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Mariendistel

© C. Heyer/PhytoDoc

Mariendistel schützt die Leber

Die Wirksamkeit der Mariendistel bei Leberschäden ist nachgewiesen. Weiterhin hilft sie auch bei Verdauungsbeschwerden.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Beliebt ist die Mariendistel (Silybum marianum) aufgrund ihrer Wirksamkeit gegen Beschwerden der Leber. Aus den Früchten der Mariendistel werden Fertigarzneimittel hergestellt.

Wogegen hilft Mariendistel?

Die Wirksamkeit von Früchten der Mariendistel bei toxischen Leberschäden und Leberzirrhose wurde in kontrollierten klinischen Studien nachgewiesen. Die Kommission E befürwortet die Anwendung bei den genannten Indikationen.

Über die Wirkung der Mariendistel zur allgemeinen Anregung, bei Gallenkoliken, funktionellen Störungen von Leber und Galle, Milzleiden, Gelbsucht und Seitenstechen gibt es keine wissenschaftlichen Belege.

Nach eigenen Beobachtungen an leberkranken Patienten bewirken Leberkuren mit standardisierten Präparaten mit ausreichend Sylimarin eine Verzögerung, teilweise einen Stillstand oder Rückgang der verschiedenen Symptome. Die Patienten haben allgemein eine bessere Leistungsfähigkeit. Die Regeldosis wurde dabei zwei Wochen pro Monat eingenommen. Wie viele andere Phytotherapeutika wirken Präparate mit Früchten der Mariendistel bei geringen Neben- und Wechselwirkungen.

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Für diese Anwendungsgebiete liegen eindeutige klinische Studien vor, um von einer Wirksamkeit auszugehen. Die Wirksamkeit wurde von mindestens einer der maßgeblichen Bewertungskommissionen (Kommission E/ESCOP/HMPC/WHO) verbindlich festgestellt.

  • Chronisch entzündliche Lebererkrankung und -zirrhose, unterstützend zur Therapie
  • Leberschäden, toxische, chronisch entzündliche Lebererkrankungen
  • Leberzirrhose
  • Verdauungsbeschwerden (dyspeptische Beschwerden)

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

Es liegen zahlreiche Hinweise aus einer langen Anwendungstradition in der Volksmedizin und in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde vor, die eine Wirksamkeit annehmen lassen. Dennoch sind bisher nicht alle Kriterien erfüllt, die für eine volle Beweiskraft notwendig sind. Falls es klinische Studien gibt, haben die Ergebnisse nicht zweifelsfrei überzeugt.

  • Fettleber
  • Hepatitis C
  • Übelkeit (Ausleitung von Giften)
  • Malabsorption
  • Rheuma (Ausleitung von Giften)
  • Verstopfung (Wirkung nicht belegt)

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

Die Hinweise aus traditioneller Anwendung oder Laborversuchen sind zu wenig überzeugend und gehen über einen experimentellen Status nicht hinaus. Es gibt bisher keine korrekten oder positiven klinischen Studien.

  • Hypotonie (Wirkung nicht belegt)
  • Migräne mit Übelkeit durch Leberleiden (Wirkung nicht belegt)

Heilwirkung von Mariendistel

Extrakte aus den Früchten der Mariendistel zeigen leberschützende Eigenschaften, die dem Silymarin, einem Substanzgemisch (Flavonolignane) zugeschrieben wird. Diese Stoffe verhindern, dass Gifte durch die Zellmembranen in die Leber aufgenommen werden. Sie fangen freie Radikale ab und beschleunigen darüber hinaus die Regeneration der Leber. So wird die Schädigung der Leber durch Giftstoffe vermindert. Dies wurde für Pilztoxine, insbesondere α-Amanitin vom Knollenblätterpilz, Tetrachlorkohlenstoff, Thioacetamid, verschiedene Schwermetalle, bestimmte Arzneimittel (Paracetamol) und Umweltgifte sowie einige Bakterientoxine gezeigt.

Silymarin wirkte unabhängig von der Ursache der Leberschädigung (Alkohol, Toxine oder Viren). Es verbessert auch die Überlebenszeit von Alkoholikern mit chronischen Lebererkrankungen signifikant. Bei lebensbedrohlichen Vergiftungen durch den Knollenblätterpilz kann durch eine frühzeitige hochdosierte Infusionstherapie die Sterblichkeit gesenkt werden.

Verdauung

Die Früchte setzt man auch als Magenbitter bei Verdauungs- und Gallebeschwerden ein.

Die Blätter und oberirdische Teile der Mariendistel fördern vermutlich den Gallenfluss und werden zur unterstützenden Therapie bei Gallenleiden und Leberproblemen verwendet.

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

In der Apotheke sind verschiedene standardisierte Fertigarzneimittel als Tabletten, Kapseln oder Tinktur erhältlich. Als wirksam gelten Präparate mit standardisierten Extrakten, deren Tagesdosis 200 bis 420 mg Silymarin beinhaltet.

Beachten Sie außerdem die Dosierungshinweise auf dem Beipackzettel.

Hausmittel: Tee

Grundsätzlich gilt, dass ein Teeauszug nicht die gleiche Wirksamkeit besitzt wie das konzentrierte Silymaringemisch, das als Fertigarzneimittel in der Apotheke angeboten wird. Chronisch-entzündliche Lebererkrankungen werden dadurch nicht geheilt, ein gestörter Gallenfluss, Verfettung und Vermehrung des Bindegewebes (Fibrose) der Leber können aber dadurch häufig verbessert werden.

Für eine Tasse Tee werden zwei Teelöffel zerkleinerte Mariendistel-Früchte mit einer Tasse heißem Wasser übergossen und nach etwa 10 bis 15 min abgeseiht. Soweit nicht anders verordnet, wird drei- bis viermal täglich eine Tasse des Aufgusses getrunken.

Tipp: Tee aus Mariendistel-Früchten hat einen faden, fettigen Geschmack, der durch einige Fenchelfrüchte verbessert werden kann.

Wirkstoffe

Bestandteile der Samen:

  • 30% Proteine, darin ist bis zu 30% fettes Öl enthalten:
  • Silymarin (Isomerengemisch der Flavonolignane) mit 50 % Silybinin und geringeren Mengen an Isosilybinin, Silychristin und Silydianin.