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Mahonie

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Mahonie: Heilen mit Gift

Die gebräuchlichste Anwendung der Mahonie ist die Behandlung von Hautkrankheiten wie Schuppenflechte.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Hoffnung bei Schuppenflechte

Die Mahonie ist in Amerika eine alte Heilpflanze, man schätzte sie unter anderem wegen der antibiotischen Wirkung. Heute weiß man, dass das Alkaloid Berberin nicht nur Bakterien hemmt, sondern in höheren Mengen verschiedene Zellaktivitäten bremst. Aber selbst diese Eigenschaft kann man medizinisch nutzen, immer dann, wenn überschießende Zellaktivität reguliert werden muss. In diesem Zusammenhang steht die Behandlung der Schuppenflechte im Fokus. Für die innerliche Anwendung und die alten Indikationen wie Verdauungsbeschwerden, Infektionen und Appetitlosigkeit gibt es heute keine Empfehlungen mehr. Moderne Studien aus China und Europa lassen jedoch ahnen, dass der Inhaltsstoff Berberin bei weit mehr Krankheiten nützlich sein könnte.

Wogegen hilft Mahonie?

Bei uns wurde die Mahonie bisher von den wichtigen Heilpflanzenkommissionen nicht beachtet. Die sehr nahe verwandte Berberitze wurde von der Kommission E sogar negativ bewertet. Im Augenblick sind nur homöopathische Präparate mit Mahonie auf dem Markt, die aber oft die unverdünnte Urtinktur verwenden. Ähnliche Mahonienprodukte deklariert man in Amerika aber ganz unverfänglich als Supplemente. Toxikologisch geprüfte Medikamente mit genau definierter Wirkung und Nebenwirkung sind in der EU nicht zugelassen. Die gebräuchlichste Anwendung der Mahonie ist die Behandlung von Hautkrankheiten wie Schuppenflechte. Hierzu liegen auch erste klinische Studien vor.

Internationale Sicht auf den Wirkstoff Berberin

Der wichtigste Inhaltsstoff der nordamerikanischen Mahonie - wie auch der europäischen Berberitze - ist das Berberin. Aber auch die Traditionelle Chinesische Medizin kennt verschiedene Berberin-Quellen. Hier ist der Goldfadenwurzelstock (Rhizoma Coptidis) eine hoch gelobte Heilpflanze. Während man in China Berberin unbedenklich handhabt, stimmen amerikanische Untersuchungen bedenklich. Studien zur Toxizität lassen annehmen, dass Berberin nicht für die innerliche Daueranwendung geeignet ist.

Trotzdem scheint Berberin ein vielversprechender Stoff zu sein. Chinesische Studien befanden es wirksam gegen die Krankheiten Diabetes, Bluthochdruck und Hyperlipidämie. Am Ende könnte die Berberin-haltige Mahonie doch noch weitere Anwendung finden, bis dahin müssen aber noch die Sicherheitsaspekte geklärt werden.

Heilwirkung von Mahonie

Die Alkaloide der Mahonie besitzen eine mehr oder weniger ausgeprägte Aktivität gegen Bakterien, Pilze und Amöben. Man setzt Mahonie daher traditionell bei Infektionen ein. Berberin kann sich in die DNA einlagern und führt so zu Mutationen, die zum Absterben von mikrobiellen und eukaryotischen Zellen führen können. In höheren Konzentrationen sind die Alkaloide für alle Organismen giftig und hemmen Zellteilung (Zytostase), Zellwachstum und den Zellstoffwechsel. Unter anderem wird das Selbstmordprogram von Zellen aktiviert (Apoptose). Daneben scheint Berberin in verschiedene Zellsignale einzugreifen und über diesen Mechanismus zahlreiche spezifische Wirkungen zu entfalten.

Mahonie für die Haut

Äußerlich wendete man die Mahonie typischerweise bei Hauterkrankungen (Schuppenflechte, Ekzemen, Akne, Wundbehandlung) und Hautinfektionen an. Dabei bekämpft sie die verschiedenen Ursachen wie Infektion, Entzündung und überschießende Zellaktivität.

Entzündungen

Hautentzündungen beeinträchtigen das Hautbild mit einer Rötung, daneben werden sie wegen Schwellung, Schmerz oder Juckreiz als lästig empfunden. Mahonie bekämpft nicht nur infektiöse Entzündungsursachen, sondern bremst auch das Immunsystem über verschiedene Mechanismen, das belegen Laborversuche. Damit fällt die Aktivierung der Entzündungswege schwächer aus und die Immunzellen vermehren sich nur langsam. Daneben dürften die Inhaltsstoffe (Polyphenole und Alkaloide) auch gezielt auf die Produktion entzündlicher Botenstoffe wirken. In der Praxis aber lässt sich die antientzündliche Wirkung am Menschen nicht immer belegen.

Dermatitis

Bei atopischer Dermatitis scheint die Mahonie nicht besser zu wirken als die Salbengrundlage alleine. Mit einem Kombinationsprodukt aus Mahonie, Wassernabel und Stiefmütterchen scheint sich aber eine Besserung einzustellen. Auch ein Tierversuch hat belegt, dass Berberin aus Mahonie oder Berberitze, neben der Entzündung in Haut und Gelenken selbst, auch die entzündlichen Schmerzen lindert.

Schuppenflechte

Bei Psoriasis dürfte der Effekt stärker ausfallen. Ein Test mit 200 Psoriasis-Patienten zeigte eine deutliche Besserung unter Behandlung mit Mahonien-Creme (10 % Extrakt). Das Produkt war gut verträglich und es kam nur zu wenigen Beschwerden (Nebenwirkungen). Für die Wirkung dürften eine bis vier Wochen Behandlung ausreichen, das zeigen verschiedene Studien. Nach Absetzen des Präparates dauerte die Wirkung noch einen Monat an. 84 % der Patienten selbst bewerteten die Mahonie als gut bis exzellent. Nachdem jeweils eine Seite des Körpers mit Mahonie behandelt worden war, entschieden 63 % der Patienten, dass die Creme gleich oder besser ausfiel als die Standardbehandlung.

Vom Mechanismus her dürfte die Mahonie zwei Hauptwirkungen auf Schuppenflechte haben: Berberin verhindert überschießende Zellteilung der Keratozyten. Diese Hornhaut-bildenden Zellen vermehren sich bei Psoriasis ungehemmt. Damit nimmt die heftige Schuppung ab. Zum anderen besänftig Mahonie die entzündliche Neigung.

Fettige Haut

Mahonie soll auch die Produktion von Talg durch hyperaktive Talgdrüsen bremsen. Sie kommt bei fettiger Haut und Haaren sowie Akne zum Einsatz. Deswegen wird die Pflanze zu Kosmetika und Pflegeprodukten von Haut und Haar verarbeitet. Klinische Studien dazu liegen nicht vor, aber eine 1 %-ige Urtinktur könnte durchaus Akne-Bakterien (Propionibacterium acnes) wirksam bekämpfen, falls die Wirkstoffe die Hautverstecke der Bakterien erreichen.

Hautpilze und andere Erreger

Die Wirkung gegen Pilze ist generell schwächer als die antibakterielle, aber auch hier dürfte Potential liegen. So untersucht man Berberinvarianten mit erhöhter Toxizität gegen den pathogenen Hefepilz Candida und geringerer Giftigkeit für menschliche Zellen. Auch die Kombination mit bekannten antimykotischen Wirkstoffen scheint eine brauchbare Alternative zu sein.

Daneben testet man Berberin und seine chemischen Varianten gegen Malaria (Mausversuch) und Protozoen (Leishmaniose, Trypanosomiasis). Dieses enorm breite antibiotische Spektrum von Berberin ist bemerkenswert, aber durch die Wechselwirkung mit DNA erklärbar.

Blasenentzündung

Übrigens gelten Berberin-haltige Heilpflanzen in Amerika und Canada (wie Berberitze, Mahonie und Goldsiegelwurzel Hydrastis canadensis) auch als antibiotische Mittel gegen Blasenentzündung. Klinisch geprüft ist der Sachverhalt aber nicht. Immerhin dürfte ein kleiner Teil der Wirkstoffe die Blase erreichen.

Mahonie räumt den Darm auf

Darmflora

Bakterien und Pilze reagieren auf die Inhaltsstoffe der Mahonie empfindlicher als menschliche Zellen. Traditionell wurde Mahonie daher bei Magen-Darminfektionen (Typhus, Cholera) eingesetzt, aber auch Schimmelpilze sollen sich hemmen lassen.

  • Dieser Sachverhalt lässt sich im Tierversuch bestätigen: Nach einer Antibiotikabehandlung verschiebt sich die Keimflora im Darm. Clostridium difficile kann sich dann ungehindert vermehren. Nach Ende der Behandlung kommt es dann oft zu hartnäckigen, schwer zu behandelnden Durchfällen. Zumindest im Tierversuch wurde dieses Szenario erfolgreich mit Berberin verhindert.
  • Gegen Darmpilze wird jedoch nur eine schwache Wirkung erwartet.
  • Sogar der Gastritis-Erreger Helicobacter pylori reagiert empfindlich bei sehr geringen Mengen an Berberin (12,5 µg/ml).
  • Daneben hemmt Berberin Bakterien, die in verdorbenen Lebensmitteln wachsen (Salmonellen, Clostridien).

Daher werden in Amerika Nahrungsergänzungsmittel mit Berberin verkauft. Sie sollen die Darmflora normalisieren, sowie entzündliche Tendenzen abmildern und die Immunantwort fördern.

Durchfall, Gastritis und Co

Berberin hat eine ganze Reihe von Effekten im Darm, ganz abgesehen von seiner antibiotischen Wirkung.

  • Berberin hemmt die Darmmotilität wie man sie bei Durchfall findet.
  • Darüber hinaus vermindert es die Stuhlentleerungen und die Wasserausscheidung durch Cholera-Toxin oder Gifte enteropathogener E. coli - Stämme. Das bestätigt auch eine klinische Studie. Allerdings war die Wirkung nur bei diesen und nicht bei anderen Durchfallerregern sichtbar.
  • Interessant ist auch die Tatsache, dass es Durchfallsymptome bei Reizdarmpatienten linderte, auch darauf verweist eine placebokontrollierte chinesische Studie.
  • Auch eine Schleimhautentzündung fällt geringer aus. Damit fällt ein weiterer Reizparameter für Bauchschmerzen weg.

Mahonie macht Appetit

Alt bekannt ist die Tatsache, dass alle Bitterstoffe die Verdauungssäfte fließen lassen. Die appetitsteigernde Wirkung setzt prompt ein. Auch die Mahonien-Alkaloide wie Berberin zeichnen sich durch Bitternis aus. Sie sollen das Gallensekret üppig fließen lassen und so die Bildung von Gallensteinen verhindern. So galt die Mahonie als Stärkungsmittel. Heute weicht man lieber auf ungiftige bittere Heilpflanzen wie Tausendgüldenkraut aus, denn es ist fraglich, ob Mahonie nicht eher das Gegenteil bewirkt:

Abnehmen mit Mahonie

Berberin verschlechtert die Verdauung von Kohlehydraten. Daneben hat es einen Einfluss auf den Fettstoffwechsel. Werden Ratten mit hohen Berberinmengen gefüttert (0,5 g/kg Körpergewicht), so nehmen sie etwas ab. Auch auf den Menschen lassen sich die Befunde übertragen. Zumindest bei dicken Menschen mit Diabetes führen größere Mengen Berberin (3 x 50 mg pro Tag) zu einem leichten Gewichtsverlust. Produkte sind hierfür nicht zugelassen. Aber Studien lassen annehmen, dass Mahonie umfangreich auf den Stoffwechsel wirkt:

Mahonie und Diabetes

Die chinesische Medizin interessiert sich brennend für den Inhaltsstoff Berberin, da er möglicherweise gegen die Volkskrankheit Diabetes hilft.

  • Bei Diabetes entsteht vermehrt oxidativer Stress. Mahonie wirkt, wie andere Pflanzen, gegen oxidative Schäden und schützt die Bauchspeicheldrüse davor.
  • Berberin hemmt im Darm die Spaltung von Kohlehydraten sowie die Zuckeraufnahme.
  • Diabetes ist durch eine Insulinresistenz der Zellen gekennzeichnet. Berberin erhöht die Insulinempfindlichkeit der Zellen.
  • Außerdem lassen sich mehr Zuckertransporter auf den Zellen nachweisen, die Glukose vom Blut in die Zellen transportieren.
  • So wird von Muskel und Fettzellen vermehrt Zucker aufgenommen.
  • Auch die Leber stellt weniger zusätzlichen Zucker her, wenn Berberin gegenwärtig ist.
  • Außerdem leiden viele Diabetiker belgleitend zum Diabetes an einer Fettstoffwechselstörung. Auch hier normalisierte Berberin den Zustand.

Insgesamt lassen sich durch unzählige kleine Änderungen in der Summe fallende Blutzuckerwerte und eine Stoffwechselharmonisierung feststellen. Die Versuche sind allerdings erst vorläufig. Erste erfolgreiche Studien mit Berberin am Menschen wurden bisher nur in China und Korea durchgeführt. Medikamente mit Mahonie gegen Diabetes gibt es derzeit nicht. Eine Selbstmedikation mit Mahonienrinde ist derzeit nicht vertretbar.

Neues Krebsmittel in Sicht?

Krebszellen sind durch ihre schnelle Zellteilung besonders empfindlich für die Effekte des Berberins. Viele Krebsarten sprechen daher auf das Gift an (z. B. Brust-, Knochen-, Lungenkrebs, Melanome und Hautkrebs, Prostata- und Leberkrebs). Auf zellulärer Ebene bremst Berberin die Zellteilung und löst den Zelltod aus, bei dem die Zelle die eigene DNA abbaut und dann zu Grunde geht. Daneben haben die Krebszellen geringere Neigung Metastasen zu bilden. Auch die Gefäße wachsen langsamer, so dass der Tumor ein schlechteres Blutgefäßsystem ausbildet. Dabei steigerte Berberin die Giftigkeit von anderen chemotherapeutischen Wirkstoffen inclusive Cisplatin und radioaktiver Strahlung. Qualitativ hochwertige Studien am Menschen sind noch nicht verfügbar. Daher ist eine Anwendung im Augenblick ausgeschlossen.

Schlaffe Gefäße – starkes Herz

Alte Heiler wussten bereits von der blutdrucksenkenden Eigenschaft der Mahonie. Setzt man die Mosaiksteine der wissenschaftlichen Experimente und Studien zusammen, ergibt sich ein ähnliches Bild über den Mahonien-Inhaltsstoff Berberin:

  • Berberin und andere Alkaloide wirken auf die Gefäßmuskulatur entspannend. In der Folge fällt der Bluthochdruck. Das belegen auch klinische Untersuchungen.
  • Im Gegensatz dazu wird die Kontraktionskraft des Herzens verstärkt, denn Berberin beeinflusst die Erregungsleitung des Herzens und reduziert Herzrhythmusstörungen.
  • Die Zellen in den Blutgefäßwänden reagieren auf Verletzung mit ungezügelter Zellteilung (durch Bluthochdruck oder medizinische Eingriffe wie Aufdehnung der Adern nach Gefäßverschlüssen). Diese Zellteilung lässt sich mit Berberin bremsen. Das könnte positiv bei Arteriosklerose und auf den Wiederverschluss nach Gefäßweitungen wirken.
  • Bei Arteriosklerose verschließen auch die Fetteinlagerungen in die so genannten Schaumzellen die Gefäße. Berberin bremst diesen Prozess. Chinesische Studien legen eine antiarteriosklerotische Wirkung nahe.
  • Durch die antientzündliche und antioxidative Wirkung schützt Berberin das Herz vor Infarktschäden.
  • Die bremsende Wirkung von Berberin verhindert krankhafte Herzmuskelveränderungen (Herzmuskelhypertrophie und Herzumbau-Prozesse).

Mahonie kann vielleicht noch viel mehr

Chinesische Forscher sehen noch weit mehr Eisatzgebiete für Berberin, das könnte auch für die Mahonie relevant werden.

  • Hemmung der Zystenbildung bei Polyzystischem Ovarsyndrom (PCO)
  • Limitierung der Schäden bei traumatischen Nerven und Gehirnverletzungen sowie beim Schlaganfall.
  • Verlangsamung des Fortschreitens von Alzheimer, Parkinson, Huntington-Krankheit und Multiple-Sklerose.

Bis alle diese Hinweise sorgfältig geprüft sind und Medikamente auf den Markt kommen, dürfte noch viel Zeit vergehen. Aber eines ist klar: Berücksichtig man die umfangreichen Daten zu Berberin aus den letzten Jahren, dürfte eine neuerliche Beurteilung von Berberitze/Mahonie durch die Kommission E heute anders ausfallen.

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Maßgebliche Bewertungskommissionen: Kommission E, ESCOP, HMPC, WHO.

Für diese Anwendungsgebiete liegen eindeutige klinische Studien vor, um von einer Wirksamkeit auszugehen. Die Wirksamkeit wurde von mindestens einer der maßgeblichen Bewertungskommissionen (Kommission E/ESCOP/HMPC/WHO) verbindlich festgestellt.

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

  • Psoriasis, leichte mit mittelschwere Formen

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

  • Akne vulgaris, leichte Formen
  • Appetitlosigkeit
  • Bindehautentzündung
  • Blasenentzündung
  • Diabetes (reines Berberin, China)
  • Durchfall, Darminfektionen (reines Berberin, China)
  • Entzündungen: entzündungshemmend, antibiotisch
  • fettige Haare, fettige Haut, Seborrhö
  • Fettstoffwechselstörungen, Hypercholesterinämie, Hypertriglyceridämie (reines Berberin, China)
  • Fieber
  • Gallenbeschwerden, Gallenblasenentzündung, Gallensteine
  • Haarschuppen
  • Hautentzündung (Ekzem), Neurodermitis
  • Hauterkrankungen mit trockener Haut, trockene Hautausschläge
  • Hautinfektionen, Warzen
  • Infektionen mit Bakterien (Cholera, Salmonellen, virale Hepatitis, Gonorrhö, Tuberkulose, Halsentzündung und Bronchitis)
  • Juckreiz
  • Lebererkrankungen, Leberschutz: leberstärkend
  • Malaria
  • Polyzystisches Ovarsyndrom (reines Berberin, China)
  • Rheuma, Arthritis (Tierversuch)
  • Rosazea
  • Scheidenentzündung
  • Übergewicht (reines Berberin, China)
  • Verdauungsbeschwerden, Gastritis, Flatulenz

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Mahonie nur als homöopathische Zubereitung

Mahonienprodukte aus der Zweigrinde werden in Form von Salben, alkoholischen Tinkturen oder Tabletten mit dem Trockenextrakt angeboten. In Deutschland erhältlich sind nur homöopathische Zubereitungen mit Mahonie. Die Homöopathie verdünnt die Wirkstoffe meist bis unter die Nachweisgrenze. Bei Mahonie sind aber auch die unverdünnten Urtinkturen am Markt. Damit sind diese homöopathischen Mittel eigentlich wie pharmazeutische Präparate wirksam, denn die Wirkstoffe sind in hoher Konzentration enthalten. Damit bedürften sie allerdings auch einer pharmakologischen Prüfung zur Sicherheit und Wirksamkeit. Nach den gesetzlichen Bestimmungen ist das bei homöopathischen Mitteln jedoch nicht nötig. Außerdem darf in den Beipackzetteln zu homöopathischen Mitteln keine Indikation angegeben werden.

Mahonie in der Kosmetik

Daneben wird Mahonie in Hautpflegeprodukten oder Schampoos eingearbeitet. Diese Mahonien-Produkte sind als Kosmetika deklariert. Wirkung und Nebenwirkungen sind nicht nach medizinischen Gesichtspunkten überprüft.

Äußerliche Anwendung:

Verfügbar sind zum Beispiel Salben mit 10 %-iger Mahonien-Rinden-Tinktur. Die Inhaltsstoffe sind auf einen Berberingehalt von 1 % eingestellt. Die Salbe wird etwa 2-3-mal pro Tag auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen und leicht einmassiert. Dabei sollen Wunden und offene Stellen ausgespart werden. Creme nicht in die Augen und Schleimhäute bringen. Da die Inhaltsstoffe gelb färben sollen die Hände sofort nach der Anwendung gewaschen werden. Auch die Kleidung im Kontaktbereich kann sich gelb verfärben.

Innerliche Anwendung:

Auch die homöopathische Urtinktur aus Mahonie kann nach Prof. Schilcher (Leitfaden Phytotherapie) innerlich angewendet werden: Stündlich nimmt man 5 Tropfen ein, bis zu 10-mal täglich.

Mahonie sollte exakt dosiert werden. Aus diesen Gründen empfiehlt sich keine eigene Herstellung von Abkochungen aus Mahonien-Rinde.

Wirkstoffe

Alkaloide: Isochinolin- und Protoberberinalkaloide (bis zu 13 %), darunter Berberin (Hauptinhaltsstoff), Columbamin, Jatrorrhizin und Palmatin


Die reifen Früchte der Mahonie sind jedoch fast alkaloid-frei.