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Pestwurz

© C. Heyer/PhytoDoc

Migräne vorbeugen mit Pestwurz

Die Gewöhnliche Pestwurz war schon früh als Heilpflanze bekannt. Von den Griechen und Römern wurde sie bei bösartigen Geschwüren genutzt und im Mittelalter gegen die Pest verwendet – daher der Name. Heute wird sie in der Naturheilkunde vor allem zur Migränevorbeugung, bei Heuschnupfen und Harnwegsleiden angewandt.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Wogegen hilft Pestwurz?

Nach Aussage der Kommission E sind die Wirkungen der ganzen Gewöhnlichen Pestwurz sowie der Blätter in den beanspruchten Gebieten nicht ausreichend belegt worden. Wegen der Risiken durch Giftstoffe befürwortet sie eine Anwendung der ungereinigten Produkte nicht, mit Ausnahme der Wurzel gegen Steinleiden und Krämpfe in den ableitenden Harnwegen.

Heute sind neue Kultursorten der Gewöhnlichen Pestwurz verfügbar, die weniger Giftstoffe enthalten. Mit besonderen Reinigungs- und Extraktionsverfahren kann außerdem der Gehalt an Giftstoffen minimiert werden. Für die Indikationen Migränevorbeugung und Heuschnupfen durch die Gewöhnliche Pestwurz gibt es kleinere klinische Studien, welche die Wirksamkeit belegen. Ein Pestwurzpräparat wird als Migräneprophylaktikum in einer Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und in der Leitlinie der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) als alternatives Mittel erwähnt. Es wird aber darauf hingewiesen, dass die Bewertung der Gewöhnlichen Pestwurz von unabhängigen Gutachtern noch aussteht.

Nur in der Schweiz wurde 2004 die Zulassung für zwei Präparate zurückgezogen, da in sehr seltenen Fällen eine Leberschädigung beobachtet wurde (diese gehen vermutlich auf die Furanopetasin-Droge zurück). Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hält diese Maßnahme für Deutschland für nicht notwendig und empfiehlt lediglich eine verstärkte Aufmerksamkeit bei der Verwendung von Präparaten mit Pestwurz. Die vorhandenen klinischen Studien hätten ferner eine gute Verträglichkeit dokumentiert. Allerdings war die Anzahl der Probanden viel zu gering und die Anwendungszeit zu kurz, um diese seltene Nebenwirkung der Gewöhnlichen Pestwurz ausschließen zu können.

Heilwirkung von Pestwurz

Die Sesquiterpene der Pestwurz hemmen die Aktivität verschiedener Zellen des Immunsystems und zeigen eine entzündungshemmende Eigenschaft. Man setzt die Pestwurz daher gegen allergische Erkrankungen ein. Bei allergischem Schnupfen war das Pestwurzpräparat ähnlich wirksam wie synthetische H1-Antihistaminika.

Im Altertum wurden aus den Blättern der Gewöhnlichen Pestwurz Wundauflagen bei Entzündungen und Geschwüren hergestellt. Tierversuche konnten eine schützende Wirkung gegen Magen-Darmgeschwüre belegen. Aus diesen Erkennnissen wird auch eine Wirksamkeit gegen Magen-Darmerkrankungen wie Gastritis, Colitis ulcerosa und Morbus Crohn abgeleitet. Klinische Beweise fehlen bisher.

Daneben berichtet die traditionelle Heilkunde von einer krampflösenden Wirkung, die auch in Laborversuchen belegt wurde. Pestwurzpräparate können daher bei Steinleiden gegen Krämpfe in den ableitenden Harnwegen verwendet werden, sowie bei krampfartigen Magen-Darmbeschwerden. Die Volksheilkunde empfiehlt die Pestwurz außerdem bei Menstruationsbeschwerden, Kolikschmerzen und Krämpfen.

In kontrollierten klinischen Studien bei Patienten mit chronischen Kopfschmerzen und Migräne konnte die Anfallshäufigkeit um 40-60% gesenkt werden. Die Dauer der Attacken war allerdings davon nicht beeinflusst.

Es gibt einige Hinweise auf eine gefäßerweiternde, blutdrucksenkende Wirkung der Gewöhnlichen Pestwurz. Auch bei psychosomatischen Beschwerden, neuro-vegetativem Ungleichgewicht sowie Unruhe soll die Gewöhnliche Pestwurz helfen. Diese Anwendungsbeobachtungen wurden bisher aber nicht wissenschaftlich geprüft.

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Maßgebliche Bewertungskommissionen: Kommission E, ESCOP, HMPC, WHO.

  • Steinleiden und Krämpfe in den ableitenden Harnwegen
  • Migränevorbeugung
  • Heuschnupfen

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

  • Asthma bronchiale
  • Entzündungen
  • Schmerzen: krampflösend, schmerzstillend: krampfartige Schmerzen des Kopfes, des Verdauungs- und Harntrakts (besonders bei Nieren- und Blasensteinen) sowie bei Bronchialkrämpfen.

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

  • Appetitlosigkeit
  • Beschwerden der Bauchspeicheldrüse
  • Erkältungskrankheiten
  • Erkrankungen und Beschwerden der Atemwege
  • Leber- und Gallenbeschwerden
  • Migräne
  • Nervenschwäche
  • nervöse Krämpfe (Tranquilizer)
  • psychosomatische Beschwerden
  • Schlafstörungen
  • Schmerzen (auch Kopfschmerz) und Koliken
  • schmerzhafte Monatsblutung
  • Unruhe
  • Wund- und Hautbehandlung

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Die Gewöhnliche Pestwurz sollte nur in Form von standardisierten Fertigarzneimitteln verwendet werden. Toxinfreie Präparate sind bereits im Handel und sollten die Präparate mit Rohdroge ersetzen.

Dosierung

Tagesdosis des Tees: 4,5 – 7 g des getrockneten Materials oder anderer Zubereitungen entsprechend. Der Tee ist nicht mehr zugelassen, da der Gehalt an Giftstoffen über der erlaubten Tagesdosis liegen würde. Die Tagesdosis darf nicht mehr als 1 µg Pyrrolizidinalkaloide enthalten.

Die Anwendungsdauer von Pestwurzpräparaten sollte auf 4 bis 8 Wochen pro Jahr beschränkt werden.


Allergie: 58 mg des gereinigten Blattextraktes, mit 8 mg der Petasine, dreimal täglich eine Tablette.

Migänevorbeugung: 50 mg des gereinigten Trockenextraktes zweimal täglich.

Wirkstoffe

  • Sesquiterpene: Petasin und Isopetasin (0,36% Trockengewichtes des Blatts) sowie mehrere ähnliche Sesquiterpene (Ester von Sesquiterpenalkoholen des Eremophilantyps
  • Pyrrolizidinalkaloide: makrocyclische Pyrrolizidinalkaloide (bis zu 0,05%), 1,2-ungesättigte Necinverbindungen (Senecionin, Senkirkin und Integerrimin)
  • etherische Öle
  • Schleimstoffe