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Kava Kava

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Kava Kava: Bester pflanzlicher Angstlöser 

Einzelne Todesfälle wegen Leberversagens führten 2007 zum Entzug der Zulassung. Fachleute und Ärzte haben diese Entscheidung schwer kritisiert.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Ein Pfeffergewächs, das beruhigend wirkt

Ein Pflanzenaufguss aus Kava Kava (Piper methysticum) zu rituellen Anlässen ist in den Ursprungsgebieten Polynesien und Melanesien ausschließlich Männersache. Auf Hawaii galt Kava Kava als Feierabendgetränk, da es eine entspannende Wirkung hat und Muskeln lockert. Mittlerweile kennt man die Heilpflanze auf der ganzen Welt. Bei Angst sowie Spannungs- und Unruhezuständen war sie bis 2007 die ideale Heilpflanze. Verantwortlich für den gefühlsdämpfenden Effekt sind die sogenannten Kavalactone, die auch eine antidepressive Wirkung erzielen. Mögliche Nebenwirkungen von Kava Kava sollten beachtet werden.

Wogegen hilft Kava Kava?

Die Wirkung von Kava Kava gegen Angst, Spannungs- und Erregungszustände, Schlafstörungen sowie Depressionen und psychosomatische Beschwerden ist hinreichend belegt.

Kava Kava: Irrtümlich verboten?

Im Juni 2002 ordnete das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) nach einzelnen Todesfällen wegen Leberversagens ein Ruhen der Zulassung an. Das BfArM hält auf Grund der in der Zwischenzeit eingereichten Unterlagen und Untersuchungen die Entscheidung weiterhin für richtig. Die Ergebnisse würden weitere Untersuchungen an Menschen nicht rechtfertigen. Die Zulassung wurde daher 2007 endgültig entzogen.

Fachleute und Ärzte haben diese Entscheidung schwer kritisiert. Kava Kava sei bezüglich seines Nutzens deutlich synthetischen Mitteln überlegen und hat dabei ein vergleichsweise geringes Risiko. Es liegen Vorschläge vor, Kava Kava unter ärztlicher Verschreibungspflicht wieder einzuführen.

Heilwirkung von Kava Kava

Beruhigender Pfeffer

Kavalactone binden an verschiedene Nervenzellen und üben dabei eine gefühlsdämpfende Wirkung aus. Das führt zu beruhigenden, ruhigstellenden, schmerzlindernden und muskelentspannenden Effekten. Dazu kommen angstlösende und antidepressive Effekte.

Angst und Depression

Die Wirksamkeit von Kava Kava bei Patienten mit Angst-, Spannungs- und Aufregungszuständen oder Depressionen ist die am besten belegte Wirkung. Hierzu liegen mehrere Studien vor. Allerdings muss das Präparat für eine längere Zeit eingenommen werden. Nach einer Woche werden die Beschwerden in der Regel besser, die maximale Wirkung tirtt nach 4 Wochen ein. Auch bei psychosomatischen und klimakterischen Beschwerden liegen positive Anwendungserfahrungen vor.

Von vielen Ärzten wurde Kava Kava als wirksame pflanzliche Alternative zu den synthetischen angstlösenden Mitteln, wie Benzodiazepinen, eingesetzt; gegenüber den chemischen Mittel hat Kava Kava einen entscheidenden Vorteil: die Pflanze macht nicht abhängig, weder auf körperlicher noch auf seelischer Ebene.

Schlaf

Auch alle Aspekte eines gesunden Schlafs wurden durch Kava Kava unterstützt (zum Beispiel schnelleres Einschlafen, längerer Tiefschlaf). Dabei wurde die Traumphase nicht beeinträchtigt, wie das bei chemischen Mitteln häufig geschieht. Daher hat „künstlicher“ Schlaf oft keine ausreichend erholsame Wirkung.

Beruhigend versus anregend

Extrakte verursachten bei den Teilnehmern keine Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit und Reaktionsbereitschaft. Im Gegenteil: es gibt Hinweise auf eine erhöhte Aufmerksamkeit mit einer verbesserten Gedächtnisleistung und Verringerung der Reaktionszeit. Kava Kava hebt also die Stimmung und fördert die psychische Stabilität, ohne dabei müde zu machen oder die Koordination zu beeinflussen.

Entspannend

Kava Kava Extrakt wirkte im Tierversuch lindernd auf Muskelkrämpfe die durch verschiedene Ursachen ausgelöst wurden, inklusive epileptischen Zuständen. Vermutlich geht diese Eigenschaft auf eine generelle Hemmung der Erregbarkeit von Nervenzellen zurück.

Die Lösung von Krämpfen bezog sich nicht nur auf die Skelettmuskulatur, sondern auch die unbewusst gesteuerte Muskulatur wie die von Darm und Gebärmutter. Daher sind auch traditionelle Anwendungsgebiete wie Kopfschmerzen und Menstruationsbeschwerden plausibel, wenngleich Studien am Menschen fehlen.

Schützend

Im Tierversuch wurde gezeigt, dass ein Extrakt aus Kava Kava vor Gehirnschäden schützt, wie sie durch Sauerstoffmangel oder Schlaganfälle ausgelöst werden. Worin der Schutz besteht, ist nicht bekannt.

Schmerzlindernd

Kava Kava wäre zusätzlich ein leichtes Schmerzmittel. Versuchstiere, denen ein Extrakt gespritzt worden war, reagierten weniger schmerzempfindlich. Auf der menschlichen Zunge hatte der Extrakt eine zumindest lokalanästhetische Wirkung. Der Überlieferung nach lässt sich Rheuma mit Kava Kava behandeln.

Antimykotisch – gegen Pilze wirkend

In den traditionellen Medizinsystemen wird Kava Kava auch bei verschiedenen Infektionen verabreicht. Laborversuche zu diesem Thema wiesen eine Wachstumsreduktion verschiedener Pilze durch einen wässrig-alkoholischen Extrakt nach. Ob die Pflanze auch bei Infektionen am Menschen hilft, ist allerdings nicht untersucht

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Maßgebliche Bewertungskommissionen: Kommission E, ESCOP, HMPC, WHO.

  • nervöse Angst (bester pflanzlicher Angstlöser)
  • Spannungszustände, Unruhe

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

  • klimakterische, psychosomatische Beschwerden
  • Reizblase, nächtliches Einnässen
  • Schlafstörungen

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

  • Asthma (traditionell)
  • Infektionen (Pilzinfektionen, Erkältung, Blasenentzündung, Gonorrhö, Warzen; traditionell)
  • Kopfschmerzen, Migräne (traditionell)
  • Krämpfe: krampflösend (spasmolytisch), muskelentspannend, zentral entspannend, antikonvulsiv (Tierversuch)
  • Menstruationsstörungen (traditionell)
  • Tinnitus
  • Rheuma, Schmerzlinderung
  • Übergewicht: Gewichtsreduktion (traditionell)

Praktische Anwendung: Produkte und Hausmittel

Dosierung

Achtung: Man sollte nur auf „Kavapyrone“ standardisierte Produkte verwenden! In Qualitätsprodukten liegt deren Konzentration bei mindestens 3,5% des Trockengewichts.

Empfohlene Tagesdosis: entsprechend 120 mg Kavapyrone; in Studien wurden 60–210 mg Kavapyrone eingesetzt.

Tee: 1TL zerkleinertes getrocknetes Wurzelmaterial auf 250ml kaltes Wasser

Aufbewahrung

Dunkel und in fest schließenden Behältnissen aufbewahren.

Wirkstoffe

Kavapyrone oder Kavalactone (=Styrylpyrone) Kawain, Methysticin, Dihydrokawain, Dihydromethysticin, Yangonin und Desmethoxy-Yangonin.

Flavonoide

Ätherisches Öl