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Mäusedorn

© C. Heyer

Mäusedorn: Klassiker bei Venenleiden

Mäusedorn hilft bei schweren und schmerzenden Beinen.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Der Stechende Mäusedorn (Ruscus aculeatus) kommt vor allem an warmen, trockenen Hängen des Mittelmeerraums vor. Als Heilpflanze ist Mäusedorn der Klassiker bei Venenleiden wie chronischer Veneninsuffizienz oder Phlebödemen. Außerdem erkannte die Kommission E seine positive Wirkungsweise bei Hämorrhoiden an. Die Inhaltsstoffe des Mäusedorns stärken das Bindegewebe, erhöhen die Gefäßspannung, dichten die Venen ab und regen die Lymphbahnen an. Dadurch tritt weniger Wasser aus und es wird auch schneller wieder abtransportiert. Mäusedorn wirkt jedoch nicht nur venentonisierend und kapillarabdichtend sondern auch entzündungshemmend und antibiotisch, weshalb er traditionell auch zur Wundbehandlung eingesetzt wird. Es gibt Präparate mit Wurzelextrakt zur innerlichen (Tabletten, Kapseln, Zäpfchen) und äußerlichen Anwendung (Salben).

Wogegen hilft Mäusedorn?

Die Kommission E bewertete den Mäusedorn im Jahre 1991 auf Basis traditioneller Erfahrungen, Labor- und Tierversuchen als venentonisierend, kapillarabdichtend, entzündungshemmend und harntreibend. Mäusedorn wurde als wirksam bei chronisch venöser Insuffizienz (v.a. bei Schmerzen, Schweregefühl in den Beinen, nächtlichen Wadenkrämpfen, Juckreiz und Schwellung) und bei Hämorrhoiden begleitend mit anderen Maßnahmen bei Juckreiz und Brennen eingestuft.

Die Therapie mit Mäusedorn sollte über mehrere Monate erfolgen, erste Wirkungen treten erst nach einigen Wochen ein.

Laut Prof. Heinz Schilcher ist Mäusedornwurzelextrakt zwar nicht so gründlich untersucht wie Rosskastanienextrakt, aber aufgrund seiner besseren Magenverträglichkeit eine echte und wissenschaftlich vertretbare Alternative für Patienten, die auf die Einnahme von Rosskastanienextrakten mit Übelkeit bzw. Magenbeschwerden reagieren (zumal für Mäusedornwurzelextrakte klinische Studien mit gutem Verträglichkeitsprofil existieren).

Heilwirkung von Mäusedorn

Bei Venenleiden tritt Wasser aus den Adern aus. Es lässt die Beinen anschwellen, gleichzeitig machen sich Schweregefühl und Spannungsschmerzen bemerkbar. Im fortgeschrittenen Stadium bilden sich Hautveränderungen: Ekzeme und Juckreiz quälen den Betroffenen vor allem bei Hitze. In schlimmen Fällen entzünden sich die oberflächlichen Venen oder es entstehen schwer heilende Geschwüre („offene Beine“). Venenleiden am Enddarm führen zu Hämorrhoiden.

Gestärkte Adern

Venen enthalten Muskelzellen in ihren Wänden. Experimentell wurde gezeigt, dass Ruscus-Extrakte diese Muskelzellen stimulieren. Dadurch erhöht sich die Spannkraft der Wände und venöse Gefäße verengen sich, so dass weniger Blut in den Adern „steht“ sondern zum Herzen transportiert wird. Arterielle Gefäße übrigens sind Tierversuchen nach zu schließen nicht betroffen, was für eine gute Gewebsversorgung von Bedeutung ist.

Adern abdichten

Im Blut von Patienten mit Venenleiden findet man Enzyme, die Venenwände angreifen. Das führt zu verschiedenen Problemen: Erstens werden die Stützelemente abgebaut und zweitens kommt es zu einer erhöhten Gefäßdurchlässigkeit. Diese abbauenden Prozesse kann Mäusedorn bremsen. Dadurch verlieren die Adern weniger Wasser an das umgebende Gewebe.

Verbesserte Drainage

Daneben verbessert Ruscogenin die Aktivität der lymphatischen Gefäße, so dass im Gewebe angereichertes Wasser besser abgepumpt werden kann. Es wird in die Blutgefäße geleitet und besser abtransportiert.

Entzündungshemmend

Bei Blutstau und Sauerstoffarmut in den Venen kommt es zu entzündlichen Reaktionen im Gewebe. Dabei hinterlassen Entzündungen einen beträchtlichen Gewebeschaden, unter anderem eine Verdickung der Aderwände und eine Störung der Bindegewebsstruktur. Ruscusextrakt ist in der Lage, diesen Schaden zu mindern. Im Tierversuch konnte Mäusedorn gerade auch bei entzündlichen Ödemen punkten. Diese Wirkung ist plausibel, da Steroidsaponine vermutlich ähnlich wie Cortison wirken.

Wenn Ruscus-Extrakt mit einem Flavonoid aus Citrusfrüchten kombiniert wurde (Hesperidin Methylchalcon - HMC), verdoppelte sich zwar die Wirkung gegen Sauerstoffmangel und Entzündung, allerdings setzte bei einem Teil der Probanden eine Venenerweiterung statt einer Verengung ein. Hier scheint es individuelle Unterschiede zu geben, insgesamt war die Wirkung der Präparate aber dennoch positiv.

Antibiotisch

Nach traditionellen Angaben hat Mäusedorn auch antibiotische Eigenschaften. Die antibakterielle und antifungale Wirkung von Steroidsaponinen, insbesondere der Monodesmoside, ist bereits belegt. Darüber hinaus bestätigen diesen Sachverhalt Laborversuche: sowohl ein wässriger Auszug als auch ein alkoholischer Extrakt hemmen das Wachstum verschiedener Bakterien. Der wässrige Extrakt wirke auch gegen den Pilz Candida albicans. Sollten sich entzündliche Hautveränderungen durch das Venenleiden gebildet haben, beugt diese Wirkung von Mäusedorn Hautinfektionen vor.

Prämenstruelles Syndrom

Bei einigen Frauen kommt es prämenstruell zu Wassereinlagerungen, Spannungsgefühlen in der Haut und Brustschmerzen. Eine Studie zeigt die erfolgreiche Anwendung von Mäusedorn bei dieser Indikation. Die Traditionelle Medizin empfiehlt das Mittel schon lange bei Menstruationsbeschwerden.

Sonstiges

Im Altertum galt die Pflanze als schweiß- und harntreibendes Mittel. Man nahm es gegen Nierenschmerzen und Blasensteine. In Europa wurde Mäusedorn bei Verstopfung und Bauchschmerzen verabreicht.

Diese Eigenschaften von Ruscus sind experimentell nicht untersucht worden.

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Maßgebliche Bewertungskommissionen: Kommission E, ESCOP, HMPC, WHO.

  • Beschwerden bei Hämorrhoiden (Juckreiz, Brennen)
  • chronische Veneninsuffizienz (Krampfadern) mit den Symptomen geschwollene und schwere Beine, Schmerzen, nächtliche Wadenkrämpfe
  • Phlebödeme (Wasser in den Beinen), Juckreiz

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

  • Offene Beine (Ulcus cruris): Vorbeugung oder zusätzlich zur Therapie (innerlich)
  • Thrombose-Folgen
  • Wundbehandlung: antibiotisch (traditionell)

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

  • Harntreibend (traditionell)
  • Prämenstruelles Syndrom
  • Verstopfung, mild abführend (traditionell)

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Verkauft wird der getrocknete und geschnittene Wurzelstock oder der Trockenextrakt. Er ist meist auf den Wirkstoffgehalt (Gesamt-Ruscogenin) standardisiert. Es gibt Fertigarzneimittel zur inneren (Zäpfchen, Tabletten, Kapseln) und äußeren Anwendung (Salben).

Dosierung

Rhizomextrakte oral: entsprechend einer Tagesdosis von 7–11 mg Gesamtruscogenin

Wirkstoffe

- Steroidsaponine (bis zu 6% des Trockengewichts): Ruscin (monodesmosidischer Spirostanoltyp) und Ruscosid (bidesmosidischer Furostanoltyp), mit den Aglyka Ruscogenin (1β-Hydroxydiosgenin) und Neoruscogenin.

- Phytosterole

- Triterpene

Phytosterole

Triterpene