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Löwenzahn

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Löwenzahn - der europäische Ginseng

Durch die Bitterstoffe regt Löwenzahn den Stoffwechsel an und hilft bei Verdauungsstörungen.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Alles andere als Unkraut

So mancher Gartenbesitzer ärgert sich über den Löwenzahn (Taraxacum officinale), der sich auf dem Rasenstück ausgebreitet hat. Als Unkraut wird er dann bezeichnet, jedoch wissen viele nicht, dass sich hinter dem Löwenzahn eine wunderbare Heilpflanze verbirgt, die positiven Einfluss auf sämtliche Verdauungsorgane hat. Die Bitterstoffe helfen bei Verdauungsbeschwerden, indem sie den Appetit anregen und den Fettstoffwechsel verbessern. So kann Löwenzahn auch bei Blähungen, Verstopfung und Magenbeschwerden helfen. Zudem hat er eine harntreibende Wirkung und wird daher bei Durchspültherapien gerne empfohlen. Äußerlich angewendet soll die Pflanze laut Volksmedizin Hautbeschwerden lindern. Löwenzahn ist in den unterschiedlichsten Formen erhältlich. Die getrockneten Blätter und Wurzeln werden als Tee verkauft. Zusätzlich sind Tinkturen, Liquidextrakte erhältlich. Im Frühjahr empfiehlt sich eine Entgiftungskur mit Frischpflanzenpresssaft.

Wogegen hilft Löwenzahn?

Löwenzahn ist eine traditionelle Heilpflanze, klinische Studien gibt es bisher keine. Er wird zur Förderung der Harnbildung bei einer Durchspültherapie und bei verschiedenen Verdauungsstörungen eingesetzt. Durch die Bitterstoffe ist Löwenzahn appetitanregend und hilft bei Verdauungsstörungen. Zur Förderung der Rekonvaleszenz und Leistungsfähigkeit kann man regelmäßig Löwenzahn und Brennnessel verzehren. Besonders im Frühjahr empfiehlt sich eine Entgiftungskur mit Frischpflanzenpresssaft, um den gesamten Organismus zu stärken. Da muss sich der Löwenzahn nicht hinter dem asiatischen Ginseng verstecken und gilt daher zu Recht als europäischer Ginseng.

Heilwirkung von Löwenzahn

Die Bitterstoffe des Löwenzahns regen den Appetit und Stoffwechsel an. Er fördert den Gallenfluss und die Fettverdauung. Traditionell wird er als appetitanregendes Tonikum gehandelt und auch bei Völlegefühl, Blähungen, Verstopfung, Magen-, Leber- und Gallenblasenbeschwerden eingesetzt. Als Stärkungsmittel ist er mit dem Ginseng vergleichbar. Die gallenflussfördernde Eigenschaft geht vermutlich auf die bitteren Sesqui- und Triterpene zurück.

Daneben wirkt Löwenzahn krampflösend und entzündungshemmend. Er schützt im Tierversuch vor der Bildung von Magengeschwüren.

Durchspültherapie

Das Kraut des Löwenzahns wurde hauptsächlich als harntreibendes Mittel verwendet. Zur Durchspültherapie nahm man ihn als "Blutreinigungsmittel" gegen Rheuma und Gicht, sowie bei Nieren- und Blasenleiden, Grieß- und Steinbildung.

Versuche am Menschen zeigen tatsächlich eine Steigerung der Harnbildung durch Löwenzahnextrakt.

Diabetes

Der wässrige Extrakt aus der getrockneten Wurzel und ein alkoholischer Extrakt aus der ganzen Pflanze zeigte im Tierversuch eine blutzuckersenkende Wirkung.

Haut

Äußerlich findet Löwenzahn Anwendung bei Ekzemen und anderen Hautbeschwerden. Zwar ist er nur wenig antibakteriell wirksam, doch war in Tierversuchen eine schmerzlindernde und antientzündliche Wirkung zu verzeichnen.

Press-Säfte aus dem Kraut sollen nach traditionellen Vorstellungen Warzen vertreiben, untersucht ist dies jedoch nicht.

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Für diese Anwendungsgebiete liegen eindeutige klinische Studien vor, um von einer Wirksamkeit auszugehen. Die Wirksamkeit wurde von mindestens einer der maßgeblichen Bewertungskommissionen (Kommission E/ESCOP/HMPC/WHO) verbindlich festgestellt.

  • Appetitlosigkeit
  • dyspeptische Beschwerden wie Völlegefühl und Blähungen
  • Entwässerung, Anregung der Harnbildung
  • Störungen des Gallenflusses

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

Es liegen zahlreiche Hinweise aus einer langen Anwendungstradition in der Volksmedizin und in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde vor, die eine Wirksamkeit annehmen lassen. Dennoch sind bisher nicht alle Kriterien erfüllt, die für eine volle Beweiskraft notwendig sind. Falls es klinische Studien gibt, haben die Ergebnisse nicht zweifelsfrei überzeugt.

  • Blasen- und Nierenerkrankungen, Durchspültherapie
  • Grieß- und Steinbildung, Vorbeugung
  • Haut, trockene (Sebostase)
  • Leber- und Gallenblasenbeschwerden (nicht Gallenverschluss!)
  • Rheuma und Gicht, „Blutreinigung“

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

Die Hinweise aus traditioneller Anwendung oder Laborversuchen sind zu wenig überzeugend und gehen über einen experimentellen Status nicht hinaus. Es gibt bisher keine korrekten oder positiven klinischen Studien.

  • Hauterkrankungen, Ekzeme
  • Schwächezustände, Stärkungsmittel
  • Verstopfung
  • Warzen

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Löwenzahn wird in folgenden Formen angewendet: getrocknete Blätter und Wurzeln als Tee, Tinkturen, Liquidextrakt und Frischpflanzenpresssaft. Der Saft aus dem Löwenzahn ist vermutlich am wirksamsten.

Dosierung

Zubereitungen aus Löwenzahn sollen für 4 bis 6 Wochen angewendet werden.

  • Tee aus Blättern: 4–10 g Kraut als Aufguss auf 1 Tasse Wasser, dreimal täglich trinken
  • 3 bis 4 g (1 Esslöffel) Kraut als Abkochung auf 1 Tasse Wasser
    Tee aus Wurzel: 1,5 g auf eine Teetasse Wasser, Aufguss oder Abkochung
  • Tinktur: 10-15 Tropfen, 3 x täglich
  • Frischpflanzenpresssaft: 20 ml 3 x täglich
  • Liquidextrakt (1:1 in 25% Alkohol): 4-10 ml 3 x täglich

Trocken aufbewahren. Vor Licht und Hitze schützen.

Wirkstoffe

  • Terpene: Triterpene: Taraxasterol und Derivate; Tetraterpene: Carotinoide, Xanthophylle
  • Sesquiterpenlactone: Tetrahydroridentin B, Taraxacolid-β-D-glucosid und andere
  • Phytosterole: Sitosterol, Stigmasterol
  • Flavonoide: Apigenin-Glucoside, Quercetin, Luteolin und andere
  • Phenolcarbonsäure: Taraxacosid, Kaffee-, Cumar-, Ferulasäure und andere
  • Cumarine: Scopoletin, Aesculetin, Cichoriin, Umbelliferon
  • Mineralstoffe: Kalium (bis zu 4,5%)
  • Kohlenhydrate: Inulin (bis zu 40% im Herbst), Schleim, Fructose (bis zu 18% im Frühjahr)