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Kapland-Pelargonie

Kapland-Pelargonie, besser bekannt unter: Umckaloabo

Die Kapland-Pelargonie ("Umckaloabo") ist eine südafrikanische Heilpflanze und wird von den Einheimischen für diverse Beschwerden eingesetzt.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Die Kapland-Pelargonie (Pelargonium sidoides) ist in Deutschland unter dem Namen Umckaloabo geläufig. Eingesetzt wird die Kapland-Pelargonie bei Bronchitis und Erkrankungen im Halsbereich wie beispielsweise entzündeten Mandeln oder auch Nebenhöhlen. Bei Infektionen mit Schleimproduktion unterstützt die Kapland-Pelargonie die Lösung von Schleim, die Hauptwirkung der Kapland-Pelargonie dürfte aber die Aktivierung der Immunstärke sein. Die früher angenommene antibiotische Wirkung ist nur gering ausgeprägt. Zu medizinische Zwecke wird ausschließlich die rötliche Wurzelknolle der Kapland-Pelargonie verarbeitet. Hauptinhaltsstoffe der Pflanze sind Cumarine, Gerbstoffe und Öle. Kapland-Pelargonie wird überwiegend als Tinktur dargereicht. Für Schwangere und Stillende ist Kapland-Pelargonie nicht getestet. Bei der Einnahme von Gerinnungshemmern, schweren Nieren- und Leberstörungen sollte ebenfalls keine Behandlung mit Kapland-Pelargoniepräparaten erfolgen.

Wogegen hilft Kapland-Pelargonie?

Umckaloabo wurde bei uns durch eine intensiv betriebene Vermarktung bekannt und hat sich in den letzten Jahren weit verbreitet. Der Preis auf dem Markt erscheint etwas hoch, einige Mediziner sind dennoch von ihrer Wirkung überzeugt.

In der jüngeren Vergangenheit hat man zur Wirkungsweise intensive Forschungsarbeiten betrieben: Entgegen der ursprünglichen Annahme hat die Pflanze – oder der Extrakt EPs7630 – keine deutlichen antibiotischen Eigenschaften. Sie moduliert jedoch das Immunsystem auf unterschiedliche Weise und trägt so zur besseren Abwehr bzw. Elimination der Krankheitserreger bei.

Die klinischen Studien haben meist die Wirkung auf Erkältungskrankheiten (Bronchitis, Schnupfen, Halsbeschwerden) untersucht. Umckaloabo verringerte die Beschwerden sowie die Dauer der Erkrankungen bei Bronchitis.

Heilwirkung von Kapland-Pelargonie

Viele klinische Studien haben die Wirkung von EPs® 7630 meist gegen Bronchitis aber auch Entzündungen von Hals, Nebenhöhlen und Mandeln getestet. Die Art der Durchführung und das Studiendesign vieler dieser Untersuchungen wurden zwar kritisiert, dennoch sind klare Effekte zu verzeichnen. Besonders ausgeprägt war der Effekt bei Husten und Müdigkeit. Insgesamt konnte die Zeit der Arbeitsunfähigkeit bei Infekten um 2 Tage reduziert werden (die meisten Antibiotika haben darauf kaum einen Effekt und erhöhen auch noch die Anfälligkeit nach der Anwendung) und die Beschwerden waren weniger schwer.

Antibiotische Wirkung:

Umckaloabo-Extrakt EPs® 7630 hatte nur eine geringe direkte antibiotische Eigenschaft. Es ist also kein starkes Antibiotikum im engeren Sinne.

Eine typische Eigenschaft von Krankheitserregern ist die Anheftung an die Zellen. Phenolische Substanzen aus der Pelargonie behindern diesen Vorgang bei bestimmten Bakterien (Helicobacter pylori und S. pyogenes) und unterbinden so einen der ersten Schritte bakterieller Infektionen. Auch für virale Infektionen (Herpes) könnte dieser Mechanismus zutreffen. Für Verallgemeinerungen reicht die Datenlage jedoch nicht aus.

Immunstärkend

Umckaloabo® stimuliert vermutlich die Aktivität der „natürlichen Killerzellen“ und der körpereigenen „Fresszellen“ (Makrophagen). Diese Zellen nehmen vermehrt Eindringlinge auf (Phagozytose) und töten diese Eindringlinge auch effektiver ab. Außerdem zeigen einige Laborversuche, dass körpereigene Botenstoffe bei Infektionen mit verschiedenen Erregern vermehrt gebildet werden. Dies ist vermutlich die Hauptwirkung der Pflanze. In diesem Sinne steigert es die Aktivität des „unspezifischen“ Immunsystems.

Schleimlösend

Der Körper reagiert auf eine Infektion der Atmungsorgane mit Schleimbildung. Dadurch sollen die Eindringlinge von den Zellen der Schleimhaut abgehalten werden und ausgespült werden. Allerdings haben sich bestimmte Bakterien darauf eingestellt. Für sie sind stagnierende Schleimansammlungen ein idealer Nährboden.

Umckaloabo® soll bei diesen Infektionen vorbeugen. Ein Laborversuch mit Gewebe aus der Nase zeigte eine gesteigerte Aktivität der Flimmerhärchen in den Atemwegen. Studien zeigen außerdem einen deutlichen Effekt gegen Husten und Auswurf.

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Maßgebliche Bewertungskommissionen: Kommission E, ESCOP, HMPC, WHO.

  • Bronchitis, akut oder chronisch

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

  • Abwehrschwäche
  • Erkältung, akute und chronische Infektionen der Atemwege
  • Infektionen von Hals-Nasen-Ohr: Mandelentzündung, Nasenrachenentzündungen
  • Halsschmerzen
  • Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)
  • Vermeidung von bakteriellen Infektionen bei bestehenden viralen Erkältungskrankheiten

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

  • Durchfall (traditionell)
  • Tuberkulose (traditionell)

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Unter der Handelsmarke Umckaloabo® wird eine Tinktur (auf Alkoholbasis) vertrieben (Firma Spitzner).

Dosierung

Erwachsene und Kinder älter als 12 Jahre:
  • bei akuten Beschwerden: dreimal täglich 20 bis 30 Tropfen,
  • vorbeugend: dreimal 10 bis 20 Tropfen.

Für sieben Tage einnehmen.

Kinder:

Umckaloabo ist für Kinder ab 1 Jahr zugelassen.

  • von 6 bis 12 Jahren: dreimal täglich 10 bis 20 Tropfen
  • von 1 bis 5 Jahre: 5 bis 10 Tropfen.

Traditionell stellt man aus der Wurzel Aufgüsse oder Abkochungen her.

Wirkstoffe

Die Hauptinhaltsstoffe der Pflanze sind (gilt zum Teil auch für den Spezialextrakt)

  • Cumarine (vorwiegend 7-Hydroxy-5,6-dimethoxycumarin, auch als Umckalin bekannt, sowie mindestens 7 andere Cumarine, Coumaringlycoside und Coumarinsulphate),
  • Gerbstoffe: Gallussäure und Gallussäuremethylester, Flavonoide, Proanthocyanidine wie Prodelphinidine, ferner Gallocatechine und Epigallocatechine
  • Öle: Monoterpene wie Geraniol, ( )-Isomenthon, Citronellol und Phenylethylalkohol.

Entscheidend für die Wirksamkeit ist – wie bei vielen pflanzlichen Arzneimitteln – die Gesamtheit des Extrakts. Welcher einzelne Inhaltsstoff für welche Wirkung verantwortlich ist, lässt sich oft nicht exakt zuordnen.