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Birkenblätter-Tee: Welche Beschwerden kann man behandeln, welche nicht?

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Wogegen hilft Birke?

Was sagt die dokumentierte Erfahrungsheilkunde zur Wirksamkeit der Birke? Welche Beschwerden kann man nachweislich behandeln und wann sollte man vorsichtig sein?

Von: Prof. Dr. Schilcher

Birkenblätter-Tee bei Harnwegsinfekten

Birkenblätter in Form des Teeaufgusses besitzen eine leicht harntreibende und entzündungshemmende Wirkung und werden von der Kommission E zur ca. 3-wöchigen Nachbehandlung von bakteriellen und entzündlichen Infekten der ableitenden Harnwege empfohlen. Dazu sollen bis zu 5 Tassen Birkenblätter-Tee getrunken werden. Ein ähnlicher Effekt kann durch die mehrmalige Einnahme eines Birken-Frischpflanzenpresssaftes erreicht werden.

Wirksamkeit: Was stimmt, was nicht?

Nicht nachgewiesen, obwohl immer wieder behauptet, ist die Wirksamkeit bei Wassersucht, Fettleibigkeit, Gicht, Gallensteinen, Hauterkrankungen, Geschwüren und Abszessen und einer Reihe weiterer Erkrankungen, deren Selbstmedikation unverantwortlich ist. Ebenso wenig nachgewiesen ist die Wirksamkeit des sog. „Birken-Haarwassers“ bei Haarausfall. Das „Birkenwasser“ gewinnt man durch Anbohren des Birkenstammes Anfang März.

Erste erfreuliche positive Effekte sind dagegen in jüngsten klinischen Studien mit einem Hexan-Trockenextrakt in Form einer Creme aus der Birkenrinde (Betulae Cortex) zur Therapie der aktinischen Keratose (Keratosis solaris) beobachtet worden. Diese, durch intensive Sonnenstrahlung verursachte Hauterkrankung wird vermehrt bei Männern ab dem 50. Lebensjahr beobachtet und basiert auf Langzeit-Sonnenschäden. Ein endgültiger und abschließender therapeutischer Wirksamkeitsbeweis liegt zurzeit noch nicht vor. Aus diesem Grunde wird die Creme vorerst nur als pflegende Hautcreme für Personen mit chronischer Sonnenexposition empfohlen.

Literatur:

  1. Schilcher, H., Kammerer, S., Wegener, T.: Leitfaden Phytotherapie, 4 Auflage, Urban & Fischer Verlag, München-Jena, 2010