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Klette

Die Klette mit ihren lila Blüten ist nicht nur als Unkraut zu betrachten.

Klettenwurzelextrakt ist Bestandteil vieler Kosmetika

Die Wirkung der Großen Klette bei verschiedenen Beschwerden ist nicht belegt. Als Kosmetikum ist der Wurzelextrakt jedoch beliebt.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Klette kompakt: Die wichtigsten Fakten

Vor allem diejenigen, die oft mit dem Hund spazieren gehen, verfluchen die Kletten, wenn sie sich wieder einmal im Hundefell festgesetzt haben. Doch trotz dieser lästigen Eigenschaft, lohnt sich die Beschäftigung mit der Pflanze.

Die Große Klette (Arctium lappa) gehört zur Familie der Korbblütler. Die Wurzeln der Klette wurden früher geröstet und als Kaffee-Ersatz verwendet. Einem Aberglauben zufolge (der sich auf die wollige Behaarung der Pflanze bezieht) sollte die Pflanze den Haarwuchs fördern. In der Volksmedizin wurde sie gegen verschiedene Beschwerden eingesetzt und zumindest im kosmetischen Bereich kommt dem Klettenwurzelextrakt eine wichtige Bedeutung zu. Klette ist gut verträglich und besitzt keinerlei Nebenwirkungen.

Wie gut hilft Klette?

Eine Wirkung der Großen Klette bei Magen-Darmbeschwerden, Gicht, Rheuma, Hauterkrankungen, Entwässerung und Blutreinigung ist nur volksmedizinisch belegt. Eine therapeutische Anwendung wird daher von der Kommission E nicht befürwortet.

Eine größere Bedeutung hat Klettenwurzelextrakt nur als Kosmetikum.

Alle Anwendungen im Überblick, sortiert nach Wirksamkeit

Hinweis: die möglichen Anwendungsgebiete (Indikationen) sind drei verschiedenen Kategorien zugeordnet, je nach Studienlage.

Eine ausführliche Definition erhalten Sie, wenn Sie mit der Maus über die jeweiligen Blätter fahren.

Gesicherte Wirksamkeit

  • keine

Wirksamkeit laut Erfahrungsheilkunde
Bisher keine Beweise zur Wirksamkeit, aber Potenzial
  • Akne
  • Insektenstiche
  • Juckreiz
  • Magen-Darmbeschwerden
  • Mundhöhlen- und Rachenraumerkrankungen

Heilwirkung von Klette

Entzündungshemmende Wirkung

Die Wirkung der Klette ist entzündungshemmend. Sie ist auf einige Inhaltstoffe zurückzuführen, die die Produktion von Entzündungs-Vermittlern hemmen können. Nachgewiesen ist auch die antimikrobielle Eigenschaft der Großen Klette.

In der traditionellen Phytomedizin wird die Klette meist äußerlich als Wurzel- oder Blattextrakt eingesetzt. Wegen der entzündungshemmenden und antibiotischen Eigenschaft behandelt man mit der Klette Entzündungen verschiedenster Art (Akne, Dermatosen, Ekzem, Furunkulose, Hautinfektionen, Hautjucken, Insektenstiche, Schuppenflechte, Entzündungen und schwer heilende Wunden im Mund- und Rachenraum). Die Klettenwurzeln werden innerlich traditionell bei Magendarmbeschwerden verwendet. Man schreibt der Wurzel sowie den Blättern auch eine blutzuckersenkende Eigenschaft zu. Größere Bedeutung hat die Klette in Europa aber nur als Kosmetikum in der Körperpflege (bei schuppend-fettiger Kopfhaut).

In Korea und China gilt die Klette als entzündungshemmend, harntreibend und entgiftend.Die positive Wirkung der Klette bei Nierenentzündung und die harntreibende Wirkung wurden bisher allerdings nicht in wissenschaftlichen Studien bestätigt.


Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Die Klettenwurzel ist Bestandteil von verschiedenen medizinischen Produkten (Puder, Tabletten und Tinkturen), die gegen Hautleiden und Rheuma angeboten werden.

Dosierung

Innerliche Anwendung
  • Tee: 2-6 g Wurzel mit heißem Wasser übergießen, abseihen und dreimal täglich trinken
  • Abkochung: 2,5 g fein geschnittene Wurzel mit Wasser ansetzen, mehrere Stunden stehen lassen, dann bis zu einer Stunde kochen, anschließend abseihen
  • Flüssigextrakt (1:1 mit 25% Alkohol): davon 2 bis 8 ml, dreimal täglich einnehmen
  • Tinktur (1:10 in 45% Alkohol): davon 8 bis 12 ml, dreimal täglich einnehmen.


Äußerliche Anwendung
Das Wurzelöl kann zum Einreiben, die Blätter als Umschlag zur Reizlinderung verwendet werden.

Wirkstoffe

  • Polyacetylenverbindungen (in Wurzeln): schwefelhaltige heterocyclische Acetylenverbindungen wie Arctinal und Lappaphene sowie verschiedene schwefelfreie Verbindungen.
  • etherisches Öl (in Wurzeln): mit Benzaldehyd, Acetaldehyd und Pyrazinderivaten
  • Inulin (in Wurzeln): ein Speicherstoff ähnlich wie Stärke
  • Triterpene (in Wurzeln) und zahlreiche Nebenverbindungen
  • bitteres Sesquiterpenlacton (in Blättern) vom Germacranolidtyp: Arctiopicrin
  • Lignan (in Früchten; Lignane gehören meist zu den Phytoöstrogenen)