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Luzerne

© C. Heyer/PhytoDoc

Wertvolle Hilfe bei Zivilisationskrankheiten

Die Luzerne (Medicago sativa L.) stammt ursprünglich aus dem südwestlichen Asien und wurde dort bereits 500 v. Chr. als Pferdefutter eingesetzt. 

Von: PhytoDoc-Redaktion

"Alfalfa"

Die Araber verbreiteten die Pflanze in Spanien unter dem Namen „alfalfa“. Im 18. Jahrhundert begannen fränkische Mönche, die Luzerne auch in Deutschland anzubauen. Heute ist die Luzerne weltweit wichtigster Rohstoff für Futtermittel und wird hauptsächlich bei der Aufzucht von Mastgeflügel eingesetzt. Darüber hinaus wird Alfalfa auf Grund ihrer positiven Wirkungen auf die Gesundheit inzwischen auch als Nahrungsergänzungsmittel und - in entsprechender Verdünnung - als homöopathisches Arzneimittel angewendet: „Alfalfa“ wirkt gegen eine Reihe verschiedener Zivilisationserkrankungen wie Bluthochdruck und Zuckerkrankheit und beeinflusst auch Wechseljahresbeschwerden positiv. Für Heilzwecke werden bevorzugt die oberirdischen Pflanzenteile, meist die gelblichen oder violetten Blätter, verwendet und weiterverarbeitet.

Heilwirkung von Luzerne

Alfalfa soll ausgleichend auf einen gestörten Säure-Base-Haushalt wirken und kann durch ihren harntreibenden Effekt auch zur Entwässerung des Körpers eingesetzt werden.

Im Folgenden werden wissenschaftliche Untersuchungen zu Heilzwecken der Alfalfa vorgestellt:

Erhöhte Cholesterinwerte (Hypercholesterolämie)
Fütterungsversuche an Tieren ergaben folgende Ergebnisse:

Bei Küken, die mit dem Extrakt des Alfalfa-Samens gefüttert wurden, verringerten sich folgende Blutfettwerte: Cholesterin, Phospholipide, Triglyceride, LDL= low density lipoprotein und VLDL = very low density lipoprotein. Gleichzeitig wurde das Verhältnis des „guten Cholesterin“ (HDL = high density lipoprotein) zum Gesamtcholesterin erhöht, wobei die Konzentrationen an Gesamtcholesterin und bestimmten Fetten (Phospholipiden) in der Leber und im Herzmuskel verringert wurden.
Auch bei Affen wurden mit Alfalfa positive Wirkungen auf den Cholesterinspiegel nachgewiesen; das Ausmaß der Arterienverkalkung (Arteriosklerose) konnte gesenkt werden. In einer weiteren Untersuchung wurden die Affen mit Saponinen, Inhaltsstoffen von Alfalfa, gefüttert. Dabei wurde festgestellt, dass die Saponine die Aufnahme von Cholesterin im Darm hemmen. Das Verhältnis von Cholesterin zu HDL wurde dadurch erniedrigt. Weiterhin erhöhten die Saponine die Ausscheidung von fettähnlichen Substanzen (neutrale Steroide) und Gallensäuren im Stuhl, ohne dass jedoch ein so genannter „Fettstuhl“ auftrat.

In einer klinischen Studie erhielten 15 Patienten mit einer Fettstoffwechselstörung (Hyperlipoproteinämie Typ II A = Hypercholesterolämie = erhöhte Konzentration von Cholesterin im Serum) 3 x täglich für 8 Wochen zu ihren Mahlzeiten 40 g hitzebehandelte Alfalfa-Samen. Dabei wurden die Cholesterin- und LDL-Werte erniedrigt. Das Körpergewicht nahm während der ersten vier Wochen leicht zu, wahrscheinlich wegen des Kaloriengehalts der Alfalfa-Samen. Nach Beendigung der Einnahme kehrte der LDL-Wert zum Ausgangswert zurück. Daraus schlossen die Forscher, dass Alfalfa-Samen in einer Diät helfen können, den Cholesterinspiegel von Patienten mit Typ II Hyperlipoproteinämie zu normalisieren.

Verdauung

Spezielle Inhaltsstoffe aus den oberirdischen Teilen der Alfalfa-Pflanze (Saponine) stimulieren im Reagenzglas die Aktivität eines Verdauungsenzyms (der Lipase).

Hormonelle Wirkungen

Alfalfa besitzt auch östrogene Aktivität (Östrogen= weibliches Sexualhormon). Der Inhaltsstoff Coumestrol besitzt von allen bisher bekannten pflanzlichen Hormonen (Phytoöstrogenen) die höchste östrogene Aktivität. In einer klinischen Studie wurde die Wirkung eines Produkts aus den Blätterextrakten von Alfalfa und Salbei auf die Hitzewallungen von 30 Frauen in den Wechseljahren untersucht. Bei 20 Frauen verschwanden die Hitzewallungen und nächtlichen Schweißausbrüche vollständig.

Alfalfa-Sprossen enthalten bestimmte Eiweißstücke (Peptide), die den Schilddrüsenhormonen ähneln. Daher kann der häufige Verzehr von Alfalfa-Sprossen Schilddrüsenerkrankungen vorbeugen.

Pilzinfektionen

Im Reagenzglas konnte nachgewiesen werden, dass ein leicht veränderter Inhaltsstoff von Alfalfa (ein Glykosid der Medicagensäure) gegen Pilze - besonders gegen Cryptococcus neoformans, den Erreger der Kryptokokkose (seltene Pilzerkrankung beim Menschen) - wirkt. Bei Meerschweinchen, die mit einem Hautpilz infiziert waren, wirkte dieses Glykosid beim Auftragen auf die Haut gegen Hautschäden. Mäuse, die mit Cryptococcus neoformans infiziert waren, lebten länger, wenn das in Liposomen (bestimmte Arzneistoffträger) verpackte Glykosid verabreicht wurde.

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Maßgebliche Bewertungskommissionen: Kommission E, ESCOP, HMPC, WHO.

Für diese Anwendungsgebiete liegen eindeutige klinische Studien vor, um von einer Wirksamkeit auszugehen. Die Wirksamkeit wurde von mindestens einer der maßgeblichen Bewertungskommissionen (Kommission E/ESCOP/HMPC/WHO) verbindlich festgestellt.

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

  • Erhöhte Cholesterinwerte, Hypercholesterinämie (erste Studien)
  • Wechseljahresbeschwerden, Hitzewallungen, verminderte östrogene Aktivität (erste Studien)
  • Arteriosklerose

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

  • Arteriosklerose

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Als Nahrungsergänzungsmittel ist Alfalfa in Form von Pulver, Tabletten oder flüssiges Präparat erhältlich. Als Dosis werden je nach Hersteller 1 bis 3 x täglich 1,5 g Alfalfa empfohlen, die Empfehlung aus dem Handbuch der Arzneipflanzen liegt bei 5 - 10 g, 3 x täglich.

Wirkstoffe

  • Organische Säuren
  • Aminosäuren, darunter auch L-Canavanin (löst bei Primaten eine SLE-ähnliche Erkrankung aus, SLE = systemischer Lupus erythematodes)
  • Stachydrin
  • Cumarine (Medicagol)
  • Flavonoide (Glykoside von Apigenin und Luteolin)
  • Isoflavonoide (Genistein u.a.)
  • Coumestrol, ein Coumestan
  • Saponine (Glykoside von Hederagenin, Medicagensäure und Sojasapogenole)
  • Steroide (hauptsächlich β-Sitosterol, Campesterol, Stigmasterol u.a.)
  • Peptide
  • Chlorophyll
  • Vitamine A, E, K, B und D## Mineralien (Calcium, Phosphor, Kalium, Eisen und Zink)