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Passionsblume

© C. Heyer/PhytoDoc

Passionsblume - eine Schönheit unter den Heilpflanzen

Die Passionsblume ist nicht nur optisch ein Hingucker und daher als Zierpflanze geschätzt, ihre Inhaltsstoffe werden pharmazeutisch genutzt. Das Kraut der Passionsblume ist zur Behandlung von nervösen Unruhezuständen anerkannt.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Krampflösend und beruhigend

Die rankende Passionsblume (Passiflora incarnata) mit den auffallenden Blüten ist ein traditionelles und sanftes Beruhigungsmittel. Sie wirkt krampflösend und beruhigend und wird deshalb überwiegend bei nervösen Unruhezuständen empfohlen, sowie bei ängstlichen Spannungszuständen, Zappeligkeit und Schlafstörungen (speziell nervös bedingte). Daneben gehören psychosomatische Störungen wie Herzklopfen, Magen-Darmbeschwerden, Spannungskopfschmerz und Schweißneigung zu den typisch traditionellen Anwendungsgebieten der Passionsblume. Es gibt rund 450 Arten in der Familie der Passionsblumengewächse, wobei lediglich die Passiflora incarna pharmazeutische genutzt wird. Man verarbeitet nur das Kraut der Passionsblume, es wird in der Regel gemischt mit anderen Heilpflanzen wie Baldrian, Hopfen oder Melisse angeboten. Handelsübliche Präparate gibt es in Form von Kapseln, Tabletten, Tropfen und Dragées; darüber hinaus werden auch sanft wirksame Tees vertrieben.

Wogegen hilft Passionsblume?

Das Kraut der Passionsblume

Zwar gibt es keine klinischen Studien zur Wirksamkeit, dennoch wurde das Kraut der Passionsblume von der Kommission E und WHO zur Behandlung von nervösen Unruhezuständen anerkannt. Pharmakologische Versuche bestätigen die Wirksamkeit in den traditionellen Anwendungsgebieten.

Mischpräparate

Häufig wird die Passionsblume als Mischung mit anderen beruhigenden Pflanzen (Baldrian, Hopfen, Melisse) verwendet. Klinische Studien zeigten für die Kombinationspräparate mit Baldrianwurzel (mit oder ohne Hopfenzapfen) eine gute Wirksamkeit bei leichten bis mittelschweren Einschlaf- wie auch Durchschlafstörungen.

Heilwirkung der Passionsblume

Beruhigend und krampflösend

Die beruhigenden, angst- und krampflösenden Eigenschaften der Passionsblume wurden durch Tierversuche bestätigt. Die Anwendung der Passionsblume zur Entspannung und Lösung von Bauchschmerzen ist daher plausibel.

Herz-/Kreislaufbeschwerden

Ebenso verstärkt der Extrakt im Tierversuch die Kontraktionskraft des Herzmuskels. Im Bluthochdruckmodell an Ratten senkt ein Extrakt aus der Passionsblume den Blutdruck.

Schlafstörungen

Der Extrakt der Passionsblume hat zusammen mit Baldrianwurzel (mit oder ohne Hopfenzapfen) eine gute Wirksamkeit bei leichten bis mittelschweren Einschlaf- sowie Durchschlafstörungen, wie klinische Studien zeigten.

Wirkmechanismus

In vitro konnte eine Interaktion von Passiflora-Extrakten mit Neurorezeptoren wie Benzodiazepin-, Dopamin- und Serotonin-Rezeptoren nachgewiesen werden. Insbesondere die Modulierung des Benzodiazepin-Rezeptors könnte die beruhigende Wirkung der Droge erklären.

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Maßgebliche Bewertungskommissionen: Kommission E, ESCOP, HMPC, WHO.

  • nervöse Unruhezustände
  • Schlafstörungen, speziell nervöse Einschlafstörungen (in Mischung mit Baldrian und Hopfen oder Baldrian und Melisse)

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

  • nervöse Magen-Darmprobleme, Krämpfe
  • nervöses Herzrasen oder Herzrhythmusstörungen
  • Wechseljahrsbeschwerden, Unruhe in den
  • leichte Angststörungen
  • Depressionszustände und Hysterie (volksmedizinisch)

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

  • Hämorrhoiden (äußerliche Behandlung, volksmedizinisch)
  • Neuralgie
  • spastisches Asthma (Extrakt aus der Fruchtschale)
  • Bluthochdruck
  • Erschöpfung

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Häufig werden aus dem Kraut der Passionsblume Teemischungen hergestellt. Eine stärkere Wirkung ist bei standardisierten und konzentrierten Fertigarzneimitteln in Tropfen-, Kapsel-, Dragée- und Tablettenform zu erwarten.

Extrakte der Pflanze verwendet man in vielen Beruhigungsmitteln aber auch Herzstärkungsmitteln.

Dosierung

  • Tee: 2 g fein geschnittene Droge als Tee zubereiten und 2–4 Tassen entweder über den Tag verteilen oder 1–2 Tassen direkt vor dem Schlafengehen trinken.
  • Tinktur (1:8) 1-4ml
  • maximale Tagesdosis 4–8 g des getrockneten Krauts

Wirkstoffe

Das Kraut der Passionsblume enthält
  • Flavonoide: C-Glykoside von Vitexin, Isovitexin, Apigenin und Luteolin), gamma-Pyronderivate (Maltol und Ethylmaltol)
  • Polyacetylen: Passicol
  • cyanogenes Glukosid: Gynocardin

Entgegen früheren Annahmen konnte das Vorkommen von Alkaloiden (Harmanalkaloiden) in neuen Untersuchungen nicht bestätigt werden.