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Kürbis

© C. Heyer/PhytoDoc

Der Kürbis - die größte Beere der Welt

Kürbis (Cucurbita pepo) wird vor allem bei Prostatabeschwerden und Reizblase eingesetzt.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Kulinarisch ein Hochgenuss, als Heilmittel wirkungsvoll

Als typisches Herbstgemüse erfreut uns der Kürbis (Cucurbita pepo) mit seinen meist strahlenden Orange-Tönen nicht nur als Dekorationselement, sondern auch auf dem Teller. Was wäre ein goldener Herbst ohne eine leckere Kürbissuppe? Neben dem Fruchtfleisch sind auch die Kürbiskerne und das Kürbiskernöl in der Küche vielseitig einsetzbar. Als Arzneimittel verwendet man die Kürbissamen. Die in den Kernen enthaltenen Phytosterine hemmen Anschwellen und Entzündung der Prostata, weshalb sie bei gutartiger Prostatavergrößerung empfohlen werden. Daneben haben sie eine Wirkung bei Blasenbeschwerden wie einer „Reizblase“. Zur Therapie sollte man auf standardisierte Kürbissamenextrakte zurückgreifen, aber auch naturbelassene Kürbiskerne finden Anwender. Das Öl hat wegen dem hohen Gehalt an mehrfachungesättigten Fettsäuren und Antioxidantien diätische Bedeutung.

Wogegen hilft Kürbis?

Kürbiskerne sind ein klassisches Mittel bei Prostatabeschwerden (Prostataadenom Stadium I und II). Sie bessern die Beschwerden, die mit dem Wasserlassen verbunden sind (Geschwindigkeit, nächtliches Wasserlassen und Restharn). Die Prostatavergrößerung ist davon nicht beeinflusst, jedoch wird deren Schwellung/Entzündung reduziert. Produkte aus Kürbissamen sind auch für Langzeitanwendungen geeignet, sie verlangsamen vermutlich auch das Fortschreiten der Erkrankung. Eine ärztliche Überwachung ist bei Prostatahyperplasie dennoch erforderlich.

Kürbis ist vermutlich auch für die Indikation „Reizblase“ und „Stressinkontinenz“ bei Frauen und Männern geeignet.

Heilwirkung von Kürbis

Kürbiskerne zählen zu den ältesten Mitteln bei Prostatabeschwerden. Sie werden bei Funktionsstörungen der Blase und bei Beschwerden beim Wasserlassen (benigne Prostatahypertrophie) eingesetzt.

Viele Inhaltsstoffe der Kürbiskerne besitzen positive Eigenschaften:

  • Die in den Kürbiskernen enthaltenen Phytosterine vor allem die β-Sterole, verhindern, dass das männliche Sexualhormons Testosteron zu seinem wirksamen Stoffwechselprodukt (α-Dihydrotestosteron) umgewandelt wird. Da eine Vergrößerung der Prostata mit einer erhöhten Konzentration an α-Dihydrotestosteron verbunden ist, hat die Hemmung dieser Hormonanreicherung große Bedeutung.
  • Die Phytosterine senken auch den Cholesterinspiegel.
  • Weitere Inhaltsstoffe (die Tocopherole und Carotinoide) wirken evtl. entzündungshemmend.
  • Das Spurenelement Selen wirkt positiv auf Erkrankungen der Harnwege: Selen ist Bestandteil des Enzyms Glutathionperoxidase. Dieses Enzym schützt u.a. die roten Blutkörperchen (Erythrocyten) gegen die Wirkung von reaktiven Sauerstoffverbindungen (Peroxiden).
  • Kalium wirkt entwässernd.
  • Aminosäuren: Die Aminosäure Cucurbitin wirkt gegen Bandwürmer. Die Aminosäure Citrullin ist bei der Harnstoffbildung beteiligt. Dadurch wird Ammoniak schneller abgebaut und das Gewebe schneller entwässert. Schwellungen heilen leichter ab.
  • Vitamin E wirkt gegen Herz-Kreislauferkankungen, Sterilität, Neigung zu Frühgeburten, Muskelschwund, Beschwerden durch die Wechseljahre und Bindegewebsveränderungen, wie z.B. Prostatavergrößerung.

Studien

Wie in einer multizentrischen klinischen Studie festgestellt wurde, helfen Kürbissamen-Extrakt-Kapseln gegen gutartige Vergrößerungen der Prostata (Prostatahyperplasie).

In einem Experiment an Ratten mit erhöhtem Blutdruck wurde festgestellt, dass die zusätzliche Gabe von Kürbiskernöl eine Therapie mit blutdrucksenkenden Mitteln sehr gut ergänzt. Die Ergebnisse wurden mit den antioxidativen Eigenschaften des Kürbiskernöls begründet.
Wie in einer Thailändischen Studie festgestellt wurde, reduzieren Kürbiskerne das Risiko von Blasensteinen.

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Maßgebliche Bewertungskommissionen: Kommission E, ESCOP, HMPC, WHO.

  • Reizblase
  • Prostata (Prostataadenom) Stadium I bis II, Gutartige Vergrößerung der Prostata (Prostatahyperplasie), Blasenentleerungsstörungen

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

  • nächtliches Einnässen
  • Fettwerte, erhöhte (Phytosterole)

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

  • Blasenentzündung, Durchspültherapie
  • Bluthochdruck, blutdrucksenkend
  • Vorbeugung von Blasensteinen

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Kürbissamen sind als natürlich belassene Kürbiskerne, als Granulat (geschrotete Kürbiskerne) und in Form von Kapseln (mit Kürbiskernpulver, Dickextrakt, Kürbiskernextrakt und Kürbiskernöl) erhältlich.

Dosierung

Gegen gutartige Prostatavergrößerung gilt folgende Empfehlung:

  • Morgens und abends werden 10 bis 30 g Kürbiskerne gemahlen oder zerkaut mit Flüssigkeit eingenommen.
  • 15g Granulat pro Tag
  • Präparate mit einem entsprechend dosierten Trockenextrakt (25:1)

Die Wirkung setzt meist erst nach Wochen oder Monaten ein. Die Verwendung eines auf den Wirkstoffgehalt eingestellten Präparates wäre empfehlenswert, vorallem vom Medizinalkürbis Cucurbita pepo L. convar. citrullinina GREB. var. styriaca GREB.

Mit dem steirischen Bauernkernöl waren bislang die Effekte bei der gutartigen Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie BPH) oder Reizblase zu gering.

Kürbiskernöl ist bei kühler (unter 20°C) und dunkler Lagerung gut 12 Monate haltbar. Älteres Öl verliert vor allem Aroma und Vitamine.

Wirkstoffe

Art und Menge der Inhaltsstoffe hängen vom Anbaujahr, von der Sorte und dem Standort ab.

  • 1% Phytosterine, darunter Δ5-Sterole, Δ7-Sterole und Δ8-Sterole
  • 30 – 50 % fettes Öl (bestehend aus Glycerin, das zu 70 – 80 % mit Öl- oder Linolsäure, zu 10 – 25 % mit Palmitinsäure, zu 3 – 6% mit Stearinsäure verestert ist)
  • 0,04 % β- und g-Tocopherol
  • 30 – 50 % Proteine
  • 6 – 10 % Kohlenhydrate
  • < 5 % Mineralstoffe, besonders Kalium und Selen
  • Squalen
  • Lanosterin
  • Carotinoide
  • Seltene Aminosäuren wie 0,2 – 0,7 % Cucurbitin (3-Amino-3-carboxypyrrolidin)
  • Vitamine: Vitamin E, Vitamin B1, B2, B6, Vitamin A, Vitamin C, Vitamin D