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Melisse

Typisch ist der sanfte, zitronige Duft der Melisse. © C. Heyer/PhytoDoc

Wohlfühlen dank Melisse

Melisse (Melissa officinalis) hilft bei Schlafstörungen, Magen-Darmbeschwerden und Herpes.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Zitronenmelisse schätzte man schon im Mittelalter

Die Melisse oder Zitronenmelisse (Melissa officinalis) verfügt als Heilpflanze über eine lange Anwendungstradition. Sie wurde bereits im ausgehenden Mittelalter als Heilmittel gegen Herzbeschwerden gelobt. Heute gehören zu den Hauptindikationen vor allem Schlafstörungen, nervös bedingte Einschlafstörungen, Magen-Darmbeschwerden und Herpes. Den etherischen Ölen der Melisse wird eine krampflösende und beruhigende Wirkung zugesprochen, die der Entspannung dienen. Melisse fördert aber auch die Gallenproduktion und wirkt appetitanregend. Ihre antiviralen und antimikrobiellen Inhaltsstoffe tragen zu einer verkürzten Krankheitsphase verschiedener Erkrankungen bei. Neben den gesicherten Anwendungsgebieten wird Melisse traditionell bei Rheuma und Nervenschmerzen, Bluthochdruck, Blähungen und anderen Leiden verabreicht. Pharmazeutische Produkte zur inneren und äußeren Anwendung werden aus den Blättern der Melisse gewonnen. Sanft wirkt der Tee, stärker dosiert sind Präparate mit dem Extrakt.

Wogegen hilft Melisse?

Die Melisse ist eine uralte Heilpflanze. Ihre Anwendung kann bis ins Altertum verfolgt werden. Von nervösen Beschwerden bis hin zu Verdauungsbeschwerden kann sie lindernd eingesetzt werden. Daneben wurden im Labor antimikrobielle und antivirale Eigenschaften nachgewiesen.

Die meisten Anwendungsgebiete ergeben sich durch Anwendungsbeobachtungen und nicht durch klinische Studien. Einzige Ausnahme ist ihr Einsatz gegen Herpes. Hier beschleunigt sie nachweislich die Heilung. Dennoch bestätigt die Kommission E die Anwendung bei nervösen Schlafstörungen sowie nervösen Magen-Darmbeschwerden. Die WHO betont die antimikrobiellen, krampflösenden und beruhigenden Effekte der Melisse.

Heilwirkung von Melisse

Das etherische Öl hat eine krampflösende sowie beruhigende Eigenschaft, weswegen die Melisse häufig zur Beruhigung und Entspannung eingesetzt wird. Sie wirkt auch bei leichter Schlaflosigkeit und nervösen Magenbeschwerden und ist sogar für Kinder geeignet. Melisse steigert den Gallenfluss und gilt als appetitanregend. Häufig wird sie auch mit anderen blähungslindernden sowie beruhigenden Pflanzenprodukten gemischt.

Extrakte, insbesondere aber das etherische Öl, zeigte in Laborversuchen eine Aktivität gegen Bakterien, Pilze und Viren (auch Herpes). In einer klinischen Studie reduzierte sich die Heilungszeit bei Herpes mit Melissenextrakt von 10-14 Tagen auf 6-8 Tage. Man verarbeitet daher die Pflanze auch zu Salben und Cremes für die äußerliche Anwendung.

Erstaunlicherweise wurde bei der Melisse auch eine dämpfende Wirkung auf die Schilddrüse gefunden. Ein Einsatz bei Schilddrüsenüberfunktion ist bisher noch nicht überprüft worden, wegen der dämpfenden Wirkung aber durchaus möglich.

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Für diese Anwendungsgebiete liegen eindeutige klinische Studien vor, um von einer Wirksamkeit auszugehen. Die Wirksamkeit wurde von mindestens einer der maßgeblichen Bewertungskommissionen (Kommission E/ESCOP/HMPC/WHO) verbindlich festgestellt.

  • Herpes
  • Schlafstörungen, speziell nervös bedingte Einschlafstörungen (etherisches Öl)
  • funktionelle Magen-Darm-Beschwerden

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

Es liegen zahlreiche Hinweise aus einer langen Anwendungstradition in der Volksmedizin und in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde vor, die eine Wirksamkeit annehmen lassen. Dennoch sind bisher nicht alle Kriterien erfüllt, die für eine volle Beweiskraft notwendig sind. Falls es klinische Studien gibt, haben die Ergebnisse nicht zweifelsfrei überzeugt.

  • Blähungen (etherisches Öl)
  • Magen-Darmbeschwerden: krampflösend (etherisches Öl)
  • Magenleiden (nervöse), Magenkrämpfe und Sodbrennen
  • Nervosität, Nervenschwäche, nervöse Leiden (Herzklopfen und -rhythmusstörungen, Erbrechen, nervöse Zahn-, Ohrenleiden wie Tinnitus)
  • Unterleibsleiden auf nervöser Basis
  • Schlafstörungen in den Wechseljahren

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

Die Hinweise aus traditioneller Anwendung oder Laborversuchen sind zu wenig überzeugend und gehen über einen experimentellen Status nicht hinaus. Es gibt bisher keine korrekten oder positiven klinischen Studien.

  • Bluthochdruck (nicht belegt)
  • Bronchialkatarrh, chronisch
  • Insektenstiche (Öl)
  • Rheuma und Nervenschmerzen (nicht belegt)
  • Verletzungen, Wunden, Blutergüsse

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Es existieren verschiedene Fertigpräparate (geschnittene und getrocknete Blätter, Flüssigextrakte oder Trockenextrakt für Aufgüsse). Für die Therapie gegen Viren ist Melissentee nicht ausreichend, man verwendet einen standardisierten Extrakt, der in einer Creme verarbeitet wird.

Dosierung

Melissenpräparate sind hauptsächlich zur innerlichen Anwendung bestimmt.

Zu beachten ist, dass Zitronenmelisse in niedriger Dosierung kaum eine therapeutische Wirkung entfalten kann. Das Pflanzenprodukt sollte mindestens 0,05% ätherisches Öl enthalten.

äußerliche Anwendung:

Creme mit 1% eines wässrigen Trockenextraktes: zwei bis viermal täglich auftragen.

Hausmittel: Tee

Tee: 1,5–4,5 g Pflanzenblätter pro Tasse, mehrmals täglich nach Bedarf trinken. Ein Melissentee aus frischen Blättern ist geschmacklich einem Tee aus getrockneten Blättern vorzuziehen.

Wirkstoffe

Etherisches Öl (in Wurzeln): Eine komplexe Mischung aus Monoterpenen wie Citronellal gemeinsam mit Citral und Sesquiterpenen wie Germacren D and β-Caryophyllen. Daneben findet man Triterpene, Monoterpenglykoside.

Gerbstoffe: Rosmarinsäure (auch bekannt als »Labiatengerbstoff«)

Phenolcarbonsäuren

Flavonoide

Das Pflanzenprodukt sollte mindestens 0,05% ätherisches Öl enthalten.