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Lavendel

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Mit Lavendel entspannt durch den Tag

Lavendel hat neben seiner beruhigenden und krampflösenden Wirkung auch eine antimikrobielle und durchblutungsfördernde Eigenschaft.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Einfach dufte

Lavendel (Lavandula angustifolia) ist ein typisches Gewächs des Mittelmeerraums. Aufgrund seines wunderbaren Dufts schmückt er als Zierpflanze auch so manchen heimischen Garten. Als Heilpflanze ist der Lavendel – vor allem das Lavendelöl - für seine angstlösenden Eigenschaften bekannt. Auf Unruhe- und Angstzustände, Einschlafstörungen, Spannungskopfschmerzen und nervöse Magen-Darm-Beschwerden wirken die Inhaltsstoffe nachweislich positiv, denn Lavendel ist krampflösend und beruhigend, durchblutungsfördernd und entblähend. Lavendelblüten werden in Teemischungen verarbeitet, aus dem Öl stellt man ganz unterschiedliche pharmazeutische Produkte her wie Kapseln, Salben, Parfums, Seifen und Badezusätze. Sehr entspannend und kreislaufstabilisierend wirkt auch ein Lavendelbad nach einem harten Arbeitstag. Für Kleinkinder ist das hochkonzentrierte Lavendelöl nur stark verdünnt geeignet.

Wogegen hilft Lavendel?

Mit Lavendel entspannt durch den Tag

Lavendel hat neben seiner beruhigenden und krampflösenden Wirkung auch eine antimikrobielle und durchblutungsfördernde Eigenschaft.

Traditionell nutzt man Lavendel als Beruhigungsmittel und bei verschiedenen Verdauungsstörungen. In der Aromatherapie wird er gerne bei Kopfschmerzen, Migräne, Spannungsgefühlen und emotionaler Aufregung eingesetzt.

Das Öl wird in großem Maßstab für die Kosmetikindustrie hergestellt.

Heilwirkung von Lavendel

Beruhigend und krampflösend

Traditionell nutzt man Lavendel als Beruhigungsmittel bei Unruhezuständen und Einschlafstörungen sowie nervösen Magendarmbeschwerden. Säuglingen legte man in der Provence zur Beruhigung ein Lavendelsäckchen auf die Decke. Auch heute noch trifft man gelegentlich auf diese Sitte. In der Tat zeigte auch der Tierversuch eine deutliche krampflösende und beruhigende Wirkung.

Äußerlich - als Bad angewandt - eignen sich Lavendelblüten zur Therapie nervös bedingter Kreislaufbeschwerden. Die Aromatherapie behandelt Nervosität und Angstzustände mit Lavendelöl. In der Tat dämpft Lavendelöl selbst bei Inhalation die Aktivität von Versuchstieren. Sogar die aufputschende Wirkung von Koffein hebt das Lavendelöl auf.

Günstig ist auch die Mischung mit anderen Heilpflanzen, die ähnlich wirken (wie Baldrian und Passionsblume).

Verdauungsbeschwerden

Lavendelöl ist nicht nur zur Beruhigung einer nervösen Verdauung geeignet, es fördert außerdem den Gallenfluss und somit die Verdauung selbst. Auch bei Beschwerden durch einen Blähbauch und Blähungen ist Lavendel nach Erfahrungen der Volksheilkunde eine sinnvolle Ergänzung. Vermutlich wirkt Lavendel außerdem normalisierend auf die Darmflora.

Wunden und Schmerzen

Das ätherische Öl - insbesondere Linalool - wirkt gegen einige Bakterien und Pilze. Man vermutet zudem einen antientzündlichen Effekt im Lavendelöl. So kann das verdünnte Öl oberflächlich als mildes Antiseptikum bei kleineren Verletzungen zur Wundpflege verwendet werden.

Die durchblutungsfördernde und leicht reizende Wirkung nutzt man bei Muskelschmerzen. In der Volksheilkunde kommt Lavendelöl auch zur Lösung von Verspannungen und zur Linderung rheumatischer Beschwerden zum Einsatz. Traditionell werden Menstruationsbeschwerden (warme Kompresse) und Frauenkrankheiten (Bad) mit Lavendelöl behandelt. In der Aromatherapie verdampft man Lavendelöl gegen Kopfschmerzen, Migräne und Verspannungen. Es kann auch im Stirn und Nackenbereich einmassiert werden. Tatsächlich hat der Tierversuch eine leicht betäubende Wirkung belegt.

Erkältung

Das Öl des Speiks (Lavandula latifolia) wird wegen des hohen Cineolgehaltes zur Behandlung von Atemwegserkrankungen und Erkältungen in Form von Bädern, Umschlägen und Inhalationslösungen verwendet. Man kann auch einen warmen Waschlappen mit verdünntem Lavendelöl auf die Brust legen.

Insekten

Menschen lieben den Lavendelduft, Insekten nicht. Lavendelöl ist ein Schreckstoff für sie. Traditionell verwendet man es daher als Mottenschutz. Ein Effekt gegen Milben, Flöhe und Läuse ist von der Tradition überliefert. Lavendel soll im Gartenbau andere Pflanzen in seiner Nähe vor Ameisen und Wanzen schützen.

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Maßgebliche Bewertungskommissionen: Kommission E, ESCOP, HMPC, WHO.

  • funktionelle Kreislaufstörungen (Badanwendung)
  • funktionelle Oberbauchbeschwerden, nervöse Magen-Darmstörungen
  • Unruhezustände
  • Roemheld-Syndrom (Druck in der Herzgegend durch einen aufgeblähten Darm), Aufgeblähtheit (Meteorismus), Blähungen (Flatulenz)
  • Schlafstörungen, speziell Einschlafstörungen

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

  • depressive Verstimmung
  • Durchfall, nervöser
  • Kopfschmerzen und Verspannungen
  • Muskelschmerzen und Krämpfe (durchblutungsfördernd, äußerlich)
  • Stress

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

  • Durchfall (traditionell)
  • Erkältung: Husten, verstopfte Nase, Halsschmerzen (Speiköl; traditionell)
  • Erschöpfungszustände (traditionell)
  • Gürtelrose (traditionell)
  • Insektenstiche; auch zur Abwehr von Insekten (Flöhe, Läuse, Krätze; traditionell)
  • leichte Wunden, schlecht heilende Wunden, Verbrennungen, Sonnenbrand, Ekzeme
  • Menstruationsschmerzen, Frauenkrankheiten, Förderung der Menstruation (traditionell)
  • rheumatische Beschwerden, Arthrose, Arthritis, Gelenksverletzungen (traditionell)
  • Verdauungsschwäche

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Das Öl des Lavendels ist wohlriechend und wird in großem Maßstab hergestellt. In der Kosmetikindustrie ist es ein Grundstoff für Parfums, Seifen, Shampoos, Lotionen und Badeöle. In der pharmazeutischen Industrie verwendet man das Öl mitunter auch zur Geruchs- und Geschmackskorrektur in Arzneimitteln.

Lavendelblüten oder das Öl sind klassische Bestandteile von Beruhigungstees und Fertigarzneimitteln (Sedativa, Cholagoga und Tonika).

Dosierung

Innerlich:

Tee: 1,5 g (1-2 Teelöffel) Lavendelblüten auf 150 ml Wasser, 5-10 Minuten ziehen lassen.

Öl: 1–4 Tropfen Öl auf eine halbe Tasse Wasser oder ein Stück Würfelzucker

Äußerlich:

Lavendelbad: 20–100 g Lavendel auf 20 l Wasser

Vorsicht vor gefälschten Produkten

Lavendelöle aus dem Echten Lavendel sind teuer. Es wurde in der Vergangenheit oft gefälscht, zum Beispiel mit Lavandinöl, Japanischem Shiu- und Petitgrainöl oder zugemischten Substanzen (natürlichen, semisynthetischen und synthetischen Ölen, Linalool oder Linalylacetat).

Öle mit dem „AOC-Siegel“ kommen aus bestimmten französischen Gebieten und sind unter Einhaltung von Qualitätskriterien hergestellt worden.

Wirkstoffe

  • Ätherisches Öl (1–3%) mit Monoterpenen (bis zu 75% Linalylacetat und Linalool, ferner cis-β-Ocimen, trans-β-Ocimen, 1-Terpenen-4-ol, sowie geringere Konzentrationen von Limonen, 1,8-Cineol, Campher, a-Terpineol)
  • Terpene: Sesquiterpe (Caryophyllenepoxid), Triterpene
  • Keton: 3-Octanon
  • Cumarin: Umbelliferon
  • Gerbstoffe (etwa 12%)
  • Phenolcarbonsäuren: Ferula- und Rosmarinsäure.