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Knoblauch

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Knoblauch wehrt nicht nur Vampire ab!

Knoblauch hat sich bei der Prävention von altersbedingten Gefäßveränderungen wie Arteriosklerose und bei der Behandlung von hohen Blutfettwerten bewährt.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Nahrungs- und Arzneipflanze

Eine Ernährung reich an Knoblauch (Allium sativum) ist gesund: die Knolle hat sich bei der Prävention von altersbedingten Gefäßveränderungen wie Arteriosklerose und bei der Behandlung von hohen Blutfettwerten bewährt. Die Inhaltsstoffe Allicin und Ajoen wirken blutverdünnend und können auf diese Weise Thrombosen vorbeugen. Auch als Hausmittel gegen Erkältungskrankheiten wird Knoblauch gerne eingesetzt. Leider muss man nach dem Verzehr von Knoblauch mit dem typischen penetranten Mundgeruch rechnen, der so manch einen Gesprächspartner vergraulen kann. Nichtsdestotrotz ist die Knolle als Gewürz sehr beliebt und hat schon seit der Antike eine lange Tradition als Nahrungs- und auch als Arzneipflanze. Auf dem Markt sind eine Fülle von Produkten mit Knoblauch, die geruchsneutral sind, weil sie direkt geschluckt werden und nicht auf die Zunge kommen. So verkauft man Knoblauchpulver, Öl und Extrakt üblicher Weise in Kapselform.

Wogegen hilft Knoblauch?

Die Stärke von Knoblauch liegt insbesondere in seiner vorbeugenden Wirkung gegen die in Industrienationen häufigen Herz-Gefäß-Kreislauferkrankungen, womöglich auch in der Prävention von Krebserkrankungen. Die Akzeptanz in der Bevölkerung ist wegen des starken Mundgeruchs durch Knoblauch jedoch meist schlecht. Geruchslose und ausreichend wirksame Produkte gibt es (noch) nicht auf dem Markt.

Heilwirkung von Knoblauch

In Studien an Menschen und Tieren konnten antimikrobielle, antivirale und lipidsenkende Eigenschaften nachgewiesen werden. Allicin und Ajoen, schwefelhaltige Verbindungen des Knoblauchs, wirken blutverdünnend (sie verlängern die Blutungs- und Gerinnungszeit) und können so Thrombosen vorbeugen. Allicin wirkt außerdem gegen Mikroorganismen wie Viren, Bakterien, Pilze und Parasiten: es reagiert mit den Enzymen und Rezeptoren der eindringenden Organismen und macht sie dadurch unschädlich.

Alliin führt in Laborversuchen bei Tumorzelllinien zur Apoptose (dem programmierten Zelltod).

Die bekannteste arzneiliche Anwendung von Knoblauch liegt in der unterstützenden diätetischen Behandlung von hohen Blutfettwerten und der Vorbeugung altersbedingter Gefäßveränderungen (z.B. fett- und cholesterolsenkende Eigenschaft).
Knoblauch ist aber auch ein beliebtes Mittel gegen Erkältungskrankheiten. Neben der bewiesenen antiseptischen Wirkung sagt man ihm auch schweißtreibende, husten- und krampflösende Wirkung nach.

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Für diese Anwendungsgebiete liegen eindeutige klinische Studien vor, um von einer Wirksamkeit auszugehen. Die Wirksamkeit wurde von mindestens einer der maßgeblichen Bewertungskommissionen (Kommission E/ESCOP/HMPC/WHO) verbindlich festgestellt.

  • Hyperlipidämie: Unterstützung diätischer Maßnahmen
  • Vorbeugung altersbedingter Gefäßveränderungen, in frühen Stadien der Arteriosklerose

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

Es liegen zahlreiche Hinweise aus einer langen Anwendungstradition in der Volksmedizin und in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde vor, die eine Wirksamkeit annehmen lassen. Dennoch sind bisher nicht alle Kriterien erfüllt, die für eine volle Beweiskraft notwendig sind. Falls es klinische Studien gibt, haben die Ergebnisse nicht zweifelsfrei überzeugt.

  • Altern, Vorbeugung
  • Bluthochdruck: senkend
  • Durchblutungsstörungen: gefäßerweiternd
  • Erkältungskrankheiten, Infektionen der Atmungsorgane, vorbeugend
  • Herzinfarkt: Senkung der Reinfarktrate
  • Koronare Herzkrankheit (KHK): Vorbeugung
  • Thrombosen, Hemmung der Blutgerinnung
  • Verdauungsstörungen, anregend

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

Die Hinweise aus traditioneller Anwendung oder Laborversuchen sind zu wenig überzeugend und gehen über einen experimentellen Status nicht hinaus. Es gibt bisher keine korrekten oder positiven klinischen Studien.

  • Alzheimer, vaskuläre Demenz, vorbeugend
  • Asthma
  • Bronchitis
  • Blähungen, Dyspepsie
  • Blasenentzündung und Niereninfektion
  • Impotenz (Prävention)
  • Krebs, Vorbeugung
  • rheumatische Beschwerden
  • träge Verdauung
  • Wurmbefall

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Knoblauch wird am besten frisch eingenommen. Im Handel gibt es auch zahlreiche Präparate (Tabletten, Tinkturen, Sirup, Kapseln), die getrocknetes Knoblauchpulver, -extrakt oder das ätherische Öl enthalten.

Mittlere Tagesdosis: 4 g frische Knoblauchzwiebel (bzw. entsprechende Mengen in Zubereitungen)

Innerliche Anwendung

  • frischer Knoblauchsaft aus ausgepressten Zehen: 3 Mal tgl. 20 Tropfen
  • Knoblauchsirup: 2 - 3 Mal tgl. 1 Esslöffel
  • Knoblauchtinktur: 2 - 3 Mal tgl. 20 bis 25 Tropfen auf Würfelzucker
    • Äußerliche AnwendungMit frischen, zerquetschten oder gekochten Zehen
  • einreiben oder mit einem Verband oder Pflaster auf der Haut befestigen
  • zur Warzenbehandlung Knoblauchscheiben auflegen

Tipp

Wird der Knoblauch mit sauren Zutaten – wie Essig oder Zitronensaft – gekocht, kann ein großer Teil der Wirkung bei erheblich geringerer Geruchsbelästigung erhalten werden. Kardamomfrüchte (Cardamomi fructus), Pfefferminzbonbons (Mentha piperita-Extrakt) oder Kaffee können den Mundgeruch zudem etwas überdecken.

Wirkstoffe

  • Schwefelhaltige Verbindungen: Alliin (wird bei Verletzung der Zwiebel enzymatisch zu Allicin umgesetzt, daraus entsteht Ajoen)
  • Enzym: Alliinase (hydrolysiert Alliin)