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Omega-3-Fettsäuren

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Omega-3 Fettsäuren: Meer davon?

Wir beleuchten die aktuelle Studienlage und erklären, was es mit ALA, EPA und DHA auf sich hat.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Mehr Fisch muss auf den Tisch!

Fett in der Nahrung ist nicht nur ungesund. Was zählt, ist die Menge und die Art des Fetts, einige mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind sogar lebensnotwendig: Omega-3-Fettsäuren sind die wertvollsten unter den mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Es gibt drei Haupttypen, die für die menschliche Ernährung von elementarer Bedeutung sind. Dieser Artikel behandelt überwiegend Eicosa­pentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) aus fettem Kaltwasserfisch. Die Omega-3-Fettsäure pflanzlichen Ursprungs (α-Linolensäure=ALA) ist ebenfalls wichtig, aber geringer wirksam und auch weniger umfangreich untersucht.

Erste Studienergebnisse – insbesondere die Ernährungserhebungen über Fischverzehr – hatten große Hoffnungen bezüglich der gesundheitlichen Wirkungen von Omega-3-Fettsäuren geschürt. Von Herzkreislauf, Rheuma, Krebs, psychischen Erkrankungen, Demenz, Depression, Allergien und Asthma bis zu Schwangerschaft und Geburt reichten die vorhergesagten Anwendungsgebiete. Gut belegt ist die Wirkung der Omega-3-Fettsäuren bei hohem Triglyceridspiegel sowie Herz-Kreislaufvorerkrankungen (Sekundärprävention). Es ist jedoch schwieriger, die Wirksamkeit für die anderen Indikationen nachzuweisen.

Fest steht allerdings, dass Omega-3-Fettsäuren im Körper viele wichtige Aufgaben erfüllen: Unter anderem sind sie Vorläufer von Botenstoffen mit entzündungshemmender, schmerzlindernder antithrombotischer und gefäßerweiternder Wirkung. Omega-3-Fettsäuren sind in allen Zellmembranen enthalten und liegen daher gerade in Nerven (Augen) und Gehirn in hoher Konzentration vor. Das lässt auch die psychischen und nervlichen Wirkungen plausibel erscheinen. Eins ist also sicher: Sie haben Potenzial und werden die Forschung noch eine ganze Weile beschäftigen.

Wobei helfen Omega-3-Fettsäuren?

Omega-3-Fettsäuren: Schwerpunkt Herz-Kreislauf und Fettwerte

Im Bereich Herz-Kreislauf ergibt sich nach zahlreichen sehr großen Studien ein positives Bild:

  • Für Risikogruppen wie Patienten nach Schlaganfall, nach Herzinfarkt, mit Arteriosklerose und koronarer Herzkrankheit ist die Einnahme von den Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA sinnvoll (Sekundärprävention). Empfehlungen gibt es von diversen Fachgesellschaften (z.B. DGE und die American Heart Association) bei hohen Triglyceridwerten im Blut sowie bei bestehenden Herz-Kreislauferkrankungen.
  • Ob auch Gesunde bezüglich ihres Risikos für Herz-Kreislauferkrankungen profitieren (Primärprävention), ist weniger sicher. Dies ist nur für häufige Fischmahlzeiten gezeigt. Bei Fischöl kann man derzeit diese Wirkung nicht nachweisen.
  • Auch eine Hemmung der Blutgerinnung ist im Bereich des Möglichen. Verzeichnet wurden außerdem eine leichte Senkung von Bluthochdruck sowie eine leichte Verbesserung bei rheumatischen Erkrankungen.
  • Möglich, dass Fischöl Arteriosklerose und Alzheimer vorbeugt, bei manifesten Schäden (Claudicatio intermittens, PAVK, Vollbild Alzheimer) ist ein Nutzen nicht nachgewiesen.
  • Es profitieren vermutlich auch schwangere Frauen und der sich entwickelnde Embryo.
  • Besonders intensiv wird ein Allergieschutz von Kindern durch Omega-3 Fettsäuren untersucht.
  • Unerwartet war der Befund, dass psychische Krankheiten wie Depressionen auf Fischöl ansprechen.
  • Schwermetalle und Umweltgifte in Fisch hin oder her: Nach Angaben der DGE überwiegt die positive Wirkung von Fisch mögliche Gefahren, die sich aus der Belastung mit Umweltgiften ergibt.

Wer Omega-3-Fettsäuren gegen Krankheiten einnimmt, sollte wissen:

  • Die Wirkung von Fischöl ist stärker als die von ALA, denn der Körper muss diese Verbindungen weniger verändern.
  • Fischöl alleine ist nur beschränkt wirksam. Die Einnahme ersetzt nicht einen gesunden Lebensstil. Entstandene Schäden im Körper kann Fischöl nicht beheben.
  • Gute Fette – schlechte Fette: Relevant sind die Gesamtmenge und das Verhältnis der Omega-3- zu den Omega-6-Fettsäuren. Man verabschiedet sich in der Forschung also von der einseitigen Betrachtung einer Fettsäure alleine und betont das Zusammenspiel der Fette.
  • Ungesättigte Fettsäuren oxidieren leicht und fördern auch die Oxidation der Cholesterin-Transporteinheit LDL (schlechtes Cholesterin). Ein Prozess, der Arteriosklerose eben fördert und nicht bremst. Omega-3-Fettsäuren dürfen daher nicht zu lange erhitzt werden und die Öle sind an der Luft nicht lange haltbar. Das gilt auch für Fisch: Frittieren ist out.
  • Wahrscheinlich ist eine Einnahme mit Pausen am sinnvollsten. Sie kommt auch dem natürlichen Nahrungsangebot am nächsten, an das unserer Organismus und Stoffwechsel angepasst sind.

Wozu braucht der Körper Omega-3-Fettsäuren?

Ungesättigte Fettsäuren sind Bestandteile jeder Zell­membran. Dort sorgen sie dafür, dass die Membranen elastisch („fluide“) bleiben und spielen eine wichtige Rolle im Stoffwechsel und zwar nicht nur bei der Energiegewinnung, sondern auch bei der Produktion von wichtigen Signalstoffen, denn die ungesättigten Fettsäuren sind Vorläufersubstanzen der Arachidonsäure, von der sich Entzündungs-Mediatoren (Eicosanoide, Prostaglandine, Resolvine, Protektine) ableiten. Diese weisen hormonähnliche Wirkungen auf und sind für Immunfunktionen und Entzündungsreaktionen von Be­deutung. Des Weiteren ist eine direkte Wirkung auf die Fließeigenschaften des Blutes, die Aderwände, den Blutdruck und den Herzschlag unter gewissen experimentellen Umständen belegt. Ebenso nachgewiesen sind antioxidierende Eigenschaften. Neu sind die Daten, dass Omega-3-Fettsäuren auch die Aktivität von Genen regulieren. Zunehmend wird also klar: die Wirkung auf den Organismus beruht auf unzähligen, sehr verschiedenen Einzelmechanismen.

Angebot und Nachfrage

Entscheidend für den Effekt ist die Art der Fettsäure. Der Körper bedient sich hierbei einfach des Angebots aus der Nahrung. Und: Er selbst kann die beiden Fettsorten Omega-3 und Omega-6 nicht ineinander umbauen, daher muss ihre Wirkung getrennt betrachtet werden:

  • Omega-3-Fettsäuren bilden Botenstoffe mit entzündungshemmenden Hauptwirkungen. Sie reduzieren die Blutgerinnung und machen das Blut so „flüssiger“.
  • Die Omega-6-Fettsäuren sind die Gegenspieler dazu. Sie fördern Entzündung (und als Folge auch den Schmerz), daneben begünstigen sie die Blutgerinnung und Verengung der Gefäße.

Das bedeutet im Endeffekt, dass bei einem Überschuss einer Fettsäure in der Nahrung das Entzündungs-Gleichgewicht seine Balance verliert.

Im Hinterkopf behalten muss man aber auch, dass Entzündung eine wichtige Reaktion des Körpers auf eine infektiöse Bedrohung ist. Damit ist klar: Der Körper braucht beide Varianten in ausgewogenen Mengen. Problem der modernen Ernährung ist, dass eher zu viele Omega-6 Fettsäuren enthalten sind. Da muss man bewusst gegensteuern. Offiziell vorgeschlagen ist ein Omega 3:Omega-6-Verhältnis von 1:5, manche Therapeuten sehen den Idealwert sogar bei 1:2. Mehr zu diesem Thema im Interview mit Dr. Volker Schmiedel.

Fettwerte: Omega-3-Fettsäuren lassen nur Neutralfette sinken

Die bislang am besten erforschte Wirkung betrifft die Senkung der Neutralfette im Blut („Triglyceridspiegel“). Ein hoher Triglyceridspiegel zusammen mit einem erhöhten Cholesterin gilt als wichtiger Risikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen (koronare Herzkrankheit). Betroffen sind Personen mit Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen und Diabetes.

Die Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen e.V. (DGFF, Lipid-Liga) sieht daher in der Gabe von 2-3 Gramm EPA und DHA aus Fischöl als einen sinnvollen Therapiebaustein an. Beide senken die Entzündungs- und Triglyceridwerte. Der Effekt von ALA (alpha-Linolensäure) ist dagegen vergleichsweise gering.

Die FDA (US Food and Drug Administration) hat jetzt zwei Präparate mit den Omega-3-Fettsäuren DHA (Docosahexaensäure) und EPA (Eicosapentaensäure) zur Behandlung von hohem Triglyzeridspiegel zugelassen. Getestet sind Omega-3-Fettsäuren auch in Kombination mit der Standardtherapie, dem Cholesterinsenker Simvastatin. Angesprochen hatten die Triglyceride und VLDL-Cholesterin (Very Low Density Lipoprotein, Cholesterin mit sehr niedriger Dichte). Allerdings kann dabei das LDL-Cholesterin ansteigen.

Herz-Kreislauf

Zu den günstigen Wirkungen von Omega-3-Fettsäuren auf Herz, Gefäßsystem und Stoff­wechsel sind in den vergangenen 15 Jahren mehr als 15.000 wissenschaftliche Veröffentli­chungen erschienen. In den 1970-iger Jahren wurde in epidemiologischen Studien festgestellt, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei den Inuit selten auftreten. Man hat das dem hohen (Kaltwasser-) Fischverzehr zugeschrieben. Das war auch der Anstoß für zahlreiche klinische Studien im Bereich Primärprävention von Herzinfarkt und Schlaganfall durch ergänzende Omega-3-Fettsäure-Gaben oder auch zur Vorbeugung von Komplikationen bei diesen Krankheiten (Sekundärprävention).

Zunächst nahm man einen positiven Effekt an, aber die neueren großen Auswertungen über alle Publikationen ergeben ein sehr heterogenes Bild. Grund sind nicht nur die sehr unterschiedlichen Dosierungen in den Studienprotokollen, sondern auch die heterogenen Präparate. Da die Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA nur teilweise die gleiche Wirkung, sondern punktuell auch komplementäre Wirkungen zeigen, ist dieser Punkt relevant. Außerdem sind ALA und Fischöl offensichtlich in der Wirkung sehr verschieden. Die Erfolgsraten sind daneben sehr abhängig von der allgemeinen Grundversorgung mit Omega-3-Fettsäuren und der Medikamentenversorgung von Patienten.

  • In Bevölkerungen, die traditionell viel Fisch auf den Tisch bringen, fällt natürlich die Wirkung von zusätzlichen Omega-3-Fettsäuren kaum ins Gewicht.
  • Wenn die Patienten bereits wegen Risikofaktoren Statine einnehmen, ist keine zusätzliche Wirkung auf KHK-Ereignisse durch Omega-3-Fettsäuren sichtbar. Außerdem sind die beobachteten Effekte über Jahre hinweg dahin geschmolzen. Das könnte nicht nur an der besseren Studienführung liegen, sondern auch an der besseren medikamentösen Versorgung. Das bedeutet, dass der Effekt von Omega-3 ohne Zusatzmedikamente vermutlich größer ist.
  • Die Daten für ALA sind weniger überzeugend, vermutlich bringt es eine Senkung der Rate von KHK-Todesfällen um 10 %. (Die Daten wurden hier aber aus ungenauen Verzehrserhebungen oder auf Grund von Blutanalysen gewonnen. Direkte Effekte durch ALA-Supplemente wären aussagekräftiger).

Dennoch kann man festhalten:

  • Bei vorhandener Herzerkrankung oder einem überstandenen Herzinfarkt beugen EPA und DHA Komplikationen vor (Senkung der Rate weiterer Ereignisse um 20-36 %).
  • Auch plötzliche Herztode durch Rhythmusstörungen treten seltener auf.
  • Die vorbeugende Wirkung bei Gesunden durch Omega-3-Fettsäuren auf Herzerkrankungen kann derzeit nicht eindeutig belegt werden. Glaubt man den Verzehrsstudien, schützt offensichtlich häufiger Fischkonsum.
  • In den offiziellen deutschen Leitlinien zur Schlaganfallprophylaxe wird daher ein moderater Fischkonsum (und nicht Fischöl) empfohlen.

Nun beginnt das große Rätselraten, welche Bestandteile aus dem Fisch relevant sind. Fisch enthält nicht nur den Tran, sondern Vitamin D, B und Spurenelemente. Und zu bedenken gilt außerdem: Wer Fisch isst, konsumiert ihn statt fettem Fleisch oder Wurstwaren. Fragen kann man sich außerdem: Leben Menschen, die fünf Mal pro Woche zu Fisch greifen, eher in kleinen Orten an der Küste? Damit käme auch ein stressarmer Lebensstil in Betracht. So kann der Fischkonsum ein Indikator für ganz andere Faktoren sein, als angenommen.

Blutdruck

Vor allem die Omega-3-Fettsäure DHA senkt Blutdruck und Herzschlag, EPA erweitert die kleinen Blutgefäße und hemmt die Blutgerinnung. So verbessern die beiden zusammen die Fließeigenschaften des Blutes, zumindest in den theoretischen Ergebnissen aus Labor- und Tierversuchen. Einige Studien älteren Datums wiesen nach, dass auch am Menschen mit leichtem Bluthochdruck eine geringe Senkung bewirkt wird. Effektiv ist DHA, aber auch die Mischung DHA und EPA (4 g/Tag).

Eine große Auswertung über 50 Studien berichtet geringe Wirkgrößen. Wenn nur die Studien mit den höchsten Fischölgaben (3,7 g/Tag im Durchschnitt) über längere Zeiträume herangezogen wurden, ergab sich ein Effekt von einer Reduktion des systolischen Blutdrucks um 2,1 mmHg und des diastolischen Blutdrucks um 1,6 mmHg.

Rhythmusstörungen

Rhythmusstörungen des Herzens können harmlos sein, in extremen Fällen aber führen sie zu einem plötzlichen Herztod. Diese Störungen treten bei diversen Herzerkrankungen auf. Alte Studien zeigen, dass Omega-3 Fettsäuren das Risiko für Rhythmusstörungen mit plötzlichem Herztod um 45 % vermindern. Damit die Wirkung zum Tragen kommt, muss über längere Zeiträume behandelt werden (mindestens 4 Monate, optimal 3,5 Jahre). In neueren Erhebungen ist der Effekt geringer: Wenn Herz-Kreislaufsymptome auftreten, wird heutzutage eine hochwirksame Vorbeugung mit Medikamenten (ASS, Statine, Betablocker und ACE-Hemmer) angewendet. Dann zeigt eine Behandlung mit Omega-3-Fettsäuren keinen deutlichen Zusatznutzen, so die Vermutung. Die moderne Therapie hat allerdings auch häufig erhebliche Nebenwirkungen und oft muss ein Teil der Medikamente wieder abgesetzt werden oder wird von den Patienten selbst abgesetzt.

Gefäße und Arteriosklerose

Arteriosklerose wird neben genetischen Faktoren und falscher Lebensweise wesentlich durch Entzündung, hohe Fettwerte und oxidativen Stress unterhalten. Viele Einzelbelege weisen auf eine schützende Wirkung durch Omega-3-Fettsäuren. Eine Heterogenität gibt es allerdings auch hier bei den Studienergebnissen bezüglich der Entzündungswerte und Oxidationsprodukte unter EPA-DHA Behandlung (DHA/EPA ≥ 3-4 g/Tag). Dennoch geht man davon aus, dass es zu einer positiven Wirkung kommen „kann“.

Eine aktuelle Übersichtsarbeit der Cochrane Collaboration) zum Thema Arteriosklerose stellt fest, dass Omega-3-Fettsäuren keinen deutlichen Effekt auf die Symptome bei PAVK und Claudicatio intermittens haben. In die Analyse einbezogen wurden 9 Studien mit 425 Teilnehmern, die den angelegten Qualitätskriterien entsprachen.

Anders ausgefallen ist die Auswertung der Studien über die Steifheit der Gefäße (gesunde Gefäße weiten sich in Antwort auf die Steigerung des Blutdrucks). Hier reagierten die Gefäße in den 10 ausgewählten Studien mit einer besseren Elastizität auf die Omega-3-Fettsäuren-Gabe.

Thromboseneigung

Thrombosen verschlechtern nicht nur die Muskelversorgung, sondern bedrohen das Herz (Herzinfarkt) und auch das Gehirn (Schlaganfall). Omega-3-Fettsäuren beeinflussen gleich mehrere Prinzipien der Blutgerinnung, so die Laborversuche. Einige Studien haben einen deutlichen Effekt gezeigt, in der Summe sind die Ergebnisse aus der Praxis jedoch nicht eindeutig. Auf der Suche nach Gründen für diese Heterogenität werden derzeit genetische Ursachen vorgeschlagen. So profitiert eine Untergruppe von Patienten, bei denen auch im Blut der EPA/AA-Quotient auf die Intervention ansprach. Eine ähnliche Tendenz findet man übrigens auch bei der Wirkung auf die Herzerkrankungen. Damit muss man als nächstes klären, warum einige Personen ansprechen, andere nicht.

Schwangerschaft

Man empfiehlt Frauen, während der Schwangerschaft Omega-3-Fettsäuren einzunehmen, denn es liegen Hinweise vor, dass dies möglicherweise eine natürliche Geburt und das Wachstum des Babys fördern könnte. Für die Entwicklung von Augen und Gehirn ist DHA absolut notwendig. Man vermutete ferner, dass sich dadurch auch die geistige Entwicklung des Kindes fördern lässt. Ferner untersucht man gerade, ob die Kinder vor Allergien und Asthma geschützt werden können. Womöglich profitiert auch die Mutter mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit für eine postnatale Depression.

Die augenblickliche Studienlange kann einige Punkte bestätigen.

Entwicklung:

  • Der Einfluss auf die Entwicklung von Augen und Gehirn des Kindes ist noch nicht ganz klar geworden. Wenn eine Förderung der geistigen Entwicklung der Kinder mit Fischöl festgestellt wurde, war sie nur bei Vorschulkindern im Vergleich zur Kontrollgruppe nachzuweisen. Später im Leben kommen viele andere Faktoren zum Tragen, so die Erklärung. Kritisiert wurde die Studiendurchführung, so dass ein Zusammenhang als „nicht schlüssig erwiesen“ angesehen wird. Wegen ermutigender Teilergebnisse forscht man auf dem Gebiet aber weiter. Im Augenblick geht man davon aus, dass das Verhältnis von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren stimmen muss und es werden Kombinationen aus beiden getestet.
  • Fischöl in der Schwangerschaft kann allerdings der Entwicklung von Übergewicht bei Kindern nicht vorbeugen.
  • Nach der Geburt wirkt sich eine Nahrung reich an Fisch, DHA und EPA (Fischöl, Algenöl) positiv aus, was die allgemeine Krankheitsneigung und speziell die des Atmungstrakts betrifft.
  • Ob aber kindliches Asthma darauf anspricht, ist umstritten.

Praeklampsie

Die kontrollierten Studien konnten keinen Nutzen von Omega-3-Fettsäuren gegen Schwangerschasftshypertonie nachweisen.

Postnatale Depression: nicht sicher

Eine entsprechende Studie mit EPA und DHA gegen die postnatale Depression ist von der Qualität mangelhaft und widersprüchlich. Der Cochrane-Report fasst zusammen, dass bei der augenblicklichen Datenlage eine Omega-3-Fettsäuren-Supplementation als sichere Prävention postnataler Depression nicht empfohlen werden kann.

Geburt: vor allem bei Mangel

Die vorbeugende Wirkung von Omega-3 Fettsäuren gegen Frühgeburten ist geringer als angenommen. Jedoch steigt der Effekt bei Frauen, die kaum Fisch essen. Die Debatte hält jedoch an.

Allergie: Omega-3 über die Mutter am besten

Allergische Erkrankungen lassen sich beim Nachwuchs reduzieren (Asthma, Heuschnupfen, atopisches Ekzem, Nahrungsmittelunverträglichkeiten), wenn die Mutter in der Schwangerschaft regelmäßig Fisch isst (mehr als einmal pro Woche) oder Fischöl schluckt. Ob Fischkonsum oder Fischöl in der Kindheit atopische Erkrankungen bremst oder nicht, ist weniger klar, wenn auch eine positive Tendenz vorliegt.

Entzündungen schneller beenden

Chronische Entzündungen über lange Zeiträume belasten den Körper. Viele Krankheiten gehen auf eine chronische Entzündung zurück, wie Rheuma und Arteriosklerose mit Folgen für Herz, Gefäße und Folgekrankheiten wie Alzheimer. Da Omega-3-Fettsäuren die Bildung von entzündungsfördernden Stoffen (Prostaglandine und Leukotriene) im Körper herabsetzen, kann beispielsweise bei Rheuma (rheu­matoide Arthritis) die Schmerzsymptomatik gelindert werden. Nach dem aktuellen Stand der Forschung diskutiert man sie als potenziell sehr wirksame entzündungshemmende Substanzen. Dabei werden aus EPA und DHA auch Botenstoffe produziert, die Entzündungen beenden und Schmerz lindern (Resolvine und Protektine). Die Auswertung von 23 Studien zeigt eine sehr verlässliche Wirksamkeit auf Schwellung und Schmerz sowie eine Verkürzung der morgendlichen Gelenkprobleme. Begleitend kann die Medikamenteneinnahme verringert werden.

Multiple Sklerose

Die Fischöldiskussion bei der Behandlung von Multipe Sklerose verläuft kontrovers. Wenn man die Betroffenen befragte, ergab sich ein positiver Zusammenhang zwischen Fischverzehr, Fischöl und Leinöleinnahme und der Rückfallhäufigkeit und Lebensqualität. Eine der Interventionen mit Omega-3-Fettsäuren zeigte auch deutlich positive Effekte auf die Botenstoffe im Blut. In der objektiven Verfolgung des Beschwerdebildes in placebokontrollierten Studien ließ sich nicht immer ein Effekt feststellen. Es gibt aber noch beträchtliche Hoffnungen, denen man nachgehen wird. Da hier keine schwerwiegenden Nebenwirkungen beschrieben sind, spricht nichts gegen einen Therapieversuch. Untersucht werden übrigens auch Kombinationen von Omega-3/Omega-6/PUFA.

Krebserkrankungen: Omega-3 auf dem Prüfstand

Eine Prüfung fand in Labor- und Tierversuchen statt, die für diverse Situationen belegen, dass Omega-3-Fettsäuren vorbeugend auf die Krebsentstehung wirken müssten und außerdem Krebswachstum und Metastasenbildung hemmen. Dieser Teil der Forschung ist eindeutig. So hatte man dies lange als richtig angenommen. Belegt hat man die Hypothese außerdem mit großen Untersuchungen zum Essverhalten bezüglich Fisch und Meeresfrüchten. Aber selbst hier ist das Gesamtergebnis nicht unumstritten:

  • Von 65 Studien über die Aufnahme von Fischöl schlossen nur 10 mit einem signifikanten Ergebnis. Bei Lungen-, Brust-, Prostata-, und Darmkrebs wurde sowohl eine positive, aber auch eine negative Wirkung (!) gefunden, die meisten Studien jedoch zeigen keine Wirkung.
  • Wenn nun die qualitativ hochwertigen und großen Studien herausgefiltert wurden, zeigt sich kein Krebsschutz. Studien, die über ein deutliches Ergebnis berichten, sind klein und weisen eine hohe Schwankungsbreite auf, so dass der Wert fragwürdig erscheint. Die These, dass Fischöl in der Ernährung Krebs vorbeugt, kann derzeit nicht „bewiesen“ werden.

Die bisher durchgeführten klinischen Interventionsstudien mit Omega-3-Fettsäuren am Menschen lieferten ebenfalls kein einheitliches Bild und die Fachpresse diskutiert immer noch über die Güte und die Interpretation der Daten. Die Frage, die sich außerdem stellt, ist, wie sicher Omega-3 Fettsäuren sind? Gibt es eine Gefährdung? Gänzlich ausschließen kann man das nicht, weil immer wieder neue Befunde gemacht werden, die nicht in das generelle Bild passen:

Prostatakrebs durch Omega-3-Fettsäuren?

Eine Studie vertraute nicht auf die von den Probanden berichtete Einnahme. Sie untersuchte direkt das Blut der Probanden auf Omega-3 Fettsäuren (DHA und EPA). Anders als bei den vorigen Studien war außerdem, dass man vorhandene Krebsvorstufen in der Prostata durch Untersuchung vor Studienbeginn ausgeschlossen hatte. Das Ergebnis hatte alle erstaunt:

  • Genau die Personen mit dem höchsten Omega-3-Anteil an den Gesamtfettsäuren waren am meisten gefährdet: Ihr Prostatakrebsrisiko (nur hochgradige Formen) war um den Faktor 2,5 höher als bei den Männern mit den niedrigsten Werten.

Dieser Befund bedeutet noch nicht automatisch, dass Omega-3-Fettsäuren Krebs begünstigen, es ist jedoch ein Hinweis, dass man noch nicht alle Faktoren kennt, die bei der Krebsentstehung eine Rolle spielen. Hier sind auch genetische Faktoren am Werk. Eine gewisse entzündliche Aktivität ist notwendig, um Krebsvorstufen abzuwehren, das ist bekannt. Eine permanente Entzündung jedoch fördert die Krebsentwicklung. Hier gibt es gegenläufige Prozesse, die bilanziert und insbesondere individualisiert werden müssen.

Bei Individuen mit hoher Entzündungsbereitschaft, bei erhöhten Entzündungsparametern und bei Tumorarten, bei denen Entzündungen eine wichtige Rolle spielen, ist dann eher ein positiver Effekt durch Omega-3 zu erwarten.

Schwerkranke

Im Tierexperiment an Ratten wurde festgestellt, dass die Fütterung mit Omega-3-Fett­säuren die Futteraufnahme fördert und Abmagerung entgegenwirkt. Auch in der Krebstherapie wird dieser Aspekt immer noch verfolgt, da der schnelle Gewichtsverlust häufig das Leben der Patienten bedroht (Tumor-Kachexie). Die anfänglichen kleinen Versuche mit EPA waren vielversprechend, die großen kontrollierten Studien dagegen nicht. Aber das Thema ist noch nicht vom Tisch. Vor allem ein sehr früher Einsatz von EPA und die Verwendung in der Palliativmedizin bei Krebskranken werden immer noch als verfolgenswerte Therapie diskutiert.

Untersucht wird mit Erfolg auch die Verwendung während einer Chemotherapie. Da aber nicht sicher ist, wie sich andere Komponenten im Fischöl auf die Therapie auswirken und ob jede Therapie kombiniert werden kann, muss man noch endgültige Empfehlungen abwarten.

Interessant in diesem Zusammenhang wäre auch ein Statement der Intensivmedizin zum Thema Omega-3-Fettsäuren (parenteral). Wegen der erheblichen Schwankungen lassen sich aus den bisherigen Studien keine Aussagen treffen, das Ergebnis reicht nämlich von 0,4-mal weniger Infektionen bis 1,4-mal mehr. Bei Sepsis sollte man bis zur Klärung keine höheren Mengen an Omega-3-Fettsäuren einsetzen. Mit diesem Thema werden sich daher neue Studien auseinandersetzen. Eine wesentliche Rolle für die Art des Effektes spielen auch die aktuelle und basale Entzündungsbereitschaft.

Diabetes

Fischmahlzeiten (mindestens einmal die Woche) könnten das Risiko für die Entwicklung eines Diabetes mellitus Typ 2 um 25 % reduzieren, schenkt man den Verzehrsstudien Glauben. Bei der Intervention mit Fischöl muss man die Wirkung genauer differenzieren:

Das sind die Wirkungen bei Diabetes:

  • Auf den Blutzucker und die Zuckerkontrolle haben Omega-3-Fettsäuren bei den meisten Probanden keinen Einfluss.
  • Omega-3-Fettsäuren senken die Triglycerid- und VLDL-Werte auch bei Diabetikern. Das Cholesterin könnte jedoch leicht ansteigen.
  • Auch ein Einfluss auf den arteriellen Blutfluss und die Gerinnung scheint möglich. Bei der Vorbeugung von Gefäßschäden bei Diabetikern durch EPA/DHA besteht Hoffnung und verdient weitere Untersuchung.

Die Leitlinien der Fachgesellschaften erachten 2-3 Portionen Fisch pro Woche und die Verwendung pflanzlicher Quellen (Rapsöl, Leinöl, Nüsse und grünes Gemüse) als sinnvolle begleitende Maßnahme bei Diabetes. Bei Nahrungsergänzung durch Omega-3-Fettsäuren besteht keine Einigkeit.

Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts

Einige Hinweise ließen ahnen, dass Omega-3-Fettsäuren die Beschwerden von entzündlichen Darmerkrankungen (Colitis ulcerosa und Morbus Crohn) bessern könnten. Bei einer systematischen Aufarbeitung unter Bewertung der Datensicherheit ergaben sich aber keine „Beweise“ für einen Nutzen bei entzündlichen Darmerkrankungen (Remissionszeit, Rückfallraten). Jedoch zeigten immerhin 6 von 13 Studien ein Ansprechen von mindestens einem registrierten Symptom. Derzeit diskutiert man die Verwendung von speziell beschichteten Kapseln, die das Öl auch an den Herd der Entzündung bringen.

Mukoviszidose (zystische Fibrose)

In den Zellmembranen betroffener Organe (Lunge, Pankreas) von Mukoviszidose-Patienten ist der Anteil der Omega-6-Fettsäure Arachidonsäure stark erhöht. Experimente zeigen, dass die Ver­abreichung einer Omega-3-Fettsäure (DHA: Docosahexaensäure) das Missverhältnis ausgleichen kann. Dies führte im weiteren Krankheitsverlauf zu einer deut­lichen Besserung der Gewebebefunde in Lunge, Bauchspeicheldrüse und Darm­schleimhaut. Die bereits durchgeführten Studien zeigen leicht positive Effekte. Die Daten reichen nicht aus, um Omega-3-Fettsäuren in der regulären Therapie einzusetzen, so das Fazit der Autoren.

Psychische Erkrankungen

Fette spielen im Gehirn eine eminente Rolle, sind sie doch Bestandteil aller Membranen, die Nervensignale leiten. Etwa 33 % der Fettsäuren im Gehirn sind mehrfach ungesättigt.

Es gibt bisher einige vorläufige Studienergebnisse, die darauf hinweisen, dass Omega-3-Fettsäuren gegen verschiedene psychische Erkrankungen wirken (z.B. Depression, postnatale Depression, Borderline-Persönlichkeitsstö­rung). Auch psychische Auffälligkeiten bei Kindern (wie Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom, Hyperaktivität, Lese-Rechschreibschwäche, Aggressivität, Autismus und Bewegungs-Entwicklungsstörungen) werden mit einem Mangel an Omega-3-Fettsäuren in Verbindung gebracht. Bisher sind keine endgültigen Bewertungen vorhanden.

Das sind die aktuellen Hypothesen und Ergebnisse:

  • Vor allem Supplemente mit mehr als 60 % EPA könnten gegen schwere Depressionen (Major Depression) und depressive Störungen wirksam sein, insbesondere, wenn sie mit einer anderen Therapie kombiniert werden. Bei Schwangerschaftsdepression und bipolaren Störungen ist die Wirkung jedoch fraglich. Die Wirkung ist besser, wenn keine Angstsymptome oder anderen Symptome vorliegen.
  • Eine Mehrzahl der Studien zeigt bei AHDS (Aufmerksamkeits-Hyperaktivitäts-Defizit-Syndrom) auf mehrere Krankheitsaspekte einen vorteilhaften Effekt.
  • Ebenso auf dem Gebiet der Schizophrenie (Psychose) weisen die meisten Studien eine schützende Wirkung durch EPA nach (Schutz vor Progression der Krankheit, weniger Symptome, Nervenschutz, Medikamentenverträglichkeit). Eine Bewertung der Daten durch die Cochrane Collaboration weist die Therapie mit EPA/DHA immer noch als „experimentellen Behandlungsversuch“ aus.
  • Zu Borderline-Persönlichkeitsstö­rungen gibt es nur eine einzige Studie mit positivem Ergebnis.
  • Zwei Arbeiten beschreiben eine ausgleichende Wirkung von mehrfach ungesättigten Fettsäuren auf die psychischen Symptome beim Drogenentzug.
  • Nicht schlüsssig sind die Daten bisher bei Autismus, Magersucht und Zwangsstörungen.

Da Omega-3-Fettsäuren gut vertragen und akzeptiert werden und kaum Nebenwirkungen haben, spricht im Zweifelsfall nichts gegen einen Behandlungsversuch.

Alzheimer-Krankheit

Wenn das Gehirn altert und kognitive Einschränkungen oder gar Demenz auftreten, fällt parallel dazu die Konzentration an DHA und EPA. Auch entzündliche Prozesse tragen zum Nervenschaden bei. Zumindest im Tierversuch lässt sich der fatale Prozess der Alzheimerdegeneration aufhalten, teilweise auch umkehren.

Ein Blick auf die Klinik zeigt dasselbe Bild wie bei allen anderen Erkrankungen: Die Ernährungsstudien sind positiv, die klinischen Tests dagegen nicht volkommen einheitlich.

Folgende Tendenzen lassen sich ablesen:

  • Eine große Ernährungserhebung ergab, dass Personen, die 2-3 Fischmahlzeiten pro Woche zu sich nehmen, ein um 50 % vermindertes Risiko haben, eine Demenz zu entwickeln.
  • Bestätigende Interventionsstudien geben kein klares Bild. Möglicherweise lassen sich mit EPA und DHA frühe kognitive Funktionen verbessern, oder auch die mit der Krankheit verbundenen depressiven Symptome. Sehr wahrscheinlich gibt es hier ebenfalls einen Subgruppeneffekt mit profitierenden und nicht profitierenden genetischen Konstellationen.
  • Wirkungen der Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA beim Vollbild Alzheimer sind nicht nachweisbar.

Sehvermögen/Augenerkrankung

Klinische Studien an Patienten mit Netzhautdegeneration (Retinitis pigmentosa) zeigten, dass die Zugabe von Vitamin A und der Omega-3-Fettsäure Docosahexaensäure (1,2 g/Tag) den Krankheitsverlauf verzögern konnte. Allerdings variieren die Ergebnisse aus den verschiedenen Studien und ein endgültiges Votum steht auch hier noch aus. Auch bei der altersbedingten Makuladegeneration stellt eine neue Aufarbeitung der Literatur durch die Cochrane Collaboration fest, dass es keine qualitativ hochwertigen Studien gibt, die eine Wirkung belegen könnten.

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Maßgebliche Bewertungskommissionen: Kommission E, ESCOP, HMPC, WHO.

  • Herzrhythmusstörungen, plötzlicher Herztod
  • Hypertriglyczeridämie (wirkt nur auf Triglyczeridspiegel nicht Cholesterin)
  • Sekundärprävention bei vorhandenen Herzkreislauferkrankungen, Herzinfarkt, Schlaganfall

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

  • Alzheimer, Vorbeugung, Anfangsstadium
  • Asthma bei Kindern, vorbeugend
  • Autoimmunkrankheiten (Multiple Sklerose), Linderung
  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Diabetes, Folgekrankheiten von
  • Durchblutungsstörungen, Verbesserung der Gefäßfunktion und Durchblutung
  • Mukoviszidose (zystische Fibrose), lindernd
  • psychische Erkrankungen, Hyperaktivität bei Kindern, Depressionen
  • rheumatoide Arthritis (Linderung der Entzündung)
  • Schwangerschaft: Geburt, Depression, Entwicklung des Kindes
  • Thrombose, vorbeugend

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

  • Altersbedingte Makuladegeneration
  • Arteriosklerose und koronare Herzkrankheiten, Vorbeugung bei Gesunden
  • Darmerkrankungen, chronisch entzündlich (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn)
  • Diabetes mellitus Typ 2, vorbeugend
  • Entzündliche Erkrankungen im Körper im Allgemeinen
  • Krebs vorbeugend
  • Maligne Hirntumore mit Entzündung, insbesondere Glioblastome
  • Primärprävention bei Gesunden ohne Herzkreislauferkrankungen, Herzinfarkt oder Schlaganfall

Praktische Anwendung: Produkte & Tagesbedarf

Omega-3-Fettsäuren sind als Fischölkapseln oder als flüssiges Öl in der Glasflasche im Handel erhältlich. In einer Kapsel mit 1 g Fischöl guter Qualität sind um die 300 mg Eicosapentaensäure und Docosahexaensäure enthalten. EPA (ca. 12 %) und DHA (ca. 14 %) liegen etwa in gleichen Mengen vor. Die Werte in Fischöl schwanken erheblich, je nach Präparat, Jahreszeit und Fütterung.

Achten Sie beim Kauf auf den Anteil von EPA und DHA pro Kapsel bzw. pro 10 ml und vergleichen Sie dann den Preis.

Omega-3-Fettsäuren werden auch in geringer Dosierung in funktionellen Lebensmitteln zugesetzt.

Dosierung

Alphalinolensäure:

In Studien verwendet wurden für ALA 1,1 bis 2,2 g/Tag.

Aufbewahrung

Omega-3-Fettsäuren sind sehr empfindlich. Sie sollten daher unter Luftabschluss und gekühlt aufbewahrt werden. Nach dem Öffnen sollte Leinöl innerhalb von etwa 6 Wochen aufgebraucht werden. Fischöl wird zur besseren Haltbarkeit mit Vitamin E versetzt.

Beachten Sie die Angaben des Herstellers und das Haltbarkeitsdatum.

DHA und EPA:

Hier variieren die Empfehlungen je nach Vorerkrankung

  • Prävention (Koronarer Herzerkrankung und Schlaganfall): 0,2-0,5 g/Tag (Angaben WHO)
  • Prävention bei erhöhtem persönlichen Risiko: 0,6 g EPA und DHA
  • Prävention bei familiärer Häufung von plötzlichem Herztod: 1-2 g EPA und DHA
  • Behandlung bei chronischer Koronarer Herzerkrankung (KHK): 1,0 g/Tag EPA/DHA und 2 g/Tag ALA (American Heart Foundation)
  • Behandlung hoher Triglyceridwerte: 1,2-4 g/Tag EPA und DHA (American Heart Foundation)

Bei Verwendung von Fischöl muss man die Angaben des Herstellers beachten: 1g Öl enthalten je nach Präparat geschätzte 300mg (= 0,3g) DHA und EPA.

Nach Absetzen sinken die Spiegel im Blut innerhalb von 10 Tagen auf den Ausgangswert zurück.

Alternative:

  • 2 Fischmahlzeiten mit öligem Fisch pro Woche für Gesunde