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Steckbrief von Lecithin / Sojalecithin

Das Gelbe vom Ei

Die Bezeichnung Lecithin stammt aus dem Griechischen und bedeutet Eigelb. Aus Eigelb wurde auch 1846 Lecithin erstmals isoliert. Erst später stellte man fest, dass die Substanz auch in Pflanzen und allen tierischen Organismen zu finden ist. Heute gewinnt man Lecithin fast ausschließlich aus dem Öl der Sojapflanze, dessen Samen ca. 2 % Lecithin enthalten.

Was ist Lecithin?

Lecithin ist ein Naturstoff aus der Gruppe der Glycerophospholipide. Er besteht überwiegend auch Phosphatidylcholin (Glycerin mit zwei langkettigen Fettsäuren, einem Phosphorsäure- und einem Cholinrest).

Lecithin wird in der Industrie zur Stabilisierung von Produkten mit wässrigen und fettigen Bestandteilen (Emulsionen) verwendet. Es verhindert die „Entmischung“ der Komponenten z. B. bei Kosmetika oder Nahrungsmitteln (Majonäse). Unter der Bezeichnung E-322 wird es in der Lebensmittelindustrie als Zusatzstoff verwendet, wie in Schokolade, Margarine und Backwaren. Zur Stabilisierung nutzt man es außerdem in Infusionslösungen für künstliche Ernährung.

Lecithin ist das häufigste Phospholipid in Zellmembranen (40% der Fette) und ist ein wichtiger Bestandteil im Gehirn, der Schleimschicht im Dickdarm und der Lunge.

Kurze Geschichte des Sojalecithin

1994 beantragte ein US-amerikanischer Chemiekonzern die Genehmigung zur Vermarktung gentechnisch veränderter Sojabohnen. Seit 1996 werden die gentechnisch veränderten Sojabohnen auch nach Europa importiert. Nach Beurteilungen durch Behörden- und Forschungseinrichtungen unterscheidet sich diese Sojabohne hinsichtlich Gesundheits- und Umweltsicherheit nicht von herkömmlichen Sorten. Diskussionen über Produkte mit gentechnisch verändertem Soja beziehen sich hauptsächlich auf ökologische Auswirkungen.

Sojalecithin wird häufig fettreichem Tierfutter (wie Milchersatz für Kälber) zugesetzt oder zur Mästung (z.B. von Geflügel) verwendet.

Sojalecithin hat außerdem eine Schutzwirkung bei einigen Pflanzenkrankheiten (Reisbrand, Echtem Mehltau, Tomatenfäule) und wird daher Spritzmitteln zugesetzt.

In der Industrie wird Sojalecithin für zahlreiche Anwendungen benötigt (Emulgator, Stabilisator und Rostschutzmittel). Es verhindert in Farben die Absetzung des Pigments und sorgt für die Bindung des Anstrichs an den Untergrund. In der Textilindustrie kann Sojalecithin sowohl den Spinnprozess erleichtern als auch das Färben von Fasern. Als Zusatz zu Lösungsmitteln in der chemischen Reinigung verbessert es die Verkapselung und Entfernung von Schmutz.

Gewinnung

Durch die Extraktion von Sojabohnen wird eine fettartige Substanz gewonnen, die bei 60 - 80 °C mit Wasser vermischt wird. Dann wird das begleitende Sojaöl abgereichert. Den dabei angefallenen Lecithinschlamm dampft man im Vakuum bis auf einen Restwassergehalt von 0,2 bis 0,8 % ein. Dieses Rohlecithin enthält 45-60 % Phosphoglycerolipide, 30-35% Sojaöl, 5-10 % freie Kohlenhydrate und weitere Begleitstoffe. Dieses Rohprodukt entspricht dem in Arzneibüchern beschriebenen Pflanzenlecithin. Durch Extraktion der Begleitstoffe können entölte Sojalecithine hergestellt werden, die zu etwa 80 % aus Phosphatidylcholinen bestehen.

Quellen/Weitere Informationen

Quellen