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Lärche

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Lärche gegen Schmerz und Infektion

Behandelt werden Schmerzen rheumatischer und neuralgischer Art, Furunkel sowie Erkältungskrankheiten.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Ein signifikantes Merkmal der Lärche (Larix decidua) sind ihre vergleichsweise weichen und biegsamen Nadeln. Die heilenden Inhaltsstoffe der Lärche sind konzentriert im Lärchenterpentin enthalten. Diese ätherischen Öle wirken durchblutungsfördernd und schleimlösend. Bei Atemwegserkrankungen stimulieren Lärchenpräparate positiv die Bronchien, bei Hautbeschwerden wie Furunkeln fördert sie die Reifung. Außerdem hilft Lärche aufgrund ihrer durchblutungsanregenden und entzündungshemmenden Eigenschaften laut traditioneller Anwendung bei rheumatischen und neuralgischen Beschwerden. Überwiegend ist eine äußerliche Darreichungsform üblich; hierzu werden Salben, Emulsionen, Gele oder Öle angeboten. Zur Inhalation gibt man ein paar Tropfen des ätherischen Öls in heißes Wasser und inhaliert den Dampf. Die Kommission E rät von einer Behandlung mit Lärchenpräparaten bei akuten Entzündungen der oberen Atemwege wegen möglicher Reizwirkungen ab.

Wogegen hilft Lärche?

Lärche gegen Schmerz und Infektion

Lärchenterpentin (Terebinthina aricina) ist ein Naturprodukt aus dem Harz der Lärche, das überwiegend als traditionelles Heilmittel verwendet wird. Behandelt werden Schmerzen rheumatischer und neuralgischer Art, Furunkel sowie Erkältungskrankheiten. Die Verwendung gründet sich ausschließlich auf die Überlieferung, experimentelle Arbeiten über die Lärche liegen nicht vor. Die Kommission E warnt davor, Lärchenterpentin wegen der Reizwirkung gegen akute Entzündung der oberen Atemwege einzusetzen.

Heilwirkung von Lärche

Verwendet wird überwiegend das ätherische Öl der Lärche. Man vertreibt es unter dem Namen Lärchenterpentin, Terebinthina laricina, Terebinthina Veneta, Venezianisches Terpentin. Die Tradition schreibt der Lärche erweichende, erwärmende, durchblutungsfördernde und harntreibende Eigenschaften zu.

Katarrhe der Luftwege

Traditionell wird das Lärchenterpentin bei Katarrhen der Luftwege zur Inhalation verwendet. Es soll die Lösung der Sekrete in den Bronchien und ihren Auswurf fördern. Offensichtlich werden die Sekretion von dünnflüssigem Sekret sowie die Flimmerepithelien der Bronchien stimuliert. Auch eine Anregung der Gewebe indirekt über die Nerven ist wahrscheinlich (Nervus vagus). Zu beachten gilt, dass die Reizwirkung des ätherischen Öls mitunter sehr stark ist. Bei akuten Entzündungen der Atemwege sollte man kein konzentriertes Lärchenterpentin inhalieren.

Furunkel und Hautentzündungen

Nach traditionellen Erfahrungen ist das Lärchenterpentin bei Furunkeln und Hautentzündungen wirksam. Durch die Förderung der Durchblutung und die antiseptische Wirkung dürften die Präparate die Reifung fördern. Bei diesem Prozess sammelt sich das Eiter im Zentrum der Entzündung und die weitere Ausbreitung des Erregers wird durch Abkapslung unterbunden. Durch die entzündungshemmende Komponente sollen die Schmerzen gelindert sowie ein Abheilen beschleunigt werden. Eine Überprüfung durch aktuelle klinische Studien steht noch aus.

Rheuma und Nervenschmerzen

Auch hierzu liegen keine klinischen Untersuchungen vor. Ein Extrakt aus dem Holz der Lärchen hemmte im Laborversuch den Stoffwechsel entzündlicher Botenstoffe. Es ist belegt, dass Lärchenterpentin Entzündungsschmerzen wie rheumatische Beschwerden lindert. Des Weiteren stimuliert die Lärche die Durchblutung der Haut (Hyperämisierung) und übt einen Reiz auf der Haut aus. Die Naturheilkunde nutzt gezielte (Schmerz-)Reize, um andere Schmerzen zu lindern (Counterirritans-Effekt).

Homöopathische Anwendung:

In verdünnter homöopathischer Form wendet man Lärchenterpentin bei Urämie/Nierenversagen durch Vergiftung mit Lösungsmitteln an. Die entsprechenden Zustände sind mit großer Schwäche und Erschöpfung, Harnverhalt, Nierenschmerzen, Brennen in Blase und/oder Harnröhre verbunden.

Abführende Wirkung

An optimalen Standorten scheidet die Lärche eine Flüssigkeit aus, die nach dem Trocknen zu einem weißen Stoff, dem Lärchenmanna (Manna de Briancon) wird. Er enthält einen Zucker, das Trisaccharid Melizitose, der im Darm die Rückresorption des Wassers hemmt. Der Stuhlgang ist daher weicher und voluminöser, was die Darmbewegung (Peristaltik) fördert. Man setzt daher Manna als Abführmittel ein.

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Maßgebliche Bewertungskommissionen: Kommission E, ESCOP, HMPC, WHO.

  • rheumatische Beschwerden (Einreibungen)
  • neuralgische Beschwerden (Nervenschmerzen; Einreibungen)
  • Furunkel (Einreibungen)
  • Katarrh der Luftwege (Inhalation des ätherischen Öls)

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

  • eitrige Entzündungen der Haut: Abszesse, Karbunkel, Nagelbettentzündung
  • Entzündung der Schweißdrüsen
  • Pickel, pickelartige Erscheinungen durch Hautreizung in behaarten Bereichen (z.B. Rasieren, Schwitzen)

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

Die Hinweise aus traditioneller Anwendung oder Laborversuchen sind zu wenig überzeugend und gehen über einen experimentellen Status nicht hinaus. Es gibt bisher keine korrekten oder positiven klinischen Studien.

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Lärchenterpentin wird üblicher Weise in Salben, Gelen, Emulsionen und Ölen zur äußeren Anwendung verarbeitet. Außerdem gibt es Pflaster und Tropfen zur Inhalation mit Lärchenterpentin.

Dosierung

Inhalation:

Einige Tropfen des ätherischen Öls werden in heißes Wasser gegeben. Die heißen Dämpfe inhalieren.

Äußere Anwendung:

Flüssige und halbfeste Zubereitungen mit 10 bis zu 50% Naturstoff werden lokal aufgetragen und eingerieben. Auch Salbenverbände haben sich bewährt.

Wirkstoffe

Alle Pflanzenteile: Monoterpene (Camphen, Car-3-en, p-Cymol, Limonen, Myrcen, β-Phellandren, α- und β-Pinen, Terpinen, Terpinolen)

Ausscheidungsprodukt der Nadeln, Lärchenmanna (Manna de Briancon): Zucker (Trisaccharid Melizitose)
Kambialsaft: Coniferin (Abietin, Cinoferosid), Chinasäure, Malonsäure, Oxalsäure und Shikimisäure
Lärchenterpentin: ätherisches Öl (bis zu 20%) aus dem Harzbalsam der Stämme: α -Pinen, β-Pyronen, β-Pinen, Car-3-en, Borneol, Bornylacetat, Dipenten, Guaiacol, Limonen, Terpinolen; Harzsäuren: Laricinolsäure, α- und β -Larinolsäure; Lariciresinol; Laricoresen; Lärchenbalsam: Larixylacetat (6α -Acetoxy-lambda-8 (17),14-dien-13β-ol), Lambda-8 (17),14-dien-13β-ol (13-Epi-Manool); neutraler Harzanteil: Abietinsäure, Dihydroabietinsäure, Isopimarsäure, Neoabietinsäure und Pimarsäure.

Holz: Lignane (Liovil, Secoisolariciresinol), Flavonole, Xylan

Nadeln: Chinasäure, Shikimisäure und D-Zuckersäure, Leucodelphinidin und Leucoanthocyanidin, Phytosterole ( wie β-Sitosterol, Campesterol, Cycloartenol, Cycloeucalenol, 24-Ethylidenlophenol, 24-Methylencycloartenol, 24-Methylenlophenol und nichtidentifizierte 4 α-Methylsterole), Isorhamnetin-3-feruloylglycosid, Kämpferol-3-p -cumaroylglycosid, Kämpferol-3-feruloylglycosid, Quercetin-3-feruloylglycosid, Syringetin-3-feruloylglycosid, L-Xyloascorbinsäure. Rinde: Gerbstoffe (8 bis 18%), Maltol