäre. Antioxidantien (wie Chlorogensäure, Kaffeesäure, Flavonoide, Proanthocyanidine, Gerbstoffe) aus dem Kaffee werden direkt nach dem Trinken ins Blut aufgenommen. Dadurch steigt die antioxidative Kapazität im Blut. Das ist in vielen, allerdings nicht in allen, Studien nachgewiesen.

Atmung/Bronchien: entspannt durchatmen

Koffein fördert die Aktivität der Atemmuskulatur und die Atemzüge werden kräftiger. Jedoch steigert Koffein die Muskelaktivität nicht generell. Die Muskulatur der Bronchien reagiert mit einer Entspannung und Erweiterung. Auch bei Asthmatikern mit allergischem Auslöser vermindert Koffein die verengende Wirkung des Botenstoffs Histamin. Der Begleitstoff Theophyllin aus dem Kaffee verstärkt diese Wirkung. Theophyllin wird sogar therapeutisch als Arzneistoff gegen Bronchialasthma und andere Bronchialerkrankungen eingesetzt.

Begleitend wirkt sich die antientzündliche und antioxidative Wirkung des Kaffee positiv auf den Zustand des Lungengewebes aus. Auch die Lungenkapazität bei Nichtrauchern/Exrauchern war bei Kaffeetrinkern (mehr als 4 Tassen pro Tag) höher als bei Nichttrinkern. Aktive Raucher dagegen gingen leer aus.

Verdauung: Kaffee nach dem Essen

Kaffee ist leicht bitter. Caramel, Melanoidine, verschiedene aromatische Verbindungen sowie in geringem Maße auch Koffein (10 bis 30%) sind dafür verantwortlich. Bitterstoffe und Chlorogensäure haben generell einen fördernden Effekt auf Appetit und Verdauung, denn sie steigern die Sekretion von Magensaft. Kaffee selber setzt die Darmmuskulatur in Gang und fördert damit auch den Stuhlgang. Ein Tässchen Kaffee nach dem Essen ist durchaus sinnvoll.

Gewicht: Lässt Kaffee die Pfunde schmelzen?

Kaffee aktiviert im Prinzip die Verdauung. Isolierte Inhaltsstoffe können durchaus gegenteilige Wirkung haben. So zeigen Daten, dass die Verdauung/Aufnahme von Stärke, Zucker und Fetten durch isolierte Chlorogensäure gehemmt werden. Im Tierversuch aktiviert Chlorogensäure auch den Fettstoffwechsel der Leber. Versuchsmäuse profitieren durch die Polyphenole im Kaffee mit einem aktivierten Energiestoffwechsel. Im Endeffekt wurden sie weniger dick.

Ein Versuch mit „molligen“ menschlichen Probanden ließ ebenfalls die Pfunde purzeln. Eine Übersichtsarbeit der vorhandenen Studien stellt zwar fest, dass die Probanden Gewicht verloren hatten, bemängelt aber sowohl Durchführung als auch den geringen Effekt: nach 12 Wochen lag die Körpergewichtsabnahme unter 5% (180-200 mg Extrakt). Eine neuere Studie mit mehr Extrakt (700-1050 mg) gab 5-10% Gewichtsabnahme zu Protokoll. Genaueres – gerade auch im Punkto Sicherheit – werden in Zukunft größere Studien liefern.

Diabetes: Kaffee ohne Zucker

Studien aus Schweden, Finnland, Griechenland, Japan und den USA lieferen klare Hinweise, dass das Diabetesrisiko mit dem Kaffeekonsum sinkt. Bei Männern mit bereits entgleistem Blutzuckerspiegel normalisiert sich die Glukoseverwertung und nach den Mahlzeiten steigt der Blutzucker weniger steil an. Offensichtlich scheint Kaffee darüber hinaus die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse zu schützen. Relevant sind hier die anti-entzündliche, antioxidative Wirkung sowie der hohe Magnesiumgehalt. Personen mit manifestem Diabetes-2 sind besonders für Begleiterkrankungen am Herzkreislaufsystem gefährdet. Kaffee punktet hier ebenfalls: Er schützt Diabetiker vor kardiovaskulären Erkrankungen und Todesfällen durch diese Ursachen.

Wunden

Aus arabischen Ländern kommt der Brauch, Kaffeekohle auf eitrige Wunden und Entzündungen aufzutragen. Vermutlich ist Kohle ein steriler Wundverband. Extrakt aus Röstkaffee entwickelt außerdem eine eindeutig antibakterielle Wirkung. Auch als lokale Therapie leichter Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut nimmt man die Kohle, schließlich ist sie leicht adstringierend, daneben absorbiert sie Giftstoffe. Kaffeekohle eignet sich daher als Mittel bei unspezifischen, akuten Durchfallerkrankungen, denn hier sind häufig Gifte und bakterielle Reizstoffe am Werk.

Harnbildung

Untersuchungen zum Kaffeekonsum bei Nierensteinen lieferten einen weiteren interessanten Aspekt: Offensichtlich sinkt das Nierensteinrisiko. Dabei lässt Kaffee den Blutpegel der Harnsäure fallen, welche die Nierensteine bildet. Harnsäurekristalle entstehen auch in der Blase, in den Harnwegen sowie in den Gelenken. In der Folge kommt es zu Gichtbeschwerden. Zu Gicht selbst liegen aber noch keine Studien vor.

Nicht dehydrierend

Umdenken muss man bei dem Dogma, dass Koffein den Wasserhaushalt des Körpers störe und die Dehydrierung fördere. Erkennbar ist der Zustand durch Anstieg der Körpertemperatur, beschleunigten Herzschlag, Schwindel und Schwäche. Bei gewohnheitsmäßigen Kaffeetrinkern ist dies aber nicht der Fall, selbst nicht bei alten Menschen, die hierfür besonders gefährdet sind.

Kaffee und Sport

Tatsache: bis 2003 galt Koffein als Dopingmittel und es gab Grenzwert im Urin. Auch Werbung und Energy-Drinks suggerieren Tatkraft und Energie. Tatsächlich steigert Koffein die körperliche Leistung insbesondere, wenn es um Ausdauerleistungen geht. Kaffee fördert die Energiegewinnung aus dem Stoffwechsel von Fett und verzögert die Muskelermüdung. Ebenso wenn im Sport Aufmerksamkeit und Reaktionsvermögen gefragt ist, spielt Koffein eine aktivierende Rolle.

Bei Sportlern, die in der Wärme aktiv waren, verursachte Kaffee vermehrtes Schwitzen sowie eine um 14% gesteigerte Ausscheidung von Mineralien. Bei einer kurzen Belastung ist dies aber nicht entscheidend, so die Autoren.

Fazit

  • Die Effektivität von Koffein bei Sportlern ist am höchsten, wenn der Sportler diesbezüglich die vorhergehenden 7 Tage abstinent gelebt hat, dann aber ist auch eine dehydrierende Wirkung zu beachten.
  • Moderate Mengen Koffein (3-6 mg/kg Körpermasse) direkt vor/während des Wettkampfes wirken am besten. Zu hohe Dosen schaden der Leistung.

Gallensteine

An Hunden kann man experimentell Gallensteine auslösen, wenn das Futter viel Cholesterin enthält. Die Bildung kann verhindert werden, wenn dem Trinkwasser Koffein zugesetzt war. Dann wird der Gallensaft kontinuierlich gebildet und dickt nicht ein – geringere Gelegenheit für das Festsetzen von Steinen.

Wahrscheinlich trifft das auch auf den Menschen zu: Kaffeetrinkende Männer haben ein etwa 40% niedrigeres Risiko, an Gallensteinen zu erkranken, bei Frauen schätzt man den Effekt auf 22% (bei 2-3 Tassen).

Leber

Adenosin fördert die Entstehung einer Fettleber und Leberzirrhose, Koffein blockiert auch hier die Wirkung von Adenosin. Nach logischen Gesichtspunkten sollte es die Leber schützen. Das zeigt sehr deutlich der Tierversuch. Wenn ein Leberschaden durch Chemikalien ausgelöst wurde, kann Kaffee die Verschlechterung der meisten Parameter aufhalten.

Offensichtlich haben auch die Kaffeetrinker unter den Personen mit Leberkrankheiten einen Vorteil, so wurde das Fortschreiten der Erkrankung zu einer Leberzirrhose gebremst und die Todesfälle durch Lebererkrankungen erniedrigt.

Parkinson

Eine Analyse der Ernährungsgewohnheiten von 30 000 Personen deckte auf, dass Kaffee- und Teetrinker seltener an Parkinson erkrankten. Im Mausmodell schützte Koffein die Dopamin-produzierenden Nervenzellen – welche beim Fortschreiten der Krankheit eingehen. Die Wirkung von Koffein ist also vorbeugend. Darüber hinaus scheint Koffein auch Vorteile für Personen zu haben, die bereits unter Parkinson-Symptomen leiden:

Eigentlich würde man vermuten, dass durch die anregende Wirkung des Koffeins das Zittern von Parkinsonpatienten schlimmer wird. Dem ist aber nicht so. Bereits im Tiermodell zeigte sich, das neurodegenerative Erkrankungen positiv auf Koffein ansprechen. Erfolgreich war auch die Studie an Parkinsonpatienten. Verwendet wurden 100 mg Koffein, das entspräche umgerechnet ungefähr 200 ml Filterkaffee oder 100 ml Espresso. Ein Effekt zeigte sich besonders auf die Muskelsteifigkeit, auch die durch Parkinson verlangsamten Bewegungen wurden schneller. Leider hatte ausgerechnet die Tagesmüdigkeit nur wenig angesprochen. Nicht getestet ist, wie schnell die Gewöhnung an das stimulierende Mittel eintritt.

Alzheimer

Im Tierversuch mit Mäusen reduziert Koffein die Amyloid-β Ablagerungen. Begleitend verbessern sich die kognitiven Funktionen der Alzheimer-Maus, vermutlich wegen der hirnaktivierenden Wirkung. Beim Menschen deuten die meisten Studien ebenfalls einen positiven Ausgang an. So mag es tatsächlich wahr sein, dass der Konsum von täglich 3-5 Tassen Kaffee im mittleren Lebensalter das Alzheimerrisiko im Alter bis zu 65% reduziert.

Krebs

Während man zunächst annahm, Kaffee könnte Krebs (Blase, Harnwege, Brust, Pankreas, Niere, Ovar, Prostata, Magen) fördern, gibt es jetzt Entwarnung durch genauere Studien, die viele wichtige Risikofaktoren berücksichtigen und keinen eindeutigen Zusammenhang mehr feststellen können.

Für einige Krebsarten liegen sogar Daten vor, die für einen Schutz vor Krebs sprechen. Schon der antioxidative Stoffmix (Koffein, Diterpene, Kaffeesäure und Polyphenole) im Kaffee legt es nahe, dass Kaffee genschädigende Einflüsse abpuffern kann und die Verteidigung des Körpers gegen Oxidantien stärkt.

  • Nach Studiendaten bewirkt ein Konsum vom 2 Tassen Kaffee täglich eine 43% Reduktion des Risikos, an einem Leberzellkarzinom zu erkranken. Diese Aussage scheint verlässlich zu sein. Ob man Kaffee oder entsprechende Extrakte gezielt dagegen einsetzten kann, muss noch untersucht werden.
  • Zum Schutz vor Krebs im Enddarmbereich (kolorektale Karzinome) schwanken die Werte. Die Angaben liegen von nur „tendenziell positiv“ bis zu einer Risikoreduktion um 24%.
  • Kaffee scheint auch das Risiko zu senken, an Nierenkrebs und "weißem" Hautkrebs (Basalzellkarzinom) zu erkranken.
  • Bei Brustkrebs scheint das Alter der Frau entscheidend zu sein: hier wurde nur vor den Wechseljahren eine leicht schützende Wirkung festgestellt. Ähnliches könnte für Gebärmutterkrebs gelten.

Hier Vorsicht!

  • Bei Blasenkrebs könnte es in einigen Populationen einen Zusammenhang zwischen Krebs und Kaffee geben, wenn sehr viel davon getrunken wird und zusätzliche Faktoren wie Alkohol, Rauchen und ungesunde Ernährung im Spiel sind. Es ist nicht immer leicht, diverse andere Lebensstilfaktoren vom Kaffeekonsum getrennt zu betrachten.
  • Das ist auch bei Speiseröhrenkrebs so: Wer nämlich Getränke zu heiß trinkt, schädigt die Schleimhaut. Auch für Leute, die Sodbrennen nach Kaffeegenuss bekommen, gilt Vorsicht: Chronisches Sodbrennen bedroht die Schleimhaut.

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Für diese Anwendungsgebiete liegen eindeutige klinische Studien vor, um von einer Wirksamkeit auszugehen. Die Wirksamkeit wurde von mindestens einer der maßgeblichen Bewertungskommissionen (Kommission E/ESCOP/HMPC/WHO) verbindlich festgestellt.

  • unspezifische Durchfallerkrankungen (Kaffeekohle)
  • lokale Behandlung leichter Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut (Kaffeekohle)
  • niedriger Blutdruck: vorübergehend anhebend (Getränk, Coffein)
  • Müdigkeit: vorübergehend belebend (Getränk, Coffein)

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

Es liegen zahlreiche Hinweise aus einer langen Anwendungstradition in der Volksmedizin und in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde vor, die eine Wirksamkeit annehmen lassen. Dennoch sind bisher nicht alle Kriterien erfüllt, die für eine volle Beweiskraft notwendig sind. Falls es klinische Studien gibt, haben die Ergebnisse nicht zweifelsfrei überzeugt.

  • Appetitlosigkeit, anregend
  • Asthma, lindernd (Theophyllin)
  • chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa (Kaffeekohle)
  • Diabetes: vorbeugend, lindernd
  • Leistungsfähigkeit, steigernd
  • Müdigkeit, chronische
  • Übergewicht, reduzierend (Extrakt; experimentell)
  • Verstopfung, träger Darm: vorübergehend anregend

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

Die Hinweise aus traditioneller Anwendung oder Laborversuchen sind zu wenig überzeugend und gehen über einen experimentellen Status nicht hinaus. Es gibt bisher keine korrekten oder positiven klinischen Studien.

  • Alzheimer: vorbeugen, lindernd
  • depressive Verstimmung: vielleicht vorbeugend
  • Gicht: vorbeugend, lindernd
  • Gallensteine: vorbeugend
  • Krebs (Leber, Kolon, Niere, Haut (Basiliom), Brust, Gebärmutter): vorbeugend
  • Nierensteine: vorbeugend
  • Leberzirrhose, Leberkrankheiten: vorbeugend
  • Parkinson: vorbeugend, lindernd
  • Herzerkrankungen: eventuell vorbeugend
  • Schlaganfall: eventuell vorbeugend
  • Wunden (Kaffeekohle)

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Zubereitung und Dosierung

Kaffee ist in erster Linie ein Genussmittel. Koffein, der Hauptwirkstoff, ist Bestandteil von Fertigarzneimitteln gegen Fieber, Schmerzen und Grippesymptome und soll in diesen Zubereitungen spezifisch gegen Schläfrigkeit wirken. Kaffeekohle wird meist zu Tabletten gepresst verkauft.

Dosierung

Kaffeekohle: empfohlene Tagesdosis 9 g.

Kaffee wird als Getränk selten zu medizinischen Zwecken eingesetzt.

Eine Tasse Kaffee wird üblicherweise mit 150 mL Wasser und 10 g Bohnen hergestellt. Je nach Kaffeequalität, Menge an verwendeten Bohnen und Herstellung enthält er zwischen 50 bis 180 mg Koffein.

Gut verschlossen, vor Licht und Feuchtigkeit geschützt aufbewahren. Dicht schließende Behälter verhindern das Verfliegen des Aromas. In Kaffeebohnen „halten“ sich die Aromastoffe länger als im Pulver.

Wirkstoffe

Kaffeebohnen

Alkaloide (Purinalkaloide): Hauptwirkstoff Koffein (1–2%, etwa 150 mg pro Tasse), Theobromin, Theophyllin und Theacrin, Trigonellin, Nikotinsäure

Säuren: Zitronen-, Essig-, Apfelsäure

Polyphenole: Kaffeesäure, Kaffeesäureester, Chlorogensäure (5,5 bis 7,6%), Flavonoide, Proanthocyane, Gerbstoffe

Terpene: Diterpene, Diterpenalkohole, - ester;

Kaffeeöl (16%): Diterpenester (Kaffeeöle) aus Kahweol und Cafestol und den Fettsäuren Palmitin- und Linolsäure

Reservestoffe: Proteine (11%), Komplexe Zucker (30-40%), Fette (10%)

Mineralien: Kalium, Kalzium, Magnesium und Phosphor

Nach dem Rösten:

Röstöle: (Furanderivate, Furfurol, Phenole, Pyridine, Valeriansäure und vieles mehr)

Vitamine: Niacin (Vitamin B3)

Kondensationsprodukte: Caramel, Melanoidine

Kaffeekohle

Alkaloide (Purinalkaloide): 0,8 bis 1% Koffein