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Bärlauch: Wie gesund ist der Wild-Knoblauch?

© C. Heyer

Knoblauchwirkung nicht 1:1 übertragbar

Mit frischen Bärlauchblättern wird eine Vielzahl köstlicher Gerichte zubereitet, für die man allerdings nicht in Anspruch nehmen kann, dass sie blutdrucksenkend wirken.

Von: Prof. Dr. Schilcher

Geringe Mengen blutdruck- und lipidsenkender Wirkstoffe

Mit frischen Bärlauchblättern, die vor dem Ansatz der Blütenknospen (s. Bild) gesammelt werden müssen, wird eine Vielzahl köstlicher Gerichte zubereitet, für die man allerdings nicht in Anspruch nehmen kann, dass sie blutdruck- und lipidsenkend wirken, es sei denn man verzehrt ca. 4 Wochen lang täglich 80 bis 100 g Bärlauch-Pesto.

Bärlauch ist nicht gleich Knoblauch

Die Bärlauch-Inhaltsstoffe sind denen des Knoblauchs sehr ähnlich, liegen jedoch in deutlich geringeren Mengen vor, so dass die gut nachgewiesene Knoblauchwirkung nicht 1:1 auf den Bärlauch übertragbar ist. Bei letzterem ist lediglich eine verdauungsfördernde Wirkung, ein Einfluss auf das Wohlbefinden sowie eine Verbesserung der Vigilanz (Aufmerksamkeit). medizinisch nachgewiesen.

Zur Vorbeugung altersbedingter Gefäßveränderungen reichen in der Regel die mit Speisen eingenommenen Wirkstoffmengen nicht für eine Wirksamkeit aus.

Vorsicht beim Pflücken. Leicht zu verwechseln mit Blättern von Herbstzeitlose und Maiglöckchen.

Aus gegebenem Anlass, einem Todesfall nach dem Genuss eines Bärlauch-Gerichtes, sei auf die Verwechslungsgefahr mit den hochgiftigen Blättern der Herbstzeitlose und den weniger giftigen Maiglöckchenblättern erinnert. Auch nach der Einnahme von Bärlauch-Schnaps, der aus den im November gegrabenen Bärlauch-Zwiebeln hergestellt und zur Blutdrucksenkung propagiert wird, aber für diesen Zweck völlig unzulänglich wirksam ist, kam es zu Vergiftungen.

Literatur:

Schilcher, H., Kammerer, S., Wegener, T.: Leitfaden Phytotherapie, 4. Auflage, Urban & Fischer Verlag, München-Jena, 2010