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Mönchspfeffer

© C. Heyer/PhytoDoc

Mönchspfeffer: Hilfe bei typischen Frauenleiden

Seine Wirkungen beim prämenstruellen Syndrom, bei schmerzhaften Monatsblutungen und bei schmerzhaft geschwollener Brust (Mastodynie) sind durch klinische Studien belegt.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Der Mönchspfefferstrauch (Vitex agnus castus) aus Südeuropa sieht mit seinen handförmigen Blättern aus wie eine Hanfpflanze (Steckbrief Mönchspfeffer), er gehört aber zu den Lippenblütlern. Wirksam ist der Mönchspfeffer bei typischen Frauenleiden, da er weibliche Hormone ins Gleichgewicht bringt. So regelt er Menstruationsbeschwerden und vermindert die Brustempfindlichkeit (Mastodynie) sowie Beschwerden durch das prämenstruelle Syndrom, wie Reizbarkeit und Unruhezustände. In der traditionellen Medizin wird Mönchspfeffer außerdem bei Potenzstörungen und Depressionen verwendet. Für pharmazeutische Zwecke werden ausschließlich die Früchte des Mönchspfeffers verarbeitet. Zur Behandlung stehen unterschiedliche Präparate wie Trockenextrakte, Aufgüsse oder Tinkturen zur Verfügung. Während der Pubertät, der Schwangerschaft und der Stillzeit sollte auf Mönchspfefferpräparate verzichtet werden.

Wogegen hilft Mönchspfeffer?

Der Mönchspfeffer hat eine lange Anwendungstradition. Seine Wirkungen beim prämenstruellen Syndrom, bei schmerzhaften Monatsblutungen, Gelbkörperfunktionsstörungen, schmerzhaft geschwollener Brust und Regeltempoanomalien sind durch klinische Studien belegt.

Achtung: Das Medikament muss mindestens drei Monate lang eingenommen werden.

Die homöopathischen Wirkungen von Mönchspfeffer gegen Depressionen und Impotenz sind nicht belegt.

Heilwirkung von Mönchspfeffer

Frauenleiden

Die Heilpflanze beeinflusst verschiedene weibliche Hormone. Zum Beispiel hilft sie, ein gestörtes Gleichgewicht zwischen Estrogen und Progesteron wiederherzustellen, wodurch Menstruations-Beschwerden gebessert werden.

Tierversuche und kontrollierte klinische Studien belegen die Wirksamkeit: Es besserten sich sowohl die körperlichen Symptome - wie Brustspannen, Brustempfindlichkeit, Müdigkeit - als auch die psychische Befindlichkeit. Das Präparat linderte Nervosität und Unruhe, Konzentrationsmangel sowie Depressionen. In einer großen Studie an 1542 Patientinnen mit Prämenstruellem Syndrom wurde in 57% der Fälle eine Besserung erzielt.

Mönchspfeffer hilft außerdem bei unregelmäßiger oder ausbleibender Regelblutung. Es gibt Hinweise darauf, dass sich auch bei Unfruchtbarkeit in Folge von Gelbkörperinsuffizienz durch Mönchspfeffer die hormonellen Werte normalisieren.

Andere Wirkungen

Kürzlich wurden im Mönchspfeffer Verbindungen mit dopaminartiger Wirkung auf die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) nachgewiesen. Dadurch wird die Freisetzung des Hormons Prolaktin gehemmt. Dieses Hormon fördert das Wachstum der Brustdrüse, ist für die Milchsekretion verantwortlich und bei Frau und Mann nach dem Orgasmus für die Auslösung von Befriedigung und Entspannung zuständig.

Medikmente gegen Psychosen und Schizophrenie (Dopaminantagonisten wie Haloperidol), Stress, Schwangerschaft steigern die Prolaktinkonzentration. Ein zu hoher Prolaktinspiegel kann zu Problemen führen wie prämenstruellem Syndrom, dem Ausbeiben der Regel oder ungewollte Milchsekretion beim Mann oder der Frau, mangelnde Libido und einem reduzierten Testosteronspiegel.

Ob der Mönchspfeffer alle diese Beschwerden lindern kann, müssen weitere klinische Studien zeigen.

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Maßgebliche Bewertungskommissionen: Kommission E, ESCOP, HMPC, WHO.

  • Menstruationsstörungen, Unregelmäßigkeit der Regelblutung (Regeltempoanomalien)
  • prämenstruelles Syndrom
  • schmerzhafte Monatsblutung = Dysmenorrhoe
  • schmerzhaft geschwollene Brust = Mastodynie

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

  • Menopausenprobleme ("Klimakterische Beschwerden")
  • Impotenz (Homöopathie)

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

  • Depression (Homöopathie)
  • Fördernd auf das Abstillen
  • Steigerung der Milchleistung
  • Unfruchtbarkeit

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Gebräuchlich sind Trockenextrakte, Aufgüsse oder Tinkturen.

Dosierung

Innerliche Anwendung

Wässrig-alkoholische Auszüge (50 bis 70% Alkohol) sind als Flüssig- oder Trockenextrakte verfügbar. Eingenommen werden entsprechend 30 bis 40 mg pro Tag. Die Therapie sollte über mindestens drei Monatszyklen erfolgen.

Wirkstoffe

Etherisches Öl (etwa 1,2% mit 1,8-Cineol, Limonen und Pinen)

Iridoidglykoside (Agnusid und Aucubin)

Flavone und Flavonoide (Casticin, Penduletin, Chrysospenol-D)