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Königskerze

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Königskerze: Ideal bei trockenem Reizhusten

Die Königskerze war früher ein beliebtes Mittel bei Erkältungen, speziell bei Reizhusten und Heiserkeit.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Hilft bei Erkältung, vor allem trockenem Reizhusten

Im Vergleich zu anderen Blütenpflanzen ist die Königskerze (Verbascum) mit ihren 2 Metern Höhe ein wahrer Riese. Dabei trotzt sie mit Pfahlwurzel und wollig behaarten Blättern der Trockenheit. Wollblumen nennt man die getrockneten Blüten, die als Tee bei Erkältungen zum Einsatz kommen. Wegen ihrer milden Wirkungen und des angenehmen Geschmacks sind sie zur Anwendung bei Kindern besonders gut geeignet. Mischungen mit anderen Heilpflanzen stellen sicher, dass jeder Aspekt einer Erkältung entsprechende Linderung erfährt. Die Wirkungsweise der Königskerze beruht dabei auf Entschleimen, Schleimhautschutz und Reizlinderung. Achten muss man auf die richtige Lagerung, denn die Blüten ziehen Wasser und werden dann braun und unwirksam, können sogar verschimmeln. Es gibt drei Königskerzenarten, die bei uns arzneilich genutzt werden. Zur Anwendung kommen neben Tee und Hustensaft auch Extrakte in Salben und Ölen.

Wogegen hilft Königskerze?

Königskerze: entschleimend und reizlindernd

Die Königskerze war ein beliebtes Mittel bei Erkältungen und Erkrankungen der oberen Luftwege wie Husten und Heiserkeit und ist etwas in Vergessenheit geraten. Dabei sind die getrockneten Blüten der Pflanze durchaus wirksam, sagt die Kommission E. Wegen der erfahrungsheilkundlichen Belege wurden diese Wirkungen voll anerkannt. Aber auch Laborversuche und die Inhaltsstoffe weisen in dieselbe Richtung: So dürfte die Pflanze gegen Entzündungen wirken und auch gewisse antibakterielle und antivirale Effekte in sich vereinen. Nicht näher untersucht ist jedoch, ob das „Königsöl“ gegen Ohrenschmerzen und andere Schmerzzustände wirkt.

Heilwirkung von Königskerze

Die ganze Symptompalette bei Erkältung

Hauptanwendungsgebiet der Wollblumen sind Katarrhe der oberen Luftwege, wie sie bei typischen Erkältungen auftreten: Husten, Bronchitis, Heiserkeit. Wegen der reizlindernden und sekretolytischen Eigenschaften kombiniert man Wollblumen in Kräuterteemischungen als Erkältungstee. Bekanntermaßen lösen Saponine indirekt die festsitzenden Sekrete und erleichtern das Abhusten von Schleim. Der heiße Tee heizt ein und treibt den Schweiß auf die Stirn. Diese Wirkung mag auch für ein Schwitzbad nützlich sein. Daneben legen sich die Schleimstoffe lindernd auf die entzündete Schleimhaut und dämpfen so den quälenden Halsschmerz oder Hustenreiz.

Wunden, Hautleiden und Entzündungen

Altbekannt ist die wundheilungsfördernde Wirkung der Königskerzenblüten. Äußerlich angewendet hat man Wunden und Hautleiden damit behandelt, wie zum Beispiel juckende Haut oder entzündete Insektenstiche, darüber hinaus Juckreiz im Genital- und Analbereich, nässende Ekzeme, Windeldermatitis. Auch das könnte Sinn machen, sagen die Forscher, enthält die Pflanze doch entzündungshemmende Iridoidglukoside sowie Verbascosid und Aucubin. Diese Wirkstoffe liegen in der Pflanze als Vorstufe vor, die im Körper erst aktiviert werden muss. Erste praktische Laborergebnisse belegen diese Eigenschaften. Getestet hat man die Extrakte verschiedener Verbascum-Arten.

Ob die Königskerze aber wie traditionell berichtet als Antirheumatikum wirkt, ist nicht untersucht. Die in der Rheumatherapie eingesetzte Teufelskralle enthält ebenfalls Iridoidglukoside als Hauptwirkstoff, so dürfte die Königskerze ganz ähnlich wirken. Der Effekt ist aber wahrscheinlich eher schwach. Auch bei Entzündungen der Darmschleimhaut, Durchfall, Bauchkrämpfen fehlen die entsprechenden neueren Untersuchungen.

Aber: Die Wollblumen haben diverse Zusatzeffekte, welche ihnen zu Gute kommen:

Antibakterielle Zusatzpunkte

Vor allem die wässrigen Extrakte aus der Pflanze zeigen antimikrobielle Reaktionen. Die Kleinblütige Königskerze hemmt erfolgreich den Lungenkeim Klebsiella pneumoniae, die Hautkeime Staphylococcus aureus, Staphylococcus epidermidis und den Darmkeim Escherichia coli. Das sind ideale Voraussetzungen für eine Heilpflanze. Wie gut sich allerdings diese Aktivitäten unter realen Bedingungen entfalten, ist nicht untersucht.

Die Königskerze, der Virenschreck?

Erstaunlich war der Befund, dass ein Blütenaufguss gegen verschiedene Viren wirkt. Gezeigt wurde das in Zellkultur mit Grippeviren (Influenza A H7N7, H1N1 und Influenza B Viren). Relevant dürfte auch die Tatsache sein, dass er die Wirkung von Mitteln aus der Klasse der Amantadine verstärkte. Amantadin ist eines der wenigen verfügbaren Grippemittel.

Auch für die Gruppe der Herpes simplex Viren (HSV I) liegen erste ermutigende Daten vor. Positiv getestet wurden der Extrakt der Kleinblütigen, sowie ein Aufguss der Großblütigen Königskerze. Klinische Studien dazu wären durchaus interessant, dann erst kann man die Wirkung am Menschen abschätzen.

Das Königsöl

Traditionell stellt man aus den Blüten neben den wässrigen Tees und Absuden ein öliges Mittel her. Die Zubereitungen kennt man unter dem Namen “Königsöl”. Es wird bei diversen Ohrerkrankungen verwendet, wie Ohrenschmerzen und chronischer Mittelohrvereiterung, Furunkeln im Ohr oder Ekzemen im Gehörgang. Daneben reibt man es bei Schmerzzuständen als Massageöl in die Haut. Wer auf Studien wert legt, muss noch warten. Es gibt noch keine zum Thema.

Entwässern mit Wollblumen

Die Blüten gelten als harntreibend, ein Umstand, der durchaus plausibel ist. Typisch ist diese Eigenschaft nämlich für die enthaltenen Flavonoide. In der Traditionsheilkunde gilt die Königskerze als Diuretikum und wird auch bei Blasen- und Nierenerkrankungen eingesetzt. Näher untersucht ist das jedoch nicht.

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Maßgebliche Bewertungskommissionen: Kommission E, ESCOP, HMPC, WHO.

  • Katarrhe der Luftwege (Schnupfen, Rachenentzündung, Halsschmerzen, Heiserkeit, Bronchitis, Husten), Erkältung.

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

Es liegen zahlreiche Hinweise aus einer langen Anwendungstradition in der Volksmedizin und in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde vor, die eine Wirksamkeit annehmen lassen. Dennoch sind bisher nicht alle Kriterien erfüllt, die für eine volle Beweiskraft notwendig sind. Falls es klinische Studien gibt, haben die Ergebnisse nicht zweifelsfrei überzeugt.

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

  • Blasen- und Nierenerkrankungen: entwässernd
  • Durchfall, Bauchkrämpfe, Darmentzündung
  • Grippe
  • Hautleiden: Brandwunden, Windeldermatitis, Flechten, Ekzeme, Hämorrhoiden
  • Herpes
  • Insektenstiche
  • Juckreiz
  • Rheuma

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Gegen Erkältungen nutzt man meist den Tee aus den Blüten der Königskerze. Genau wie Wilde Malve und Eibisch sind Wollblumen reich an Schleimstoffen. Wollblumenextrakte setzt man auch dem Hustensirup zu. So schmeckt es Kindern gleich viel besser. Außerdem verarbeitet man Extrakte in Salben und Ölen zur Behandlung von Ohrenschmerzen, Hämorrhoiden, wunden Stellen und Furunkeln. Vorallem früher beliebt waren Abkochungen der Blüten für Umschläge und Sitzbäder.

Tee: Empfohlene Tagesdosis: 3–4 g der Blüten, in Form von Tee: Dazu nimmt man 1 g Blüten auf 150 ml kochendes Wasser. Als Alternative kann man die Blüten mit kaltem Wasser zusetzen und dann kurz zum Sieden erhitzen, das soll die Freisetzung der Schleimstoffe optimieren.

Aufbewahrung

Trocken und lichtgeschützt in Glasgefäßen aufbewahren. Die Blüten ziehen Feuchtigkeit an. Wenn die getrockneten Königskerzenblüten zu viel Feuchtigkeit ausgesetzt waren, werden sie braun und schimmlig, diese Ware darf nicht mehr verwendet werden.

Wirkstoffe

Terpene: Triterpensaponine, darunter Verbascosaponin;

Komplexe Zucker: etwa 3% Schleimstoffe (bestehend aus Galactose, Arabinose und Uronsäuren)

Iridoidglukoside: Aucubin, Catalpol und verwandte Verbindungen

Flavonoide (bis zu 4%): vorwiegend Rutin und Hesperidin

Phenolcarbonsäuren, z.B. das Phenylpropanoid Verbascosid